Einrücknngsgebühr»
8ez»gSpreiSr
Vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Psg., für <n* »ârtige Abonnenten mit dem betretenden Postaufjchtag» Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
Rotationsdruck und Vertag der Buchdruckerei deS verein» «v. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kana«.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Die füufgespaliene Petitzeile oder deren Raum 15 W im Rettamenteü die Zelle 35 Pfg.
Verantwort!. Redakteur: G. Schrecker in Han«'!
Nr. 302 Fernsprechanschlutz Nr. 605.
Mittwoch den 27. Dezember
Kernsprcchanschlilk Nr. 605
1905
A'ntllcheS
Beknnntmnchttnn.
Postanweisungsverkehr mit Hongkong u. China.
Vom 1. Januar 1906 ab sind Postanweisungen nach Hongkong sowie nach den britischen Postanstalten in Hoihow (Kiung-Schow) und Liu Kung Island (Wei-Hai-Wei) (China) von den Absendern nicht mehr in britischer, sondern in deutscher Währung auszustellen. Die bisherige Vermittelung über London kommt für diese Postallweisungen in Wegfall; die Auszahlung erfolgt deshalb ohne Gebühren- Abzug nach dem in Hongkong beim Eingänge der deutschen Ueberweisungsliste geltenden Tageskurse.
Berlin W. 66 den 18. Dezember 1905.
Der Staatssekretär des Reichs-Postamts.
I. A.: Gieseke.
Landkreis F)anau. BekmtmlhiuM Ses KsmMen SnnbratSamtä.
Festgestellt: Die Rotlaufseuche in Heddernheim, Landkreis Frculkfurt a. M.
Hanau den 23. Dezember 1905. V 8267
Stadtkreis F)anau. Bekanntmachung.
Die städtischen Körperschaften haben unter dem 11. April und 25. Mai d. Js. beschlossen, die südliche Fluchtlinie der Straße „Vor der Kinzigbrücke" zwischen Kinzigbrücke und Bruchköbelerlandstraße abzuändern.
Der Plan wird vom 27. d. Mts. an vier Wochen lang im Rathause, Zimmer Nr. 21, während der Geschäfts- siunden zu jedermanns Einsicht offen gelegt.
Einwendungen gegen den Plan sind während dieses Zeitraumes schriftlich oder mündlich bei uns anzubringen.
Hanau den 21. Dezember 1905.
Der Magistrat.
I r. Gebeschus. 24986
Im Namen des Königs.
In der Strafsache gegen den Fabrikarbeiter Konrad Röser in Hanau, geboren am 24. März 1864 in Unter- Eschenbach, katholisch, wegen Beleidigung rc. hat das Königliche Schöffengericht in Hanau in der Sitzung vom 28. November 1905, an welcher teilgenommen haben:
Amtsrichter Dr. Siebert als Vorsitzender, Kaufmann LudwigEscher)... , ~ Kaufmann Andreas Gr ü n, s 0Cl^e als Schöffen, Amtsanwalt Engler als Beamterder Staatsanwaltschaft, Assistent Dilling als Gerichtsschreiber, für Recht erkannt:
Der Angeklagte ist der Uebertretung der Eisenbahnbau- und Betriebsordnung und der öffentlichen Beleidigung des Schaffners Heß in einem, nicht auch in einem zweiten Fall, bezüglich dessen auf Freisprechung erkannt wird, schuldig und wird verurteilt zu zehn Mark Geldstrafe, subs. 2 Tagen Haft, und zu dreißig Mark Geldstrafe, subsidiär 10 Tagen Gefängnis, und zu den Kosten des. Verfahrens.
Der Königlichen Eisenbahndirektion in Frankfurt a. M., als die vorgesetzte Behörde des Beleidigten, wird die Befugnis zugesprochen, den entscheidenden Teil des rechtskräftigen Urteils binnen vier Wochen nach dessen Zustellung einmal auf Kosten des Verurteilten im „Hanauer Auzeiger" zu veröffentlichen.
gez. Fr. Siebert. 24975 Ausgefertigt unter Bescheinigung der Rechtskraft.
(L. 8.) Rößin g, Sekretär,
Gerichtsschreiber Königlichen Amtsgerichts Abt. 4.
Bekanntmachung.
Zum Eintritt in die Schutztruppe für Südwestafrika sind freiwillige Mannschaften des Beurlaubtenstandes wie Handwerker, Büchscnmachergehnlfen, Telegraphisten, Sanuäls- mannschaften und Zahlmeister-Aspiranten erwünscht.
Meldungen sind spätestens bis 2. Januar 1906 bei den zuständigen Bezirksieldwebeln anzubringen.
Königs. Bezirks-Kommando Hanau.
Lehrschmiede zu Fulda. I
Mittwdch den 3. Januar 1906 beginnt an der Lehrschmiede zu Fulda ein neuer dreimonatlicher Lehrkursus. An
den Lehrkursus schließt eine Prüfung an, deren Bestehen die Ausstellung der zum Betrieb des Hufschlaggewerbes befähigenden Zeugnisse zur Folge hat.
Der Unterricht ist unentgeltlich, die Prüfungsgebühr trägt die Kasse der Lehrschmiede. Für den Kursisten, der das beste Prüfungsresultat erzielt, steht eine Prämie von 50 Mk. zur Verfügung. Außerdem erhält jeder Kursist ein wöchentliches Taschengeld von 1 Mk. Für Wohnung und Kost hat jeder Teilnehmer selbst zu sorgen. Mitzubringen sind: ein Schurzfell, ein Hufhammer, ein englisches Rinnmesser, ein Falzbammer, ein Stempel; nach Angabe des Leiters der Lehrschmiede ist ein Leh'buch zu beschaffen.
Anmeldungen sind bis zum 31. Dezember 1905 an den Leiter der Lehrschmiede, Herrn Kreistierarzt Weber in Fulda, einzureichen. Der Anmeldung sind beizufügen: Geburtsurkunde, Unbescholtenheitszeugnis, Nachweis, daß der Aufuahmesuchende drei Jahre ordnungsmäßig das Schmiedehandwerk erlernt hat.
Der Vorsitzende
der Landwirtschaftskammer für den Reg.-Bez. Cassel.
H. E. von Stockhausen. V 8179
Gefundene und verlorene Gcuenstnndc re.
Gefunden: 1 Portemonnaie mit etwas über 1 Mk. und einigen Konsummarken, 1 Paket mit Kolonialwaren, 2 Schlüssel von Aluminium an einem Scharner.
Verloren: 1 viereckiges goldenes Medaillon mit dunkelbraunem Stein mit geschnittenem Kopf, 1 Paar schwarze Kinderstrümpfe, 1 Radfahrergamasche.
Zugelaufen: 1 junger brauner Jagdhund w. Geschl., 1 hellgelber Rattenpinscher.
Hanau den 27. Dezember 1905.
Hus F)anau Stadt und Eand.
Hanau, 27. Dezember.
Mk. Jollbehandlung von Waren beim Inkrafttreten des neuen Tarifs. Eine Bekanntmachung des bulgarischen Finanzministeriums vom 25. November (a. St.) d. Js. bestimmt, daß alle Waren, die sich am Tage des Inkrafttretens der neuen Handelsverträge in den Zollmagazinen, in Niederlagen oder auf dem Wege nach Bulgarien befinden, nach diesen Verträgen behandelt werden sollen. Diese Bestimmung ist dahin erläutert worden, daß alle Waren, die bis zum Abend des 31. Dezember (a. St.) d. J. (13. Januar 1906) bei den bulgarischen Zollämtern zum Eingang angemeldet und in die Eingangsregister eingetragen sind, noch nach den Sätzen des jetzt geltenden Tarifs verzollt werden. Auf die nach dem 31. Dezember (a. St.) d. Js. angemeldeten und eingetragenen Waren findet der.neue Tarif Anwendung, gieickwiel zu welchem Zeitpunkte diese Waren die bulgarische Grenze überschritten haben.
Hk. Errichtung eines Warenzollamtes für Frachtgüter in Bern. Nach einer Bekanntmachung der schweizerischen Oberzolldirektion vom 22. November dieses Jahres soll am 1. Januar 1906 ein Warenzollamt am Güterbahnhof in Bern mit den Befugnissen eines Hauptgrenzzollamtes eröffnet werden. Von diesem Tage ab kann die Zollabfertigung aller nach Bern bestimmten gewöhnlichen Frachtsendungen mit Ausnahme von Vieh, Fleischwaren und lebenden Pflanzen' durch das Zollamt Bern erfolgen. Frachtgutsendungen, die bei dem Zollamt in Bern angefertigt werden sollen, sind dem Grenzzollamt durch den Warenführer zur Geleitscheinabfertigung nach Bern anzumelden. Es empfiehlt sich, im Frachtbriefe den Vermerk „zur Zollbehandlung in Bem" zu machen. Nach Bern bestimmte zollpflichtige Warensendungen, die im Eilgut-, Gepäck- und Postverkehr eingehen, werden bis auf weiteres an der Grenze verzollt. Für zollfreie Reiseefsekten, Umzugs-, Erbschafts- und Aussteuergegenstände, die als Eilgut oder eingeschriebenes Gepäck aufg^geben sind, kann dagegen wie bisher die Zollabfertigung in Bern erfolgen.
* Landwirtfchaftskammer. Als Tagung zur Abhaltung der Vollversammlung sind vorläufig Montag der 22. und Dienstag der 23. Januar nächsten Jahres ins Auge gefaßt.
* Marianische Jünglingskongregation. In der heutigen Konferenz wird ein Pater einer Missionsgesellschaft einen Vortrag halten. Die Mitglieder und Ehrenmitglieder werden deshalb gebeten, recht zahlreich* zu erscheinen.
* Besuch der landwirtschaftlichen Winler- schnlen im Winter 1905 06. Die Zahl der Schüler, welche im laufenden Winter die sechs Winterschulen der Landwirtschaftskammer besuchen, beträgt 225 gegen 240 im Vorjahre. Auf die einzelnen Schulen verteilen sich die Schüler folgendermaßen: Fulda 59, Gelnhausen 18, Hofgeismar 51, Marburg 42, Melsungen 25, Rodenberg 30. Im vorigen Jahr stellte sich der Besuch bei Fulda auf 60. Gelnhausen 18,
Hofgeismar 59, Marburg 35, Melsungen 35 und Rodenberg 33. Vier Schulen haben demnach eine Abnahme zu verzeichnen, welche bei Fulda und Rodenberg allerdings nicht erheblich ist. Die Schule in Marburg hat eine weitere Zunahme erfahren, während die Zahl bei Gelnhausen gleich geblieben ist. Nach der Herkunft verteilen sich die Schüler auf folgende Kreise, Bezirke, Provinzen und Länder: Kreis Cassel 14, Kreis Eschwege 4, Kreis Frankenberg 3, KreiS Fritzlar 14, Kreis Fulda 20, Kreis Gelnhausen 15, Kreis Gersfeld 10, Kreis Hanau 5, Kreis Hersfeld 16, Kreis Hofgeismar 11, Kreis Homberg 12, Kreis Hünfeld 7, Kreis Kirchhain 5, Kreis Marburg 12, Kreis Melsungen 11, KreiS Rinteln 22, Kreis Rotenburg 3, Kreis Schlüchtern 1, Kreis Witzenhausen 3, Kreis Wolfhagen 11, Kreis Ziegenhain 6, Reg.-Bez. Wiesbaden 1, Provinz Hannover 8, Provinz Westfalen 5, Provinz Sachsen 1, Rheinprovinz 1, Waldeck 1, Lippe 3. «Aus dem Reg.-Bezirk Cassel stammen zufolge dieser Aufstellung 205 Schüler, aus anderen preußischen Gebieten 16 und aus anderen Ländern 4 Schüler.
* Hanauer Tierschutzverein. Wie in den ven gangenen Jahren, so hatte auch in diesem Jahre der Vorstand des Hanauer Tierschutzvereins beschlossen, eine Anzahl solcher Personen, die sich in der Pflege und verständigen Behandlung der ihnen anvertrauten Tiere besonders hervorgetan, auszuzeicknen. Dieser feierliche Prämiierungsakt ging am Sonntag mittag im oberen Sälchen des Restaurants Mohr vor sich. Der Vorsitzende des Vereins Herr Pfr. Hufnagel- Keffelstadt richtete an die zu Prämiierenden herzliche Worte des Dankes für ihr mustergültiges Verhalten gegen die ihnen anvertrauten Tiere, forderte sie auf, auch fernerhin das nachahmenswerte Beispiel treuer Fürsorge zu sein und verbreitete sich in beredten, von edler Begeisterung für die Tierschutzsache getragenen Worten über die idealen Bestrebungen der Tierschutzvereine. Weiterer Mithilfe bedürfe es, um immer greifbarere Erfolge zu erzielen. Vor allem sei die Mitwirkung der Großmacht Presse erforderlich, die sich auch in der Tierschutzsache immer ihrer hohen Aufgabe, beratend und führend zu wirken, bewußt bleiben möge. Weiler wendeten sich die Tierschutzvereine an die Lehrerschaft, die berufen sei, die Jugend zur Liebe geaen die Tiere und zum Erbarmen gegen dieselben zu er= ziehen, also zum gemütvollen Menschen heranzubilden. Freudig sei es zu begrüßen, daß auch von der Regierung mit Nachdruck auf die Förderung der Bestrebungen der Tierschutzvereine hingewirkt werde. Auch die hohe Kirch enbehörde habe angeordnet, daß bei passenden Gelegenheiten von der Kanzel herab der Tierschutz in die Predigten eingeflochten werbe. Warmen Dank zollte der Herr Vorsitzende zum Schluß den anwesenden Dienstherren der zu Prämiierenden für ihr Erscheinen, wodurch das bestehende gegenseitige gute Verhältnis bestens dokumentiert werde. Nach dieser aktuellen, hier nur kurz skizzierten Ansprache vollzog sich der Prämiierungsakt. Es erhielten je ein geschmackvoll ausgeführtes Diplom unter Glas und Rahmen, sowie ein Geldgeschenk folgende Personen:
1) Ferdinand Eickhorn aus Kassel bei Gelnhausen, bei der Firma Hofbrauhaus G. PH. Nicolay in Hanau,
2) Konrad Knobloch aus Hanau, bei der Firma P. G. H o s s e Wwe. in Hanau,
3) Heinrich Schadt aus Hanau, bei der Firma Conr. Deines junr. in Hanau,
4) Anton Volbert aus Hanau, bei der Firma Jäger u. Rumpf in Hanau,
5) Schweizer Johs. Blum aus Oberkalbach, bei Do» mänenpächter Ferd. Schwarz in Baiersröderhof,
6) Gg. Wilhel m, bei Landwirt Hch. W. BaumanN in Eichen bedienstet.
Für den veranstalteten Festakt dankte im Namen der an» wesenden Diensiheiren Herr Alex. Jung von der Firma P. G. Hosse Wwe. dem Tierschutzverein, der sich gratulieren könne, einen solchen geistvollen Führer wie Herrn Pfarrer Hufnagel an seiner Spitze zu haben. Auch die Prämiierten sprachen ihren Dank für die gewordene Ehrung aus. So gestaltete sich die Prämiierungsfeier zu einem Lichtblick in dem Leben des Hanauer Tier'chutzvereins, dem es zur innigen Freude gereichte," in diesem Jahre an eine größere Zahl von Personen Anerkennung für gute Tierpflege aussprechen und gleichzeitig bclohnen zu können.
* Auflösung. Die im Jahre 1875 gegründete Allg. Kranken - Unterstützungskasse (eingeschr. Hilfskasse Nr. 23), welche in den letzten Jahren einen rapiden Rückgang in ihrem Vermögensbestand zu verzeichnen hat, ge^t nunmehr ihrer Auflösung entgegen. Donnerstag den 28. d. M. findet diesbezüglich im großen Saale des Saalbaues eine Generalversammlung statt und wird es von großem Interesse eines jeden Mitgliedes sein, diese Versammlung zu besuchen.