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General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kana«.
Die fünf gespalten« ^ctitjeiU oder deren Raum 15 Pla-, im Keklameutnl die Zeil« 35 Psg.
Waisenhauses in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Verantwort!. Redakteurr G. Schrecker in Hauau.
Nr. 230
Fernsprechaufchlutz Nr. 605»
Die heutige Ausgabe umfaßt
18 Seiten uni iai uittfeitijt Nittthliltmgs-Blck.
LandmirMafilicher Ureisverein Sana».
Am Sonntag den 1. Oktober d. I., nachmittags von 4 Uhr ab, findet Versammlung der Mitglieder des landwirischaftlichen Kreisvereins und deren erwachsenen Angehörigen im großen Saal in Wilhelms- bad statt.
Tagesordnung:
1. Geschäftliche Mitteilungen.
2. Mitgliederaufnahme.
8. Vortrag des Fräulein Thekla Seyfried aus Auma „über die Erziehung der Töchter auf dem Lande."
Hiernach geselliges Beisammensein.
Während des Vortrags wird der Wirtschaftsbettieb im Saal unterbrochen.
Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende Bekanntmachung des landwirtschaftlichen Kreisvereins in den Gemeinden wiederholt in ortsüblicher Weise bekannt machen lassen.
Hanau den 21. September 1905.
Der Königliche Landrat.
v. Beckerath.
Hus Fjanau Stadt und Cand.
Hanau, 30. September.
* Tascheu-Kahrplau. Der heutigen Nummer unserer Ausgabe liegt bei der beliebte Taschen- Fahrplan für das Winterhalbjahr 1905/06.
* Kirchliches. In der Marien- und Johanniskirche .findet von morgen ab der Nachmittagsgottesdienst um ^6 Uhr statt.
* Christliche (Serneinde (Hospitalstr. 41). Von morgen Sonntag den 1. Oktober ab findet die Versammlung mit Predigt wieder regelmäßig nachmittags halb 5 Uhr statt. W. Lehrerversammlung. Dom 2.-4. Oktober hält der hessische Volksschullehrer-Verein seine Jahresversammlung 31t Homberg ab. Ta letzterer Ort Seminarort ist, so scheint der Besuch der Versammlung ein recht zahlreicher werden zu wollen. Aus unserem Kreise nehmen als Delegierie der Bezirksvereine teil die Herren Keßler- Fechenheim für Bergen, Worch- Rückingen für Langenselbold, Schuhmann-Bruchköbel für Windecken und Schnell- Hanau für Hanau; ferner als Mitglied des Hauptausschusses Herr Mittelschullehrer Wolff- Hanau. Zur Beratung stehen die Jahresrechnungen der Unterstützungs-, Sterbe- und Brandkasse sowie eine ganze Reihe von Anträgen, betreffend Satzungsänderungen 2c..
* Stadttheater. Eine hoppelte Feier findet morgen anläßlich der Eröffnungs Vorstellung in unserem Theater statt. Erstens sollen die jetzt so prächtig renovierten Räume die künstlerische Weihe erhalten und zweitens gilt es im Jahre der hundertsten Wiederkehr des Todestages unseres Schiller zu gedenken, der von feiten der Direktion noch keine Würdigung finden konnte, da am 9. Mai die Spielzeit schon vorüber war. Es ist wohl kein Bühnendichter würdiger als Schiller, dem jetzt so prächtig ausgestatteten Hause die Weihe zu geben. Der vom Dresdener Hofschauspieler Winds in begeisterter Sprache abgefaßte Prolog trägt diesen Grundgedanken. Es konnten für die ersten Aufführungen keine passenderen Stücke gefunden werden, als die gewählten. Zuerst „Die Karlsschüler" mit Schiller als Hauptperson und dann als zweite Vorstellung Schillers einziges bürgerliches Trauerspiel „Kabale und Liebe". Es ist ynnötig, auf die Vorzüge des morgen zur Aufführung gelangenden Schauspiels Heinrich Laubes „Die Karlsschüler" näher einzugehen, da dasselbe hier bestens bekannt sein dürfte, deshalb nur noch einige Worte über die Darsteller. Herr Ober- regiffeur Steger, der das Stück aufs sorgfältigste inszenierte, hat zugleich Gelegenheit, sich in der Rolle des „Herzogs" dem Publikum in günstiger Weise vorzustellen. Für den Darsteller des Schiller ist ein Haupterfordernis, daß er schon im Aeußeren dem bekannten Bilde Schillers entspricht. Es gehört eine gewisse Ähnlichkeit in der Figur sowohl, als auch in den Gesichts,zügen dazu, um diese Rolle erschöpfend darstellen zu können. Herr Hauser ist in dieser Beziehung ,um Schiller geradezu prädestiniert. Die erste Heldin und
Samstag den 30. September
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Liebhaberin Frl. Braune dürfte die Partte der „Franziska" durch ihre prächtige Erscheinung und durch die ihr nachgerühmte fesselnde Spielweise hervorragend zu gestalten verstehen. Von unseren vorjährigen Kräften wird Frl. Helliot die „Laura" spielen, Frl. Jaida die „Generalin", Herr Gehrmann den „Sergeant Bleistift" und Herr Oscarsen den „Silberkalb". Unter den neu engagierten Mitgliedern befindet sich auch der von früher sicherlich noch bekannte jugendliche Bonvivant Herr Fritz Nygrin, welcher den „Koch" gibt. In kleineren Rollen sind ferner noch beschäftigt die Herren Kempf und O. H. Müller, sowie die Soubrette Frl. Anna Stahl, die den „Nette" spielt. — Der Vorverkauf findet heute Samstag nachmittag von 4—5 Uhr an der Theaterkasse statt.
* Kunftin-ustric-Verein. Die Vorträge beginnen Donnerstag den 1 9. Oktober. Als erster Redner tritt Herr Prediger Karl Voigt aus Offenbach auf mit dem interessanten Thema: „Di e Ergebnisse der neuesten astronomischen Forschung". Am Donnerstag den 9. November spricht Dr. Pohlmeyer- Berlin über „Napoleon I. und sein Einfluß auf D e u t s ch l a n d". Einen musikalisch-deklamatorischen Abend veranstalten am Donnerstag den 30. November die Pianistin Frl. Helene Gottstein- Mainz und Schauspieler Max Dörner vom intimen Theater in Nürnberg. Im ersten Teil des Abends wird ein Melodrama und zwar „Das Hexenlied" von Wildenbruch, Musik von Schillings, zum Vortrag gelangen, im zweiten Teil Musikstücke und Rezitationen. Voraussichtlich am Donnerstag den 4. Januar wird Dr. Emil Milan- Berlin einen „Deutschen Balladen-Abend von Bürgers Lenore bis zur Gegenwart" veranstalten. Redner gibt eine Uebersicht über die Balladen und ihre schönsten Gebilde; er wird Dichtungen rezitieren von Bürger, Goethe, Schiller, Heine, Uhland, Strachwitz, Mörike, Hebbel, Konrad Ferd. Meyer, Fontaue, Liliencron, Münchhausen. Mit den Rednern Dr. R ö p p e n - Berlin und Prof. Dr. Maximilian Cl aar- Rom ist der Vorstand noch in Unterhandlung. Im Februar und Anfang März findet der erste „Kunstgeschichtliche Vortragszyklus" von Herrn Dr. Oui Iling-Hanau statt und zwar wird in diesem Winter die „Geschichte der alten Kunst (Architektur, Bildhauerei, Malerei)" in zwei Licht- bilder-Vorträgen behandelt werden, während in den beiden folgenden Wintern die „Geschichte der mittelalterlichen und der Renaiffance-Kunst", sowie die „Geschichte der neuen Kunst" in je zwei bis drei Lichtbilder-Vorttägen zur Darstellung gebracht wird. Mit der Einreihung dieses „Kunstgeschichtlichen Vortragszyklus" in das Vortragsprogramm des Kunstindustrie-Vereins ist der Vorstand vielseitigen Wünschen nachgekommen und hofft, damit das Programm besonders anziehend gestaltet zu haben. Ende Oktober wird das fertige Programm zur Veröffentlichung gelangen. An- meldungen zum Beitritt nehmen noch entgegen Herr Derlags- buchhändler Max Alberti und die beiden hiesigen H 0 f - b u ch h au dl u n g en.
* Die Kinzigbrütke ist jetzt so^ weit fertig gestellt, daß der Fuhrverkehr sich über dieselbe in vollem Umfange vollziehen kann.
)( FleifcherinttUNg. Am verflossenen Donnerstag abend fand in dem Hotel „zur Post" eine äußerst stark besuchte Versammlung der hiesigen Fleischerinnung statt. Nach Erledigung der geschäftlichen Gepflogenheiten wurde zunächst die Wahl des Obermeisters vorgenommen. Der bisherige Obermeister, Herr Andr. Schindler, bat von einer Wiederwahl abzusehen. Die Versammlung drückte jedoch der Geschäftsführung des Herrn Schindler durch einmütige Wiederwahl ihr volles Vertrauen aus. Angesichts solcher «Stimmung erklärte sich Herr Schindler, in der Hoffnung, daß das heute abend gezeigte rege Vereinsinteresse sich auch in Zukunft erhalten möge, bereit, die Leitung auf weitere 3 Jahre weiter zu führen. Ferner nahm die Versammlung Kenntnis von dem Bescheid des Magistrats auf das eingereichte Ersuchen den am 13. Juni gelösten Schlachtscheinen keinen Zuschlag zu geben. Die Beteiligung an der geplanten Ausstellung der Lehrlings-Arbeiten wurde mit Rücksicht auf die Eigenart des Gewerbes abgelehnt. Ferner wurde ein Antrag angenommen, bei dem Magistrat dahin vorstellig zu werden, daß bei der allmonatlich zur Veröffentlichung gelangenden Statistik über die Schlachtungen im hiesigen Schlachthofe auch die Zahl der Tiere bekannt zu geben, welche der Freibank überwiesen wurden. Mit Befriedigung nahm die Versammlung Kenntnis von der Mitteilung des Magistrats, daß dieser sich auf Anregung der hiesigen Fleischerinnung an den Vorstand des Hessischen Städtetages mit dem Anträge gewendet habe, die Königliche Staatsregierung zu bitten, daß
Fernsprechanschlusi Nr. 605. 1905
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während der Dauer der bestehenden Fleischteuerung bic Grenzen für ausländisches Schlachtvieh geöffnet werden. — Nach Besprechung einiger weiteren Angelegenheiten internen Charakters wurde die Versammlung geschlossen.
* Für unsere Herren Jäger und wohl auch für weitere Kreise dürfte es von Interesse sein, einmal zu erfahren, welche reiche Ausbeute an Wild die Staatsforsten des Regierungsbezirks Cassel aufweisen. Die von der „Hess. P." gegebene Zusammenstellung bezieht sich auf das Jahr 1903. Danach sind in den 88 Oberförstereien des Bezirks 171 Hirsche, 226 Mutterwild, 1258 Böcke, 685 Ricken, 311 SHwarzwild, 63 Auerwild, 3 Birkwild und 2 Fasanen zur Strecke gebracht worden. Die Gesamtfläche der Staatssorsten beträgt rund 207 000 Hektar. Das meiste Rotwild ward in den Kreisen Schlüchtern, Oberförsterei Salmünster 20 Stück, und Gelnhausen, Oberförsterei Burgjoß, und Dorf Kassel 36 Stück, ferner in der Oberförsterei Oberkaufungen 55 Stück, Gahrenberg 33 Stück, Veckerhagen 33 Stück, Hornhausen 55 Stitts erlegt. Auch in den Kreisen Frankenberg, Melsungen und Witzenhausen begegnet man noch Rotwild, das sonst fast ganz verschwunden ist. In der Oberförsterei Ehlen sind 3 Hirsche und 3 Stück Mutter wild, in der Oberförsterei Kirchditmold 1 Hirsch und 2 Stück Mutterwild erlegt. Dem meisten Rehwild begegnen wir in der Oberförsterei Neuenstein, Kreis Hersfeld, wo 40 Böcke und 24 Ricken erlegt sind, wie denn überhaupt die großen Staatsforsten bei Hersfeld, Burghaun, Niederaula einen noch großen Wildreichtum aufweisen. Dem Auerwild begegnen wir im Süden des Bezirks, namentlich Burgjoß mit 6, dann in den Kreisen Fulda, Gersfeld, Hünfeld, Hersseld, Rotenburg und Ziegenhain. Auch in Eiterhagen und Wellerode sind je 2 Stück Auerwild geschossen. Die Domäne für das Schwarzwild bietet der Reinhardswald und Kellerwald. Leider stehen über das im Privatbesitz befindliche Forstrevier keine Zahlen zur Verfügung, die obigen Notizen beweisen aber, wie sehr das herrliche Waidwerk in unserem Regierungsbezirk dank der unermeßlichen Wälder in Blüte steht. Die Staatseinnahmen aus der Jagd haben im Bezirk rund 43 300 Mk. betragen.
* Windecken —Stockheim. Die Teilstrecke Stockheim—Windecken der Nebenbahn Vilbel—Stockheim wurde heute mittag feierlich eingeweiht.
* Radsport. Bei dem am vergange! en Sonntag von dem Radfahrerverein „Radsport Adle r" abgehaltenen Straßenzeitfahren wurden 40 Kilometer gefahren in 56,16 Minuten von Herrn Klein, (Radfahrerverein Union), in 59,36 Minuten von Herrn M e t s ch a n (Radfahrerverein Union) und in 62,56 Minuten von Herrn Lerch. Es erhielten hiernach im allgemeinen Fahren denk. und Ehrenpreis Herr Klein, den 2. bezw. 3. Preis die Herren Metschan und Lerch. Im Vereinsfahren errangen den 1. Preis Herr Seickel, den 2. Herr Peter, den 3. Herr Schneider, den 4. Herr Stock und den 5. Herr Strauch. Dem ältesten Mitglied, Herrn Fäht, wurde für seine ersprießliche Tätigfeit und große Mühewaltung die silberne Medaille verliehen. Am Nachmittag versammelten sich alle Mitbewerber mit ihren Familien und Freunden im geschmückten Saale des „Schützenhofes", woselbst um 8 Uhr abends die Preisverteilung stattfand. Der Vorsitzende, Herr Will, sprach allen, die sich um die Veranstaltung verdient gemacht den besten Dank aus, ein fröhliches Tänzchen krönte die Festlichkeit.
* Neue Bereinigung. Gegründet hat sich am Donnerstag abend im Restaurant „zum römischen Kaiser" wiederum eine neue gesellige Verbindung, welche sich den Namen „Hanovia" beifügte.
* Der Familien-Marken-Konsumverein„binigL keii" veröffentlicht im Inseratenteile der heutigen Stummer die bis jetzt von ihm aufgenommenen Kontrahenten.
* Seinen Verletzungen erlegen. Wie schon berichtet, wurde gestern ein Mann in das St. Vinzenzkranken- baus verbracht, der mit einer Schußverletzung im Kopf in der Nähe von Heldenbergen aufgefunden worben war. Der Verwundete ist noch gestern mittag seinen Verletzungen erlegen. Er heißt Lindner, war als Knecht in Heldenbergen bedienstet und soll aus dem Sächsischer! gebürtig sein. Ob man es mit einem Verbrechen oder Selbstmord zu tun hat, konnte noch nicht aufgeklärt werden.
* Die Frankfurter Kochknnstaussteünng wurde heute, Samstag, vormittags 11 Uhr eröffnet. Von 1 Uhr ab ist die Ausstellung für das Publikum geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt am ersten Tage 3 Mk., am zweiten Tage 2 Mk. und vom dritten Tage ab 1 Mk. Um den mit Hinsicht auf die Spezialkonkurrenzen und die Sonderausstellungen gebotenen öfteren Besuch zu erleichtern, werden Abonaemrrttö- karten mit 12 Tickets zu 9 Mk. ausgegeben.