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Erstes Blatt

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viertes LhrNch 1,80 DL, monatlich 60 Pfg., für aut« »Artist« Abonnenten mit dem betreffenden Postaufichlos» Die etnjelo« Nummer kostet 10 Pfg.

Gedruckt und verlegt in der Buchdrucker« ixt verein, «y. WaisenhaufeS m Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Hanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

ElurLckuugSgebL-r t

Die fünfgchaltene Petitzeil« oder deren Raum 15 Wg» in Neüaareatvl die Zeile 36 Pf-

Verantwort!. Redakteurr «. Schrecker in Hamm.

SIL 170 Fermsprechanschlutz Nr. 605*

Samstag den 22. Juli

Fernsprechanschlutz Nr. 605.

RS

1905

Candkreis Ran au.

Bekimtm-NM des Kömglicheu LNdratSimts.

Diejenigen Herren Bürgermeister, die auf meine in Nr. 158 desHanauer Anzeiger" abgedruckte Verfügung vom 5. d. Mts. V 4355 betreffend Schadenersatz­pflicht des Tierhalters nach § 833 des Bürgerlichen Gesetz­buchs, noch nicht berichtet haben, werden hiermit an die schleunige Einreichung dieses Berichts erinnert.

Hanau den 20. Juli 1905.

Der Königliche Landrat.

V 4355 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Der Metzgermeister Raphael Wolf in Windecken ist zum zweiten Gemeinde-Aeltesten der Synagogengemeinde Windecken-Ostheim auf die Dauer von 3 Jahren bestellt und verpflichtet worden.

Hanau den 19. Juli 1905.

Der Königliche Landrat.

V 4461 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Verloren: 1 Trauring (gez. M. J. Weihnachten 1900),

1 Notizbuch über Flaschenbierlieferungen.

Entlaufen: 1 schott. Schäferhund (weiß und Fett), m. Geschl., 1 Foxterrier (weiß und schwarz), m. Geschl. mit Halsband und Hundemarke Nr. 146 Worms 1904.

Zug elaufen: 1 dunkelbrauner Dachshund mit gelber Brust und Pfoten, m. Geschl.

Hanau den 22. Juli 1905.

Hus Ran au Stadt und fand.

Hana«, 22. Juli.'

t* Befördert. Oberleutnant Mannkopf, Adjutant der Kommandantur Danzig, früher Regimentsadjutant beim hiesigen Infanterie-Regiment Heffen-Homburg, wurde zum Hauptmann befördert.

* Für den Erweiterungsbau des Evangel. Diakoniffenheims sind vor einiger Zeit 5 Mk. in Brief von M. eingesandt worden, wofür hierdurch bestens Dank ausgesprochen sei.

HK. Smaragdminen in Kolumbien. In Bogota (Kolumbien) ist aus der Feder eines englischen Minen­ingenieurs eine Schilderung über die zwei Tagereisen von Bogota entfernten Smaragdminen von Muzo erschienen; sie bezweckt anscheinend, die Kreditfähigkeit des Landes zu heben und die Aufmerksamkeit weiterer Kreise auf diese vorläufig fast einzige Hilfsquelle der kolumbischen Finanzen hinzulenken. Der Bericht liegt während der nächsten vier Wochen im Reichsamt des Innern, Berlins., Wilhelmstraße 74, Zimmer 174, zur Einsicht aus.

H K. Handelspoliti sches Verhältnis zu Spanien. Der den spanischen Cortes unterm 14. Juni d. Js. vorge­legte Gesetzentwurf, betreffend die Weiteranwendung des schweizerischen Vertragstarifs auf die Wareneinfuhr aus Ländern, welche, wie das Deutsche Reich, mit Spanien Meistbegünstigungsverträge abgeschloffen haben, ist genehmigt und als Gesetz vom 4. Juli 1905 veröffentlicht worden.

HK. Silberkurs. Nach den Vereinbarungen des Ver­bandes der Silberwarenfabrikanten Deutschlands beträgt für alle vom 21. bis einschl. 31. Juli erteilten Aufträge der Silberpreis 70.00 Mk. pro kp 0,800 Silbers.

Wie in Hessen gespart wird. Der letzten Nummer desAmtsblatts" ist die alljährlich erscheinende Nachweisung über den Geschäftsbetrieb und die Ergebnisse der Sparkassen im Reg.-Bez. Cassel für das Rechnungsjahr 1904 beigelegt. Hiernach bestehen in dem genannten Bezirk 35 städtische, 3 ländliche und 17 Kreis- und Bezirks-Spar­kaffen. Am Jahresschlüsse befanden sich insgesamt 250 802 Sparkaffenbücher im Umlauf, davon 9660 mit Einlagen über 300010 000 Mk. und 914 mit solchen über 10 000 Mk. Da der Regierungsbezirk Caffel rund 900 000 Einwohner zählt, kommt im Durchschnitt auf jeden dritten bis vierten Einwohner ein Sparkassenbuch. Die Gesamteinlagen be- trugen am Ende des Jahres 1903 rund 168.7 Mill. Mk., diese Summe ist im Laufe des Jahres 1904 auf 181,3 Mill. Mk. gestiegen. Auf ein Sparkassenbuch kommt also durchschnittlich ein Einlagenbetrag in Höhe von 725 Mk. Der Reservefonds der 55 Sparkassen belief sich auf 11,3 Mill. Mk., die Zinsüberschüsse auf 1 427 160 Mk., die Ver­waltungskosten auf 325 899 Mk. Von dem Vermögen der Sparkassen ist mehr als die Hälfte in Hypotheken angelegt, nämlich 103,3 Mill. Mk., davon 47,2 Mill. Mk. auf

Die ixuLae äi

städtische und 56,1 Mill. Mk. auf ländliche Grundstücke, außerdem u. a. 51,2 Mill. Mk. in Wertpapieren, 11,1 Mill. Mk. auf Schuldscheine mit Bürgschaft und 19,2 Mill. Mk. bei öffentlichen Instituten und Korporationen. Die größten Sparkassen sind die Stadtsparkassen zu Caffel mit 17,7 Mill. Mk. Einlagen, Marburg mit 9,4 Mill. Mk., Fulda mit 8 9 Mill. Mk., Hersfeld mit 6,6 Mill Mk. und Hünfeld mit 6,0 Mill. Mk., sowie die Kreissparkasse Eschwege mit 11,4 Mill. Mk. Einlagen. (Hrss. Z.)

* Vorsicht vor Ladendieben. Eine Bauersfrau machte heute morgen in einem Geschäft einen Heinen Einkauf und legte beim Bezahlen ihr Portemonnaie mit 12 Mk, einen Augenblick neben sich auf den Ladentisch. Als sie danach greifen wollte, war das Geld verschwunden, es gelang aber auch in dem überfüllten Geschäft nicht, den Dieb zu ermitteln. Also Vorsicht vor den Ladenspitzbuben.

* Die älteste Bewohnerin Hanau's. Frau Ka­tharine Hilmar Wwe., Schnurstraße 15 hier, feiert morgen ihren 95. Geburtstag in verhältnismäßig geistiger und körper­licher Frische. Unseres Wissens ist diese betagte Greisin die älteste Bewohnerin Hanau's, möge sie in gleicher Rüstigkeit auch die hundert voll machen. Wir gratulieren!

* Das 30. Gauturnfest des Gaues Ostenbach- Hanau, welchem auch die Hanauer Turngemeinde und Turngesellschaft angehören, findet am 30. und 31. ds. Mts. in Neu-Isenburg statt und verspricht dasselbe nach den ge­troffenen Vorbereitungen einen glänzenden Verlauf zu nehmen. Durch einen Kommers, bei dem die Isenburger Sänger­vereinigung und der Sängerchor des Turnvereins mitwirken, wird die Feier eingeleitet. Am Sonntag früh um um 7 Uhr beginnt das Einzelwetturnen. Bei dem Festzug, welcher mittags um */s2 Uhr an der Bismarck-Allee Aufstellung nimmt und sich von da durch einige Straßen der Stadt nach dem städtischen Wilhelmsplatze bewegt, ist für denjenigen Turn­verein, der sich durch musterhaftes Verhalten im Festzuge auszeichnet, ein Preis ausgesetzt. Nach Eintreffen des Fest­zuges finden Vorführung der Stabübungen und Vereins­turnen, sowie Konzert und Tanz statt. Außerdem ist für Volksbelustigungen aller Art in weitgehendstem Maße Sorge getragen, sodaß jedem Besucher bei einem Eintrittspreise von 30 Pfg. nach jeder Richtung Rechnung getragen ist. Um 7 Uhr abends beginnt die Preisverteilung und bei ein­brechender Dunkelheit wird ein großartiges Brillant-Feuer­werk abgebrannt. Den musikalischen Teil des Festes haben die Kapellen des Art.-Rgts. Nr. 61 in Darmstadt und eine Isenburger Kapelle übernommen.

* Parolemusik. Die Ulanenkapelle spielt morgen Sonntag im Schloßyarten folgende Stücke: 1)Unter der Friedenssonne" Marsch von F. v. Blon; 2) Ouvertüre z. OperetteDie schöne Galathe" von Fr. v. Supp^; 3) Puppen-Walzer" von J. Bayer; 4)Am Meer", Lied von Fr. Schubert; 5)Des Kaisers Ruf", Kavallerie-Parade­marsch von C. Möllendorf.

* Neues Sommertheater Franz Merker. Morgen Sonntag findet auf Beck's Felsenkeller einBunter Abend" statt, den Herr Merker auf vielseitigen Wunsch veranstaltet. Es wird dies der einzigeBunte. Abend" sein, der am Sonntag zur Aufführung gelangt und deshalb sicher eine große Anziehungskraft ausüben. Das Programm besteht aus Konzert, Theater, Gesangs- und humoristischen Vor­trägen und ist wiederum sehr interessant zusammengestellt. Der Vorverkauf der Billete ist bis Sonntag mittag 1 Uhr im Zigarrengeschäft von Kollmann, Hammerstraße.

HE. Wciieé Sommerthcater. Der gestern abend zur Aufführung gelangte zweiteBunte Abend" hatte leider nicht das Publikum so zahlreich angelockt, wie es derselbe wohl verdient hätte. Er schloß sich durchaus dem vorher­gegangenen ersten derartigen Abend würdig an. Der Grund ?u dem nicht so guten Besuch dürfte wohl in den mehrfachen anderweitigen Veranstaltungen des gestrigen Abends zu suchen sein. Das Programm ic§ Herrn Merker bot wieder viel Gediegenes in bunter Abwechslung. Die Einleitung bildete ein hübscher EinakterDer Flüchtling" mit fesselndem Dialog und interessanter Charakterzeichnimg, welchem die Darsteller, vor allen Herr Merker und Frl. Lüng e n, zu wohlverdientem Beifall verhalfen. Der zweite Hauptteil des Programms bot wieder Gesangs- und deklamatorische Vor­träge in großer Auswahl und reicher Zahl. Zwei Lieder, von Herrn B e r n st e i n mustergültig vorgetragen, eröffneten den Reigen, welchen zwei von Frl. Lüngen in bekannter vorzüglicher Weise zu Gehör gebrachte Deklamationen folgten. Frl. Schweitzer zeigte sich in den nächsten beiden Lor- trägen wieder als die gewandte Konzertsängerin, über deren prächtige stimmlichen Mittel wir bereits das letzte chcal be­richten' konnten. In Herrn Nanninger lernten wir einen talentierten jungen Gesangskomiker kennen, der besonders den ersten seiner drei Vorträge, das CoupletEin armer Teufel", in Maske und Spiel vorzüglich zur Geltung braaZe. ui euer «it füllt ar »er dem » U6r halt u ifi^bl

SDen Schluß des zweiten Teils bildeten zwei niedliche, neckische Liedchen, denen die fesche Soubrette Frl. Schüßler einen eigenen pikanten Reiz zu geben wußte. Als dritter Teil des Abends gab es noch ein tolles übermütiges Machwerk, eine sogenannte Posse, in welcher auch derjenige Teil des Publikums, welcher nichts als lachen will, voll auf seine Kosten kam. Alles in allem ein gelungener, reichhalttger Theaterabend, welchem hoffentlich noch mehrere ähnliche Veranstaltungen folgen werden.

** Gewerbegericht. (Sitzung vom 22. Juli.) Der Hausbursche K.^ klagt gegen den Restaurateur S. auf Zah­lung eines 14tägigen Lohnes, weil er angeblich durch Ver­schulden des Arbeitgebers genötigt war, seine Stelle zu ver­lassen. Der Anspruch wird als unberechtigt angesehen und die Klage abgewiesen. Der Gelegenheitsarbeiter K. klagt gegen den Gastwirt R. auf Zahlung eines Betrages von 6 Mk. Kläger erschien bei dem Beklagten im Gatten und schlug ohne irgendwelchen Auftrag einen Tanzboden auf. R. glaubte, der K. komme im Auftrag des Tanzbodenverleihers oder des Vereins, der die Festlichkeit abhalten wollte und ließ den K. gewähren. Als K. die Arbeit beendet hatte, ver­langte er 6 Mk. für P/i Tage von dem Wirt, deren Be­zahlung dieser verweigerte, weil er keinen Auftrag gegeben hatte. Der Beklagte wird zur Zahlung von 6 Mk. ver- utteilt, weil er den K. die Arbeit ruhig ausführen ließ.

* Im EtablissementBürgerbräu" wurde gestern abend das letzte der vorgesehenen Abonnementskonzerte ge­geben. Die herrliche Witterung, wie auch die zu ermattenden musikalischen Genüsse, hatten eine riesige Menschenmenge herangezogen, sodaß der Gatten und die Hallen bis auf den letzten Platz besetzt waren. Den Beschluß des feinsinnig zusammengestellten Programms der Jnfanteriekapelle bildete das große Saro'sche Schlachtenpotpourri mit dem nötigm effektvollen Beiwerk, dessen Jugendfrische bewundernswert erscheint. Der Erfolg der Abonnementskonzerte wird jedenfalls Veranlassung bieten, noch weitere Konzerte wäh­rend der Sommersaison zu arrangieren. Hiermit wäre sicher­lich einem sehr großen Teile der Konzertliebhaber Rechnung getragen.

* Tanzschülerball. Morgen findet in derStadt Bremen" ein Tanzschülerball statt. Für gute Unterhaltung ist bestens gesorgt. Unter anderem wird ein Theaterstück anfgefühtt, und zwarAennchen von Tharau". Auch wird Herr King die Gäste mit einigen humoristischen Vorträgen beehren.

* Das Hahnenkammhaits ist täglich geöffnet.

* Sehenswürdigkeiten.Museum der Wetteraui- schen Gesellschaft" (Altstädter Schloß, eine Stiege hoch): Ge­öffnet an Sonn- und Feiettagen vormittags von 11 bis 1/«1 Uhr. Kindern ohne Begleitung Erwachsener ist der Eintritt nicht gestattet.Museum des Hanauer Geschichtsvereins" (Altstâdter Rathaus, eine Stiege hoch): Geöffnet an Sonn- und Festtagen vormittags von 1112str Uhr. Kinder unter 12 Jahren haben keinen Zuttttt.

* Kurort Wilhelmsbad. Morgen nachmittag von 4 Uhr ab findet zu Wilhelmsbad großes Militär-Konzert der Kapelle des Inf. -RegtS. Hessen-Homburg Nr. 166 statt.

* Mainwasserwärme gestern abend 17 Grad.

* Silberne Hochzeit. Morgen feiern Herr Mattm R e u s i n g und Frau, Johannisttrchplatz 4 wohnend, daS Fest der silbernen Hochzeit.

* Gartenfest. Der Fußballklub Vittoria 1894 macht an dieser Stelle nochmals aufmerksam aus sein morgen nn Eta­blissement Bürgerbräu stattfindendes Gartenfest. Da das Komitee eifrig bemüht ist, allen Besuchern einige vergnügte Stunden zu bereiten, machen wir empfehlend auf die Ver­anstaltung aufmerksam, dabei auf das Inserat der heutigen Nummer hinweisend.

* Technikum Ilmenau. Techniker oder Kaufmann? DaS ist bei der Besetzung zahlreicher Stellen in Fabttken oft die Frage, die sofort gelöst wäre, wenn es nicht an kaufmännisch debil beten Ingenieuren mangelte. Am Technikum Ilmenau ist deshalb durch Einführung eines halbjährigen Kursus für handelsakademische Ausbildung auch zur Erwerbung kauf­männischer Kenntnisse Gelegenheit gegeben worden, wodurch im Verein mit dem neuerbauten Maschinenlaboratorium dea Forderungen der Zeit in weitem Maße Rechnung getragen ist. Auch dem Bedürfnis nach prattischer Ausbildung wird genügt durch die im Anschluß an das Technikum errichtete» großen Fabrikwerkstätten für Maschinenbau und Elektro­technik (Lehrfabrik genannt), in denen eine Anzahl Volontär- Aufnahme finden können.

* Militär-Konzert im Deutschen Haus. Auf einet Konzertreise begriffen, konzertiert Mittwoch im Deutschen Haus das Trompeterkorps des Dragoner-Regiments Nr. 18 auch Parchim, unter persönlicher Leitung des Großherzoglichen. Musikdirektors A. Scharfenberg. Der Kapelle gebt ein guter Ruf voraus. Einem Konzettberichte aus Altefähr it 14 Leite«.