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Lierteljährlich 1,80 Ml., monatlich 60 Pfg., für mt«» »âttige Abonnentin mit dem betret'enden Postauffchtag.

Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Einrücknngsgrbührr

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verem. n. Wmienhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Statt« und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Di« fünf gespaltene Petitzeilr oder deren Raum 15 P^ im RellaviettteU die Zelle 35 Pf^

Lerantwortl. Redakteur: G. Schrecker 'n Hana»

$L 300 Fernsprechanschlntz Nr. 605.

Freitag den 22. Dezember

Fernsyrechanschluß Nr. 605.

1905

Amtliches.

Der Plan über die Errichtung einer oberirdische» Telegraphenlinie an dem Landwege von Großkrotzen­burg nach der Hanau-Aschaffenburger Landstraße liegt bei den Postämtern in Hanau und Großauheim vom 24. De­zember ab 4 Wochen ans.

Cassel, 15. Dezember 1905.

Kaiserliche Ober-Postdirektion. 24833

Handelsregister.

Firma Max Strohmeyer in Hanau: Der bisherige Inhaber Kaufmann P a u l G l i m s e r in Hanau ist am 10. Dezember 1905 gestorben. Das Ge­schäft ist auf seine Witwe Elisabeth Emma Luise Marie Friederike, genannt Lilli geborene Goll in Hanau als Statutarerbin nach Solmser Landrecht übergegangen, welche es unter unveränderter Firma fortführt.

Hanau den 20. Dezember 1905. 24870

Königliches Amtsgericht 5.

Aufgebot.

Der Bürgermeistereibote E r n st Weber in Nieder­brombach bei Birkenfeld, als Pfleger, hat beantragt, den ver­schollenen Graveur Rudolf Weber, geboren am 4. Sep­tember 1852 in Herrstein, Fürstentum Birkenfeld, zuletzt wohnhaft in Hanau a. M., Sandstraße 18, für tot zu erklären.

Der bezeichnete Verschollene wird aufgefordert, sich spätestens in dem auf

den 10, Juli 1906, vormittags 11 Uhr,

vor dem unterzeichneten Gericht, Marktplatz 18, Zimmer Nr. 14, anberaumten Aufgebotslermine zu melden, widrigen­falls die Todeserklärung erfolgen wird.

An alle, welche Auskunft über Leben oder Tod des Ver­schollenen zu erteilen vermögen, ergeht die Aufforderung, spätestens im Aufgebotstermine dem Gericht Anzeige zu machen.

Hanau den 19. Dezember 1905.

Königliches Amtsgericht Abt. 2. 24844

Handelskammer Hanau.

Unter Bezugnahme auf die in diesem Blatte erlassene Bekanntmachung der Handelskammer vom 23. November d. I. bringe ich hierdurch zur Kenntnis, daß gemäß § 16 des Gesetzes über die Handelskammern vom 24. Februar 1870 / 19. August 1897 und gemäß § 6 des Wahlstatuts der Handelskammer zu Hanau vom 16. September 1897 für die mit Schluß des Kalenderjahres 1905 ausscheidenden Mitglieder für den Wahlbezirk, Stadt- und Landkreis Hanau,

Herr Kommerzienrat Fritz Canthal zu Hanau, Herr Heinrich Ott zu Hanau, Herr I >r. Wilhelm Heraeus zu Hanau, Herr Ern st Zimmermann zu Hanan, eine Ergänzungswühl stattzufinden hat.

Die Wahl erfolgt in einer gemeinsamen Wahlhandlung und zwar derart, daß jeder Wahlberechtigte einen Stimm­zettel abgibt, auf dem so viele Personen verzeichnet sind, wie zu wählen sind.

Von der Handelskammer zum Wahlkommissar bestellt, lade ich die wahlberechtigten Firmen und Firmenvertreter zur Vornahme der Wahl auf

Freitag den 29. Dezember 1905, vormittags lO1^12l/a Uhr,

in den unteren Saal des Rathauses ein.

Die Wahlhandlung wird 2 Stunden dauern.

Hanau den 22. Dezember 1905.

Der Wahlkommissar.

Canth al. 24830

Hus Hanau Stadt und fand.

Hana», 22. Dezember.

. *"" Militärversonalie». Unteroffizier Danielowski im Jnf.-Reg. Nr. 166 wurde zum Fähnrich ernannt. Arnold, Hauptmann und Komganiechef in den Ersatz­kompanien des 2. Feld-Regiments in Südwestairika (früher beim 166. Jnf.-Reg. in Hanan, d. Ned.), scheidet mit dem 31. Dezember aus der Schutztruppe aus und wird mit dem 1. Januar 1906 im 88. Jnf.-Negt. angestellt.

* Kirchliche Nachrichten. Da in diesem Jahre der heilige Abend auf einen Sonntag fällt, beabsichtigte man in der Marienkirche einem vielfach laut gewordenen Wunsche nach einem früheren Beginn des liturgischen Gottes­dienstes durch Ansetzung desselben auf nachmittags 5 Uhr gerecht zu werden. Da die liturgische Weihnachtsfeier in der Johanniskirche um 8 Uhr beginnt, wäre jedem die Mög­lichkeit gegeben gewesen, einen solchen Weihnachtsgottesdienst zu besuchen, sowohl denen, welchen 8 Uhr zu spät ist, wie denen, welchen 5 Uhr zu früh ist. Leider zwangen unvor­hergesehen eingetretene Hindernisse das Presbyterium der Marienkirche, seinen Plan aufzugeben, und so wird die liturgische Weihnachtsfeier auch in der Marien­kirche erst um 8 Uhr beginnen. Hierbei sowohl wie auch im Festgottesdieufl des 1. Feiertags wird der Kirchengesang­verein der Marienkirche mitwirken. Die Vorbereitung zur Feier des hl. Abendmahls am 1. Weihnachtsfeiertag wird nun nicht, wie schon mitgeteilt wurde, im Anschluß an den Abendgottesdienst, sondern im Anschluß an den Vormittags- gottesdienst stattfinden. Der Kindergottesdienst beginnt darum erst ^4 nach 11 Uhr.

* Postvienftliches. In Bremen gehen jetzt täglich tausende von Weihnachts- und Neujahrs-Ansichtspostkarten nach Amerika mit brieflichen Mitteilungen auf der Vorderseite ein. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß derartige Mitteilungen nur im Verkehr mit europäischen Ländern zulässig sind.

* Die Witwenfürsorqe des Deutsche» Krieper- b»»des hat im Jahre 1905 wiederum erheblich au Um­fang gewonnen. Insgesamt sind 58 500 Mark aus der Bundeskasse gezahlt worden, 4000 Mark mehr als im Jahre 1904. Am 1. Januar 1906 werden wieder 37 500 Mark verteilt werden. Seit 1898 ist die Summe, die für Witwen- unterstützungen jährlich aufgewendet wird, auf reichlich das Doppelte angewachsen. In den letzten zehn Jahren sind vom Deutschen Kriegerbunde für Witwenunterstützungen nahezu 400 000 Mark ausgegeben worden. Diese stattliche Summe ist in der Hauptsache dem Bundeskalender, dem Jahrbuche, zu danken. Nach der Durchführung der auf dem letzten Abgeordnetentage in Kiel beschlossenen Finanzreform werden für Witwenunterstützungen künftig jährlich ca. 50 000 Mark weitere Mittel frei, die die Verwendung des Jahrbuch­ertrages mit 60 Prozent zu seinem eigentlichen Zwecke, der Waisenpflege, ermöglichen.

* Sitberkuts. Der Konventionspreis des O,8OO feinen Silbers beträgt für Aufträge vom 21. d. Mts. an bis auf weiteres 77 Mark per Kilo.

* Das Schweinefleisch wird wieder billiger. Nachdem allerorten die Schweinepreise im Sinken begriffen sind, gehen auch die Preist für das Schweinefleisch herunter. In Fulda kostet jetzt das Pfund Schweinefleisch 85 Pfg., ist also um 5 Pfg. billiger geworden.

* Abbruch. Gestern wurde mit dem Abbruch der Häuser Nr. 17 und 19 der Marktstraße begonnen. Die alten un­ansehnlichen Buden mit ihren engen dunklen Gelassen wurden bekanntlich von der Stadt zum Zweck der Niederlegung er­worben. An ihrer Stelle soll, ähnlich wie es mit den alten Nhein'schen Häusern in der-Brückenstraße geschah, ein moderner, zu Arbeiterwohnhäusern bestimmter Neubau entstehen.

* Kauft am Platze! Daß unser schon so oft an dieser Stelle wiederholter Mahnruf auch in anderer Hinsicht, als in derjenigen der bloßen Rücksichtnahme auf die hiesige Geschäftswelt angebracht ist, mußte eine hiesige Witwe zu ihrem Schaden erfahren. Dieselbe fuhr wie alljährlich, so auch diesmal, mit einem wohlgesvickten Portemonnaie nach Frankfurt, um dort ihre Weihnachtseinkäufe zu machen. Sie batte in einem großen Warenhause bereits eine Anzahl Gegenstände ausgesucht und wollte nunmehr nach ihrem Portemonnaie greifen, um zu bezahlen, als sie zu ihrem nicht geringen Schrecken wahrnehmen mußte, daß dasselbe samt den Moneten oerfcfmnmben war. Zweifellos hatte ein Lang­finger, deren Gewerbe bei dem jetzigen Gedränge in der Großstadt ja besonders blüht, eine gute Bmte gemacht. Also auch aus Klugheiis-Rücksichteu sollte man fremden Plätzen ohne Not nicht den Vorzug geben, umsomehr, als der et strebte Vorteil meist nur ein eingebildeter ist.

* Gebrüder Stern. Der jetzt herrschenden Tendenz entsprechend, Interessengemeinschaften zu vereinbaren und sich enger an einander zu schließen, hat auch die Firma Gebr, steril dahier ihre Beziehungen erweitert, indem sie die Deutsche Vereinsbank in Frankfurt a. M. vom 1. Januar 1906 ab als Komnmndistin ausgenommen hat.

* Stadttheater. Die heutige Vorstellung von Suder­manns Schauspiel:D a s Glück im Win ke I" mit Herrn R. Schönau vom Stadttheater in Colmar als Gast beginnt

um i/r 8 Uhr. Von jetzt ab ist der Beginn alle Abonnements -Vorstellungen um 7 Uhr, dagegen aller außer Abonnements- und Benefiz-Vorstellungen usw. um Vs 8 Uhr. Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß der Vorverkauf für die Vorstellungen der beiden Feier­tage, an welchenDie Nibelungen" und Sudermann's Schauspiel-Novität:Stein unter Steinen" erst­malig zur Aufführung gelangen, morgen Samstag nach­mittag von 46 Uhr an der Theaterkasse stattfindet. Gleich­zeitig werden daselbst auch Vorausbestellungen für die am Mittwoch den 27. Dezember, nachmittags 3 Uhr, zur Dar­stellung gelangenden reizenden Kinderkomödie:Im Reiche der Weihnachtsfee", entgegen genommen.

* Befcherurrg imKinderhort". In der Aula der Bezirksschule I versammelten sich gestern die Lehrer und Freunde des VereinsKinderhort" zu der gewohnten Weih­nachtsbescherung für die dem Hort angehörenden Kinder. In einer Anzahl von 250 Köpfen war die junge Schar Knaben und Mädchen angetreten und leuchtenden Ange­sichts hingen die Augen der Kinder an dem strahlenden Weihnachtsbaum, der auch ihnen seine Gaben streuen sollte. Eröffnet wurde die Feier mit dem Choral Dies ist der Tag den Gott gemacht", dann folgten Dekla­mationen abwechselnd mit Weihnachtsliedern, worauf Herr Pfarrer Göbels eine Ansprache an die Kinder hielt, sie ermahnend, sich für die Wohltaten, die ihnen der Kinder­hort und heute der Weihnachtsmann erweise, durch ein ge­sittetes Betragen dankbar zu zeigen. Im gleichen Sinne sprach der Leiter des Kinderhorts, Herr Lehrer Hebe­brand, ermahnende Worte an die Kinder, sich der ihnen erwiesenen Wohltaten durch Fleiß und gutes Betragen würdig zu erweisen. Die Bescherung selbst fand in besonders hergerichleten Sälen statt, woselbst an langen Tischreihen die Gaben für jedes zu bescherende Kind bereit laqen. Es erhielt jedes Kind 1 Hemd, I Paar Strümpfe, 1 Bretzel, Koniekt, Nüsse und dergl., außerdem waren von einigen Wohltätern noch Kleidungsstücke gestiftet worden, sodaß die Bedürftigeren außer den obigen Gaben noch mit Jacken, Mützen, Hand­schuhen u. s. w. beschenkt werden konnten. Wie schon be­merkt, wurden diesmal rund 250 Kinder beschenkt, gegen 230 im Vorjahr.

* Der Hanauer Kanal èe»züchter-Derein hält lt. Inserat seine diesjährige Weihnachts-Verkaufsausstellung von Kanarienhühnen von prämiierten Stämmen am 22., 23. und 24. Dezember im Laden der Firma J. L. Jaeger Söhne (Hotel Riesen), Krämerstraße 23, ab.

* *

= Keffelstadt, 22. Dezbr. (Weihnachtsfeier.) Gestern abend 5 Uhr fand im Turnsaale der hiesigen Schule die Weihnachtsfeier derKleinkinderschule" unter großer Be­teiligung von Vätern und Müttern, Angehörigen und Freunden der zahlreichen kleinen Schar statt. Ihre fröhlichen Weih- nachlslieder singend, zogen die lieben Kleinen unter dem strahlenden Kerzenschein des Christbaumes ihren Plätzen zu, die Herzchen voll süßer Erwartung der kommenden Dinge. Die Tante-Schwester leitete die feierliche Stunde mit warmen Worten ein und es lauschten ihr die Kleinen in ge­spannter Aufmerksamkeit. Wie sie alle antworteten und Auskunft gaben, wie sie wetteiferten in Darbietung ihrer Kenntnisse über den Inhalt des hohen und heiligen Festes, wie eifrig und lieb sie ihre Gedichtchen vortrugen, wie sie alle sangen und jubelten in ihren kindlich schönen Weihnachts- liedern. Es mar eine Lust, dem allen zuzuhören und zuzu­schauen. Erweitert war die Feier noch durch eine Ansprache des Herrn Pfarrers und durch den Vortrag von zwei prächtigen, mehrstimmigen Chören der 1. Schulklaffe unter Leitung ihres Lehrers Herrn Vaupel. Und nun die Freude bei Austeilung der Weihnachtsgaben! Welch' fröh­licher Jubel der großen Schar über alles, was das Christ- kindchen gebracht! Mit herzlich ausgesprochenem Danke aus Kindermund an die Eltern und alle gütigen Freunde schloß die erhebende Feier.Sehet, welch eine Liebe hat uns der Vater erzeigt, daß wir Got'es Kinder -sollen heißen." Unter dem Eindruck dieses Apostelwortes (1. Joh. 3, 1) ist die schöne kleine Feier gewiß nicht ohne Segen geblieben.

( !) Fechenheim, 21. Dezbr. (B e s u ch.) Im Laufe des heutigen Nachmittags traf, aus Hanau kommend, der Herr Regierungsrat Graf v. Bernsdorff in Begleitung des Herrn Landrat v. Beckerath hier ein, um zunächst die hesige chemische Fibrik von Cassella u. Cie. und deren Wohlfahrtseintzichtungen kennen zu lernen. Beide Herren be­sichtigten dann das hiesige neue Rathaus, woselbst dem Herrn Regierungspräsidenten im Sitzungssaale die Schöffen-, Ge­meinde- und PoUzeibcamten vorgestellt wurden.