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vi-rtâi«-rNch 1,80 Mk^ monatlich 60 Pfg., für au* »fasste Wonnauen mit dem betreffenben Postaufjchtag» Die etuzelae Nummer kostet 10 Pfg.
Geruckt nab verlegt in der Buchdruckers de» verein, ev.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Statt- und Landkreis Hanan.
WaljenhaufeS in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
SlurNcknugs^ebühr t
Sie fäuf gespaltene Pattzeil« »der boot Namn Ä Wg« im Äetiomcnteil di» Zeile 36 Pf*
Berantrvortt. Redakteur: G. Schrecker ta Hè»o»
Nr. 199 Fernsprechanschlust Nr. 605.
Freitag den 25. August
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Fe^tsprechanschlutz Nr. 605.
1905
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Amtliches.
Bekanntmachung.
PosttMweisungsverkehr mit den Mariane« (Seipan).
Dom 1. September ab sind im Verkehre mit der Postagentur in Seipan (Marianen) Postanweisungen bis zum Meistbettage von 800 Mk. zugelassen. Die Taxen sind dieselben wie für Postanweisungen des inneren deutschen Verkehrs.
Berlin W. 66 den 15. August 1905.
Der Staatssekretär des Reichs-Postamts.
K r aetke.
Handelsregister.
Prma Niest & Pietz in Hanau: Unter dieser Firma ist mit dem Sitze zu Hanau eine offene Handelsgesell- schaft errichtet worden, welche am 1. Juli 1905 begonnen hat. Gesellschafter sind Frau Marie Nieß in Hanau und Johann Wilhelm Pietz in Klein - Krotzenburg. Dem Kaufmann Adolf Nieß in Hanau ist Prokura erteilt.
Hanau den 22. August 1905.
Königliches Amtsgericht 5. 16290
Hus l^anau Stadt und Cand.
Hanau, 25. August.
Ueitliche Sitzung der Studtuemdueien-VeisuinmlW
vom 24. August 1905.
Anwesend die Herren: Kommerzienrat Canthal, Vorsteher; Aukamm, Baader, Bonn, Craß, Eberhard, Förster, Dr. Heraeus, Hoch, Hock, Jost, Kehl jr., Loßberger, Pcteler, Reis, Spatz, Stübing, Schroeter, Voltz, Dr. Wagner unb Dr. Wenke; vom Magistrat: die Herren Oberbürgermeister Dr. Gebeschus und Stadtbaurat Schmidt.
Einladungen liegen vor vom Ausschuß für Errichtung Einer Dismarcksäule zur Einweihungsfeierlichkeit am 3. September in Wilhelmsbad, vom Verein für Volksgesundheitspflege für die Tagung am 13. und 14. September in Mannheim.
Ueber die Angelegenheit der Besprengung derBürgersteige der Straßen in der Außen st adt während der heißen
Jahreszeit, worüber in einer der letzten Sitzungen Anregungen gegeben wurden, referiert Stadtv. Spatz. Es soll der Stadtverordnetenversammlung folgender Beschluß zur Annahme empfohlen werden: Die Sache wird zurückgesetzt. Der Magistrat wird ersucht, im Laufe des Winters einen Kostenanschlag über die Höhe der jährlichen Kosten der Besprengung vorzulegen. Gleichzeitig soll der Magistrat ersucht werden, der Frage der Einführung weiterer Mosaikbürgersteige näher zu treten. Stadtv. Voltz regt an, man möge vorerst dafür sorgen, daß die Besprengung der Hauptstraßen vollkommener erfolge. In verschiedenen Straßen merke man auch sehr wenig davon, daß die Hausbesitzer der Polizeioerordnung entsprechend das Trottoir während der heißen Jahreszeit im Laufe des Tages ein- oder zweimal besprengten. — Dem eingangs erwähnten Beschluße wird zugestimmt.
Einrichtung eines Droschkenhalteplatzes am Westbahnhofe.
Stadtv. Kehl referiert über diesen Gegenstand. Von der Kgl. Polizeidirektion hier wurde angeregt, den mangelnden Verkehrsverhältnissen in der Stadt dadurch abzuhelfen, daß man die Einrichtung eines Droschkenhalteplatzes in die Wege leite. Nachdem man von dem Vorschläge der Königl. Polizeidirektton, zu diesem Zwecke den Marktplatz zu benutzen, wegen der daraus resultierenden Unzuträglichkeiten abgesehen hatte, wurde erwogen, den Droschkenhalteplatz auf den Westbahnhof zu legen, aus welchem ja schon die Bahnhofsdroschken Aufstellung nehmen. Um einerseits nun die Möglichkeit zu geben, von allen Teilen der Stadt aus schnell die Bestellung von Droschken nach einer Zentralstation zu leiten, wo immer eine ausreichende Anzahl von Droschken sich aufhalten, und zum andern, um die Lohnkutschereibesitzer an dem Plane zu interessieren, hat der Magistrat mit dem Bahnhofsrestaurateur Liebehenz folgendes Abkommen getroffen: Herr Liebehenz soll auf Kosten der Stadt an das Fernsprechnetz
angeschloßen werden und es zu seinen Zwecken benutzen dürfen. Hiergegen übernimmt er die Verpflichtung, alle telephonisch an ihn gerichteten Bestellungen auf Droschken alsbald an die auf dem Bahnhofsplatz haltenden Droschken weiterzugeben, die dann ihrerseits alsbald dem Rufe Folge leisten werden. Daß die Zentrale für Droschkenbestellungen sich auf dem Westbahnhofe befindet, wäre noch durch geeignete Bekanntmachung zur allgemeinen KennMis zu bringen. Da es sich vorliegend nur erst um einen Versuch handelt, so war der Magistrat der Ansicht, daß man dem Restaurateur Liebehenz erst mit dem Mindestsatz von 80 Mk. den Anschluß an das Telephonnetz ermöglichen sollte. Etwaige Gebühren für Einzelgespräche, welche die Mindestzahl von 400 pro Jahr übersteigen, wären ebenfalls auf die Sladtkasfe zu übernehmen. Erst bei einer Benutzung des Anschlußes durch Liebehenz, welche die Zahl der Einzelgespräche von 2400 pro Jahr übersteigt, erscheint es ratsam, ihn zu dem üblichen Satze von 180 Mk. an das Telephonnetz anzuschließen. — Städtv. Eberhard kann sich für die Vorlage nicht erwärmen. Oberbürgermeister Dr. Gebeschus gibt nähere Klärung der Sachlage, worauf die Vorlage zur Annahme kommt.
Elektrische Beleuchtung des Zuschauerraumes im Stadttheater.
Referent: Stadtv. Dr. Heraeus. Bei der Wahl des Systems für die neue Lüftungsanlage im Stadttheater wurde auch die Frage der Beleuchtungsanlage des Zuschauerraums erörtert und der Umstand, daß durch die jetzige Gasbeleuchtung eine starke Verschlechterung der Luft durch die Verbrennungsgase eintritt, wie sie bei einer elektrischer Beleuchtung durch Glühlampen nicht der Fall sein würde, erwähnt. Im Verfolg hiervon ist nun untersucht worden, mit welchen Kosten die elektrische Beleuchtungsanlage des Zuschauerraumes und der Umgänge im Anschluß an die bereits im vorigen Jahre durchgeführte elektrische Beleuchtung der neuen Treppenhäuser ausgeführt werden kann, und wie hoch sich dann die jährlichen Betriebskosten stellen. Nach einem von Henrich Söhne aufgestellten Entwurf würden die Anlagekosten 2300 Mark und die Betriebskosten schätzungsweise 530 Mk. bei 0,7 Mk. die Kilowatstunde gerechnet, betragen, während die jetzige Gasbeleuchtung nur 200 Mk., hierbei jedoch nur 10 Pfg. pro Kubikmeter Gas gerechnet, erfordert. Die hiernach berechneten Mehrausgaben von 330 Mk. würden sich jedoch noch br deutend reduzieren, wenn die geplante Herabsetzung des Preises für die in städt. Betrieben verbrauchte elektrische Energie auf den Selbstkostenpreis Berücksichtigung findet. In letzterem Falle ist zu erroarten, daß mit den schon jetzt im Etat vorgesehenen Mitteln (1000 Mk.) für die elektrische Beleuchtung des Theaters auch noch die jährlichen Ausgaben für die elektrische Beleuchtung des Zuschauerraums gedeckt werden können. In Anbetracht der bedeutenden Vorteile der elektrischen Beleuchtung, nämlich daß keine Luftverschlechterung durch Verbrennungsgase und keine stärkere Lufterwärmung wie bei der Gasbeleuchtung, die höheren Bettiebskosten der Lüftungsanlage verursacht, eintntt, sind die einmaligen Kosten der Anlage im Bettage von 2300 Mk. nicht hoch, zumal mit ihr auch eine größere Sicherheit gegen Feuersgefahr, eine bequemere Bedienung und vor allem auch eine längere Dauer des neuen Anstrichs wie bei der jetzigen Gasbeleuchtung erzielt wird. Die Elektrizitätswerkskommission empfiehlt gleichfalls die Ausführung. Die Vorlage wird angenommen.
Verpachtungen.
Referent: Stadtv. Baader. Auf die städtische Parzelle E 2Ö0 in der Gemarkung Großauheim hatte der Milchhändler Heinrich Wörner von da im Verpachtungstermin einen Pachtpreis von 3 Mk. jährlich geboten. Die Pachtzeit soll von Marttni 1904—1907 laufen. Der Verpachtung wurde zugestimmt.
Die Firma C. A. Traxel hier hatte von der Stadt (Vereinigte städttsche Armenstiftungen) seit einer Reihe von Jahrzehnten das an der Leipzigerstraße neben ihrer Fabrik gelegene Grundstück DD 54 in der Größe von 40 ar 30 qm für den jährlichen Pachtpreis von 86 Mk. in Pacht und etwa zur Hälfte (18 ar 79 qm) als Lagerplatz, zum anderen Teile (22 ar) als Gartenland benutz:. Die letzte Pachtzeit läuft mit dem Ende dieses Jahres ab. Die Firma bittet um Weiterverpachtung des Platzes auf 5 weitere Jahre und erbietet sich, mit Rücssicht auf die Wertsteigerung der Grundstücke in dieser Lage den jährlichen Pachtpreis auf 200 Mk. zu erhöhen. Der Verpachtung wurde Zustimmung erteilt.
Abänderung eines Baufluchtlinienplanes.
Durch den vorliegenden Abänderungsentwurf sollen die Mängel des älteren Planes für das Gebiet südlich der Lamboystraße beseitigt werden. Bei der neuen Linienführung sind die gegebenen örtlich« Verhältniße, wie bestehende
Wege, Gräben, Eigentumsgrenzen unb zu erwartender Ver' kehr so viel als möglich berücksichtigt und sp itzwinklige Eck* grundstücke durch Krümmung der Straßen vermieden worden. Zwischen der Aepfel-Allee und Sttaße 7 ergab sich dabei ein dreieckiges Geländestuck, dessen Verwendung als freier Platz an dieser Stelle durchaus erwünscht ist. Die Vorlage wird genehmigt.
Beseitigung der Treppe vor dem Wetzlar* schen Hause am Markt. *
Stadtv. Spatz erstattet das Referat über diese Angelegt*» heit, bei der es sich um Gewährung eines städtischen Zuschusses von 70 Mk. handelt. Im Verkehrsinteresse ist die Beseitigung der Treppe dringend erwünscht, die bei einer Neuherstellung des Bürgersteiges an der Westseite deS Marktplatzes auf städttsche Kosten zu geschehen haben würde. Da die Entfernung der Treppe der Hausbesitzerin insgesamt etwa 200 Mark Kosten verursacht, wird die Gewährung eineS Zuschusses vorB 70 Mk. als angemessen bettachtet. — ES erfolgt Zustimmung.
Herstellung des Sitzungssaales der Handelskammer.
Die Handelskammer beabsichtigt ihren Sitzungssaal im Stadtschlosse gründlich instand zu setzen, wozu sie, soweit es sich um Tapezierer- und Anstreicherarbetten handelt, laut Mietvertrag auf eigene Kosten verpflichtet ist. Gleichzeittg mit dieser Verrichtung macht sich nun die Erneuerung deS stark ausgetretenen Fußbodens erforderlich, deren Ausführung erst im nächsten Rechnungsjahre in Aussicht genommen war. Da über die diesjährigen Mittel seitens der Körperschaften schon Verfügung getroffen ist, die Dringlichkeit der Ausführung aber schon jetzt eingetreten ist, wird Nachbewilligung von 300 Mk. empfohlen, für diese Summe kann der Fußboden mit gutem Linoleum belegt werden, was sich im Stadtschloß in mehreren Fällen an Stelle der Erneuerung von Fußböden bestens bewährt hat. — Die Vorlage wird angenommen.
Abänderung der Baufluchtlinien der Straße Vor der Kinzigbrücke und Geländetausch mit dem Zimmermeister Thorn.
Der Bauunternehmer Hack will auf der Parzelle ZZ 389,152 an der Ecke der Straße Vor der Kinzigbrücke und des Zuganges zum Kinzigsteg einen Neubau errichten. Nach der gegenwärtigen gülttgen Baufluchtlinie würde dieser etwa 4x/s m vor dem jetzt Thorn'schen Wohnhause mit einer geschlossenen Brandmauer vertreten, wobei der Erwerb deS städt. Geländestreifens bis zur Baulinie durch den Bauherr» vorausgesetzt ist. Um diesen durch die ungünstige Stellung des Thorn'schen Hauses bedingten Uebelftand zu mildern und die Baulinie doch einigermaßen mit den Fluchten der vorhandenen Schwind'schen und Westhof'schen Nachbarhäuser unter möglichster Schonung der zunächst beteiligten in Einklang zu bringen, wird die Zurücksetzung der Baulinie in die Flucht der vorhandenen Einfriedigungsmauer des Hack- schen Grundstücks empfohlen. Der Vorsprung der Brandmauer, welche rechtwinklig zur Bauflucht zu setzen und architektonisch auszubilden wäre, würde dann kaum 2x/i m betragen und weder in ästhetischer noch in wirsschaftlicher Beziehung den Nachbarn schädigen. Um die vorgeschlagene Bebauung zu ermöglichen, muß der vor dem Bauplatz liegende städttsche Geländestreifen bis zur neuen Baufluchtlinie von dem Bauherrn hinzuerworben werden. Es empfiehlt sich der Einfachheit halber, diesen etwa 20 qm großen Streifen mit einem gleich großen Trennstück von dem Thorn'schen Vorgarten unter der Wertbemessung von 7 M. pro qm auS- zutauschen. Der Bauunternehmer Hack würde dann den zur Abrundung seines Baugrundstücks erforderlichen Teil »o« Thorn — anstatt nach seinem Anttage von der Stadt — erwerben müssen. Beide Nachbarn sind mit dieser Regelung einverstanden und haben sich bereit erklärt, die Kosten be# Tauschgeschäftes und der Zurücksetzung der Einfriedigung bl die neue Bauflucht gemeinschaftlich zu tragen. — Der Vorlage wird zugestimmt.
Anbringung einer Wasserzapfstelle im Hof« der kaufm. Fortbildungsschule.
Die Anbringung dieser Wasserzapfstelle erfordert den Ve* trag von 320 Mk. Der für diese Position vorgesehene Referent, Stadtv. Ko bürg er, ist verhindert, zu erscheinen. Er bittet um Zurückstellung der Vorlage, da der Sommer doch bald zu Ende gehe, auch nach seinen Informationen eine Verlegung der Schule ins Auge gefaßt sei. Oberbürgermeister Dr. Gebeschus erwidert, ihm sei von der beabsichtigten Verlegung der Schule nichts bekannt. — Die Vorlaae wirb zurückgestellt.