Erstes Blatt
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Die cmjdnt Nummer taflet 10 Wg.
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General-Anzeiger
AnlUilhes Organ für SUM- und FMreis Kanan.
NurückuugSgebühr t
WaljeuhauieL tu Hau«.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Die fünf gespaltene Peützeitr ober deren Raum 15 Pfg, du Siettainemeü bu Zeile 35 Wg.
Vrrantvortl. Redakteurr G. Schrecker tat Hau«.
Rt. 172 fftrnsprcchanschlusi Nr. 605.
Amtliches.
Eandkreis F)anau.
Bekmtmichmgeil des Kömzlichei ßanbratSamtö.
Der Steinmetzmeister Wilhelm Wacker V. zu Langenselbold ist zum Schlachtvieh- und Fleischbeschauer für den Schaubezirk I der Gemeinde Langenselbold und Stellvertreter des Schlachtvieh- und Fleischbeschauers für den Schaubezirk IT genannter Gemeinde auf jederzeitigen Widerruf bestellt und verpflichtet worden.
Hanau den 21. Juli 1905.
Der Königliche Landrat.
V 4730 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Stadtkreis Fjanau. Steuererhebung.
Die Erhebung der Steuern und des Schulgeldes für die Monate Juli/September er. beginnt mit dem 12. d. Mts.
Erhebetage:
Zettel Nr. 1-3000 vom 12. bis 21. Juli er., Zettel Nr. 3001-6000 vom 22. Juli bis 2.
August er.,
Zettel von Nr. 6001 ab vom 3. bis 14» August.
Im übrigen verweisen wir auf die auf dem Steuerzettel aufgedruckten Bestimmungen.
Hanau den 12. Juli 1905.
Stadtkasse. 13437
I Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Mittel- buchen belegene, im Grundbuche von da Band XI Artikel '572 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Kaufmanns Reinhold Opificius .in Dockenheim eingetragene Grundstück: Kartenblatt 4 Nr. 139/25 — 3 ha 86 ar 18 qm, Acker auf dem Wolfsacker, jetzt bebaut wie folgt:
Roßdorferweg Nr. 144,
a) Arbeitern» ohnh aus,
b) Verwalterhaus,
c) Pferdestall mit Knechtestube (R),
d) Ringofen mit Halle (u) und Schornstein (D),
e) Maschinenhaus,
— Reinertrag 208 Mk. 38 Pfg. —
— Gebäudesteuernutzungswert 1335 Mk. — am 22. September 1905, vormittags 101/« Uhr, durch das unterzeichnete Gericht, cm der Gerichtsstelle, Zimmer Nr. 14, versteigert werden.
Hanau den 12. Juli 1905.
Königliches Amtsgericht 2. 14253
Zwangsversteigerung
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Bruchköbel belegenen, im Grundbuche von da Band 11 Artikel 61 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Ackermanns Philipp Baumann, Andreas Sohn, zu Bruchköbel eingetragenen Grundstücke:
1) Kartenblatt 9 Nr. 99—9 ar 61 qm groß, Hauptstraße Nr. 39, bebaut wie folgt:
a) Wohnhaus mit Einfahrt und Treppenhaus Anbau nebst Hofraum und Hausgarlen,
0 Scheuer mit Stallung (A),
c) Nebenwohnhaus mit Futterküche (B),
d) Stall mit Gesindestube (C),
e) Schweinestall (D),
f) Holzhalle mit Keller (E),
g) Gartenhalle (E) mit Kegelbahn,
— Gebäudesteuernutzungswert 390 Mk. —
Kartenblatt 5 Nr. 71 — 23 ar 94 qm groß, Wiese, auf den Bindewiesen
— Nutzungswert 17,31 Mk. —
am 15. September 1905, nachmittags 2*/« Uhr, burrf) das unterzeichnete Gericht in Bruchköbel in der Gastwirtschaft von Peter Ruth „Gasthaus zum Löwen" versteigert werden.
Hanau den 8. Juli 1905.
Königliches Amtsgericht 2. *4255
Dienstag den 25. Juli
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Hanau belegenen, im Grundbuche von da Band 48, Blatt Nr. 2883 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen
1) des Gärtners Karl Schnarr in Hanau, zur ideellen Hälfte,
2) dessen Kinder:
a) Heinrich Gustav Schnarr zu Hanau,
d) Anna Maria Wilhelmina.Schnarr zu Hanau,
je zum ideellen Viertel — dem zu 1) Genannten steht bezüglich dieser Anteile Statutarerbenrecht nach Solmser Landrecht zu —
eingetragenen Grundstücke:
1) Kartenblatt K Nr. 237 = 3 ar 76 qm groß, Mühlstraße Nr. 17,
a) Wohnhaus mit Einfahrt, Seitenbau links (A) und rechts (B) nebst Hofraum,
b) Seitenbau rechts (C) Stall,
c) I. Querbau (Scheuer mit Durchfahrt) (D),
e) Stallgebäude (Pferdestall),
2) Kartenblatt K Nr. 238 a = 73 qm groß, Mühlstraße Nr. 17, Hofraum,
d) IT. Querbau (E), Remise und Boden,
3) Kartenblatt K Nr. 238 = 1 ar 35 qm groß, Mühlstraße Nr. 17, Hausgarten,
— Gebäudesteuernutzungswert 976 Mk. — am 22. September 1905, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht, an der Gerichtsstelle, Zimmer Nr. 14, versteigert werden.
Hanau den 10. Juli 1905.
Königliches Amtsgericht 2. 14254
Erloschen: Die Rotlaufseuche unter dem Schweinebestande der Irrenanstalt zu Frankfurt a. M.
Gefundene und verlorene Gegenstände rc.
„ Gefunden: 1 Schlüsselring mit 5 Schlüsseln, 1 Brille, 1 blauleinene Pferdedecke.
Verloren: 1 Emailleherz mit Goldrand.
Hanau den 25. Juli 1905.
Hus Fjanau Stadt und Eand.
Hanau, 25. Juli.
* Eisenbahn-Personalien. Die Fachprüfung 1. Kl. bestand Zivilsupernumerar Andreas in Hanau.
* Einquartierung. Wie wir schon kürzlich mitteilten, wird am 27. d. M. die Stadt Hanau größere 'Nnquartterung von dem auf dem Marsche nach der Senne befindlichen 2. Großh. Hess. Dragoner-Regiment Nr. 24 aus Darmstadt erhalten. Es find in Hanau, Wilhelmsbad, Kesselstadt und Dörnigheim unterzubringen 3 Stabsoffiziere, 24 Rittmeister und Leutnants, 40 Unteroffiziere, 230 Gemeine und 300 Dienstpferde.
* Anmeldung neuer Fernsprechanschlüffe. Wir machen die Leser unseres Blattes darauf aufmerksam, daß Fernsprechanschlüsse, deren Herstellung in der Zeit vom August bis Oktober gewünscht wird, spätestens bis zum 1. August bei der Fernsprech - Vermittelungsanstalt angemeldet sein müssen, an die die Sprechstelle augeschloffen werden soll.
* Viehmarkt. Morgen früh, 6 Uhr beginnend, findet dahier Zucht- und Fettvieh-Markt statt.
HK. Neues Sommertheater. Der Sonntag abend brachte einen dritten bunten Abend, der, wie vorauszusehen war, das geräumige Theaterlokal mit Ausnahme einiger weniger Sperrsitzplätze vollständig mit einem beifallsfrohen Publikum gefüllt hatte. Ueber die Darbietungen selbst, die sich im wesentlichen an die ersten beiden bunten Abende anlehnten, wurde bereits eingehend berichtet, sodaß wir uns heute auf die Feststellung beschränken können, daß sowohl das Theaterstück als auch die einzelnen Solodarbiettingen prächtig klappten und zum Teil wahre Beifallsstürme hervorriefen. Bei Herrn Rauninger wirkte eine Stockung etwas störend; Frl. Schüßler hätte bei ihren Sololiedern wohl zweckmäßiger eine andere Toilette gewählt, ~ wodurch der zwischen Bühne und Brettl doch nun einmal bestehende Unterschied deutlicher hervorgehoben würde. Der erfreulich gute Besuch des Abends läßt aber deutlich erkennen, daß es Herr
Fernsprechanschluß Nr. 605
1905
Merker seither in glücklicher Weise verstanden hat, für bett Geschmack des hiesigen Publikums stets das Richtige zu treffen. Nur auf dem betretenen Wege weiter fortgeschritten, dann läßt es sich wohl erwarten,'daß sich mit der Zeit auch bet jetzt noch abseits stehende Teil des Publikums für das in angemessenem Rahmen geleitete Unternehmen interessieren und unsere Sommerbühne sich allmählich auch einen achlung» gebietenden Namen erringen wird.
* Neues Sommertheater — Franz Merker. Das morgen ia unserem Sommertheater stattfindende Doppelgastspiel verspricht uns einen Abend rein künstlerischen Genusses zu bieten. Herr Merker ist andauernd bestrebt, sein Repertoir interessant und abwechselungsreich zu gestalten und so bringt er uns morgen Mittwoch abend in dem brillanten Volksstück „Die Herren Söhne" zwei exklusive Gäste, Frl. Renate Dellmar, 1. muntere Liebhaberin vom Stadttheater in Kiel und Herrn Moritz Geisthövel, 1. Helden und Liebhaber vom Sladttheater in Essen. Gewiß wird das Sommertheater in Anerkennung der unentwegten Bemühungen morgen Mittwoch abend ein ausverkauftes Haus zeigen, da ja das zur Aufführung gelangende Volksstück „Die Herren Söhne" wegen seines köstlichen Humors schon allein den Besuch des Neuen Sommertheaters verlohnen dürfte. Außer den Gästen sind in hervorragenden Rollen beschäftigt die Damen Lüngen, Schüßler, Schweitzer und Trendies und die Herren Erich Schönfelder, der nach einem glänzend absolvierten Gastspiel in Dortmund morgen zum ersten Male wieder hier auftritt, Bernstein, Grüning, Rauninger und Merker.
* Neuer Marken-Konsumverein. Wie aus dem Inseratenteile hervorgeht, wird der evangelische Arbeiterverein in aller Kürze einen Marken- Konsumverein ins Leben rufen, der sich an alle nationalen und christlichen Kreise unserer Bewohnerschaft wendet. Zweifellos ist ein solcher Konsumverein schon lange als ein Bedürfnis von vielen Seiten anerkannt worden. Möge das Projekt aber auch die Unterstützung weiter Kreise, der Arbeiter, Handwerker und Beamten, finden.
L. Wegen Fälschung einer öffentlichen Urkunde und Betruges ist am 1. November v. I. vom Schwurgerichte Hanau der Fahrbursche Heinrich Keller zu Gefängnisstrafe von 3 Monaten 2 Wochen verurteilt worden. Er hatte in Hanau die Rechnungen in Frachtbriefen verfälscht und durch dieselbe Handlung sich einen rechtswidrigen Ver- Mögensvorteil verschafft. Seine Revision, in welcher er behauptete, die Frachtberechnung auf den Frachtbriefen sei keine öffentliche Urkunde, wurde vom Reichsgerichte als unbegründet verworfen.
* Koirzertgarten Vürgerbräu. Da die Abonnementskonzerte im Konzertgarten „Bürgerbräu" sich in diesem Jahre eines so außerordentlichen Besuchs zu erfreuen hatten, veranstaltet nächsten Freitag abend bei günstiger Witterung Herr Kapellmeister Schmidt einen großen S o l i st e n- Ab end und machen wir heute schon auf diesen hohen Kunstgenuß alle Konzertliebhaber aufmerksam, zumal in dem schönen Bürgerbrâugarten eine derarttge Veranstaltung von außerordentlicher Wirkung sein dürfte.
2 Gartenfest. Der Fußballklub „Viktoria 1894" feierte am vergangenen Sonntag im „Bürgerbräu" sein diesjähriges Gartenfest. Der Gesangverein „Melomania", welcher seine Mitwirkung bereitwilligst zugesagt hatte, verschönte das Fest durch Vortrag einiger sehr schön zu Gehör gebrachter Chöre und erntete dafür reichen Beifall. Die Unterhalttmgs- musik lieferte die gesamte Kapelle der Großauheimer Feuerwehr. Man war überrascht, derarttge prächtige Leistungen zu hören und die Kapelle mußte sich zu mancher Zugabe verstehen. Ferner waren noch zur Unterhaltung aufgestellt Tambola, Schießhalle rc. Für unsere lieben Kleinen war Sorge getragen durch Kinderspiele, welche große Freude und Ueberraschung bereiteten. Der zahlreiche Besuch lieferte wiederum den vollen Beweis, daß genannter Klub es immer versteht, seinen Gästen einige vergnügte Stunden zu bereiten, frohe Feste zu arrangieren, und wir hoffen auch, daß jeher Besucher mit dem Bewußtsein fortgegangen ist, einige recht, angenehme Stunden verlebt zu haben. Zuletzt sei noch deS Herrn Restaurateurs Spitzner gedacht, welcher durch Der- abreichung guter Speisen und Getränke den leiblichen Bedürfnissen aufs beste gerecht wurde. Es war eine Erholung, einige Stunden in dem schönen Konzertgarten verweilen zu können. Dem Fußballklub aber wünschen wir, daß es ihm vergönnt sein möge, noch recht vieler solcher Feste zu feiern.
* Kurort Wilhelmsbad. Morgen nachmittag von 4 Uhr ab findet zu Wilhelmsbad großes Militär-Konzert der Kapelle des Inf.-RegtS. Heffen-Homburg Nr. 166 statt.
' * Mainwafferwärme gestern abend 17 Grad.