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UMwuttnwt und Beria« der Buchdruck«« M »arix n, WailmhauseS m Hausu.
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Sierteliihüich 1,80 Mk„ monatlich 80 Bf#., Er ei* nâaigi Abonnenten mit dem betreuenden Pofiausjchta» Die éajdm Nummer kostet 10 Pfg.
AÄllhks GkW für Stabt- Mb Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
BeroetteerS. XÄaNrurr ®. Schrecker i» Hamm
Nr. 53 ft-ernsprechanschlntz Nr. 605.
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Samstlig den 3. März
syernsprechanschlittz Nr. 605. 1906
Gefundene und verlorene Geaenstände re.
Gefunden: 1 brauner Pelz, 1 gepolsterter Wagensitz, 1 silberne Brosche (bestehend aus einem österreichischen Geldstücks, 1 gelbe Metzgerschürze, 1 Notizbuch mit einer Rad- fahrcrkarte für den Schlosser Joseph Kühnert.
Stehen geblieben: Im Rathaus 1 Regenschirm. Abzuholen bei der Armenverwaltung.
Verloren: 1 Mistgabel, 100 Stück Wechselstempel- marken (L Stück 10 Pfg.), 3 Coupons (der eine von 40 Mk. und zwei von je 4 Mk.).
Zugelaufen: 1 schwarzer Spitzhund.
Der Dank des Karser-aares.
Der „Reichsanzeiger" publiziert nachfolgenden Dankerlaß »es Kaisers und der Kaiserin:
Die Feier Unserer Silbernen Hochzeit hat im Deutschen Volke eine so herzliche und begeisterte Teilnahme gefunden, daß der Freudentag Unseres Hauses zu einem nationalen Festtage geworden ist. Voll innigen Dankes für das Uns in den verflossenen 25 Jahren zuteil gewordene reiche Familienglück durften Wir zum Throne des Allmächtigen in Demut aufschauen und untere Gebete und Gedanken in dem Bekenntnis ausklingen lassen: „Bis hierher hat der Herr geholfen." — Wir haben eS als eine besondere Gnade Gottes empfunden, daß es Uns am Tage Unseres Ehejubiläums vergönnt war, wiederum ein-n Sohn an den Traualtar zu geleiten und Unserem Familienkreise eine liebe Tochter zuzuführen. Wenn aber etwas geeignet war, Unsere Festesfreude noch zu erhöhen, so waren es die überaus zahlreichen und mannigfachen Beweise liebevoller Anhänglichkeit, dix Uns aus allen Kreisen des engeren und weiteren Vaterlandes in Form von Adressen, Zuschriften, Telegrammen, Widmungen und Spendungen zugingen. Auch die Deutschen im Auslande haben es sich nicht nehmen lassen, mit der Heimat darin zu wetteifern, Unseren Ehrentag feierlich zu begehen und Uns durch freundliche Glückwünsche zu erfreuen. Millionen von treuen Menschen, alten und jungen, in Palast und Hütte, Stadt und Land haben Unser in diesen Tagen mit herzlichen Wünschen und Fürbitten gedacht und Uns zu innigstem Danke verpflichtet. Aber damit nicht genug — in wahrhaft hochherziger, Unsere Erwartungen weil übertreffender Weise sind aus diesem Anlaß von Provinzen, Kreisen, Gemeinden, Vereinen und Korporationen wie von begüterten Privatpersonen wohltätige und gemeinnützige Stiftungen errichtet worden, durch welche Unser Festtag auch zu einem Seaenstage für die von Krankheit und Not bedrückten Landeskinder geworden ist. Gott der Herr lasse alle diese Werke barmherziger Nächstenliebe wohl gelingen zu Nutz und Frommen der Menschheit und als Wahrzeichen des innigen und festen Bandes, welches das deutsche Volk und sein Kaiserhaus umschlingt. Mögen Alle, welche Uns in so erhebender Weise beglückt und durch treues Gedenken erfreut haben, Unseres wärmsten und herzlichsten Dankes versichert sein, den jedem einzelnen zum Ausdruck zu bringen leider nicht möglich ist.
Wir ersuchen Sie, diesen Erlaß alsbald zur öffentlichen Kenntnis zu bringen.
Berlin den 1. März 1906.
Wilhelm, I. R. Auguste Viktoria, I. R.
An den Reichskanzler.
Hus Hanau Stadt und fand.
Hana«, 3. März.
• Visenbahnwünsche erfüllt! Vor einiger Zeit wurde Herrn Landtagsabgeordneten E. Junghenn von Bischofsheim aus der Wunsch übermittelt, doch dahin wirken zu wollen, daß der Zug 388 Hanau- Ost—Frankfurt - Ost, ab Hanau 4.12 Uhr nachmittags, auch in Bis ch o f sheim-Rumpenhe im anhalte, damit Knaben aus Bischofsheim, die die Schulen in Hanau besuchen, bereits diesen benutzen können und nicht bis zum Abgang des Zuges 5.11 Uhr in Hanau warten müssen. Wollten die Knaben seither den ersteren Zug benutzen, so mußten sie in Dörnigheim-Hochstadl aussteigen und den weiten Weg nach Hause zit Fuß zurücklegen. Herr Junghenn wandte sich an das Ministerium der öffentlichen Arbeiten und erhielt daraufhin dieser Tage den Bescheid, daß dem geäußerten Wunsche entsprochen werde und der Zug 388 vom 1. Mai d. I. ab in Bischofsheim- Rumpenheim anhalte. Diese Entschließung der Eisenbahn- verwaltung wird wohl nicht nur von der erwähnten Schul
jugend, sondern auch von der Einwohnerschaft Bischofsheims, die sich Herrn Abg. Junghenn zu Dank verpflichtet fühlt, angenehm empfunden werden.
* Anssteünnst von Sehrlinosarbeite«. Auf Anregung des Herrn Regierungspräsidenten zu Cassel findet im Jahre 1906 für den Stadt- und Landkreis Hanau, wieder eine Ausstellung von Lehrlingsarbeiten statt. Zu diesem Zwecke wurde der hiesige Handwerker- und Gewerbeverein beauftragt, einen entsprechenden Ausstellungsplan einzureichen. Der Vorstand des genannten Vereins empfiehlt den Herren Handwerksmeistern ihre Lehrlinge zur Beteiligung zu veran- laffen und dieselben schon jetzt mit den Arbeiten beginnen zu lassen, da voraussichtlich die Ausstellung Ende Mai stattfindet.
* Der Zyamilienabend der Mitglieder der Marienoemeinde, über den wir schon neulich berichteten, findet nächsten Dienstag (6. März) abends von 8 Uhr ab im „Deutschen Haus" statt. Der Eintritt ist frei; das Programm mit dem Text der Lieder, die teils gemeinsam gesungen, teils von berühmten Solisten und Solistinnen vorgetragen werden, ist auf Wunsch an der Kasse für 10 Pfg. zu haben. Das Programm ist ein sehr gewähltes und reichhaltiges, bei dessen Aufführung viele bedeutende künstlerische Kräfte aus der Gemeinde Mitwirken werden.
* Wallonische Kirche. Der für morgen angekündigte kirchengeschichtliche Vortrag mußte, wegen Unwohlseins des Herrn Vortragenden, verschoben werden.
• Geschichtsvercitt. Seit dem 9, November v. I. sind unserem Museum zugewiesen worden:
Von Herrn I. Schäfer, Steinheimerstraße 31, ein altes blechernes Straßenschild „Römerstraße".
Von Herrn Felix P e l i s s i e r, Marktplatz, Reminiscenzen an Zamva von Dr?ȉMrr, 1. ,,Hanauer,.Aizeiger"
5. 6. 1873, Legitimationskarte und Talon der Aktie 1107 der Hanauer Dampfschiffahrt-Gesellschaft 1864.
Von Herrn Heinrich H o p f f, Schloßstraße, Handbuch der Hessen-Cassel'schen Landesverfassung von Kopp, II. Teil, und desgl. von Willich, Lehrbuch des „Gemeinen Rechts" von Feuerbach, Gießen 1828.
Von Herrn Lorenz, Magistratsexpedieut, eine Anzahl alter Münzen.
Von Herrn B e s ch o r, Akademielehrer, ■ 5 Siegelabdrücke Lindenfelser Zünfte.
Von Herrn Andreas Bild Häuser, Nordstraße 38, Teller von weißem Fayence, Wedywooder Fabrikat.
Von Herrn Georg L ü ck h a r d t, Lamboystraße, ein Vorderlader-Stutzen mit Pfannenschloß, 17-Millimetcr-Kaliber, eine eiserne Vollkugel, 9 cm Durchmesser.
Von Herrn L. Craß, Neust. Heumarkt, Denkmünze an blau-weißem Band, „Erinnerung an die Fahnenweihe der Bürgergarde, den Jungfrauen geividmet, 29. Juli 1846.
Von Frau Albert Heinecker, Altstraße 10, ein Lichtdruck Ludwig Wilhelm I., Markgraf von Baden, mit biogr. Aufzeichnungen des Chronisten Hermann Emmel.
Von Herrn G. M. Schmidt, Altstraße, ein alter Schrank mit vielen Schiebladen und Sondereinrichtungen. 17. Jahrhundert.
Von Herrn Louis Stassen, Krâmerstraße, gedruckte Bei- tritlSbedingungen zur Brandversicherungsanstalt, 24. Mär; 1786.
Von Herrn Examinator W. Schultheis, Nürnberger- straße 1, messingener Gewerkschaftsstempel 1836'40.
Angekauft: 1 Hanauer Fayence-Teller, gemalt in Delfter Manier 1680 — 1690, 1 photographische Nachbildung einer Lithographie, betr. Einzug der Bayern 1. November 1850. Original im Besitze des Herrn Ferdinand Becker, Neue Anlage.
* Verbandsschiesten. In den Tagen vom 4 bis 11. März findet in der „Centralhalle" das schon mehrfach hier abgehaltene Zimmerschützen-Verbandsschicßen des Maingaues statt, das sich immer einer sehr zahlreichen Beteiligung erfreut. Geschaffen wird morgen Sonntag von nachmittag halb 4 Uhr bis abends 11 Uhr, an sämtlichen Wochentagen von 5 Uhr nachmittags bis 11 Uhr abends. Der Schluß des Schießens ist Samotag den 10. März, abends 11 Uhr. Frencheibe „Glück" ist für jedermann mm Mitichießen offen und haben die Gäste, die auf dieser Scheibe schießen, einen Wettbewerb seitens der Mitglieder nicht zu erwarten, da die Schießergeb- nisse von Gästen unb Mitgliedern getrennt geführt und gewertet werden. AlS Preise kommen auf dieser Scheibe Ehrengaben zur Verteilung. Sonntag den 11. März, abends 6 Uhr, findet Preisverteilung, Nbcnduntcrbnltung und Ball statt. Freunde der Schützensache sind zum Mitschießen, sowie zur Abenduntcrhaltnng höflichst eingeladen.
Die heutige Stummer umfaßt außer vem UuterhaltuuLSblatt 14 Leite«.
* Stadttbeater. Morgen Sonntag nachmittag wird das reizende Kinderstück „Aschenbrödel" letztmalig bei ermäßigten Preisen zur Aufführung gelangen. Die Preise der Plätze sind jetzt folgende: Fremdenloge 1.30 Mk., L Rangloge 1 Mk., Parkett 1 Mk., L Sperrsitz 80 Pfg., Parterreloge und II. Sperrsitz 70 Pfg., Stehparkett und Parterre 50 Pfg., Amphitheater 40 Pfg. nnd Gallerie 25 Pfg. Der große Beifall, den das so hübsch inszeniert« Märchen bisher errang, wird auch der morgenden Aufführung wieder zu Teil werden. — „Alt-Heidelberg", Wilh. Meyer-Förster's erfolgreiches Werk geht morgen abend, neu einstudiert, in Szene. Selten hat ein Bühnenstück so eminente Erfolge erzielt wie „Alt-Heidelberg". Hundertmal und mehr haben es einzelne Bühnen gegeben, und immer wieder hat el Beifall. Manchem hat eS die Erinnerung an frohe Jugendzeiten geweckt und manchem hat eS freudige Stunden gewährt, die er einmal in seinen Jugendträumen ersehnte. Toll« übermütige Heiterkeit wechselt ab mit Szenen tiefer Empfindung, die die Hörer ergreifen und fesseln. Das Schauspiel hat auch hier stets eine besondere Zugkraft ausgeübt und dürfte morgen wieder ein ausverkaustes Haus zu erwarten sein. Die Besetzung ist eine vortreffliche. Den „Karl Heinz" spielt Herr Paul Heidemann von Köln, welcher sich um das Fach der jugendlichen Liebhaber für nächste Spielzeit bewirbt. Für die „Käthi" wird Frl. Helliot ihre schönen Mittel cinsetzen und al« „Dr. Jüttner" ist Herr Gehrmann bestens bekannt. Den „Lutz" gibt Herr Steger, den „Rüder" Herr O. H. Müller und die „Frau Rüder" Frl. Jaida. Die Regie führtHerr Gehrmann. — Der Vorverkauf für beide Sonntagsvorstellungen findet heut« Samstag nachmittag von 4—5 Nhr an der Theaterkaffe statt.
P-A. 28. mittelrheinisches Kreistnrnsest 1906 in Katt au. Nachdem die jüngst gewählten Einzelausschüsse sich gebildet und die in ihnen nötigen Wahlen vorgenommen, trat Donnerstag abend im Vereinshaus der „Turngemeind«" der geschäftsrührende Ausschuß zu seiner ersten Sitzung zusammen. Derselbe besteht aus den Vorsitzenden der Einzel- ausschüsse und deren Stellvertreter, sowie aus den Vertretern der hiesigen Turnvereine, soweit sie nicht Vorsitzende oder Stellvertreter dieser Ausschüsse sind. Als 1. Vorsitzender wurde gewählt Herr Vinc. Henrich und zu dessen Stellvertretern die Herren Louis Birkner und Otto Schatt, als Schriftführer die Herren Jul. Pfeifer, Heinrich Willamowitz, Wilh. Becker und Heinr. Pförtner. Dem geschäftsführenden Ausschuß gehören ferner noch an: Jean W e i d e r t und Phil. K o b u r g e r für den Finanz- Ausschuß, Baurat Wohlfahrt und Stadtbaumeister Leers für den Bau- und AuSschmückungs-AuSschuß, Heinr.
H e u s o h n und L. L o ß b e r g e r für den Preß-Ausschuß, Lehrer JustuS Kahler und Obersekretär Holm für den Wohnungs- und Empfangs-Ausschuß, Jean Bailly und Lehrer Karl F. Appel für den Musik-, Vergnügungs- und Gesangs-Ausschuß, Karl Jacoby und Adam Heilmann für den Zug- und Ordnungs-Ausschuß, Turnlehrer Andr. L o h f i n k' und Otto Gerhardt für den Turn-Ausschuß, Jean Förster und Heinr. Jost jr. für den Wirtschafts-Ausschuß, Heinr. Graul ing, Heinr. Fechter und Otto Appel für den Turnverein Hanau, Hugo Barthel, Wilh. Löschengruber und Franz Ritter für die Turngesellschaft Hanau. Die Satzungen für die Festleitung wurden nach dem vorgelegten Entwurf mit einigen Abänderungen angenommen. Als Zeit der Abhaltung des Festes wurden die Tage vom 15. bis 17. Juli bestimmt, die Vorfeier findet am 8. Juli statt.
* Snbmissionsergcbnis. Die Stadtverwaltung hat die Uebernahme der gesamten Fuhrwerksleistungen für die städtischen Gas-, Wasser- und Elekiriziiäiswerke auf die Dauer von 10 Jahren ausgeschrieben. Bei der heutigen Eröffnung der Angebote ergab sich foloendes Resultat: Es verlangten per Jahr: Jean Schlingloff 11480.20 Mk., August Biermann 15492 Mk., Louis Weidemann (Inh. Otto Schenk) 16788.50 Mk., H. Schwind 17038.10 Mk^ Jean Göbel Nackif. 17298 Mk.
* Hochwasser. Vom Übermain wird noch Steigen des Hochwassers gemeldet. — Aschaffenburg meldet gestern abend 9 Uhr einen Prgelstand von 4.23 mtr., steigend. Die Kinzig ist auch weit über ihre Ufer getreten.
* Städtische Badeanstalt. Im Monat Februar 1906 wurden an Bädern abgegeben: Kl. 1: 90, Kl. il: 153, Kl. III: 866, Douchebäder 19, Römisch-Irische Bäder 34; zusammen: 1025 Bäder. Die größte Zahl der abgegebenen Bäder betrug 129 am 3. Februar, die kleinste Zahl 1 am 27. Februar.
* Bon den Apotheken ist morgen nachmittag von 3—9 Uhr die Altstadt • Apotheke geöffnet.