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Gedruckt und verlegt io dcrTuchdruckrrer deS seteia, sv. rSaiimhaujeS in Havau»
Nr. 94
»eneral-Anzeiger
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Fernsprechanschluß Nr. 605
Doiinkrstaq den 20. Avril
Fernsprechan-chmtz Nr. 605
1905
SS
Amtliches.
Gewerbliche Fortbildungsschule.
In der Zeit vom 20. bis inkt. 24. April, täglich von 11 bis 4 Nhr. sind die zeichnerischen und schriftlichen Arbeiten sowie die Modellierarbeiten der Schüler der gewerblichen Fortbildungsschule öffentlich ausgestellt.
Ausstellungslokal: Fortbildungsschulgebäude, Erbsenstr. 1 •— Eingang Johanniskirchplatz.
Zum Besuch der Ausstellung lade ich die Lehrherren, Eltern der Schüler, sowie alle Freunde der Anstalt hierdurch freundlichst ein.
Hanau den 18. April 1905.
Der Direktor.
Köpke. 7964
Hus Hanau Stadt und fand.
Hanau, 20. April.
Beamten-Persoualnachrichten.
Ernannt: der Pfarrer Ritter in Quentel, Klasse Lichtenau, zum 2. reformierten Pfarrer in Frankenberg, der Pfarrer Stein zu Großneuhausen, im Großherzogtum Sachsen, auf ordnungsmäßigen Vorschlag der Gemeindeorgane zum 4. Pfarrer an der lutherischen Gemeinde in Raffel, der Pfarrverweser zu Oberweimar, Hermann Schick, zum Pfarrer in Röddenau, luth. Klasse Frankenberg, der Hilfspfarrer in Marburg, Iulius Schmid t, auf erfolgte Präsentation zum Pfarrer in Oberweimar, Klasse Fronhausen, der Königliche Forstmeister Abesser in Neuhof zum Forstamtsanwalt, der diätarische Assistent bei der Staatsanwaltschaft in Hanau, Schmidt, zum Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht in Wetter. • - -
Beauftragt: mit der Verwaltung der Kreisbauinspektorstelle Hünfeld—Gersfeld in Fulda vom 1. April d. Z. ab der Regstrungsbaumeister Heusch.
Uebertragen: dem Oberförster S chm anck zu Roetgen die kommissarische Verwaltung der Forstratsstelle Cassel— Eschwege an der Königl. Regierung zu Cassel.
Versetzt: der dem Meliorationsbauamt in Cassel kommissarisch als Hilfsarbeiter überwiesene Meliorations- bauinspektor Müller unter Uebertragung einer „fliegenden Meliorationsbauinspektorstelle" zum 1. April nach Cassel.
Pensioniert: der Schutzmann Rahn in Hanau.
* Redaktionell. WU° Des Karfreitags wegen erscheint die nächste Nummer unseres Blattes erst Samstag den 22. April zu gewohnter Siunde.
Feuilleton.
Der Wliffcnschmicd.
. £ (Dichtung vnd Musik von Albert Lortzing)
Ein Geleitwort
W den im Mai 1905 im Hanauer Theater stattfindendön Aufführungen dieser Oper von Karl Fr. Appel»
- Vor zwei Jahren wurde hier der Versuch gemacht, zu Gunsten unserer Ferienkolonie Webers „Freischütz" durch hiesige musikalische Kräfte aufzuführen. Diese Aufführungen fanden in der Zeit vom 15.—25. August 1903 statt. Das Interesse, welches damals dem Unternehmen entgegengebracht wurde, war über alles Erwarten groß. Aus den drei bis vier geplanten Aufführungen wurden damals deren acht. Die Nachfrage nach Eintrittskarten zu den Vorstellungen war damit aber noch lange nicht erschöpft. Die Aufführungen mußten eingestellt werden, weil unsere Jnsanteriekapelle, welche das Opernorchester bildete, am 26. August zum Manöver abreiste. Der. Ferienkolonie konnten damals nmb zweitausend Mark zu gewiesen werden. Aber nicht nur dieser finanzielle Effekt war der denkbar günstigste, auch in idealer Hinsicht hatten die damaligen Freischütz- 9htffühumgen einen vollen Erfolg. Der ethische Zweck dieser Wohltätigkestsveranstaltung war vollkommen erreicht, und in musikalischer Beziehung gab cs vielfach kräftige Anregungen, besonders auf dem Gebiete des Sologesanges, dem in vielen Familien hiesiger Stadt seit dieser Zeit eine ganz besondere 'lusinerkscmrkeil zugewandt wurde. Bei Erwägung all dieser Umstünde' war die Einstudierung und Aufführung einer zweiten Oper nur eine Frage der Zeit, und so begannen m diesem Winter die Vorbereitungen zu Lortzings „Waffen- s ch m i e d."
Vielfach ist bei mir der Wunsch geäußert worden nach einer kurzen Abhandlung über diese Oper, wie ich eine solche
® In der Johanniskirche findet in diesem Jahre sowohl heute abend 7 Uhr als auch morgen im Anschluß an den Hauptgottesdienst die Feier des hl. Abendmahls statt. Die Vorbereitung für beide Abendmahlsfeiern wird in dem heutigen Abendgottesdienst gehalten werden. — Morgen abend */ü6 Uhr wird das Gedächtnis des Todes Jesu Christi durch eine liturgische Feier begangen werden, bei welcher der Kirchenchor sowie auch der Knabenchor mitwirken werden. Programme werden an den Eingängen ausgegeben. — Die Hauptprobe des Kirchenchors findet heute abend 814 Uhr statt.
§ D e Bnrgfeste Spangenberg. Die Angelegenheit des Erwerbs der Burg Spangenberg durch den Bezirksverband ist durch die vorgestrige Besichtigung seitens des Landes-Ausschusses dahin geklärt worden, daß von einem mit Kosten für den Bezirksverband verbundenen Erwerb abgesehen werden muß. Die Burg hat bisher pro Jahr 1100 Mark Unterhaltungskosten erfordert, befindet sich aber in einem dürftigen baulichen Zustande, besonders soweit das Innere in Betracht kommt, sodaß recht erhebliche Kosten neben den 1100 Mk. für die Unterhaltung in Dach und Fach aufqe- wendet werden müßten. Diese zu übernehmen, konnte sich der Landes-Ausschuß nicht entschließen, er mußte sich ablehnend verhalten. Es kommt aber in Frage, ob der Verein für hessische Geschichte • und Landeskunde nicht eine Sektion für Unterhaltung und Ausbau der Burg Spangenberg einrichten und im ganzen Hessenlande Sammlungen für diesen Zweck veranstalten könnte, sodaß der Bezirksverband zwar die Burg in sein Eigentum übernehmen, auch sich mir einem Jahresbeitrag an der Unterhaltung beteiligen, weitere Lasten aber nicht übernehmen wiirde. Auf Grundlage dieser Gesichtspunkte soll mit der Staatsregierung, der die Burg gehörst und mit dem Geschichtsverein verhandelt werden.
Geistliche Mustkanffuffm n^ • Wir machen auch an dieser Stelle nochmals auf die geistliche Musikaufführung, welche am Karfreitagabend um 7'/, Uhr in der Marienkirche stattfindet, aufmerksam. Die reservierten Plätze finden sich auf den sechs vordersten Bänken im unteren Raum der Kirche. Die Karten zu denselben gelten auch für den Fürstenstuhl. Zum unteren Raum wolle man den Haupteingang benutzen. Programm mit Text sind für 10 Pfennige an den Eingängen zu haben.
8 Ein Brand ans offener Landstraße. Gestern nachmittag zwischen 5 und 6 Uhr geriet auf der Landstraße zwischen Hanau und Langenselbold in der Nähe der Riedmühle (vor Langenselbold) ein von Fechenheim kommendes mit Möbeln und sonstigem Hausrat beladenes Fuhrwerk in Brand. Die Möbel rc, waren das Eigentum des seither in
f. Zt. über den „Freischütz" Derönentltdit habe. Ich komme dieser Aufforderung, auch zum „Waffenschmied" ein Geleitwort zu schreiben, gerne nach, zumal ich die Ueberzeugung habe, daß jedem Zuschauer bezw. Hörer einer Oper erst dann der Vollgenuß ihrer Aufführung zu teil werden kann, nachdem er sich vorher in hinreichender Weise orientiert hat über den textlichen und musikalischen Inhalt, über die auftretenden Per fönen, über den künstlerischen Zweck und die Bedeutung der bett. Oper, bezw. über die Bedeutung und Stellung ihres Dichters und Komponisten. Daß zu dem allen ein bloßes, der Aufführung vorausgehendes Durch s lesen des Textes nicht ausreichend sein samt, liegt auf der Hand. Für unser hiesiges Publikmn kommt aber noch ein gewisses lokales Interesse dazu. Auch diesem soll Rechnung getragen werden durch ' eimge kleine Bemerkungen über Leitung, die Solisten, die MittvÄenden im Chor und Orchester, die Einstudierung der Oper u. f. w.
I.
Inhalt der Oper nach Text und Musik.
Im 15. Jahrhundert lebte zu Worms am Rhein der ehrsame Bürger Hans Stadi-nger. Neben seinem Beruf als tüchtiger Waffenschmied war er ein gesuchter Tierarzt •— auf diesem Gebiet setf-mad® man natürlich — und deshalb nicht wenig stolz auf seine ,^Doktor"-Würdo, deren Insignien zur Schau Kl tragen, bei- keinem Gang zU seinen Patienten von ihm vergessen wird. -Seins Frau war ihm einst durch einen Ritter entsühnt worden. ■ Deshalb hat er einen unüberwindlichen Abscheu nor allem, was Ritter heißt, selbstverständlich aber lyr in den geheimsten Tiefen seines Herzens. Denn seinen ei ngepflangten Haß -gegen- das Rittertum bei jeder Gelegenheit o ff e n zu zeigen, verbietet ihm geschäftliche Klugheit und Vorsicht. Wenn es iedoch nötig ist, macht er aus seinem Bergen durchaus keine Mördergrube; dazu ist er viel zu kernig-deutsch! So hat er den Grafen Liebenau, der sich um die Hand seines lieblichen Töchterchens Marie beworben, schroff zurückgewiesen und chm verboten, je wieder die Schwelle seines Hauses zu betreten. Aber die Liebe macht erfinderisch. „Der Ritter ist ein reicher Mann, der
der chemischen Fabrik in Fechenheim beschäftigt gewesenen Arbeiters Joseph Desch, der seinen Wohnsitz nach Marjoß' im Kreise Schlüchtern verlegen wollte und sich auf dem Wege nach dort befand. Die ganze Ladung stand alsbald in hellen Flammen, die zuerst von dem Führer des Fuhrwerks wahr- genommen wurden. Die in der Nähe befindlichen Leute eilten sofort zu Hilfe und es gelang ihnen, wenigstens noch einiges von der Ladung zu retten. Der Schaden ist ein nicht unerheblicher, da allem 6 Betten total verbrannt, und die anderen, Möbel, darunter ein Sopha und ein Vertikow, stark anK-i brannt und mehr oder weniger unbrauchbar geworden sinh- Der vom Brand betroffene Eigentümer Ler Möbel ist ein Familienvater von 9 Kindern, doch ist er nach seinen eigenem Angaben versichert. Ueber die Enisiehungsursache deS Brandes sonnte unser Korrespondent nichts ermitteln.
® Feuilleton. Im Feuilleton imseres Blattes begiri.it mit der heutigen Nummer die Veröffentlichung eines Geleits-! Wortes zu den im Mai b. J. im Hanauer StadiLheaier statt-? findenden Aufführungen der Oper „Der Waffenschmied" verfaßt von Herrn Karl Fr. Appel dahier.
* Aus der Laderrksffe gestohlen wurde gestern morgen in einem Spezereiladen der Friedrichstraße 30 Mk. Eine weibliche Person erschien und kaufte Spezereiwaren.! Als die Tochter der Ladeninhaberin dann, um einen Auftragi der Käuferin erfüllen zu können, sich in den Keller begab benutzte die fiebim Laden allein befindliche Käuferin bie<5M legenheit, 30 Mark aus der Ladenkasse an sich zu nehmen.. Der Diebstahl wurde erst eine Stunde später bemerkt, . der Verdacht fiel sofort auf jene Käuferin, die der recherchierenden Polizei gegenüber dann auf Vorhalt den Diebstadl ein gestand und das Geld wieder herausrücktt
= ' Vereinigung der SilderwänsuöEsnten» Giß Hanan. In ihrer Generalversammlung am 20. ds, Mts. hat die Hanauer Vereinigung der Silberwarmfabrikantm sich außer mit Orgamspäonsfragen insbesondere mit Frager- aus dem Gebiet des Arbeiterwesens, und zwar zunächst Les' Lehrlingswesens zu befassen gehabt und hierzu die folgenden^ Beschlüsse gefaßt: Für Lehrlinge soll durchweg eine Lehrzeit von 4 Jahren innegehalten und ihnen ein Woche n- l ohn von 2 Mark im ersten, 8 Mk. im zweiten, 4'M? rm dritten, 5 Mk. im vierten Lehrjahre gezahlt werden im letzten Halbjahr dürfen besonders tüchttge Leistungen etwas- höher bezahlt werben. DieAnzahl d er Lehrlinge im Verhältnis zu derjenigen der Arbeiter ist so einzuttchren, daß höchstens 1 Lehrling auf je 4 Arbeiter entfällt, d. h also in dem einzelnen Betrieb die Zahl der Lehrlinge 20»/$ der gesamten Arbeitskräfte nicht übersteigt.
e Durchschnittspreise. Der Durchschnitt der höchste^'; Tagespreise für Fourage betrügt mit einem Aufschläge von 5
I^MaB^MU»Ha^Sfl!M&raB^«ZJWWai»MiM»«vu^^..u^~^'|Wg>[WiBMttf ^
Ritter ist ein artiger Mann" — er besitzt Bildung und kennt die Geschichte seines Standes genau. Er weiß cs, daß Jung' Siegfried einst, um seine Zwecke zu erreichen, von beß Vaters! Burg herab ging und als SchnuedegeseÜe in einer Waffen-^ schmiede arbeitete. Wenn nun auch Liebenau ein ganz! anderes Ziel verfolgt, wie damals fein großer Stamrnesge- nasse eines im Auge hatte — dessen Maßnahmen bunten ihm gut und für seine Situation ebenfalls angebracht: er wird unter dem Nrmren Konrad Schmiedegeselle bei Stadingcr. Vorsichtshalber hat er seinen Knappen Georgi auch mit in den Dienst gebracht, und da er über das nötige! Geld verfügt, erstanden ihm md) weitere Verbündete ntbqni habgierigen Schmager Stadingers, Brenner, unö m Jungfer Irrn ent raut, Marwns geschwätziger Epzichertu,! die sich weit über ihre Juqendjahre hinaus ein liebebedürf- ttges Herze erhalten hat. Marie hat ihre Liebe dem Geseüörr Konrad geschenkt und weist die Werbungen des Grafen Liebenau zurück. Sie weiß aber ebensowenig . als Innen- traut, daß Konrad und Liebenau ein und d.ierelbe Person sind. B renn er dagegen ist in die Werkleid-rmgs- komödie eingeweiht — er steht anscheinend im Dienste des Konrad, Jrmentraut im Dienste des Grafen, nud so bemiihen sich beide um die gleiche Sache. Jnmittèrr dieses Komplotts bewegt sich ahnungslos der alte Stadinaeu — er will von dem Ritter nichts wiffen; „denn er i fr ein Ritter" — aber auch den Konrad mag er nicht als Schwiegersohn; denn er ist „c i n s ch l e ch L e r Arbeiter" „versteht nichts vom Gewerb." — Sein Wunsch ist, daß Georg, der Knappe des Grafen und vermeintliche zweite Schmiedegeselle, seine Tochter heirate. *- Aber Georg will nicht und Marie will auch nicht. — Diese ver- wickelre Situation im Hause Stadingers wird dadurch noch schwieriger, daß plötzlich unerwartet und ungeEannt ein schwäbischer Ritter namens Adelhof in der Familie des Wormser Waffenschmiedes erscheint mit der yübschen Mission, Mane an den Mann zu bringen. Ein gründliches, aber sthon !eyr bejal)rteâ und häßliches „Rittersräulem", von Katzenstein mit Nämen, hat den Adelhof gesandt. Dieses Fraulein von Katzenstein stellt dem Grafen Liebenau nach. Sie hatt vernommen, daß der Erwählte ihres -HettzenK â