Erstes Watt.
anauer
Anzeiger
SezugSpreis:
OiertelfLhrlich 1,80 M., monatlich 60 Pfg„ für auS- D-üiAt Abonnenten mit dem betreffend«, PsstauM«g. Die einzelne Nummer lostet 10 Psg.
Erdrückt und verlegt in der Buchdrucker« deS verein, co. Waisenhauses in Hanan,
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- nnd Landkreis Hanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
ErM-SmlsSsrb-hn
Die MMpâur Pstitzeric oder deren Rsrun lö W^
Berantworü. NeLattrur: G. Schrecker m Hauau.
Nr. 65
Fernsprechanschktß Str. 605
Freitag den 17. März
Ferrrsprechanschkrtz Nr. 605,
1905
Amtliches.
Eandkreis Hanau.
MMmchnWi te Königliche« Lk«ör«iösmtö.
Die Herren Bürgermeister ersuche ich, mir die Protokolle über die im Jahre 1904 vorgenommenen Revisionen der Hilsskassen und örtlichen Verwaltungsstellen von Krankerlkassen, soweit sie noch nicht eingesandt sind, nunmehr bis MM 23. -. Mts. einzureichen.
Hanau den 16. März 1905.
Der Königliche Landrat.
V 1793 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Hus Hanau Stadt und Eand.
Hanau, 17. März.
* Ernannt. Se. Majestät der König haben Aller- gnâdigft geruht, den Regierungsrat Georg Frhru. v. Te tla u zu Cassel, den Rittmeister und Eskadronchef im Thüring. Ülanen-Rcgiment Nr. 6 Wilhelm v. Baumbach und den Grafen Gustav zu Dsenburg und Büdingen in Meerholz zu Meerholz nach Prüfung derselben durch das Kapitel und auf Vorschlag des Herrenmeisters Prinzen Albrecht von Preußen, Kgl. Hoheit, zu Ehrenrittern des Jo- haniterordens zu ernennen.
* Versetzt. Versetzt wurden: Brachmann, Garnison- VerwalMngs-Oberinspektor in Hanau, als Direktor auf Probe nach Altona, U t e r m a r k, Garnison - Verwaltungs - Oberinspektor in Schwerin, nach Hanau, Torkel, Garmson- DerwaltunFs-Jnspektyr in Marburg, als Oberinspektor auf Probe nach Freiburg i. B., Ebach, Garrnson-Verwaltungs- Kontrolleur in Münster, als Verwaltungs - Inspektor nach Marburg, Tietze, Militär-Bauregistrator in Cassel I, zum Militär-Dauamt in Thorn II, Dräger, Militär-Bau- registrator in Paderborn, zum Militär-Bauamt in Cassel 1.
_ * Beförderung von Arzneien. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat besondere Anordnungen für die regelmäßige Beförderung von Arzneimitteln erlassen. Nach Orten, an denen sich eine Apotheke nicht befindet, dürfen Arzneimittel in dauerhaften Kasten von höchstens 10 kor Gewicht mit Inhalt mit dem nächsten auf der Bestimmungsstation haltenden Personenzug oder Güterzug befördert werden. Die Arzneikasten müssen am Zuge oder bei der Station abgeholt werden. Die Beförderungsgebühr beträgt für alle Sendungen eines Monats 3 Mark. Für die Rückbeförderung der leeren Kasten wird eine weitere Gebühr nicht berechnet. Die Kasten müssen mit deutlicher Adresse und mit der Bezeichnung der Dersandapotheke versehen sein. Anträge auf Einrichtung
Feuilleton
Konzert des Oratorienvereius.
= Hanau, 17. März.
Der Oratorienverein wird in seinem letzten Konzerte dieser Saison, das Sonntag den 19. März, abends 7^ Uhr, im Saale der Turnhalle stattfindet, F. Mendelssohn-Bartholdys „Elias" zu Gehör bringen. Das Oratorium erlebte seine erste Auf- führung auf dem Musikfeste zu Birmingham am 26. August des Jahres 1846, also 10 Jahre nach der Erstaufführung des „Paulus". Von beiden Mendelssohn'schen Oratorien ist der „Elias" wohl das bedeutendere; es mag dies mit der Bedeutsamkeit des Stoffes zusammen hängen. Die im „Elias" vorkommenden Choralsätze sind von Mendelssohn frei erfunden und stimmen nur in ihrer äußeren Form mit der der pro- teftantifefjen Choräle überein. Der Text ist dem 1. und 2. Buche der Könige entnommen und hat teilweise eine freie Behandlung erfahren. Nicht allein die Solo-Partien, sondern auch die Chöre,' in denen der Komponist die „Liedform" innerlich auszugeftalten wußte, zeichnen sich durch ihren zürn größten Teil lyrischen Charakter und durch eine große musi- talische Schönheit aus. Mit dem „Elias" hat Mendelssohn ein Werk der Nachwelt überliefert, das nie seinen Wert ver- Uert, und das immer von musikalischen Kreisen gern wieder werden wird. Es sind 16 Jahre verflossen, daß der n^lias" zum letzten Male in unserer Stadt aufgeführt wurde. E^er Oratorienverein hat in zahlreichen Proben die Aufführung oes großen Werkes vorbereitet und die Besetzung der vier -oiopartim nur solchen Künstlern an vertraut, welche im r f$°n in anderen Städten mit Erfolg aufgetreten Vertreterin der Sopranpartie, Frl. Martha Beines H ^t eine in den Rheinlanden bekannte und ge- Sängerin. Zahlreiche günstige Kritiken aus Bonn, T Düsseldorf und anderen Städten liegen vor. Ueber Ortung im „Elias" gelegentlich einer Aufführung ^ Werkes in Essen schreibt eine Zeitung: „Es fand diese
einer regelmäßigen Beförderung müssen von den Apotheken 8 Tage vor Beginn des Versandes bei der nächsten Gepäck- abferügungsstelle eingereicht werden. Bei diesen Abfertigungs- stellen können auch die Bedingungen eingesehen werden.
* Das thüring. Ulanenregiment Nr. 6 wird während bet' diesjährigen Brigade- und Divisionsmanöver der 25. Division zugeteilt, da die zu dieser Division gehörende 25. Kavalleriebrigade in den Verband der zu bildenden Kavalleriedivision B. tritt.
* Vom Manöver. Die bisherigen furzen Mitteilungen über das Gelände für die diesjährigen Brigade- und Dioisions- manöver können jetzt noch ergänzt werden. In Aussicht genommen ist für diese Manöver ein Gelände innerhalb des Regierungsbezirks Wiesbaden, das jedenfalls begrenzt wird durch die Mainstrecke Frankfurt-Mainz, den Rhein, die Lahn, die Grenze gegen den Kreis Wetzlar, gegen Oberhessen und gegen den Landkreis Hanau. Das westlich einer gedachten Linie Hofheim-Jdstein-Limburg liegende Gelände wird der 25. Division, das östlich dieser Linie liegende Gelände der 21. Division zugeteilt. Von dem Manövergelândc erhält die 42. Infanterie - Brigade (Regimenter 166, 80 und 81) den östlichen Teil des Geländes, welches begrenzt wird durch die Linie Buhlenberg, Weilmünster, Chaussee Wellmünster- Ermnershausen, Altweilnau, Pferdekopf, Judenkops, Glas- kopf, Eichkopf, Stauffen, Straße Lorsbach-Hofheim, Okriftel. Der westlich dieser Linie gelegene Teil wirb der 41. Infanterie-Brigade zugewiesen. — Verstärkt wird die 41. Infanterie-Brigade durch den Stab der 21. Kavallerie-Brigade, die 1., 3., 4. Eskadron Hus.-Regts. Nr. 18 und das Feld Art.-Regt. Nr. 27, zur 42. Infanterie-Brigade tritt der Stab der 21. Feld-Artillerie-Brigade, die. 2. und 5. Eskadron Hus.-Regts. Nr. 13, das Feld-Artillerie-Regiment Nr. 68. — Das Regiments- und Brigade-Exerzieren findet im Ma- növergelânde statt; für die 42. Infanterie-Brigade ist das Gelände zwischen Frankfurt und Homburg v. d. H., für die 49. Infanterie-Brigade das Gelände bei Wiesbaden vorgesehen. — Das Infanterie-Regiment Hessen-Homburg Nr.
166 hält zusammen mit dem Infanterie-Regiment Nr. 168 Gefechtsschießen ab.
P Der Flotzverkehr auf dem hochgeherrdeu Moinstrom hat sich neuerdings überaus lebhaft entwickelt. Der Aschaffenburger Floßhafen ist fast überfüllt, weshalb sich die Flößer schon weiter oben festsetzen mußten. Die beiden Mainufer zwischen Sulzbach und Obernau sind bereits mit verankerten Flößen stark belegt. Von dort aus erfolgt der Verkauf an Großhändler aus Mainz und Kastel. Die Hölzer stammen meistens aus dem Böhmerwalde und österreichischen Gebirgsteilen, von wo aus die Bahnverftach- tung bis nach Kronach geschieht. Die meisten Flöße repräsentieren einen Wert von 10 000 bis zu 20 000 M. Die
Partie in Frl. Beines eine ganz vortreffliche Vertreterm, ihr Organ ist besonders in der Höhe von köstlichem Reiz." Auch der Allisttn, Frl. Anna Stutz aus Stuttgart, geht ein guter Ruf voraus; die Sängerin" stammt aus der vortrefflichen Schule von Frau Rückbeil-Hiller und hat in Süddeutschland an der Seite ihrer berühmten Lehrerin als Ora- toriensängerin manche Erfolge erzielt. Herr Anton Koh- mann, ein junger Pole, welcher in Frankfurt seine Ausbildung gefunden hat, ist mit großem Erfolge in der Tenor- partie des „Elias" am Anfänge dieses Winters in Cassel aufgetreten und hat in vielen anderen Städten so gut gefallen, daß er schon mehrfach gute Engagernentsofferken für die Bühne erhielt. Ueber die "künstlerischen Qualitäten des Vertreters der Titelpartie, Herrrr Adolf Müller, ist das Hanauer Publikum genügend unterrichtet, so daß man allgemein weiß, welch hoher Genuß uns durch seinen Gesang bevorstehen wird. Möge der Oratorienverem seine Bemühungen durch einen zahlreichen Besuch des Konzerts, belohnt finden, was um so mehr zu wünschen ist, da keine Kosten gescheut werden, um eine würdige Aufführung des Vieifter- werkes zu Stande zu bringen.
Jubilüiims-Konzert der „Scrnimiüi".
H. Hanan, 17. März.
Unter den zahlreichen Vereinen unserer Vaterstadt steht der hierorts gut eingeführte Gesangverein „Germania" gegen- wärttg in der Jubiläumszeit seines 25jährigen Bestehens. Aus kleinem Ansange langsam emporgewachsen und unter schwierigen VerhälMissen hat sich dieser jetzt recht beachtenswerte Gesangeskörper mämtig ausgedehnt. Zahlreiche Gefanges-Abende nnd öffentliche Darbietungen gaben uns bereits allgenugsam Zeugnis von seiner Leistungsfähigkeit. Ganz besonderes Verdienst an diesem Emporblühen gebührt wohl mit Recht seinem rührigen Dirigenten, Herrn Georg Wagner, der sich keine Mühe verdrießen ließ, um an diesem Werke tätig mitzuhelfen.
, Im Hinblick auf diese Jubiläums-Feier erbrachte uns der gestrige Abend im großen Saale der hiesigen „Centralhatte" ein gutbesuchtes Fest-Konzett. Wenn. ein solches Unternehmen eine riskante Aufgabe bedeutet, von deren gelingen
Flößer sind vollauf mit der Verfrachtung der Hölzer be schnftigt. ♦
§ Mainreife. Das im Auftrag der preußischen Strombaubehörde mit einem Kostenaufwand von 50,000 Mk. neuerbaute Regierungs-Salonbootchen „Adler" unternahm gestern die erste Mainreise von Frankfurt nach Seligenstadi. Dröhnender Böllerdonner verkündete vom schmucken Schrauben- dampfer aus den staunenden Uferbewohnern das frohe Ereignis. Das prächtige Doot ist mit Doppelmaschine und mit allem Komfort der Neuzeit ausgestattet und kann auch zu Schleppdiensten Verwendung finden. Das außer Dienst gestellte frühere Regèerungs-Dampfbootchen „Delphin" wurde zum Preise von 2000 Mk. an einen Privatunternehmer zu Rüdesheim abgesetzt.
* Vorsicht dürfte am Platze sein gegenüber bett hic und da auftaudfenben Angeboten, die darauf hinausgehen, Photo- graphieu umsonst zu vergrößern. Der hinkende Bote kommt meist hinterdrein, auch sind hier, wie noch erinnerlich sein wird, manche trübe Erfahrungen in dieser Hinsicht gemacht worden.
* Benefiz Gehrmann. Auf das heute zum Benefiz für Herrn Regisseur Paul Gehr in a n n zur Aufführung gelangende Volksstück mit Gesang: „D e r V i e h h â n o l e r aus >O b c r ö st e r r e i ch" möchten wir nochmals besonders Hinweisen. Der Beginn dieser Vorstellung ist auf T1^ Uhr festgesetzt.
** Die Nidelnttgenfagc «nv ihre Heimst am Rhein. Kein (Strom der Welt kann sich an landschaftliche; Schönheit, an malerischem Rei; mit unserem lieben deutscher; Rhein, bem heiß und viel umstrittenen, aber immer deutsch - gebliebenen, messen. Wohl gibt es größere und breitere Ströme, aber keinen, der ihm an Poesie und Romantik, wie sie sich um seine Ufer weben, auch nur entfernt gleich käme. Jede Stadt, jede Burg, jedes Schloß, jede Kapelle erzählt ein Stück deutscher Geschichte, deutscher Poesie und deutschen i^npfindenö, am sagenumwobenen Rhein haben auch die ältesten und größten Sagen ihre Heimstätte aufgeschlagen, als herrlichste die große Heldensage vom Nibelungenhorts ent die sich in den altgriechischen Heldensagen verwandtschaftliche Anklänge finden. Den Ursprung und die allerersten Anfänge haben wir wohl im nebelgrauen Altertum zu suchen, als die ersten Naturmenschen die Vorgänge am Himmetsbogen beobachtend, sich darunter Kämpfe zwischen gewaltigen Göttern vorstellten, bei denen der Feuergott (die Sonne) immer wieder bett Sieg davontrug. Dann hat sie wohl bei den großen indogermanischen Völkerstämmen, die am Himalaya ihren Sitz hatten, greifbarere Gestalt angenommen und als sich von da große Völkerströme nach bem Westen ergossen, an den Ufern des Rheins ihre endgültige Heimat aufgeschlagen. Unter
man im voraus ziemlich sicher sein muf; — ohne ein Fiasco zu erleiden, — so kann sich der obige Verein zu fernem Erfolge gratulieren; denn es zeigte sich uns ein vollbesetzter Saal, ein Beweis dafür, daß es ihm vollends gelungen ist, sich die Sympathie eines dankbaren Auditoriums zu erwerben.
In der Tat war auch das Dargebotene derart, das Mènschenherz nach der langen Winterqual endlich 'wieder einmal durch den frischen Hauch eines echt volkstümlichenLiedes neu zu beleben und für den bereits erwachten Frühling besonders empfänglich zu gestalten. ~ Das. schön zusammengestellte Progranun zeigte uns in seiner Eingangs-Nummer den stimmungsvollen ’ Chor von R. Wiesener „O Zeiten holder Jugendlust", der fettens des gut geschulten Materials mit tiefer Enwfindung, sicherer Intonation und recht geschnmckvoller Auffaffung interpretiert wurde, wenngleich in den höheren Lagen des ersten Tenors sich zuweilen ' eine kleine Trübung bemerkbar machte, die jedoch die allgemeine Klangwirkung nicht beeinflusste.
Auch in den beiden folgenden a capella-Chören „Wenn nicht die Liebe wär" und „Das treue Mutterherz", welche Tongebilde ihrer einfachen Vertonung und ihrer schlichtete Volkstümlichkeit wegen manchem neuzeitigen Komponisten als nachadnwmgswertes Muster dienen bürsten, zeigte der strebsame Verein die volle Kraft seines Könnens, indem namentlich auch die geschmeidigen Bässe ihre Sicherheit und Ausdehrmngsfühigkeit bewiesen. — Die Perle des Abends war 'nnverhohlM die korrette Darbietung des tief ergreifenden, echt volkstümlichen Chores von K. Schauß „Ich hört ein Vöglein pfeifen", der mit gang besonderer Akkuratesse, Sicherheit und Ausdrllcksschürfe sich zu einer Acuster-Darbietung gestaltete. Auch die sich anschließenden beiden folgend« Nummern „O denk an mich zurück" nnd namentlich „Der Edelmann gt da" wurden gut und recht mit Gefühlswärme den emsig tauschenden Hörern zu Gehör gebracht.
Außer dem zeigte uns das Programm zwei gediegene Chor werke mlü unterstützter Instrumentation, einesteils mittels bes rches ters, andernteils unter Begleitung von Klavier und Harrnomum. In letzterer Bearbeitung erbrachte uns der feft= gebende Verein Kremsers wuchtig und tief empfindsam angelegte „Hymne an die Madonna" und zuletzt Gowmâ