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-lotatiouSdruck und Verlag der Buchdrucker« des verei«, re. WaijenhaujeS in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Statt* und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Die M? gespaltene Pattzeile oder bereit Raum 16 PM, tat RektamenteU die Zelle âo PW.

BerastroorÄ. Redakteur: < Schrecker ta Hemau

Nr. 251 ff,rnspreck,anl»l«st Nr. 605. Mittwoch den 25. Oktober RmtfertAflnidituß Nr. 605. 1905

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AmMches.

Landkreis Fjanau.

Bekmtmlichmkkn ks SönioliijtH totatSmntö.

Zwischen den Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Regierungen sind gwei Nachträge zum Drücken- geldtarif vom 20. März 1890 für die stehende Brücke über den Main bei Offenbach vereinbart worden, die hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht werden: .

A. Es ist hinter die Tarisftelle 1 von Personen re. einzuschalten:

Ermäszsflnnsten

<) Schüler aus Fechenheim, welche höhere Lehranstalten in Offenbach besuchen, zahlen bei den Gängen zum und vom Unterricht monatlich (Monatskarte) 1,50 Mk.

b) Personen aus rechtsmainisch^en Orten, die zu Offenbach in Arbeit stehen und aus diesem Anlaß die Brücke an Werktagen regelmäßig täglich benutzen, zahlen bei den Gängen zu und von der Arbeitsstätte 2 Pfg, ebenso für ein von ihnen benutztes Fahrrad (Veloziped Tarifnummer III a) 2 Pfg.

Die Ermäßigung nach b tritt nur ein, wenn sich die Personen durch Vorzeigung einer Bescheinigung der Polizei­behörde ihres Wohnortes oder ihres Arbeitgebers über das Vorhandensein der angegebenen Voraussetzungen dem Er- Hebungspersonal gegenüber answeisen.

B. Ferner werden an Brückengeld erhoben:

III von Fuhrwerken:

Außer der Gebühr für die dazu gehörigen, nach I zahlungs- pflichtigen Personen u. s. w.

Von Kraftfahrzeugen und zwar:

a) von Kraftwagen zum Fortschaffen von Personen:

1. mit Gummireifen und mit mehr als 4 Sitzplätzen 30 Pfg., 2. mit Gummireifen und mit weniger Sitzplätzen 20 Pfg., 3. obne Gummireifen und mit mehrals 4 Sitzplätzen 45 Pfg.,

4. ohne Gummireifen und mit weniger Sitzplätzen 30 Pfg., b) von Motorzweiräder mit 1 Sitzplatz 10 Pig.,

c) von Kraftwagen zum Forschaffen von Lasten:

1. mit Gummireifen und mit 250 kg und mehr Ladung belastet 30 Pfg.,

2. mit Gummireifen und mit weniger als 250 kg Ladung belastet 20 Pfg.,

3. ohne Gummireifen und mit 250 kg und mehr Ladung belastet 45 Pfg.,

4. ohne Gummireifen und mit weniger als 250 kg Ladung belastet 30 Pfg.

Der Nachtrag unter A tritt sofort in Kraft. Der Nachtrag unter B ist bereits unter dem 6, Mai ds. Zs. in Kraft getreten.

Cassel den 13. Oktober 1905.

Der Regierungs - Präsident.

AÜI 1558 J. V.: Mejer.

Der vorerwähnte Brückengeldtarif ist in Form einer Be­kanntmachung der Brückenverwaltung zu Offenbach mit Datum vom 25. März 1890 s. Zt. in Nr. 79 desHanauer Anzeiger" veröffentlicht worden.

Hanau den 20. Oktober 1905.

Der Königliche Landrat.

^V Nr. 6788 v. Beckerath.

Bekanntmachung.

In Sachen, betreffend das Zwangsversteigerungsver- fahren gegen die Eheleute Peter Nnth III. nnd stritt m Bruchköbel 2 K 35 05, ist der auf den 27. Oktober 1905 anberaumte Versteigerungstermin anfgehoben. Hanau den 24. Oktober 1905.

Königliches Amtsgericht 2. 21014

Im Namen des Königs!

In der Strafsache gegen 1) die Witwe des Heinrich Mohn fit, Elisabeth geb. Helbig zu Langenselbold, geb. daselbst am 11. Mai 1841, evangelisch, nicht bestraft,

Witwe des Wilhelm Bassermann 5r, Elisabeth âu Langenselbold, geb. daselbst am 21. Februar ° * G evangelisch, vorbestraft, wegen Nnhrungsmittelfälschung hat das Königliche Schöffengericht in Langenselbold in der Sitzung vom 26. April 1905, an welcher teilgenommen haben:

Gerichtsassessor Goßmann als Vorsitzender,

Landwirt Friedrich Dückhardt TIL von Langendiebach, Wagnermeister Friedrich Nieß von Langenselbold,

als beisitzende Richter,

Amtsanwalt Engler als Beamter der Staatsanwaltschaft, Justizanwärter Hoos als Gerichtsschreiber, für Recht erkannt:

Die Angeklagten werden wegen Milchfälschung und wissentlichen Verkaufs verfälschter Milch verurteilt, und zwar die Angeklagte Mohn in eine Geldstrafe von 15 fünf­zehn Mark, im Nichtbeitreibungsfalle zu 3 Tagen Ge­fängnis, die Angeklagte Baffermann in eine Geldstrafe von 20 zwanzig Mark, im Nichtbeitreibungsfalle zu 4 Tagen Gefängnis. Die Kosten des Verfahrens fallen den Angeklagten zur Last.

Zugleich wird angeordnet, daß das Urteil imHanauer Anzeiger" zu veröffentlichen ist.

gez. Goßmann.

Die Richtigkeit der Abschrift der Urteilsformel wird be­glaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urteils bescheinigt.

Langenselbold den 20. Oktober 1905.

Der Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts.

Scherber, Akruar. 20996

Hus Fjanau Stadt und Eand.

Hanau, 25. Oktober.

* Evangelischer Bund zur Wahrung der dertisch-proteskaniischen Interessen. DerZweig­verein für Hanau und Umgebung" hält am nächsten Sonntag den 29. d. Mts. den ersten der für das kommende Winter­halbjahr in Aussicht genommenen Bundesabende ab. Den Hauptvortrag für nächsten Sonntag hat Gymnasial-Oberlehrer Prof. Dr. Trommershausen aus Frankfurt a. M. übernommen. Thema:Die Bedeutung der Reformation für das deutsche Volk." Die Versammlung wird im Evang. Vereinshause, Nußallee 22, abgehalten und beginnt pünktlich um 8 Uhr. Der Abend wird den Charakter einer Re­formationsfeier haben, zu der jeder Evangelische herzlich will­kommen ist. Der Eintritt ist frei. Am Schluffe wird eine Kollekle erhoben für die Unterstützung der neu- protestantischen Gemeinden, die infolge der Los-von-Rom- Bewegung in Oesterreich entstanden sind. Der Redner des Abends ist vielleicht manchem unserer Leser schon bekannt durch den besonders für Eltern und Lehrer höchst interessanten und lehrreichen Vortrag, den Herr Prof. Trommershausen im vorigen Jahre auf der General-Versammlung in Dresden überProtestantische Erziehung" gehalten hat. Dieser Vor­trag ist auch im Buchhandel zu dem äußerst billigen Preise von 10 Pfg. zu haben.

* Mcistcrknrsns. Wie aus den kürzlich erlassenen Bekanntmachungen der hiesigen gewerblichen Fortbildungs- schnle hervorgeht, findet mit Beginn des nächsten Monats wieder ein Meisterkursus statt, wie ein solcher bereits vor zwei Jahren mit Erfolg abgehalten wurde. Derselbe um­faßt gewerbliche Buchführung, Kalkulation und Wechsellehre, Korrespondenz, sowie die Gundzüge der Gewerbegesetzgebung und der Volkswirtschaftslehre und bietet somit strebsamen Handwerkern und zwar sowohl Meistern als auch Gehilfen Gelegenheit, ihre Kenntnisse auf den in Betracht kommenden Gebieten gegen ein mäßiges Honorar zu erweitern. Auch Töchtern von Handwerkern wird hierdurch die Gelegenheit geboten, sich die erforderlichen Fähigkeiten für ihre etwaige Mitwirkung jim väterlichen Geschäfte anzueignen. Da, wie uns mitgeteilt wird, die Anmeldeliste demnächst geschloffen wird, so dürfte es sich empfehlen, eine etwa beabsichtigte Meldung baldigst bei der Direktion genannter Anstalt anzu­bringen.

* Stadttheater. Das heute in neuer Inszenierung zur Aufführung gelangende Scribe'sche Lustspiel:Frauen- kampf", ein Meisterwerk der französischen Bühnenliteratur, wurde an unserer Bühne seit ca. 10 Jahren nicht mehr ge­geben. Damals waren die Hauptrollen durch die Herren Dir. Jaritz und Oppmar, sowie durch Frl. Brandow ver­treten. Nach dieser langen Pause dürfte das geistreiche, liebenswürdige Lustspiel sicherlich heute erneut ein ganz be­sonderes Interesse erwecken und seine Zugkraft bewähren.

* Volksvorstrllnnff. Im Stadttheater ging gestern abend vor ausverkauftem" Hause Heinrich Laube'sKarls­schüler" in èzene. Die Darsteller boten wiederum eine ein­wandfreie, prächtig abgerundete Vorstellung und ernteten reich­lichen Beifall. DieRollederLaura"wardiesmal Frl. Kreuzburg übertragen. Die junge Künstlerin spielte ihre Rolle mit großer Wärme und bot besonders in der schwärmerischen Liebe zu Schiller reizende Szenen. Wenn auch die meisten Zuschauer mit Auf­

merksamkeit der Vorstellung folgten, so gibt es doch immer noch viele, welche diese Aufmerksamkeit mit Lachen und Kichern bezeugen zu müssen glauben. Dies wirkt durch die vielen darauf folgenden leisen Proteste imm^r noch recht störend und wäre es sehr erwünscht, wenn die Zuschauer, die in dieser Begehung noch in Frage kommen, sich in Zukunft befleißigen würden, einer ernsten Vorstellung und einem klassischen Werk mit mehr Ruhe zu folgen. Das Lachen ist hier doch recht unangebracht.

* Albrecht Dürer. Auch in diesem Winterhalbjahr wird Herr Dr. Quilling wieder einige öffentliche Vor­träge in der Aula der Zeichenakademie halten und zwar wird er zunächst an zwei Abenden, nämlich Dienstag den 31. Oktober und Donnerstag den 2. November überAlbrecht Dürer" sprechen. Die Vorträge werden durch zahlreiche, z. T. farbige Lichtbilder erläutert. Eintrittskarten (für beide Vorträge zusammen 2 Mk.) sind in den beiden Hof­buchhandlungen, in der Buchhandlung von A. Zippelius, Krämerstraße 18 und bei dem Hauswart der Zeichenakademie zu haben.

* Die Bibliothek der Königl. Zeicherrakademie ist während des Winterhalbjahres nicht mehr wie seither, Montag und Donnerstags von 1012, 24, 67 Uhr, sondern Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag, abends von 58 Uhr geöffnet.

Die Zahlungsstockung derFirma J.C. Jäger tu I. M. Rumpf. ImRiesen" wurde gestern eine weitere Gläubigerversammlung unter dem Vorsitze des Rechtsanwalts Müller Hanau abgehalten, die stark besucht war. Der in. der ersten Gläubigerversammlung gewählte Gläubiger-Ausschuß erstattete zunächst Bericht über die bisher erfolgte Prüfung der Verhältnisse der Firma I. C. Jäger u. I. M. Rumpf. Gegenüber anders lautenden Gerückten wird es von Interesse fein, zu erfahren, daß der Gläubiger-Ausschuß benJntc, in den Buchern fei nichts verschleiert, auch habe man keine Un- regelmäßiakeileu entdeckt, die Buchführung wäre, von einigen Kleinigkeiten abgesehen, an sich tadellos befunden worden. Gegenüber den Anschuldigungen in der Gießener Stadtver­ordnetenversammlung über angeblich von der Firma an städtische Beamte in Gießen gezahlte Bestechungsgelder wurde hervor­gehoben, daß sich diese Angaben nach allem, was aus den Büchern festzuffellen war, nicht bestätigen. Der von dem vereid. Bücherrevisor Heinzenberg-Wetzlar gegebene Be­richt über den Stand der Firma schließt ab mit einer Aktiva von 158 800 Mk., mit der im günstigen Falle zu rechnen ist. Die Passiven betragen 783 211,34 Mk., also stellt sich die Quote auf etwa 2O/4°/o. Bei Nichtfertigstellung der angefangenen Arbeiten würden die Herren Wilh. Jäger und Chr. Neuling von den Behörden für geleistete Bürgschaften in Anspruch genommen werden können, wodurch dir Passiven sich um diese Beträge, d. h. um etwa. Mk. 66 OoO, erhöhen würden. Ferner könnten noch Behörden genannte Herren für Bürgschaften für vollendete Arbeiten bis zum Betrage von Mk. 77 800. in Anspruch nehmen, um welche Summe sich dann die Passiven weiter erhoben würden. Es ist Aus­sicht vo-handen, daß die als rentabel zu bezeichnenden ange­fangenen Arbeiten weiter geführt werden. Der Inhaber der Firma hat nun einen Vergleichsvorschlag gemacht, wonach er den Gläubigern 25°/o bietet, wenn sie auf weiter­gehende Forderungen verzichten. Hervorgehoben wurde, daß bei einem Konkurs wohl kaum etwas übrig bleiben werde. Für die Zahlung der 25°/o innerhalb eines Jahres ver­bürgen sich Chr. Neuling, W. Jäger und Frau Wwe. Rumpf. Die anwesenden Gläubiger waren fast ausnahmslos ange­sichts der Sachlage mit dem Vergleiche einverstanden. ES wurde ein dreigliedriger Ausschuß gewählt, der mit den anderen Gläubigern zu verhandeln hat und versuchen soll, auch die'e für den Vergleich zu gewinnen. Falls dies inner­halb einer festgesetzten Frist nicht gelingt, wurde der Ausschuß ermächtigt, den Konkurs zu beantragen.

* Konzert des GesangvereinsSnmser". Der rührige GesangvereinSumser", der unter der kunstgeübten und kunstverständigen Leitung des Herrn Altvater steht, tritt morgen abend mit einem Konzert, das in derCentral­halle" stattsindet, erfreulicherweise wieder an die Oeffentlich- keit. Der konzertgebende Verein hat durch seine bisherigen Konzerte und Veranstaltungen dem kunstsinnigen Teile unseres Publikums hinreichend Proben seiner Leistungsfähigkeit ge­geben, sodaß wir mit hohem Interesse dem morgigen Abende entgegensehen. Daß ein vorzügliches Programm geboten wird, steht zweifellos fest. Auch die Mitwirkung des Tenoristen Herrn Carl Gentner von der Frankfurter Oper und des Tonkünstlers Herrn Altvater am Klavier wird geeignet sein, der Veranstaltung weiteres berechtigtes Interesse entgegenzubringen.