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Anzeiger

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General-Auzeiger

«ckmckt und verlegt m derBuchdruckerei deS v?â V- VaiieahaujeS in Hanau,

Amtliches

für Stadt- md Fandlrleiö Sma

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Ssmr- und Feiertags, mit belletristischer Beilage»

NètââsrU. RrdLkttur: V. G ch *«tf«t ta HW'au.

M. 68 Zerttsprechattschlus; Nr. 605,

Amtliches.

Stadtkreis Fjanau*

Am Donnerstag den 23. d. Mts., von 12 bis 1 Uhr mittags, wird der Königliche Gewerbe-Inspektor aus Fulda in einem Zimmer des hiesigen Standesamts im Altstädter Schloß den Arbeitgebern und Arbeitern Gelegenheit zu Besprechungen geben.

Hauau den 20, März 1905.

Königliche Polizei-Direktion.

P 2119 I. A.: v. Schlieben, Reg.-Assessor.

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Stadtkreis F)anau.

Bekanntmachung.

Der Bautechniker Heinrich Färber, vor der Kinzig- brücke Nr. 18 hierselbst, beabsichtigt die Errichtung eines Wohnhauses auf seinem in der Nähe der Kinzig belegenen Grundstück Karte ZZ Nr. 169/51. Die Pläne und Be­schreibungen liegen vom 21. -. Mts. an zwei Wochen lang im Stadtsekretariat, Rathaus, Zimmer 11, zur Einsicht offen.

Einwendungen privatrechtlicher Statur gegen die beab­sichtigte Gebärldeerrichtung sind innerhalb der Offenlegungs- srist bei uns anzubringen.

Hanau den 18. März 1905.

Der Stadtausschuß der Stadtkreises Hanau.

I r. Gebeschus. 5740

Handelsregister

Firma H. Kling in Hanau: Die Firma ist er­lösche N. 5

Hanau den 18. März 1905.

Königliches Amtsgericht 5. 5737

Zugelaufen ein wolfstreistger junger Doggehund, m. Geschl., weißer Brust, Halsband mit Messingplatte und Sterne.

Oberdorfelden den 18. März 1905.

G r u ii e r, Bürgermeister. 5775

Frühlinflsansanff.

Am 21. März steht unsere Sonne wieder im Aequator; noch dem sie ein halbes Jahr auf der südlichen Halbkugel ge­weilt hat. kehrt sie zur nördlichen zurück. Sobald sie den Aequator überschreitet, tritt sie in das Zeichen des Widders, und mit diesem Augenblicke beginnt der astronomische Früh-

Feuilleton.

3. AbMments-Kmzat M LrckmmiL

»»au, 21. März.

Mendelssohns OratoriumElias" stand aus dem Pro­gramm für das 3. Konzert des Oratorienvereins. Daß dieses großartige Werk auch heute noch seine besondere.Zugkraft ausübt, bewies der zahlreiche Besuch der Generalprobe und auch des eigentlichen Konzertes. Der Oratorienverein hatte die Aufführung gut vorbereitet, tüchtige Solisten herange­zogen, den instrumentalen Teil in bewayrte Hände gelegt. Es konnte darum nicht fehlen, daß sich die Wiedergabe recht flott gestaltete .uckd auf den Zuhörer den besten Eindruck machte.

Auf die Einübung der Chöre war recht viel Fleiß ver­wendet, das sich in präzisen Einsätzen, rhythmischer Sicher­heit und entsprechender Deklamation zu erkennen gab. Leider stehen die Männerstimmen bei all der Mühe unb Hingabe einzelner tüchtiger Sänger nicht in dem richtigen Verhältnis zu "en Damenstimmen, was namentlich an besonderen Kraftstellen gemerkt wurde. Wir können hier die schon oft ausgesprochene ^ltte nur wiederholen, daß sich stimmbegabte Herren zur Unterstützung der edlen Bestrebungen des Oratorienvereins bereit finden mögen. Es wird dadurch den Sängern ihre muhevolle Arbeit erleichtert, und den großen und bedeutenden Werken unserer Meister, deren Aufführungen wir dem vratorienoerein s" verdanken haben, kann eine wirksamere und abgerundete Wiedergabe gesichert werden.

- der Vorstand des konzertgebenden Vereins bemüht hh auch die Solistenparlten durch nur gediegene und leistungsfähige Künstler zu besetzen, hatten wir schon oft Ge- M^nheit, lobend und anerkennend hervyrzuheben. Auch die Aufführung desElias" ließ nach den angedeuteten Seiten nichts zu wünschen übrig.

. ^c Titelpartie sang Herr Adolf Müller aus Jrmü- surt a. M. Er bereitete allen Hörem einen ungetrübten

Dienstag den 21. März

fing. Der meteorologische Frühling, an dem wir eigentlich ein größeres Interesse haben, fällt so ungefähr mit dem astro­nomischen zusammen. Es kommen ja öfter im April noch Rückfälle in den Winter vor, die wir aber als Ausnahmen betrachten können. Denn das längere Verweilen der Sonne über dem Horizonte läßt andauernde Kälte nicht mehr auf; kommen.

Das Zeichen des Widders, das erste Zeichen im Frühling, fällt nicht mit bem gleichnamigen Sternbild zusammen. Wir müssen vielmehr die Zeichen deS Tierkreises von den Bilden: derselben unterscheiden. Zeichen sowohl wie Bilder führen die Namen: Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jung­frau, Wage, Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann, Fische. Die Zeichen sind sämtlich von gleicher Größe, sie umfassen je 30 Grad und beginnen immer von dem einen Schnitt­punkte der Aequalorebene mit der Ekliptik, dem sogenannten Frühlings- oder Widdewunkt. Die Bilder des Tierkreises dagegen sind von ungleicher Größe; der Krebs z. B. umfaßt nur etwa 20 Grad, während die Jungfrau etwa noch einmal so groß ist. Zur Zeit Hipparchs, dem wir die Einteilung der Sterne in Bilder, wie wir sie heute haben, zum großen Teile verdanken, fielen die Tierkreisbilder mit den gleich­namigen Zeichen zusammen. Infolge der Präzession, einer Einwirkung der Sonne auf die abgeplatte Figur unserer Erde, verschiebt sich aber der Frühlingspunkt auf der Eklivtik nach rückwärts, ungefähr um 1 Grad in 70 Jahren, so vaß er seit den Zeiten Hipparchs schon um ungefähr 30 Grad zurückgerückt ist. Es sind daher jetzt die Zeichen gegen die Tierkreisbilder ungefähr um vier verschoben, daS Zeichen des Widders fällt zusammen mit dem Sternbilde der Fische, das Zeichen des Stiers mit dem Silbe des Widders u. s. s. Nach weitern 2000 Jahren werden die Zeichen wieder um ein Sternbild zurückgegangen sein, es wird dann das Zeichen des Widders mit dem Bilde des Wassermanns zusammen­fallen und so geht es weiter, bis nach etwa 24 M0 Jahren der Frühlingspunkt seit den Zeiten Hipparchs rings um den Himmel gelaufen ist und nun die Zeichen wieder mit den gleichnamigen Sternbilbern zusammenfallen.

Das Zurückweichen des Frühlingspunktes hat nod) eine andere Folge, die im Laufe der Jahryunderle ebenfalls wahr­nehmbar wird, nämlich die, daß unsere Erdachse nicht immer auf denselben Punkt am Himmel hinweist. Die Himmels­pole ändern sich, sie beschreiben in 2'6000 Jahren einen Kreis um die Pole der Ekliptik. Der Stern, der jetzt in der Nähe des nördlichen Pols, nur lya Grad von ihm entfernt steht, unser Polarstern, hatte zu Hipparchs Zeiten einen Ab­stand von 12 Grad vom Himmelspol. Von der Zeit an näherte sich der Nordpol dem Polarsterne und wird das noch weiter tun bis zum Jahre 2095. Dann beträgt der Abstand beider nur noch 26 Vogenminuten. Von da ab entfernt sich aber der Nordpol von dem Schwanzsterne des kleinen Bären, so daß um das Jahr 4000 ein Stern dritter Größe im Bilde des Cepheus, der mit dem dritten Buchstaben des griechischen Alphabets, mit Gamma bezeichnet wird, größern Anspruch auf den Namen des Polarsterns hat. Um das. Jahr 7000

Genuß durch seinen temperamento ollen, musikalisch sicheren und klangschönen Vortrag. Auch den ihm entgegentreten den Schwierigkeiten wußte er erfolgreich zu begegnen. Herr Miller gestaltete somit die anstrengende Eliaspartie zu einer künstlerischen Leistung, der unbedingtes Lob nicht vorent­halten werden soll.

Die Sopranpartie war würdig vertreten durch Irl. Martha Beines aus Köln. Eine Vornotiz in unserem Blatte be­sagte schon, daß der Sängerin aus Anlaß früheren Auftretens m großen Städten günstige Kritiken zur Seite stünden. Sie rechtfertigte den vorausgegangenen Ruf als Kimstlerin voll und ganz. Mit unverkennbarer Sorgfalt, die auf die Er-

Bng eines klanglichreinen und warmen Tones, guter mation und eine gute Phrasierung gerichtet war, erhob sie den Vortrag zur künstlerischen Reifel

Auch Frl. Anna Stütz aus Stuttgart, die Vertreterin der Altpartie, bot uns eine zufriedenstellende Leistung. Sie ver­fügt über eine schöne Altstimme, freilich mit etwas porösem Klang. Ihr Vortrag ist warm und enipfindungsreich, das sie besonders in dem Arioso:Weh ihnen, - daß sie von mir weichen" und demSei stille dem Herrn" zu erkennen gab.

Besonders gut gefiel uns Herr A. Kohmann aus Frank­furt a. M. in der Tenorpartie. Es war uns geradezu ein Genuß, wieder einmal eine Tenorstimme mit solcher Frische unb Natürlichkeit zu hören. Mit künstlerischem Geschmack verband der Vortragende eine gute Auffassung, das er durch Sa" flinrrrnrr Sor ^4"- So ihr mich von ganzem Herzen

unb Natürlichkeit zu hören, verband der Vortragende ein den Vortrag der Arie:So tyr mm) von ganzem Herzen suchet" zu erkennen gab! Auch die Arie:Dann werden die Gerechten leuchten, wie die Somre in ihres Vaters Reich", war eine prächtige Leistung.

Erwägt man noch die guten, bereits anerkannten Leistungen der Kapelle unseres Jnfanterie-Regts. Hessen-Homburg Nr. 166, die sich durch hiesige und . auswärtige Kräfte verstärkt hatte, so kann man begreifen, daß wir einer Leistung gegenüber- ftanden, die unsere volle Achtung und Anerkennung verdient. Der Dirigent des Vereins, Herr F. Küchler aus Frank­furt a. waltete seines Dirigentenamtes umsichtsvoll und geschickt. Auch die kleineren Solopartien sanden Anklang und wurden beifallsfroh ausgenommen. Besonders lobend sei noch das Engelterzett :Hebe deine Augen aus" erwähnt, um dessen

FernsprechanschLntz Nr. 605

1905

wird der Stern Alpha desselben Sternbilds, ebenfalls dritter Größe, Polarstern fein; 3000 Jahre später steht Deneb im Schwan in der Nähe des Poles, und um das Jahr 14000 steht Wega in der Leyer nur 5 Grad vom Pole entfernt und wird den Schiffern auf dem weiten Weltmeere als leuchtender Leitstern dienen falls diese dann einen solchen überhaupt noch nötig haben und nicht der Fortschritt der Wissenschaft ihnen andere Orientierungsmethoden an die Hand gegeben hat, die den Vorzug haben, vorn Wetter un­abhängig zu sein.

Hus Fjanau Stadt und fand.

Hanan, 21, März.

* Abg. Emil Jnnghenn wurde in der 163. Sitzung des Abgeordnetenhauses zum Mitgliede der Staatsschulden- fommifftoii an Stelle des Abg. Dr. Paasche gewählt unb verpflichtet.

Sprechstunde des Gewerveinfpektors. Der Königliche Gewerbe-Inspektor aus Fulda wird am Douuers- tag den 23. d. Mts., von 12 bis 1 Uhr mittags, in einem Zimmer des hiesigen Standesamts im Altstâdter Schloß den Arbeitgebern und Arbeitern Gelegenheit gu Besprechungen geben.

Fürsorge für Postbeamte. Eine Verfügung des Reichspostamts besagt-: Die den Beamten und Unterbeamten der Verkehrsämter bisher für die Zeit des Abend-, Nacht- oder Frühdienstes gewährte Gelegenheit zur Herstellung warmer Getränke wie Kaffee, Tee, Kakao in den Diensträumen ist für die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit des Personals von günstigen Folgen gewesen, und soll des­halb überall da, wo ein Bedürfnis dazu besteht, auch - für die Tageszeit geschaffen werden. Die erforderlichen Ein- richümgen (mit Gas-, Spiritus-, Pettoteum - Kochappa­raten usw.) sind für Rechnung der Postkasse zu treffen; die Heizkosten sind bei den Mitteln für Amtsbedürfnisse, bei Ver- kehrsämteru mit 'PauschNcrgütung auf Amtskosten aus dieser zu bestreiten. Zu jeder neuen Einrichtung ist vorher die Genehmigung der Oberpostdirektton einzuholen. In den Bahnpostwagell und den Beiwagen dürfen Kochvorrichtungen wegen der damit verbunbenen Feuersgefahr nicht benutzt werden:

* Die II» Voüverfammtrmg der Handwerks­kammer 311 Cassel im Rechnungsjahre 1904/05 findet am Mittwoch den 29. März 1905 nachmittags P/2 Uhr im kleinen Saale derStadt Stockholm" hierselbst, Mttelgasse 30, statt. Die Tagesordnung ist wie folgt festgesetzt: 1. Geschäftsbericht, 2. Neuwahl eines Vorstandsmitgliedes an Stelle des verstorbenen Herrn Secvmger-Marburg,^ 3. Be­schlußfassung über Erteilung des Gesellenprüfuugsrechts an die freien Innungen der Metallarbeiter zu Wolfhagen, der ^g^a^MgyMB^'M^BiMmasamsiii^^ ^ini inHiiMm schöne Wiedergabe sich die beiden soliskisch tätigen Damen und Frau Küchler die Gattin des Dingenten ver­dient machten.

liL Äammtmusil-Adkild der ^nintfnrttr Olmttett-Bereiiliguug.

Hanam 21. März.

Die diesjährige Konzerftaison neigt ihrem Ende zu. Das mujüüebenbe Publikum kann mit Beftiedigmrg und mit An­erkennung auf das rvührend derselben Gebotene und Ge­leistete zunickblicken. Chorvereine, wie Lehrersängerchor, Weinser und Sumfer, größere Tonkörper, wie der Oratonenverein mit seinen drei hübschen Konzerten oder die.Kirchenchöre mit ihren Sonberauffübnmgen ; alle haben redlich beigetragen, das musikalische Leben in unserer Vaterstadt von neuem zu heberr und zu fördern.

Ein reger Anteil an diesem Erfolg der muftfafif^en Be­lebung und Veredelung gebührt auch in ganz besonderen: Maße der bei uns seit langen Jahren heimisch gewordener: Frankfurter Quartett-Vereinigung (Herren Hock, Dippel, Alle- fotte, 9lppunn).

Ihr meisterhaftes, technisch vollendetes Zusar:m:enspiet, ihr haruwmsches feinfühliges gegenseitiges Verstehen und Er- gänzeu, ihre selbstlose Hingabe an den Stoff, ihr fleißiges/' sorgfältig!! vorbereitetes Studium, ihr kraftvoller Schwung ittr Spiel, ihr biegsames, jeweiliges Erfasst der chamktenstischeü Tonstimmmlg sind hinlänglich bekannt, sollen aber aner­kennend immer wieder betont werden.

Drei große Meister standen auf bem Prograuun: Mendels­sohn, Mozart, Haydn. Von ersterem wurde das Streich- puartett E-moll geboten. Nach bem prächtige»:, einer Ouver­türe gleichenden Em dem leidenschaftlichen Allegro,"

segelte vornehmlich das in allen Torrreihen bunten Schrnetter- iingeji vergleichbar schillernde, neckig erklingende Schema, ein Meisterwerk der Technik. Daran reihte sich das Lalo al> Volkslied in schlichter Weise dähinzieherrüe, bald als Moral in breiten Akkorden sich wiegendeAndante". Den yeutinb