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DU cutjclne Nummer tostet 10 Uz.
General-Anzeiger
SiurüâogSgebLH»
Kür Stadt- ALS LaudkreiS Hasau LvUg. bU f&a^ gleite« IMitaeile ad« beten Mum. für LuSroL^tS Pfg.,
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Amtliches Organ für Stadt- und Fandkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
M KuSwâM 86 Wg.
Nr. 47
Fernspreckmischluß Nr. 605
^reitaq den 24. Februar
FernsPrechausLluß Nr. 605
1905
Amtticke«.
Stadt- und Landkreis Hanan.
Aur weiteren Klärung der Frage der Uebertragbarkeit der Nindertuberkulose auf den Menschen, ist es wichtig, Fälle ausfindig tu machen, in denen Personen läna-re Zeit hindurch die Milch eutertuberkulolekranler Kühe genossen haben.
Die Herren Aerzte und Tierärzte ersuche ich, zur Klärung dieser wichtigen Fraae beizutragen.
Fälle von Eutertuberkulose werden sich bier und da, insbesondere aber bei der Schlachtvieh- und Fleischbeschau ermitteln lassen.
Sollte nun ein folck r Fall festgestellt werden, so sind von dem Tierarrte Erhebungen darüber anzustellen, seit wann die Eutertuberkulose wahrscheinlich besteht, ob die Kuh regelmäßig und auch ans den erkrankten Euterviertelu gemolken ist, ob einzelne Personen, insbesondere Kinder die Milch roh getrunken haben und wie lange dies geschehen ist. Mit diesen Feststellungen ist die Tätigkeit des Tierarztes beendet. Das gesammelte Material ist von ihm alsdann dem Kreisarzt zu übersenden.
Die Herren Aerzte wollen sich an den Ermittelungen insoweit beteiligen, als sie bei den in ihrer Behandlung befindlichen und an Tuberkulose erkrankten Personen feststellen, ob die Krankheit durch Genuß roher Milch anscheinend herbeigeführt worden ist, und bejahenden Falles dem Kreisärzte entsprechende Mitteilung machen.
Hanau den 14. Februar 1905.
Der Königliche Landrat und Polizei-Direktor.
V 948 v. B -> ckeratb.
Gefunden auf der Leipziserstraße, in der Nähe von Rückingen ein flot» Den er Zwicker. Derselbe kann bei Joh. Kaufmann III., Stichelsweg Nr. 1, in Rückingen abgeholt werden.
Rückingen den 23. Februar 1905.
Brenner. Bürgermeister. 3770
Hue Danau Stadt und Cand.
Hanau den 24. Februar.
* Verliehen. Dem Oberlehrer am Kgl. Gymnasium Herrn Hermann R e i nb a r d, sowie weiterhin dem Oebrlehrer an der kiesigen OberreaLckule Herrn Rausenberger ist der Charakter als Vr-kessor verlieben worden.
• • Adreßbuch für den Landkreis Hanau. Im Laufe des Sommers wird im Verlag der Buchhandlung des vereinigten evangel. Waisenhauses ein Werk erscheinen, dessen Fehlen bei den Behörden, in den Kreisen der Industrie, des KaukmannSstandeS, der Handwerker, in Bureaus, im Fremdenverkehr re. schon lange als ein großer Mißstand empfunden wurde. Die Waisenhausbuchhandlung wird einem vielfach an sie herangelrelenen Wunsche entsprechend ein „Adreßbuch für den Landkreis Hanau" herausgeben, zu welchem die Vorbereitungen schon im Gange sind. Das Werk wird in seiner inhaltlich reichen Ausstattung u. a. einen Inieraten-Anhang erhalten, der seinem Umfang nach kein allzugroßer fein kann und trotzdem der Bevölkerung eine übersichtliche Adretztakel der empfehlenswertesten Bezugsquellen für die Bedürfnisse des täglichen Lebens bieten soll. Es dürfte sich daher für die Jn- tereffenten empfehlen, mit event. Aufträgen baldigst an die WaiHnhauSbuchhandlung Heranzutreten. Bestellungen auf daS Werk sowie Inseraten - Aufträge »erden jetzt schon entgegen- genommen.
• • Volks - Unterstttllunsisabend. Vom Ausschuß für Volksvorlesungen war gestern abend im Stadttheater ein Volks-Unirrhaltunosabend arrangiert worden, wozu ein sehr geschmackvoll gewühltes, dem Zweck des Abends gut angepaßtes Programm vorgesehen wnr Die einzelnen Nummern bestanden aus Musik- und GesangSvorträgen, sowie Rezitationen. Die Mustkoortrâge (Streichquartett und Klavier) wurden von Mitgliedern der Jn'anteriekapelle und Herrn Gramlich (Klavier) mit Kompositionen von Wagner, Flotow, Alerter und Kretschmer vorzüglich zu Gehör gebracht, während die Konzertsängerin Fräulein Blanche Berval aus Frankfurt a. M. (Sopran) sechs hübsche Lieder vortrug. Herr Rezitator Emil Lotz von hier brachte Rezitationen ernsten und heiteren Charakters, wohl als Konzession an den bevorstehenden 100jährigen Todestag Schillers auch „DaS Lied von der Glocke". DaS vollbesetzte yauS nahm die einzelnen Darbietungen mit reichem Beiiall auf. DaS lobenswerte Bestreben des Ausschnsses für Volks- vorltsungen, auch dem Minderbemittelten die Werke der Kunst dem Verständnis näher zu bringen und Gelegenheit zu geben, jktnen Geist an gediegenen Werken weiterzubilden, verdient alle Anerkennung und hatte auch gestern abend einen guten Erfolg zu Verzeichnen.
♦ Stadtlheaier. Am Sonntag, nachmittags lM Uhr, kommt das so sehr beliebte Vo'ksstück mit Gelang: „M e i n Leopold" von Adolf L'Arronoe nochmals zur Aufführung. Dieles prächtige Stück, welches durch seine aus dem Leben ge- oriffene Handlung und durch seine gefällige Musik immer wieder den stärksten Beifall erzielte, dürfte auch am Sonntag wi ber zahlreiche Hörer finden, zumal die Eintrittspreise aanz bedeutend ermäßigt worden sind. — Abends oebt (als 3. statt 4. Vorst, des V. Serie) das vortreffliche Werk Max Dreyers „Der Prob ekandid at". neu einstudiert in Szene. Dreyer zeichnet mit hervorragender Charakteristik ein Bild auS dem Lehrer leben, welches in seiner fesselnden Handlung die Wahrheit im pädagogischen Beruf verherrlicht. Das interessant gewählte Milieu hat wie bei „Flachsmann als Erzüher" überall großes Aufsehen erregt und erzielte das Stück an allen Bü'men den stärksten Beifall. Auch hier dürste die Wiederaufnahme des prächtigen Werkes in den Spielplan allgemein freudig begrüßt werden. 3n der Titelrolle bat Herr C«rl Becker wiederum Gelegenheit, sein ganzes Können aufs beste zur Geltung zu bringen und dürfte derselbe, nachdem er diese Rolle schon im Ensemble des Darmstädter Hosiheaters mit größtem Erdige gelpelt hat, eine hervorragende Leistung bieten. Auch die weiteren Rollen sind in den besten Händen, sodaß eine vortreffliche Wiedergabe des Stückes zu erwarten sein wird. — Der Vorverkauf für beide Sonntags-Vorstellungen findet am SamStag von 4—5 Uhr an der Theaterkasse statt.
* Stâdttbsaist-. (Benefiz Nauendorf.) Auf das heule zum Benefiz für Herrn HanS Nauendorf in Szene o-hende Schauspiel: „Am Altar" fei nochmals besonders hingewiesen. Mit seinen packenden Szenen wird es auch heute seine Wirkung ausüben und einen genußreichen Abend bieten.
* Saalbau zum Deutschen Haus. Nachdem gestern bereits an dieser S'elle auf das Konzert der wau-nkapelle, welches diese am Sonntag Abend im Saalhau zum Deutschen Haus veranstaltet, hrng'wiesen wurde, woll n wir heute nicht versthleir, auf die wunderbare, geradezu märchenhafte D-koration, welch» der Künstler-Verein Sams ag'a von seinem Künstlerfest für dieses Konzert bestehen läßt hinznweisen. Herr Musikdirigent Urbach hat zu diesem Konzert auch ein entsprechendes Programm zusammengestellt, so daß allen Beinckern ein recht genußreicher Abend bevorstebt, eS ist ratsam, sich frübzeitia usch einem lauschigen P'atz umziehen, ha der Besuch voraussichtlich ein zahlreicher werden wird. Die Besucher werden bk Säle in ihrer jetzigen Ausschmückung kaum wieder erkennen.
* „Hochachtungsvoll" und „Achtungsvoll".
Im Augn't v. Jahres schrieb der Besitzer einer hiesigen B^au-rei an den Dir-ktor einer andern Brauerei einen geschäftlichen Brief, der vor der NamenSunterschrift das Wort „Achtungsvoll" enthielt. In dem Bureau der Adressatin glaubte man sich bestimmt zu entsinnen, daß von der Absenderin früher die gelieferte Höflichkeitsformel „Hochachtungsvoll" gebraucht worden war, es wurden also alle vörousge- gangenen Korrespondenzen durchgeiehen und richtig die letztere Tatsache feftgeftelJt. Dwauf ein Schreibebrief von der Brauerei an den Beuger der erstgenannten Brauerei, in welchem bief.m DOrgeworfen wurde, daß ihm „die einfachsten kauf- männischen HösiickkeitSsormen nicht bekannt seien" und mit „Hochachtungsvoll rc" unterschrieben. 5>m Adressaten war das nun wieder etwas zu starker Tobak, er strengte Beleidigungsklage an, infofebeffen sich das Schöffengericht wie auch die Strafkammer mit dieser Angelegenheit zu b fassen hatten. Der Betagte erhob Widerklage wegen Weglgssimg deS fWörtchens „Hoch", waS als eine B-leibigung ange» sehen wurde. DaS Schöffengericht entschied, in dem Briefe, worin dem Brauereibesitzer die Bekanntschaft mit den gewöhnlichsten kaufmännilchen Höfl chkeitsformen abgesprochen wurde, sei eine Beleidigung zu finden und es verurteilre den Brauerei- birefioc zu 50 Mark Geldstrafe. Dagegen könne in der Weglassung des Wörtchens „Hoch", nach welchem ja immer noch „Achtungsvoll" blieb, eine Beleidigung nickt gefunden werden und sei daher der widerbekiagte Brauereibesitzer frei« zusprechen. Die Strafkammer schloß sich diesem Urteil in allen Teilen an und verwarf in der gestrigen Sitzung die eingelegte Berufung.
♦ Zur Ermttteiimg der Spur Huddes haben, wie erst jetzt bekannt wird, die durch die Höchster Polizei gemachten Feststellungen erheblich beigetragen. Dis Höchster Polizei war die erste, welche darauf hinwèeS, daß die Spur Huddes nach Köln deute und baß er dort Verbindungen haben müsse. Dadurch wurde indirekt die Ergreifung Huddes erheblich gefördert. Gestern war, wie das „Höchst. Kreisbl." m^det, ein höherer Beamter der Stoaisanwalttchaft in Darmstadt in Höchst, welcher bei dieser Gelegenheit der Polizei seinen 1 besonderen Dank aussprach.
♦ Oraiorienveiein. Heute abend Probe.
♦ Schnee und Regen wurden uns heute vormittag in lieblichem Durcheinander in großer Menge beschert. Dabei war der Himmel so 6 wölkt und verfinstert, daß die Lampen beinahe bl« zum Mittag brennen mußten. Für den bösen Gast „Influenza" ist dies natürlich die geeignetste Vorbedingung, sich uock reckt bänLiicb einzuriâten.
)( Gaunerfrechhett. Anfangs ds. Mts. wurde in Berlin ein Einbrecher und Schwindler verhaftet, der u. a. auch eine Gastrolle in Hanau gegeben hat. Es ist dies der frühere Handlungsgehilfe Heyer, 26 Jahre alt, der zusammen mit einem gewissen Sang selb in Berlin mit un- glaublicker Frechheit operiert hat. Wenn der mehrfach vorbestrafte Mensch bei seinen Einbrüchen überrascht wurde, zeigte er eine Blechmarke vor und hielt sofort als „Kriminalbeamter" eine „Haussuchung" ab. Auf diese Weise erbeutete er in Weißensee Sparkassenbücher über 428 M. und Schmucksachen für einige hundert Mark. Am 7. Januar kam dieses Genie, das nur in Cylinder und Lack tauben ging, nach Hanau, ftlhr bei einer Familie, von der er die Schwester der Hausfrau in Berlin seltnen gelernt, vor und gab sich als Kgl. Polizei- sekretär aus, der die Absicht habe, sich mit der Schwester zu verloben. Der Gauner wußte durch sein sicheres Auftreten so zu imponieren, daß das in der Gegend von Herëfeld wohnende Mädchen telegraphisch benachrichtigt wurde, das auch sofort hierher kam und sich mit dem Herrn Polizeffekretâr verlobte. A^s praktischer Mann, der sich seiner Sache auch schon ganz sicher war, hatte er feinen VerlobungSring gleich mitge» bracht, während er den Ring für die Braut in einem hiesigen Geschält kaufte, in der Absicht, sich Lo^alkennlnis daselbst zu verschaffen, um einen Einbruch zu verüben. Es kam jedoch weder zur Vorbereitung noch zur Ausführung dieser Tat. Das verlobte Paar lebte nun hier vom 7. bis 13. Januar herrlich und in Freuden, madbte Ausflüge per Wagen, der Bräutigam hatte Geld in Hülle und Fülle, logierte in Hotels re. und dampfte dann nach Berlin in Begleitung der Braut, die dort eine Stellung aunahm. Am 3. Februar nahm dort der Herr Polizeistkretär in der Wohnung einer Frau wieder eine „HauSsuâuuz" von der eingangs beschriebensu Ari vor und erklärte schließlich die Frau für verhaftet. Hierbei hatte er aber das Pech, ba6 der Hausbesitzer keiner vsu denen war, die auf den Kopf gefallen sind, infö'gedeffen der Spieß umgedreht und der Herr „Kriminal" ohne viel Federlesens v-rhaftet wurde. ES ist nicht auSgeschloffen, daß her Strolch noch viel schlimmere Dinge als die obenbeschriebenen auf dem Kerbholz hat. Die Untersuchung wird schon das Weitere ergeben.
* Ein herzliches „Glück auf!" ging drahtlich von feiten des Herrn E fenha)ndirektions-Präsidenten Thoms- Frankfurt a. M. der hiesigen Bavstrma I. C. Jäger und I. M. Rumpf aus Anlaß beS glücklich erfolgten Tunnel- durchstichs bei Büdesheim (VilSei-Ztockdeimkr Dahn) zru Die Arbeit war eine schwierige, da es aalt, Basasifelfen zu sprengen. Die Länge des Tunnels beträgt 180 Meier.
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X Rostvovs, 23. Februar. (Lke leite.) Bei vorgk' uommeitLN Ausgrabungen zwecks Neubau einer Scheune fand man auf dem Gehöfte beS Zimmermanns Bechtel menschliche Skelette. Der traurige Fund wurde wieder auf einem Acker vergraben. JedenfallZ rühren diese menschlichen Ueberreste noch von den Greueln deS 30jährigen Krieges her.
)( Keffclftgdt, 22.Febr. (Große karnevalistische Damen-Sitzung des Radfahrer-Klub „Adler.") Sonniaz den <9. b. Mts., von abends 8Uhr W/s Minuten ab, hült der hiesige Radfahrer-Klub „Adler" in dem durch die geschickte und sinnige Dekoration seitens der Herren Lang, Lucan und Köhler in eine Narrhalla umge- wandelten Saale des Gastbauses „Zum Schwan" seine dieè- jährige „Große karnevalistische Damensitzung" unter Leitung seines Präsidenten Herrn Haas ab. Die Wahl deS vielfältigen Programms ließ in Bezug auf karnevalistische Narrheiten und sprudelnden Witz nichts zu wünschen übrig. Der gute Ruf des in jeder Beziehung tüchtigen Vereins hatte zahlreiche Gäste herbeigelockt, sodaß die Räumlichkeiten bis auf den letzten Platz besetzt waren. Die Vereinsmitglieder hatten sich auch keine Mühe verdrießen lasten, den Abend durch Witz und Humor zu einem möglichst fröhlichen und spaßigen zu gestalten, um ihre Gäste auf einige Stunden den Ernst und die Sorgen deS alltägigen Lebens vergessen zu lasten. Besonders wußte der Prolokoller Herr Lucan das Leben und die Taten der einzelnen Mitglieder während des letzten Jahres, wenn auch in 'paßiger und gleichzeitig harmloser Weise, so doch äußerst inffeud zu charakterisieren. Auch die übrigen Mitglieder hatten fleißig gedichtet und ergötzten durch ihre humoristischen Vorträge die Anwesenden. Herr Lan- entledigte sich seiner