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Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein, es.

WaifenhaufeS in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Orga« für Stadt- nni FandKreis Kaua«.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Die fünf gespaltene PetitzeUe oder deren Raum 15 Pfg. im Reklamenteil die Zeile 35 Pfg.

Terantmortl. Redakteurr ».Schrecker in Hanau.

Mk. 150 Fernfprechanfchluß Nr. 605.

Donnerstag den 2 9. Juni FeenfprechanMitß Nr. 605. 19 0 5

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Amtlich-s.

Candkreis F)anau. Bekmimchmgell des Königlichen LmilratSimts.

Festgestellt: Die Rotlaufseuche unter dem Schweine- öestande der städtischen Irrenanstalt in Frankfurt a. M.

Hanau den 28. Juni 1905.

Der Königliche Landrat.

J. A.: Conrad, Kreissekretär.

Zwangsversteigerung.

Auf Antrag des Verwalters im Konkursverfahren über das Vermögen des Goldarbeiters Johs. Lamm II* in Kesselstadt, Rechtsanwalt Dr. Koref hier, sollen die in Kesselstadt bezw. dessen Gemarkung belegenen, im Grundbuche son da Band I Blatt 40 zur Zeit der Eintragung des Der- steigerungsvermerkes auf den Namen des Goldarbeiters Johannes Lamm II*, Andreas Sohn, eingetragenen Grundstücke:

Bl. 8 Nr. 96 2 ar 77 qm, Hofraum in der Wil- helmstraße, Wilhelmstraße Nr. 23,

a) Wohnhaus mit Anbau (A), abgesond. Ab­tritt (C) und Holzhalle (C) nebst Hofraum,

b) Seitenbau (B),

c) II. Seitenbau links (D)

Gebäudesteuernutzungswert 516 Mk.

Bl. 8 Nr. 41 = 2 ar 72 qm, Acker am tiefen Weg, Reinertrag 2 Mk. 25 Pfg.

am 1* September 1905, vormittags lO1^ Uhr, durch das unterzeichnete Gericht, an der Gerichtsstelle, Markt­platz 18, Zimmer Nr. 14, versteigert werden.

Hanau den 19. Juni 1905.

Königliches Amtsgericht 2. 12487

Zwangsversteigerung»

Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Hanauer Gemarkung belegene, im Grundbuche von Hanau Band 53 Artikel 3060 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungs­vermerkes auf den Namen des Kaufmanns Johann Otto Brenner in Hanau eingetragene Grundstück:

00 18, im obersten Bruch, Wiese, 89,52 ar,

' Reinertrag 38,52 Mk. am 18. August 1905, vormittags 10^2 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht, an der Gerichtsstelle, Markt­platz 18, Zimmer Nr. 14, versteigert werden.

Hanau den 26. Mai 1905.

Königliches Amtsgericht 2. 12486 ---

Handelsregister.

Firma Hartmann & Co. in Hanau: Der Fabrikant Johann Peter Nesfelträger in Hanau ist aus der Gesellschaft ausgeschieden. Der Kaufmann Karl Hamm in Hanau ist als persönlich haftender Ge­sellschafter eingetreten. Das Geschäft wird von dem p. Hamm und der bisherigen weiteren Gesell­schafterin, Witwe des Fabrikanten Christian Hamm, LauraTheodore geb. Laakmann in Hanau als offene Handelsgesellschaft unter un­veränderter Firma fortgeführt. Zur Vertretung der Gesellschaft ist jeder Gesellschafter ermächtigt. Dem Kaufmann Ernst Karl Schlötel in Hanau ist Prokura erteilt. Die Prokura des Kaufmanns Karl Hamm in Hanau ist erloschen.

Hanau den 23. Juni 1905.

Königliches Amtsgericht 5. 12522

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 Grabschippe, 1 altes Portemonnaie mit 80 Pfg., 1 Zehnmarkstück, 1 Stück weißes Piquezeug, 1 blaue gestreifte Kinderschürze, 1 silberner Damenschirmgriff, 1 zwei Metermaß (Zollstock), 1 Damenschirm, 1 Schlüssel­bund (7 Stück).

Verloren: 1 Portemonnaie mit 2 Mk., 1 rotes Steinchen 56 mm groß mit eingravierter Krone (in weißes Seidenpapier eingewickelt), 1 Herren-Schirm.'

Entflogen: 1 Kanarienhahn.

Hanau den 29. Juni 1905.

Hus Hanau Stadt und fand.

Hanart, 29. Juni.

VeamtenPersonalnachrichten.

Ernannt: der Regierungsassessor Baerwinkel zu Cassel zum Regierungsrat, die Rechtskandidaten Bode, v. Löbbecke und Jbelshaeuser zu Referendaren, der Unteroffizier Diehl zum Schutzmann bei der Königlichen Polizeiverwaltung in Hanau.

Bestätigt: der Rentner August Eymer und Bahn­hofswirt Heinrich Fiedler zu Allendorf a/W. als unbe­soldete Beigeordnete dieser Stadt, der Bürgermeister Müller zu Borken auf eine weitere Dauer von 12 Jahren, der Bei­geordnete Heinrich S t ü b i n g zu Ziegenhain auf eine weitere Amtsdauer von 6 Jahren.

Berufen: der Landmesser W u l l e als Katasterland­messer an die Königliche Regierung zu Cassel, der Hilfs­zeichner Herzig zum Katasterzeichner des Katasteramtes Deutsch-Krone.

Beauftragt: der Kreisarzt Dr. R o s e l i e b in Wolf­hagen mit der einstweiligen Verwaltung der erledigten Kreis- arzfftelle des Kreises Hofgeismar, die Katasterzeichner K ä ß i n- g er mit der Verwaltung der neu errichteten Katasterzeichner­stelle bei dem Katasteramte zu Hersfeld und Schuch mit der Verwaltung einer gleichen Stelle bei dem Katasteramte zu Schmalkalden.

Versetzt: der Regierungssekretär T i tz zu Gumbinnen an die Königliche Regierung in Cassel.

Pensioniert: der Regierungs- u. Forstrat Heiners­bor f f in Cassel, der Regierungssekretär Schneider daselbst, der Konsistorialsekretär, Rechnungsrat Pohl ebenda, der Wegewärter Johannes Werner in Gieselwerder.

Verliehen: dem Rechtsanwalt Dr. Hugo Pfeiffer in Fulda und dem Beigeordneten, Rentner August Müller ebenda der Rote Adlerorden 4. Klaffe, dem Privatmann Friedrich Birnkammer in Fulda der Königliche Kronen­orden 4. Klasse, dem Gemeindeförster K o ch zu Besse, dem Bürgermeister Scharf zu Gondsroth und dem Stadtpedell Friedrich Fölsch zu Fulda das Allgemeine Ehrenzeichen, dem im Kirchendienst angestellten Lehrer Jakob Hohmeister in Hönebach der Kantortitel.

Erteilt: dem Direktor des Landeshospitals in Haina, Sanitätsrat Dr. Scheel die Allerhöchste Erlaubnis zur An­nahme und Anlegung des ihm verliehenen Fürstlich Waldeck- schen Verdienstkreuzes 3. Klasse.

Gestorben: der Kreisarzt, Medizinalrat Dr. P l i t t in Hofgeismar.

* Güteranmeldekarten. Von der Eisenbahnver­waltung wird erneut darauf hingewiesen, daß die bahnamt­lichen Rollfuhrunternehmer auch die Güter aus den Geschäfts­räumen und Wohnungen zur Abfuhr nach den Bahnhöfen abzuholen haben. Die Abholung kann durch Postkarte, münd­lich, telephonisch oder auch durch besondere Güteranmelde­karten beantragt werden, die unentgeltlich geliefert werden und unfrankiert in die Postkasten eingeworfen werden können. Die Güteranmeldekarten sind hier bei der Güterabfertigung des Ostbahnhofs, sowie dem bahnamtlichen Rollfuhrunter­nehmer I. A. Herold Nachf., Mainkanal 12, und dessen Rollfuhrleuten zu haben.

* Klassenlotterie. Die Ziehung der 1. Klasse 213. Königlich preußischer Klassenlotterie wird nach planmäßiger Bestimmung am 7. Juli 1905 früh 8 Uhr ihren Anfang nehmen.

* Preis-Ausschreiben. Im amtlichen Teile des zweiten Blattes veröffentlicht die Direktion der Kgl. Zeichen- akademie die Preis - Ansschreiben der W. Behrens - Stiftung 1905 und der H. Zwernemann-Stiftung 1905.

* Aerztekammer. Zwischen der preußischen und schaum- burg-lippischen Regierung ist ein Staatsvertrag abgeschlossen worden, wonach die im Fürstentum Schaumburg-Lippe wohn­haften Aerzte an die Aerztekammer der Provinz Hessen-Nassau angeschloffen werden. Es gewinnen dmnit für die Aerzte in Schaumburg-Lippe einmal das Gesetz über die Einrichtung der ärztlichen Standesvertretung, die Aerztekammern, sodann das Gesetz über die ärztlichen Ehrengerichte und das Um- lagerechl der Aerztekammern Geltung. Die Aerzte in Schaum- burg-Lippe hatten bisher keine staatliche Standesvertretung.

* Militär-Abonnements-Konzerte. Einen reizenden Anblick bot gestern abend der zu einem wahren Schmuck­kästchen hergerichtete Konzertgarten zum Deutschen Haus. Der Saal, dessen große Flügeltüren man geöffnet hatte, war für etwa eintretendes Unwetter reserviert, das ganze Arran­gement ließ die Hand des rührigen Wirtes erkennen. Die zahlreich erschienenen Musilfteunde lauschten aufmerksam den herrlichen Klängen der Ulanenkapelle und belohnten dieselben durch lebhaften Beifall. Wegen des angrenzenden Saales

und seiner Nähe zur Stadt eignet sich der hübsche Konzert­garten ganz vorzüglich zur Abhaltung von Festlichkeiten. An dieser Stelle sei aber noch besonders der Besuch der Abonnementskonzerte empfohlen.

* Der Festzuft, welcher anläßlich der Fahnenweihe des Gardevereins am kommenden Sonntag, nachmittags 3 Uhr, sich nach dem EtablissementZum Kaiserhof" bewegt, passirt folgende Straßen und Plätze: Steinheimer Tor (Aufftellungs- platz), Glockenstraße, Heumarkt, Krämerstraße, Marktplatz, Salzstraße, Rosenstraße, Paradeplatz, Schirn- und Markt­straße, Altstädter Markt, Schloßstraße, Marien-, Hain-, Wilhelm- und Lamboystraße. An die Amvohner vorbenann­ter Straßen und Plätze richten wir das höfliche Ersuchen, als Aequivalent an den Gardeverein für die getroffene Wahl, sowie in Verehrung der im Festzug marschierenden Ehren- und Festgäste, die Häuser mittelst Fahnen rc. schmücken zu wollen.

h. 36* Maingau-Turnfest GroßAnheim. Aus Groß-Auheim wird geschrieben: Wie allgemein bekannt sein wird, findet am 1., 2. und 3. Juli d. J. in Groß-Auheim auf dem wunderbar schön gelegenen Festplatze (Lindenau) das 36. M a i n g a u - T u r n f e st statt, die Vorbereitungen sind von feiten des festgebendenTurnvereins" in vollem Gange. Der Turnverein-Groß-Auheim, welcher schon 45 Jahre besteht, hat sich in den letzten Jahren ganz rapid ent­wickelt und zählt z. Zt. 200 Mitglieder, in Anbetracht der vielen in Groß-Auheim bestehenden Vereine eine beträchtliche Zahl. Auch ist der Verein in der Lage, einige gute Kräfte beim Einzelwetturnen zu stellen, sodaß Hoffnung vorhanden ist, daß er auch einige schöne Preise erringen wird. Bezüg- lich des Programms, welches durch Plakate genügend bekannt gemacht wurde, wollen wir noch ganz besonders hervcwheben, daß Samstag abend ein Damenreigen, ausgeführt von 16 Damen, zur Aufführung gelangt; ein solches turnerisches Experiment ist bis jetzt noch bei keinem Turnfest in Groß-Auheim zur Ausführung gekommen. Zum Einzèlwettturnen, welches Sonntag früh 6 Uhr beginnt, haben sich 250 Turner gemeldet und glauben wir auch hier wieder eine große Konkurrenz zu finden. Die Anmeldungen der fremden Turner, welche schon am Samstag abend ein­treffen, belaufen sich auf ca. 300. Dank dem freundlichen Entgegenkommen der hiesigen Einwohner konnte jedem ein schönes Quartier zugewiesen werden. Der Festzug, an dem ungefähr 50 Vereine teilnehmen, stellt sich um 2 Uhr an der Groß-Krotzenburgerstraße auf und bewegt sich durch die Straßen Großauheims nach dem Festplatz. Hier wird sich bald ein reges Leben entwickeln und kann sich jung wie alt an Karussell, Schießbuden usw. belustigen. Es sei noch erwähnt, daß ein prima Nicolay-Bier, per Glas 10 Pfg., sowie Weine direkt vom Faß, per Glas 25 Pfg., zum Aus­schank kommen. Für gute Speisen, warm und kalt, ist eben­falls Sorge getragen. Der musikalische Teil wird vor: der sreiwilligen Feuerwehrkapelle Kleinauheims ausgeführt.

* Goldhehlerprozeß vor der Strafkammer. Im weiteren Verlauf der Verhandlung gegen den der Gold­hehlerei angeklagten selbständigen Goldarbeiter Christian Schilling, über deren Beginn wir gestern schon berichtet hatten, erfolgte die Zeugenvernehmung. Die vernommenen Fabrikanten bestritten sämtlich, daß ein Abgang von 21/» bis 3°/o sozusagen als ortsüblich angesehen und geduldet werde, einen solchen Abgang würde sich kein Mensch gefallen lassen, es sei auch gar nicht möglich, da sonst die hiesige Industrie konkurrenzunfähig werden müßte. Weiter befindeten die Fabrikanten, für welche S. früher gearbeitet, daß dieser meist zugerichtete Arbeit bekam und nur einen ganz geringen Ab­gang haben durfte und tatsächlich auch hatte. Wenn der Abgang ein ungewöhnliches Maß erreichte, dann wurde ihm das Geld dafür am Lohn abgezogen. Uebrigens wird nur ein einziger derartiger Fall erörtert. Wenn aber auch größere Abgänge vorgekommen wären, barm hätte der Angeklagte davon keineErsparnisse" machen bürfen, sondern sie ab­liefern müssen. Nur ein früherer Arbeitgeber des Ange­klagten bekundete, daß bei von ihm an S. vergebenen Arbeiten Abgänge bis zu 3°/o sich ergeben konnten infolge der Be­sonderheit des Materials. Die vernommenen Leumunds- zeugen stellten S. das allerbeste Zeugnis aus. Er habe stets sehr eingezogen und sparsam gelebt und aller Vertrauen ge­nossen, auch im Umgang sei er ein höchst einfacher und be­scheidener Mann gewesen, der auf alle den besten Eindruck machte. Von den angeblich vielen Leuten, die ihm Altgold brachten, das er einschmolz und in Blanchen an Lieber ver­kaufte, konnte der Angeklagte, wie gestern schon erwähnt, nur drei namhaft machen. Von diesen sind zwei erschienen, die bekunden, daß sie Schilling zwei alte Ketten brachten, für die er ihnen nachher den Erlös übergab. Von den Sachverständigen verbreitete sich besonders Herr