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Liertehährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Psg., FH «ui» bärtige Abonnenten mit dem betreibenden Postcmsjchlag« Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Rotationsdruck und 8 erlag der Buchdruckerei bei verein. «. Warenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Anltiiihts Organ für Stallt« und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Die fünfgespaltene Petttzeile oder deren Raum 15 ^ im ReklamenteU die Zeile 35 Pfg, verantwort!. Redakteur: G. Schrecker in Hana».

Nr. 293 Fernsprcchanschlutz Nr. 605. Donntrstag den 14. Dczenibcr K«rnspreck,ans»k«k Nr. 605. 1905

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Tlmtliches.

Stadtkreis k)anau.

Nachbenannte hiesige Privatpersonen:

1. Kaufmann Georg Gerner, Antoniterstraße 10,

2. Bauunternehmer Karl Knoll, Marktstraße 5,

3. Maler Karl Kurz, Nürnbergerstraße 6,

4. Dachdeckermeister Adam Schultheis, Neugasse 2,

5. Silberschmied Wilhelm Vollert, Dettingerstr. 12,

6. Fabrikant Karl Weber, Mühlstra^e 2 halten Brieftauben, rve'che der Militärverwaltung zur Verfügung gestellt sind und daher den Schutz des Reichs­gesetzes vom 28. Mai 1894, betreffend den Schutz der Brief­tauben und den Brieftaubenverkehr im Kriege, genießen.

Hanau den 11. Dezember 1905.

Königliche Polizei-Direktion.

ÜNNNr.67 v. Beckerath.

Stadt- und Eandkreis Hanau.

In Frankfurt a. M. ist in der Westendstraße ein Hund unter lollwutverdächtigen Erscheinungen verendet.

Da der Hund frei umhergelaufen ist, hat der Königliche Polizei-Präsident für den Stadtkreis Frankfurt a. M. die Him)esverre für die Zeit vom 11. d. Mts. bis ein­schließlich 11. März 1906 angeordnet, was hiermit zur allgemeinen Kenntnis gebracht wird.

Hanau den 12. Dezember 1905.

Der Königliche Landrat und Polizeidirektor.

lVNr.8006 J. A.: Conrad, Kreissekretär.

Stadtkreis Hanau, ^efnnntmndiimg.

Der Beginn des diesjährigen Weihnachtsmarktes wird auf den 17. Dezember festgesetzt. Mit dem Auf­schlagen der Stände darf am 16. Dezember, nachmittags 2 Uhr, begonnen werden. Die Plätze werden Freitag den 15. Dezember d. J., nachmittags 3 Uhr, auf dem Marktplatze verlost.

Die näheren Bedingungen werden vor der Verlosung be­kannt gegeben.

Hanau den 12. Dezember 1905.

Der Magistrat.

I. A.: Vr. Koppen. 24288

Bekanntmachung

Nachdem der Plan betreffend die Bebauung vom Gelände

Feuilleton.

Konzert des Marienkirchen-Chores.

Am Dienstag abend wurde in der Marienkirche eine geistliche Musikaufführung des Marienkirchenchores geboten, die den schönsten Verlauf nahm. Der Advents- und Weih- nachtsgedanke kam durch die zusammengestellten Chöre, Soli, Duette und Orgelvortrüge, die unter sich wieder in inni 'ent Zusammenhanae standen, ganz prächtig zum Ausdruck und war vorzüglich geeignet, die Zuhörer m die rechte Weihnachts­und Advenlsstimmung zu vei setzen.

Wenn wir zuerst des Chores gedenken, so ist von ihm nur Lobenswertes zu 'agen. Die Longabe war recht an­sprechend, die Aussprache deutlich und sorgfältig, der Vortrag fnsch und kraftvoll. Wenn sich zuweilen eine Helle Klang­farbe namentlich bei den Baßstimmen bemerkbar machte, so lag das wohl daran, daß der Chor der tieferen und aus­giebigen Baßstimmen enibehrt.

Unter der tüchtigen Lenung des Herrn Lehrers Georg Wagner kamen die einzelnen Choräle und C'wre klang­schön zum Vortrag. Jede einzelne Nummer ließ die größte Sorgfalt und musikalisches Verständnis zweifellos erkennen. Die beste Leistung war wohl der Vorirag des Chores von Prätorius :Es ist ein Ros entsprungen." Die feine Ab­tönung und der edle weihevolle Vortrag gewährten einen un­getrübten Genuß. Nächstdem gefiel uns am besten:Wie lieblich sind auf den Bergen d e Schritie der Boten", von H. M. Schleiterer, eine Komposition, die vermöge ihres meisterhafien Tonsotzes Beachtung verdient. Auch der Vor­trag des kunstvoll bearbeiteten Bruch'schen ChoresIn der Christnacht" beanspruchte reiche Anerkennung, wenngleich dem Sopran die hohe Lage am Schluffe der Tondicktuna nickt ^anz bequem erschien.

nördlich der Frankfurterlandstraße bis zur krummen Kinzig am 5. d. Mts. förmlich festgestellt worden ist, wird derselbe von nun an auf Grund des § 8 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 im Rathäule, Zimmer 21, während der Geschäfts­stunden zu jedermanns Einsicht offen gelegt.

Hanau den 11. Dezember 1905.

Der Magistrat.

I r. Gebeschus. 2431g

Hus Hanau Stadt und Eand.

Kana«, 14. Dezember.

Beamten-Personalnachrichten.

Ernannt: der Privatdozent in der philosophischen Fakultät der Universität Marburg Professor Dr. August Brauer zum außerordentlichen Professor in der philo­sophischen Fakultät der Universität Berlin, die Rechtsanwälte Peyser und Röver in Eschwege zu Notaren, der Pfarrer extr. Humburg zum Pfarrer in Heisebeck, Klasse Gotts­büren, der Referendar Vehring zum Gerichtsassessor, die Rechtskandidaten Wittmer, Varrentrapp und Engel­hardt zu Referendaren.

Bestellt: der außerordentliche Pfarrer Franken­berg zum Hilfspfarrer in Fechenheim.

* Költiftl. Amtsgericht. Wegen baulicher Aenderungen im Hause können Freitag den 22. Dezember d. I., nachmittags und am S a m s t a g den 2 3. D e z e in b e r d. Js., nur ganz eilige nicht bis zum 27. d. M. aufzuschie­bende Anträge und zwar im Erdgeschoß im Gerichts­kassenzimmer entgegen genommen, Eintragungen in die Grundbücher aber überhaupt nicht vorgenommen werden. Das Publikum wird daher ersucht, seine unaufschiebbaren Anträge tunlichst schon vor den genannten beiden Tagen an­zubringen.

* Bahnprojekt Neuses-Seligenstadt. In einer zu Alzenau stattgefundenen Sitzung des Komitees für Er­bauung einer Bahn von Neuses nach Seligenstadt (Fort­setzung der Freigerichter Kleinbahn) wurde die Eingabe an das Königl. bayerische Staatsministerium um Erteilung der Genehmigung zur Vornahme von Vorarbeiten besprochen und abgefertigt.

* Viehseuchen. Im Regierungsbezirk sind zur Zeit folgende Ortschaften verseucht: Rotz der Pferde: Kreis Hofgeismar: Kelze. Tollwut: Kreis Fritzlar: Werkel. Kreis Wolfhagen: Ehlen. Schweineseuche (Schweine­pest) : Stadtkreis Cassel: Cassel; Landkreis Cassel: Dorn­hagen, Sandershausen, Großenritte, Weimar, Simmers­

Solistisch wirkten mit: Frl. Wilhelmine Weißmann aus Frankfurt a. M. und Frl. Elisabeth Fritsch von hier. Frl. Weißmann löste ihre Aufgab- durch den Vortrag der schwierigen Allarie aus dem Wnhnach'soratorium von J. S. Bach und durch den AltsoloD'e Hirten" von G. Corne­lius zur vollen Zufriedenheit. Die modulat onsfähige Alt­stimme der Sängerin hat einen angenehmen Klang; ihr Vor­trag ist einfach und natürlich und empfindungsreich. In Frl. Elisabeth Fritsch lernten wir eine Sopranistin kennen, die über eine schöne, gutgeschulle und sympathisch klingende Stimme verfügt, die den weiten Raum der Kirche ausfüllt. Ganz prächtig erklangen die Sopranarie aus dem Messias von HändlErwach zu Liedern b^r Wonne" und der So­pransoloDer Christbaum" von P. Cornelius. In beiden Liedern z igte Frl. Fritsch, daß ihre Voriragskunst auch nach der Seite tiefer Empfindung größte Beachtung verdient. Hoffentlich haben wir Gelegenheit, die junge Dame noch öfters als Vertreterin geistlicher Gesänge zu hören.

Auch die Duette, von beiden Damen vorgetragen, gefielen sehr gut und machten den besten Eindruck. An der reichen Anerkennung der Solisten partizipiert auch der vorzügliche Deg'eiter der Gesänge Herr D. Pau! stich, der durch die Beg'eitung sowohl als auch durch die solistischen Vorträge auf der Orgel seine bekannte Meisterschaft zeigte.

Durch die das Konzert eröffnende, wirkungsvolle Orgel- Fantasie über:Wie soll ich dich empfangen" von J. S. Bach, die Fantasie über0 sancii^imn" v. Stehle und Allein Gott in der Höh sei Ehr" von G. Flügel ließ Herr Paul stich die Vorzüge seines Orgelspiels: Klarheit und Durchsichtigkeit im Vortrag, technische Sicherheit, bis ins kleinste fein gegliederte Phrasierung, verständnisvolle und geschmackvolle Registrierung in den Vordergrund treten und drückte den vorgetragenen Werken ein unvergeßbares Ge­präge auf.

Schließlich sei noch bemerkt, daß der neu hergerichtete Cborstand sich dem Chor als sehr vorteilhaft erweist. Wir

hausen, Vollmarshausen; Kreis Eschweae: Schafhof; Kreis Fritzlar: Dissen, Gleichen, Ermetheis, Geismar, Gudensberg, Haddamar, Besse; Kreis Fulda: Opperz; Kreis Hersfeld: Hilperhausen, Aua, Tann; Kreis Hofgeismar: Immen­hausen, Mariendorf, Holzhausen, Ehrsten, Grebenstein, Ge­wissenruh, Veckerhagen, Lippoldsberg; Kreis Hünfeld: Ru- dolphshan, Obermansbach; Kreis Melsungen: Deute, Beiseförth, Melsungen, Melgershausen; Kreis Rotenburg: Hergershausen, Hübenthal, Hornel, Ersrode; Kreis Schmal­kalden : Steinbach-Hallenberg, Fambach, Barchfeld; Kreis Wolfhagen: Rittergut Hohenborn, Domäne Burghasungen, Domäne Rangen, Wolfhagen. Geflügelcholera: Kreis Ziegenhain: Ziegenhain. Influenza der Pferde (Brustseuche): Kreis Hersfeld: Hersfeld; Kreis Schmal­kalden: Brotterode.

* Marktpreise. Im Monat November 1905 be­trug in Hanau der Durchschnittspreis für 100 k<r Weizen Mk. 17.37, Roggen Mk. 16.25, Gerste Mk. 17.05, Hafer Mk. 16.28, Erbsen (gelbe) zum Kochen Mk. 19., Speise- Bohnen (weiße) Mk. 31.63, Linsen Mk. 54.25, Eßkartoffeln Mk. 5.28, Richtstroh Mk. 5.24, Krummstroh Mk. 4., Heu Mk. 7.62, Rindfleisch im Großhandel Mk. 129.; im Kleinhandel für 1 k? von der Keule Mk. 1.55, vom Bauche Mk. 1.45, Schweinefleisch Mk. 2.-, Kalbfleisch Mk. 1.49, Hammelfleisch Mk. 1.38, Sveck (geräuchert) Mk. 2.30, Eßbutter Mk. 2.58, Eier ein Schock 60 Stück Mk. 5.10.

* Ladenpreise. Im Monat November 1905 be­trug in Hanau der Durchschnittspreis für 1 k<r Mehl _ zur Speisebereitung aus Weizen 36 Pf., Roggen 27 Pf., Gersten- Graupe 45 Pf., -Grütze 39 Pf., Hafergrütze 43 Pf., Hirse 36 Pf., Reis, Java (mittlerer) 49 Pf., Kaffee, Java-, mittlerer (roh) 2 Mk. 40 Pf., gelber (in gebrannten Dohnen) 3 Mk. Pf., Speisesalz 20 Pf., Schweineschmalz 1 Mk 75 Pf.

* Weihnachten naht ! Wie alljährlich, so stellt sich auch diesmal der Deutschnationale Handlungsgehilfen-Verband in Hamburg bei uns mit der Bitte ein, unsere Leser und vor allem unsere geehrten Leserinnen darauf hinzuweisen, daß es eine außerordentliche Erleichterung für die Geschäftsinhaber und ihre Angestellten bedeutet, wenn die Einkäufe nach Mög­lichkeit nicht in den späten Abendstunden und in den letzten Tagen vor Weihnachten besorgt werden. Wenn man be­denkt, wie angestrengt die Angestellten der meisten Laden­geschäfte die letzten vierzehn Tage vor dem Feste bis in die sinkende Nacht hinein arbeiten müssen, wie durch die unver­meidliche geistige und körperliche Abspannung nach solcher Ueberarbeit das Weihnachtsfest für sie nur bedingungsweise das schönste Fest genannt werden darf, wird man die herz­liche Bitte des Handlungsgehilfen - Verbandes verständlich

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glauben, sagen zu können, daß die klangliche Wirkung eine bessere geworden ist, soweit der Chorstand hierbei in Betracht kommen kann. Zudem ist der Stand architektonisch nicht zu unterschätzen und gereicht der Kirche zur Zierde.

Stadtthcatcr in Hanau.

Harm«, 14. Dezember.

Mit der gestrigen Aufführung des Saftigen Schwankes Madame Bonivard" wurde wieder einmal ein ergiebiges Feld der französischen Literatur berücksichtigt, auf welchem die fremdländischen Autoren durch ihre wenn auch noch so seichten so doch raffiniert gewählten Sujets immer wieder zu verblüffen wissen. So rief denn auch gestern abend das gelungene, allerdings etwas bejahrte, Werk bei dem Publikum wahre Lachsalven hervor. Die Titelrolle Madame Bonivard", jene verbissene böse Sieben von einer Schwiegermutter, zeichnete Frl. I a i d a ganz vortrefflich, was umsomehr anzuerkennen ist, als diese Partie zu über­schwänglichen Extravaganzen leicht verleiten kann. Herr Hauser wußte den phantastischen Komponist derwüsten Insel"Henry Dunval" mit angenehmem Humor sehr wirk­sam wiederzugeben, ebenso lag der durch die unglaublichsten Kalamitäten geplagte, schmachtende Liebhaber und Verlegen­heitsrednerBourganeuf" bei Herrn K emps in trefflichen Händen. Herr O s c a r s e n wußte sich deskleinen Ferdinand"Corbulon" mit Geschick zu entledigen. Einen liebenswürdigen SchwadroneurChampeaux" gab Herr Ny g rin und fand in Fräul. Helliot (Diane") eine Partnerin, die durch ihr anmutiges Spiel eine gute Wirkung erzielte. Mit neckischer Schelmerei spielte Frl. Bachmann die häuslickeGabriele", ihr paßten sich Fräul. BehrenS (Mariette"), Frl. Stahl (Viktoire") und Schröder (Landmann") humorvoll an. Die Regie des Herrn Hauser ließ nicht iu wünschen übrig.