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Die «nzetne Stummer kostet 10 Pfg.
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General-Anzeiger
Amtliches Organ für StaM- nn- gaiMtris Hanan.
EinrültuugSgebü^ 4
Die fünf gespaltene Petttjeil« aber der« Rom 15 Mv im Reklamvueü die Zeile 35 Pfg,
Waisenhauses in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
verantwort!. Redaktrm: S. Schrecker in Hemm»
9?t. 177 Fernsp»ech<»nschl«tz Nr. 605.
Montag den 31. Juli
F-rnsprechanschlutz Nr. 605.
1905
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Amtliches.
Handelsregister.
Firma Fritz Stettner in Hanau: Unter dieser Firma betreibt der Gastwirt Fritz Stettner in Hanau ein Handelsgeschäft als Einzelkaufmann.
Hanau den 27. Juli 1905.
Königliches Amtsgericht 5. 14596
Konkursverfahren.
In dem Konkursverfahren über das Pttoatvermögen des Kaufmanns Ferdinand Deisler m Hanau ist jur Prüfung der nachträglich angemeldeten Forderungen Termin aus den
24. Angnft 1905, vormittags 11 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgericht in Hanau, Marktplatz 18, Zimmer Nr. 5 anberaumt.
Hanau den 26. Juli 1905.
Der Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts 5. 14595
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemeinde Rückingen belegenen, im Grundbuche von Rückingen Blatt 466 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Friedrich Franz Berg und Ehefrau Elisabeth geb. Schadt in Rückingen je zum ideellen 1/*tel eingetragenen Grundstücke:
B 523/135, Im Dorf, Haus Nr. 66, 66»/.,
a) Wohnhaus mit Hofraum und
B 186 Hausgarten,
B 524/137, Hausgatten,
b) Kuhstall,
c) Schweinestall,
am 4. Oktober 1905, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle versteigert werden.
Langenselbold den 21. Juli 1905.
Königliches Amtsgericht. 14630
Gefundene und verlorene Genenstände re.
Gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt.
Zugelaufen: 1 junger gelber Hund mit weißer Halskrause und weißen Füßen.
Hanau den 31. Juli 1905.
Hus Fjanau Stadt und Eand.
Hanan, 81. Juli.
• Fernsprechverkehr. Der hiesige Sprechverkehr ist auf Krimpen-Lek ausgedehnt worden.
♦ Manöver. Die Postbehörde macht im Hinblick auf die bevorstehenden größeren Herbstübungen der Truppen darauf aufmerksam, daß es für die regelmäßige Beförderung und pünktliche Zustellung der an die Offiziere und Mannschaften der Manövertruppen gerichteten Postsendungen durchaus erforderlich ist, in den Aufschriften der Sendungen außer dem Namen und dem Dienstgrade des Empfängers auch den Truppenteil (Regiment, Kompanie, Eskadron, Batterie re.) sowie den st ä n d i g e n Garnisonort anzugeben.
* Pionier-Nebrmgen bei Kelsterbach. In Gegenwart vieler Hunderte von Zuschauern, die übrigens von Polizei und Wachmannschaften in respektvoller Entfernung gehalten wurden, ist von den Pionieren am Donnerstag abend bei Einbrnch der Dunkelheit mit dem Bau einer auf Pfählen ruhenden festen Brücke über den Main, dicht unterhalb der Kelsterbacher Fähre, begonnen worden. Nach etwa fünf- bis sechsstündiger Tätigkeit wurde um 2 Uhr nachts die Arbeit eingestellt, um früh 9 Uhr wieder ausgenommen zu werden. Die Brücke war um 2 Uhr nachts bis zur Hälfte der Strom- ^yeite fertiggestellt. Bis Montag sollen, wie man hört, noch rin oder mehrere Uebergänge über den Strom (Pontonbrücken) erstehen. Ein mächtig langer Schützengraben, der sich zu beiden Seiten des Kelsterbacher Waldwegs hinzieht, 'âtzt darauf schließen, daß sich hier ein Hauptakt der bevorstehenden Gefechtsübung abspielen wird.
* Die Witterung im August soll nach des jüngeren Prognose veränderlich und teilweise trübe werden. Niederschläge wären für die ersten und letzten Tage des MonatS zu gewärtigen. Dagegen soll es um den 10. schön
sein. Sowohl der 1. als auch der 30. August sollen sich zu kritischen Terminen 1. Ordnung gestalten, von denen der letztere noch durch eine Sonnenfinsternis Verstärkung erfährt. Den 15. des Monats bezeichnet Falb als kritischen Tag 2. Ordnung. — Der hundertjährige Kalender stellt für den 1.—6. August klares, heißes Wetter, für den 8.—13. aber trübe, regnerische Witterung in Aussicht. In der Zeit vom 14.—17. sollen sich Gewitter einstellen, vom 18.—25. große Hitze herrschen, während der letzten Tage des Monats aber wieder Regenwetter eintreten.
* Unfälle. Eine hier zu Besuch anwesende Frau eines Steueraufsehers, in der Elberfelder Gegend wohnend, war am Samstag bei einer Familie in der Langstraße anwesend und glitt beim Weggehen von der Treppenstufe aus und fiel hin, sich am Kopf und der Wirbelsäule verletzend, sodaß ihre Neberführung ins Landkrankenhaus erforderlich wurde. — Als am Samstag eine Bauersfrau aus Windecken in ein Geschäft der Nürnbergerstraße treten wollte, fiel ihr die über der Eingangstür hängende Lampe, an der der Hausbursche hantierte, auf den Kopf. Ein in der Nachbarschaft wohnender Barbier leistete alsbald Hilfe. Später konnte die Frau die Heimreise auf ihrem Wagen antreten.
* Konzeiftharis Germania. Heute abend findet das Abschiedskonzett des Damenorchesters „Apollo" statt.
* Ueberfahren wurde am Samstag in der Nordstraße von einem Radfahrer ein fünfjähriges Kind, das im Gesicht einige Verletzungen erlitt. Der unvorsichtige Radler wurde ermittelt.
* Festgenommen wurde ein hier beschäftigt gewesener Gummiarbeiter Arnold aus Geislitz, der dringend verdächtig ist, die wiederholt vorgekommenen unsittlich« Angriffe auf Kinder verübt zu haben.
* Verhaftetei: Wegelagerer. Der im Frankfurter Stadtwalde verhaftete Schüßler aus Großauheim ist bisher noch nicht mit Zuchchaus, vielmehr nur mit Gefängnis vorbestraft, was wir auf Wunsch berichtigen.
* Schwer verletzt wurde gestern abend ein Dresch- maschinenarbeiter aus Fechenheim ins hiesige Landkrankenhaus eingeliefert, der, dem Alkohol ergeben, in einer Wirtschaft zu Fechenheim in (Streitigfeiten verwickelt wurde und mit der Bierflasche einen Schlag auf den Kopf erhielt.
* Meisterprüfung. Unserer Samstagsnotiz tragen wir nach, daß die Meisterprüfung noch bestanden hat im Steinmetzhandwerk Herr K. Adam.
Der vierte Vertretertag der Jununge«, Handwerker- und Gewerbevereine, der im Juli nächsten Jahres abgehalten wird, soll in Hanau tagen. Man be- absichttgt aber, entgegen den bisherigen Gepflogenheiten, von einer Diskussion nach dem politischen Referate abzusehen und dafür lieber einen Bericht über den Stand und dieEntwickelung desHandwerks imKammer- bezirk im abgelaufenen Jahre durch den Syndikus der Handwerkskammer, Herrn Thanheiser, erstatten zu lassen, an welchen sich dann eine allgemeine Aussprache anschließen kann. Man hofft auf diese Weise allen Wünschen des Handwerkerstandes gerecht zu werden.
♦ Freiwillig gestellt Der Handelsmann Georg Seelig, der wegen Hehlerei verfolgt und dessen Vermögen beschlagnahmt war, hat am Samstag die Staatsanwaltschaft schriftlich von seinem Aufenthaltsort benachrichttgt und sich heute morgen persönlich gestellt. Er gibt an, in Geschäften auswärts gewesen zu sein, was bei ihm öfters der Fall sei. S. wurde in Haft genommen.
E. Neues Sommertheater. Wohl um auch dem Teil des Publikums, das an Wochentagen zum Theaterbesuch nicht abkömmlich ist, die Gelegenheit zu geben, die sog. bunten Abende kennen zu lernen, hatte der Leiter unserer Sommerbühne gestern nochmals einen solchen inszeniett, und man kann wohl sagen, das Experiment glückte auch diesmal noch, denn abgesehen von den Sonntags üblichen Lücken im Sperrsitz war der Saal sehr gut besetzt. Das Programm wickelte sich in gewohnter Weise ab: neben 2 Einaktern gab es wieder eine Menge teils recht guter Einzeldarbietungen. Im ersten Einakter machten sich einige kleine Unsicherheiten bemerkbar, über die auch die Routine der Darsteller nicht ganz hinwegzuhelfen vermochte. Der für den Abend angesagte Gast, Frl. Storck, war leider durch Unpäßlichkeit am Auftteten verhindert, doch sprang Herr Nanninger tn liebenswürdiger Weise für dieselbe ein. Besonders zu nennen wären außer diesem noch Herr Schönfelder und Fräulein Schüßler, deren flotte Duette vor allem großen Beifall fanden. — Dem Herrn Bühnenleiter müssen wir aber raten, die einzelnen Vorttäge rechtzeitig etwas genauer durchzusehen, denn einige derselben paßten gestern abend nicht mehr m den Rahmen eines decenten Familienprogramms. Unsere Literatur bietet doch in guten modernen Lustspielen rc. Gediegenes m großer Fülle. Die gewohnte tteffliche Klavierbegleitmig wurde gestern abend recht vermißt. Hoffen wir, daß jetzt
mal wieder eins von unseren schönen Volksstücken oder Lustspielen, von denen wir hier schon so tteffliche Wiedergaben gesehen haben, über die Bretter gehen wird.
* Mainwafserwärme gestern abend 19 Grad.
* ♦
-st. Marköbel, 81. Juli. (Goldne Hochzeit.) Vergangene Woche feierte bei noch guter Rüstigkeit das Ehepaar Wilhelm Reuter das Fest feiner goldenen Hochzeit. Durch Herrn Pfarrer Stein wurde dem Jubelpaare die Ehejubiläumsmedaille überreicht, während Herr Bürgermeister Stroh namens der Gemeindevertretung, welcher Korporation der Jubilar schon 25 Jahre angeh 3tt, einen Seffel überreichte. Möge dem Paare, das sich allseitiger Achtung erfreut, noch ein schöner Lebensabend beschieden sein.
Vereins- u. Vergnügnngsnachrichte»
für Montag den 31. Juli.
Kon^erthaus „Germarria" : Konzert der Dcnnenkaprlle „Apollo".
Turn» u. Fechtklub: 6—7't; Frauen-, 8*/’—10: Jugendabteilung. / Gvcmq. Männer- und Jünglingsverein: Gesang (Ev. Vereiarhauä) Brieflauben-Klub: Versammlung in der Brauerei Orfchler. Etenographen-Verein Stolze-Schrey: Dereinsadead in der »Sonne". Babelsberger Stenographen - Verein im Galihaus zu den ,3 Rindernd Abends von 8—9 Uhr: Anfängerkursus, 9—10 ÜebuvgSstlmd«, Verkehrs- und Redeschrckt.
Gesellige Verbindung „DMitia': Spickabend „prr goldnen <3 erste*. Gesellschaft „Heilerer Bund*: Dereintzabend im .Deutschen Schützen*. Verein „Hessischer Bund": Versammlung im „Hessischen Hof". Freiwillige Feuerwehr, 4. Komp„ Zusammenkunft im „Schützachos". Kegelklub „Helzi" Gasthaus „zur guten Quelle".
Erste Hanauer Karnevalgesellschatt: Dereinsabend im „Deutschen Hank". Gesellschaft „Lustige Brüder": Klubabend bei Heinrich Vowtvbck.
BarometenftLnd
mittags 12 Uhr am 29./7. 31./7.
Sehr trocken
Beständig
Schön
Veränderlich ==
Reg«
Viel Reg« 740—|g|
Sturm _
720-^
710
TclemWer Wetterbericht btt beitschel geroßte.
Telegramm aus Hambr rg vom 31. Jâ
Ein Maximum über 764 mm lagert über Südwesteuropa, eine Depressipn unter 750 mm über Nordskandinavien. In Deuffchland ist das Wetter vielfach heiter und ziemlich warnt stellenweise ist Regen gefallen.
Prognose für den 1. August: Fortdauer der herrschenden Witterung wahrscheinlich.
30. Gutilrilsrß des EM Sffenba$-§antt«.
6 Neit-Jsenburg, 80. JuÜ.
Wenn die noch in den ersten Nachmittagsstunden trübe Witterung des heutigen Festtages einen wenigstens hinsichtlich des Wetters ungünstigen Verlauf des diesjährigen Gauturntages befürchten ließ, so war die Festesstimmung, nachdem der Himmel sich wieder aufgehellt und die sommerliche Hitze, in etwas wenigstens gemildert durch den kühlenden Westwind, sich wieder eingestellt hatte, eine um so freudigere nicht zuletzt auch seitens der gesamten Einwohnerschaft unseres fteundlichen Städtchens, dessen allseitige Teilnahme sich schon durch den reichen Flaggenschmuck bekundete zum fteundlichen Willkomm all den zahlreichen Turnern, die aus dem Gau zu edlem Wettkampf sich hier eingefunden haben. Bereits am Samstag abend trafen diese ein, empfangen von ihren Kameraden, um sich mit diesen zu einem, das Fest einleitenden Kommers in der Turnhalle zu vereinen. Hier begrüßte sie zunächst der Vorsitzende unserer Turngemeinde, Herr Lorey, worauf der 1. Gauvertreter, Herr Schäfer- Offenbach den festgebenden Verein für sein Bemühen, das diesjährige Fest allen vorhergehenden ebenbürtig zu gestalten, dankte. Auch Herr Bürgermeister Pons entbot den Erschienenen Gruß und Willkomm namens der Stadt, wâhrettd der 2. Gauvertteter, Herr Bailly- Hanau, dem Feste den besten Erfolg wünschte, seinen Wunsch oekrâftigend mit einem begeisterte» „Gut Heil" auf die deutsche