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* Evanstel. Dereittslians. Morgen Sonntag abend 8 uhr findet die Weihnachtsfeier des Hiesiaen Soldalenheimes, verbunden mit Ansprachen, Gesang und Deklamationen statt, wozu jedermann herzlichst eingeladen ist.
• Den den Apotheken ist morgen nachmittag von 3—9 Uhr die Einhorn-Apotheke geöffnet.
♦ Alpenverein. Wie alljährlich, wird die hiesige Sektion auch in diesem Winter für ihre Mitglieder eine zwanglose Festlichkeit veranstalten, zu welcher die Vorbereitungen bereits im Gange sind. Dieselbe findet am 20. Januar in den Räumen der Turnhalle statt, welche es ermog- llchen, die verschiedensten Unterhaltungen zu arrangieren, von denen einstweilen nur ein Karussell und das Preivkegcin für Damen erwähnt sein möge. Im übrigen sind während des gemeinschaftlichen Essens Militärkonzert und gesangliche sowie sonstige Darbietungen vorgesehen und Sorge getragen, daß auch die tanzfrohe Jugend in gewünschtem Maße zu ihrem Recht kommt. E'nzeichnungsliste wird nach dem Weihnachtsfest in Umlauf gesetzt und ist um so mehr zu erwarten, daß auch diese Veranstaltung der Sektion sich zahlreicher Besucher erfreuen wird, als die diesjährige Wintersaison, wie wir hören, nur wenige derartige gesellige Arrangements bietet.
* Eingemeindungsfragen. In der Angelegenheit der beabsichtigten Eingemeindung Kesselstadts in den Verband der Stadt Hanau wurde eine aus Mitgliedern beider Körperschaften bestehende Kommission gebildet, die die Vorfragen zunächst zu prüfen hat unb zwar in Gemeinschaft mit der von der Kesselllüdter Gemeindevertretung gewählten Kommission.
* Gewissenlos. Ein seit längeren Jahren verheirateter Waldarbeiter W. hat seine Frau hier zurückgelassen und ist mit seiner Geliebten, einer Näherin B., durchgegangen. Das vorhandene Geld hat er mitgenommen.
* Einbrüche. Sowohl in der Brauerei Koch als in einem Gemüseladen hiesiger Stadt wurden in verflossener Nacht Einbrüche verübt und die Pulte erbrochen. Den Einbrechern fiel Bargeld von etwa M. 1.60 in die Hände.
* Kärntner Nationalkonzertc. Wir verweisen noch- mals auf die morgen Sonntag und übermorgen Montag im „Deutschen Hause" stattfindenden Konzerte vonJäk. Damhofers Koschat-Lieder-Quintett.
* Wiener Spitze. Am Sonntag tritt in der Wiener Spitze die Gesellschaft Elzenheimer & Kemp auf. Da die Gesellschaft uns von ihren Gastspielen im Deutschen Haus als eine gute bekannt ist, wird ein Besuch sich bei dem billigen Eintrittsgeld lohnen.
* Für Kanarienliebhaber. Wie aus einer heutigen Annonce ersichtlich, veranstaltet der hiesige Kanarienzüchter- Verein Freitag den 22., Samstag den 23. und Sonntag den 24. d. M. eine Weihnachtsverkauis-Ausstellung edler Kanarienhähne in dem Laden ' des Herrn Jaeger (Hotel Riesen). Der Verein beabsichtigt mit diesem Arrangement dem Publikum Gelegenheit zu geben, unter einer reichen Kollektion Vögel bei kulanten Preisen ein passendes Weihnachtsgeschenk auszusuchen.
* Hunveviebstahl. Einem Bauunternehmer wurden zwei wertvolle Hunde gestohlen.
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-st. Mindesten, 16. Dczbr. (Zugzusammenstoß). Gestern abend kurz nach halb 12 Uhr stieß zwischen den Stationen Windecken—Ostheim in der Nähe des Viadukts der von Hanau kommende Güterzug Nr. 6771 auf den von Friedberg fälligen Güterzug Nr. 7542. Glücklicherweise wurde die gefährliche (Situation von den Zugführern noch im letzten Augenblicke bemerkt, sodaß der Zusammenstoß beider Maschinen ein leichter war. Außer der Handverletzung eines Bremsers, kamen keine Personalverletzungen vor. Der Materialschaden ist noch unbekannt. Der Personenverkehr mit dem heute morgen 4.55 Uhr von hier nach Hanau abgehenden Personenzug konnte durch Umsteigen an der Unfallstelle bewerkstelligt werden, während der Personenzug 6.11 Uhr wieder freies Geleis hatte. Der betr. Stationsbeamte hatte angeblich den einen Zug abgehen lassen, den anderen aber nicht angenommen.
Weitere Berichte „Aus Stavt und Land" im 2. Blatt.
Für Errichtung eines Anssichtsturmes auf dem Buchberge bei Langenselbold
gingen ein:
Durch Ludw. Bissert-Rückingen. . 7.50 Mk.
Voriger Betrag . . . 716.— „
Zusammen bis jetzt 724.50 Mk.
Weitere Spenden nimmt gerne entgegen die Redaktion des „Hanauer Anzeiger."
Samstag
Hus Dab und Vern.
Hombressen, 14. Dezbr. Ein gröberes Schadenfeuer brach hstrselbst am Dienstag abend zwischen 6 und 7 Uhr aus. Vermutlich inw'ae eines Defektes cvn Schornstein entstand im Hause des Ackermanns Wilh. Herbold Feuer, welches alsbald auch auf das Nachbargrundstück des Gemeinde- rechners Schäfer übersprang und sowohl dieses wie das Herboldsche Haus einäscherte.
FC. Hetsfeld, 15. Dezbr. In Breitenbach bei Bebra brach an einem Neubau ein Gerüst. 2 Maurerlehrlinge und 2 Handlanger stürzten infolgedessen ab. Während die be den ersteren mit leichten Verletzungen davonkamen, wurden die Handlanger schwer verletzt.
FC. Höchst u. M., 15. Dezbr. Heute vormittag stürzten mehrere Betondecken sowie die nördliche Wand des Messer'schen Saalncubaues im „Grünen Baum" zusammen. Zum Glück war gerade Frühstückspause, so daß sich keine Arbeiter in dem Bau befanden.
o K^ein-Ktotzenbitto, 15. Dezbr. Bei der gestern von der Offenbacher blauen Jagdaesell chaft im hiesigen Feld- gemarknngsgebiete veranstalteten Treibsand wurden von beiläufig 22 Schützen annähernd 500 Hasen zur Strecke gebrückt. Auch einige Rehe, die sich aus den nahen Waldungen in den Schußbereich verirrt hatten, wurden erlegt.
T. Aus dem Kreis Büdingen. Aus der Zusammenstellung der letzten Hauplkörung eraibt sich, daß in unserem Kreise 125 Faselbullen Simmentaler Rasse, ferner 64 Eber Jorksh rerasse mK 71 Ziegenböcke Soaver Kieuzung zu Zuch'zwecken von den Gemeinden gehaben werden. In der größten Anzahl der Gemeinden ist die Unterhaltung der Tiere an eine Privatperson vergeben. Nur 10 (von 75) Gemeinden haben ihre Tiere in eigener Reste. Das Ergebnis in Bezug auf Dualität, Haltung und Pflege muß als gut bezeichnet werden.
):( Ober-Ingelheim, 18. Dez. In der Kasse des hstsioon Spar- und Tarlehnsvereins wurde ein Fehlbetrag uon 3000 M. festgestellt. Der stellvertretende Kassierer Joseph Hüber wurde festgenommen.
w. .Kaiserslautern, 16. Dewmber. Die „Pfälzische Presse" meldet aitë Zweibrücken: In dem Mordprozeß gegen die Gebrüder Hirtz aus Zweibrücken beziebunoku weise, Pirmasens verurteilte das Schwurgericht den Friedrich Hirtz wegen Raubmordes, begangen an der Witwe Stolz aus Uffenheim (Mittelfranken) und wegen Mordversuches zur Todesstrafe und 14 Jahren Zuchthaus, seinen Bruder Georg wegen Beihilfe zu 8 Jahren Zuchthaus.
Weitere Berichte „Ans Nal, und Fern" im vierten Blatt.
Randel, Gewerbe und Verhebt.
Marktbericht.
Hana u, 16. Dechr. (Lebensmittelpreise.) Geflügel: Tauben, das Pärchen 80 bis 1,00 Pfg.; ein alter Hahn 1,30—1,80 Mk.; ein junger Hahn 0,80 bis 1,30 Mark; ein Huhn 1,20—1,60 Mk.; eine Ente —.— Mk.; eine Gans 3,50 bis 5,00 Mark, Gans gerupft, das Pfd. 70—75 Pfennig; Fische: gewöhnl. Sorte 35 Pfg., bessere Sorte 40 Pfg., Hecht 1,00 bis 1,30 Mk., dreiem 50—60 Pfg., Barben 50—60 Pfg,, Barsch 60—70 Pfennig per ^2 Kilogramm; Gemüse: Meerrettich die Stange 5—20 Pfennig; Blumenkohl, das Stück 40—70 Pfennig, Kopfsalat, Stück 15 Pfennig, Endivien, das Stück 10 bis 15 Pfg.; Rettich, das Stück 3 — 5 Pfg., Ober-Kohlrabi, das Stück 6—7 Pfg.; Urner-Kohlrabi, das Srück 10 bis 15 Pfennig; Wirsing, das Stück 10—20 Pfg., Weißkraut, Stück 10—30 Pfg.; Rotkraut das Stück 25—35 Pfennig, Sellerie, das Stück 10—25 Pfg., gelbe Rüben, das Pfund 10 Pfennig; Braunkohl, eine Portion 20 bis 30 Pfennig; Rosenkohl, ein Pfund 30 Pfennig; Schwarzwurzeln, Portion 20—30 Pfg.; Spinat, das Pfund 25 Pfennig; Schmalzkrau!, eine Portion 10 bis 20 Pfennig; Kartoffeln, "Doppeltster 14—15 Pfennig; Obst: Trauben, Pfund 70 Pfg., Aepfel, 1 Pfd. 20—35 Pfg., Birnen, Pfd. 15—25 Pfg., Nüße, das Hundert 60.Pfennig, Citronen, das Stück 6—8 Pfg.; Apfelsinen, d. St. 4—10 Pfg., Paradiesäpfel, d. Pnmd 70 Pfg; Verschiedenes : Butter, d. Pfd. 1,20—1,40 Mark; Käse, 1 Stück 4—6 Pfg.; Eier, Stück 6—10 Pfg.; Gäirsccier das Stück — Pfennig: Zwiebeln, Pfund 10 Pfg.; Welschkorn, Doppeltster 30 Pfg.; Radieschen, das Bündel 10 Pfennig; Kastanien, Pfund 20 Pfennig; Weizenmehl, 1. Sorte 20 Pfennig; 2. Sorte 18 Pfg.; 3. Sorte 16 Pfennig; 4. Sorte 14 Pfennig — ‘/s Kilogramm.
Gcncral Trotha in Hamburg.
Hamburg, 15. Dezember 1905.
Heute früh 4 Uhr ist der Dampfer „Prinz-Regent" mit dem General von Trotha an Bord im Hamburger Hafen ein- getroffen. Er legte in aller Stille am Petersenkai an. Bis Tagesanbruch blieb an Bord und am Kaischuppen alles ruhig. Erst als der junge Tag zu grauen begann, wurde auf allen Schiffen der Deulsch-Ostafrika-Linie und der Wörmann-Linie über den Toppen geflaggt. Regen und Nebel halten aufgehört, und wenn die Witterung auch noch etwas trübe und minbig war, ließ sie doch eine festliche Stimmung amfommen. Um S1^ Uhr traf die Musikkavclle des Regiments Hamburg im Schuppen 28 ein und stellte sich gegenüber dem zum Hinterschiff des „Prinz Regenten" führenden Gangway auf. Kurz vor 9 Uhr kamen dann die Herren, die den heimkehrenden General von Trotha begrüßen wollten, in einer Barkasse der Deutschosiafrikalinie am Petcrienkai an. Vom Hamburger Senat waren die Herren Bürgermeister Dr. Burchard und Senator Dr. Lepvenberg erschienen. Der kommandierende General des IX. Armeekorps Generalleutnant von Bock und Polach war mit der gesamten Generalität
4» Dezember
und seinem Stabe zugegen. Vom Berliner Oberkonimaudc ivarcn der Chef des Stabes der Schutztruppen in den deutsche! Kolonien Oberst Ohnes 0 r g und Major Puder gekommen Die Deutsch-Ostafrika- und die Wörmann-Linie waren durch bie Herren dolf und Edua d Wörmann, Amsinck und Hertz vert eten; auch der frühere Kriegsminister von Goßler war zum Empfang seines Sohnes erschienen. Die Herren begaben sich nach dem Schuppen 28 und nahmen SlupeUuno nor dem Gangway, auf dem um 9 Uhr General v. Troche mit den Offizieren, die mit ihm'von Deutsch-Afrika zurück gekehrt sind, fich vom Schiffe zum Schuppen beaab. Ec waren die Herren Major von Kamptz, Major Uthmanu, Hauptmann Graf Zech, Oberleutnant von Ehrenbera, Leutnant von Goßler unb Oberarzt Welz. Exzellenz von Trotha sah ausgezeichnet frisch und gesund aus; die tropische Sonne hat seinem Gesicht eine gelbbräunliche Färbung gegeben. Als bie Herren sich im Kaischuppen gegenübecstanden, nahm
General von Bock und Polach
das Wort zu folgender Ansprache:
Auf allerhöchsten Besicht ist mir der ehrenvolle Auftrag geworden, Eure Exzellenz beim Betreten des demschen Bodens' zu begrüßen. Außer dem Willkomm"nsgruß, den ich im Au'- • trage Sr. Majestät bc5 Kaisers ausspreche, bringe ich hier- ; mit auH die Ge ühle treuer lamerabfif änlicher Gesinnung Zum Ausdruck. In den anberfhaib Jahren, in denen Sie die kriegerischen Dperaoonen unserer braven Truppen energisch und eutich'ossen geleit-'t haben, hat sich der alle gute Ruf der ! deutschen Feldsoldaten in der Ueberwindung der allergrößten Lchwicrigkeiten, in Ausübung von Mannesmut und Disziplin j bestens bewährt. Die allerhöchste Würdigung dessen und b-e Anerkennung ist ja erfolgt durch Verleihung des Ordens, pour le mmite, den Herr Oberst Ohnesorg Euer Exzellenz ' persönlich überreichen wiib. — Hier machte General von 2'ocf und Polach eine Pause, in der Oberst Ohnesorg beii Orden überreichte uub fuhr dann fort: Der warme Dank ] des Vaterlandes ist Eurer Exzellenz für das, was Sie ge- leijtct haben, gewiß. Meine Wünsche lasse ich ausklingen in ; kon Ruf: „Exzell uz von Trotha und alle, die mit ihm zu- 1 rückgekehrt sind, und alle, die jetzt vor dem Feinde stehen, hoch ! hoch! hoch!
Trothas Antwort.
Als das Hoch verklungen war, nahm General v. Trotha ; das Wort zu folgender Erwiderungsrede:
„Der Empfang, der mir durch Euer Exzellenz und (zu Bürgermeister Dr. Burchard gewendet) durch Euer Magni- j sizenz geworden ist, gereicht mir zur höchsten Ehre und, j größten Freude. Ich spreche Ihnen dafür den aufrichtigsten Dank aus. Als Soldat und Beamter habe ich nur meine Pflicht getan. Ich glaube mit vollem Recht aussprechcu zu dürfen, daß wohl noch nie ein grausamer Krieg mit solcher Mäßigung durchgeführt würbe. Unsere Truppen haben cux Mannesmut und Disziplin die alten Tugenden der deutschen Armee gezeigt. Ich bin erfüllt von Dank gegen Gott unb i den Kaiser, da ich jetzt zum ersten Male wieder deutschen Boden betrete. Es lebe Se. Majestät der Kaiser, Hurra!"
Im Anschluß an das von allen Anivesenden ausgebrachte Kaiserhoch spielte die Musik die Nationalhymne. Dann begrüßte Exzellenz v. Trotha alle Herren mit Handschlag. Hiernach begaben sich die Herren an Bord des „Prinz- Regenten", wo ein Frühstück eingenom " i wurde. General v. Trotha saß in der Miiie der mittleren großen Tafel des Speisesaions zrvischen Bürgermeister Burchard und General von Bock und Polach. Lelttnant v. Goßler mußte im Sessel zur Tafel getragen werden; er leidet so sehr an Rheumatismus, daß er sich zu ebener Erde nur auf zwei Stöcken bewegen kann. Sein Vater nahm ebenfalls an der Tafel teil. Hauptmann v. Sauer überreichte .Exzellenz v. Trotha unb den übrigen zurückgekehrten Offizieren die übliche Liebesgabe des Senats, ein mit Zigarren gefülltes Etui, mit dem Hanl- burger Wappen und der Zuschrift „Glückliche ' Heimkehr" geschmückt. In angeregter Unterhaltung blieben die Herren eine Stunde vereint. Nach 11 Uhr begab sich General v. Trotha an Land und fuhr zum „Hamburger Hof", wo er abpieg.
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Ansertionen Zb^ ständig <Ba . den „Hmm Amtigtl"
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