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Gebrückt uab verlegt in da Buchdruckerei deS Baân. au VaijeahauieS in Harum.

General-Auzeiger

Amtliches Organ für Statt- und Faudkreis Kaum.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,

Verantwort!. RLakteurr S. Schrecker io Hex»

Ak. 3 8, FerilspreckaMsiiß Nr. 605.

Dienstag den 14. Februar

Fernspreckanschluß Nr. 605. 1905

ßfm«

Amtliche Beilage" Nr. 3.

Amti-ches.

Stadtkreis ßanau.

Ausschreiben.

Am 10. d. Mts. geien 6 Uhr abends hat sich die am 7. Februar 1879 zu 'Seligenstadt, Kreis Offenback, geborene und hier Weberstraste Nr. 16 bei ihrer Mutter wohnhafte ; ledige Katharine Nestel, welche seit längerer Zeit gemüts­krank war, aus ihrer Wohnung heimlich entfernt und ist bis jetzt in dieselbe nicht zurück gekehrt.

Sie ist ungefähr 1,631,64 Meter gro», von schlanker , Statur, kat blaffe (Skn*tBfarbe, dunkelb'ondes Haar und trägt blau und grün sortierte Taille, schwarz und weiß ge« sprenkelten Oberrots, schwarze Trägerschürze, einen schwarz und weiß gestreiften, einen hellblau und weiß gestreiften und einen grünen Unterrock, ein weißes Dieberhemd K. N. gezeichnet, schwarze Strümpfe, schwarze Knopsstiesel und ist ohne Kopf- bedeckung.

Sie trug ein kleines Portemonnaie mit ungefähr 4 Mk. Inhalt bei sich.

Ohne jemand anau^ehen, geht sie mit zur Erde gerichtetem Blick und ist von auffallend scheuem Wesen, indem sie sich von bösen Geistern verfolgt glatbu

Um schonende Anhaltung und Drahtnachricht, falls die Person betroffen, oder etwas über ihren Aufenthalt betannt werden sollte, wird ersucht.

Hanau den 13. Februar 1905,

Königliche Polizeibirektion.

kNr.1215 I. A.: v. Schlieben, Reg.-Assesior.

Stadtkreis ßanau.

Bekanntmachung.

Bei der gestern vollzogenen Wahl der Beisitzer und Er'atz beMtzer für das Kaufmannsgericht zu Hanau sind ge­wählt worden:

I. Als Beisitzer:

AuS dem Kreise der Kaufleute: Iulius B rlizbeimer, Ernst Z mmermann, Bruno Clauß, Ernst Döring, Heinrich Kaiser, Albert Deines.

Aus dem

Kreise der Handlungsgehilfen:

Charles F. Joseph, Heinrich Sandberg, Hermann Scküler, Konrad Helbig, Jo n Joshua, Karl Kalthoff.

II. Als Grfatzbtksitzer:

Aus dem Kreise der Kaufleute: Adolf Almeroth, W. Kämmerer jun., Max Mainzer, Heinrich Deines, Paul Lauser, E. H. Müller.

AuS dem

Kreise der Handlungsgehilfen:

Wilhelm Walter, C riftian Stoll, August Brackmann, Rickard Dießner, Sally Fürst, Paul Richter.

Beschwerden gegen die Rechtsgültigkeit der Wahl sind binnen einer Aus chlußfrist von einem Monat, affo bis zum ; 13 Mârz 1905, bei dem Vorsitzenden des KaufmannSgerichts anzubrinam.

Hanau den 14. Februar 1905.

Der Vorsitzende des Kaufmannsgerichts.

J. V.: Wagner. 3096

LtikiMtfllichr toSutrtii Hamit.

Nächste Versammlung Snmstan ven 18. d. MIK.- nachmittags 21/* Uhr, im Gasthaus zum goldenen -öwen hier.

Tages-Ordnung:

1. Geschäftliche Mitteilungen.

2. Bezug von Saatkarioffeln.

3. Vortrag des Herrn D. Haselhoff aus Marburg über Eaatzucktwirtschasien.

4. Wahl der Delegierten für die Ausschußsitzungen der Landwirtschaftskammer im Jahre 1905.

o. Neuwahl des Vorstandes. ki. Ausnahme neuer Mitglieder.

7. Auswahl der Hengste für die Station Milhelmsbad.

8. Sachliche Mitteilungen.

Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende Bekannt­machung des landwirtschastlicken Kr-isvereinS in den Ge­meinden wiederholt in ortsüblicher Weise bekannt macken. Hanau den 10. Februar 1905.

Der Königliche Landrat. v. B e ck e r a t b.

Hus ßanau Stadt und Cand.

San au den 14. Februar.

Wohnilligsaufnahme

am 25. November 1904.

DaS Stadtbauamt erstattete nachstehenden Bericht:

Die am 25. November 1904 stadtseitig vorgenommene Wohnungszählung ergab, daß 306 Wohnungen leer standen. Nach der Veranlagungsliste für die städtischen Wasserabgaben sind in hiesiger Stadt Wohngelegenheiten mit einem Miet- werte:

von

0144

M. = 746 auf welche leerstehende entfallen 70

V

145-180

ff 772

w

ff ff

36

W

181-240

f = 14< 1

ff

ft st

48

w

241-300

, =1018

ff

34

4010

186

von

301500 M. = 16R9 auf welche leerstehende entfallen 70

,/

500-800

, = 763

ft

ff ff

32

ff

801-1000

. = 227

tf

» M

8

ff

1001 ab

- = 264 ,

tf

W "

10

Zusammen 6953 Wohnungen, davon unbew. 306 auf 100 Wahrungen allo 4,4 unbewohnt.

Hiernach würde scheinbar ein normaler Zustand in der Wohnungsfrage bei uns eingetreten fein, da nach den heutigen Anschauungen in Bezug auf Wohnungsangebot und Statt frage ein Ueberschuß an Wohnungen von 3 pCt. unbedingt im Interesse der Wobnungsfürlorge liegt und die Steigerung dieses Satzes bis 5 vC>. wirllchaftlich zulâ sig ist. (Vergl. Begründung zum Wo^nungsgesstz und Entwurf.) Da jedoch hierbei nicht allein die Zahl der leerstehenden Wohnungen und das Verhältnis derselben zur Gesamtzahl, sondern auch in erheblicher Weise die Beschaffenheit der Wohnungen miliprickt, wurde zunächst eine Prüfung der leerstehenden Wohuuuoen mit einem Mietwert bis 80Ö Mark vorgenommen, in der Annahme, daß etwaige Sdaten und Mängel sich am ersten bei den niedrig bewerteten Wohngelassen zeigen werden. Dann wurde diese Grenze von 3G0 Mark auch in Rücksicht darauf gezogen, daß die Stadt gewillt ist, in erster Linie für günstige Wohngelegenheiten ihrer eignen Arbeiter und Bediensteten, so­wie der minderbemittelten Erwerbsklass n zu sorgen, welche etwa ein Einkommen bis 1500 Mk. haben und bei gesunden wirtschaftlichen Verhältniffen höchstens 1 6 ihres Ver­dienstes also 300 Mk. Wohnungsmiete zahlen können. Nach obiger Aufstellung sind in unsrer Stadt 4010 Wohnungen bis 300 Mark Mietwert und standen hiervon am 2). Nov. 1904 186 derselben 4 6 pCt. Die Aufnahme dieser 186 Wohngelegenheiten etc ab nun, daß nur 71 von ihnen zum Bewohnen zu empfehlen sind, weitere 55 nur bei einer Not­lage noch als Wohnungen herangezogen werden können, der Rest aber von 60 Gelaffen aber als durchaus minderwertig und für Wohnzw cke ungeeignet angesehen werden müssen. D>e 71 empfehlenswerten Wohnungen betragen aber nur 1,75 pCt. der Gelamiwohnungen, um den wünschenswerten Satz von 3 pCt zu erreichen, müssen noch die 55 geringwertigen Wohnungen hinzugezo en werden. Nach den MietSforderungen und nach ihrer Beschaffenheit verteilen sich die 186 leerstehen­den Wobnun ren in folgender Wei'e:

MietSwert

Gesamtzahl der Wohnung.

Anzahl der leern eh en­den Woh- Nnn en

Von den Leerstehenden sind:

zum Bewohnen geeignet

gering' wertig

zum Bewohnen ungeeignet

0 144

746

70

9

19

42

145-180

772

36

10

13

18

181-240

1474

46

22

19

5

241300

1018

34

30

4

4010

186

72

»

60

Ist hiernach schon der Schluß berechtigt, daß an guten kleinen Wohnungen für die minder b mittelten ErwerbSklassen ein Wobnungsmangkl bei uns vorhanden ist, so wird man diese- unbedingt zugeben müssen in Anbetracht dessen, daß hier nur die 186 leerstehenden Wohnungen auf ihre Beschaff nheit hin untersucht wurden, und bei den gegenwärtig vermieteten und benutzten auch noch eine größere Zahl recht minderwertiger sein werden, wenn auch bei diesen nicht gerade der Prozentsatz

der schleckten und manAelhaffen so koch angenommen werden braucht, wie er sich bei den bis 144 Mark bewerteten 70 leer­stehenden Wohnungen, von denen 42 als zum Bewohnen un­geeignet bezeichnet w°rden müssen, ergeben bat.

Daß ein WoSnunqSmängel an Kleinwohnungen bei unB besteht, findet des Weiteren auch noch seine Bestätigung durch Vergleich der vorhandenen Wohnungen bis 180 Mark Miet­wert, von denen na* Abzui der festqestelllen ungeeigneten und geringwertigen nur 1431 Glück vorhanden sind, mit der An­zahl der ^auShaltun^svorstânde mit dem entsprechenden Ein­kommen bis 900 Mark, welche nach der Wählerliste für bk Stadtverordneten-Wahlen 1904 allein 1570 beträgt; und hierbei sind doch die ©erheirateten Militârpersonen und Witwen, welche eigne Hausstände haben, sowie die verheirateten Arbeiter unter 25 Jahren, und alle die Familien, welche noch nich' 2 Jabre hier wohnhaft sind, unberücksichtigt geblieben.

In Anbetraât dies r Zahlen ist es erklärlich, wie selbst die ungesunden und schlechten Wohngelasie zu einem unverhältniS* ms^iq teuern Preise noch vermietet werden können. Die Stadt als so'che ist in Erkenntnis dieser Sachlage aber verpflichtet, Mittel und Wege zur B-fferung der Wotznverhä'.tniffe gerade für die fermsten der Armen zu f(baffen, denn aus diesem Mißstände erwachsen ihr ja die verschiedensten Nachteile. Nicht nur, daß ein Teil ibrer Bevölkerung in diesen unzulänglichen Wohnungen an der Gesundheit und damit auch an der @r« werbSfähigkeit Schaden leidet, sondern ein hoher Prozentsatz hiervon wird bei dem WohnungSmißstande auch armenpflege- bedürftig, und mit ihm wachsen direkt die für Armenunter» stützung aufzubringenden ®rmemhelaften. F-rner entsteht aber bei dem Vorhandensein fo^er ungesunden Wohnungen, selbst wenn sie augenblicküch leer und unbewohnt sind, die weitere Gefahr, daß gerade die untersten und wirtschastlich schwächsten Elemente der stark bevö kerten umliegenden Ortschaften nach unsrer Stadt gezogen werden, wo sie sich einmal weniger der Beobachtung ihrer Umgebung ausgesetzt fühlen und dann na* Gewinnung der OrtSansässigreit die wohl auch weiter gehende städtische Armenfürlorge gewinnen.

Im eigensten Interesse unseres Gemeinwesens liegt eS da­her, die bestehenden Zustände beffernd in der WohnungSfürsorge weiter ooranjuge^tn, und bestrebt zu fein, sowohl durch Schaffung neuer gesunder Wohnungen dem stetig wachsenden Wohnbe- dürsnis zu entsprechen, wie auch nach und nach die leider noch zahlreichen ungesunden und schlechten Wohnungen zu beseitigen.

* Kaisermanöver. Während der Kaisermanöver wirb der Kaiser einige Tage im Homburger Schloß Wohnung neh­men. Die Kaiserparade wird auf demselben Platz stanfiuden, wie 1883, also zwischen Ober- und Niedereschbach. Die Manöver werden größtenteils in Rheinhessen, ferner zwischen Wiesbaden und Homburg abikhalten.

* Sommer- «nv Herbstserien. Mit Genehmigung des Herrn Unlerrichtsministers hat baB Provinzial-Schul» foSegium zu Gaffel bestimmt, daß für die höheren Schulen des Regierungsbezirks Gaffel in diesem Jahre ausnahms­weise der Anfang der Sommerferien auf den SamStag der zweiten Juliwoche, d. i. den 8. Juli, verlegt und zugleich auch der Beginn der Herbstferien vom 23. auf den 30. September versLoben wird.

* Briefgeheimnis. Daß es schändlich fei, fremde Briefe zu erbrechm, erbrochene, wenn man sie findet, heimlich zu lesen; verwahrlost angetroffene Brieftaschen vorwitzig zu durchsuchen; in einem Zimmer, worin man allein gelassen wurde, sich offenliegenden Briefschaften zu râhern, anstatt sich gifilffentlich von ihnen zu entfernen, darüber ist unter allen rechmchen Menschen nur eine Meinung und Gefühl. Auch der Frechste errötet, wenn er bei einer solchen Handlung über­rascht wird; er weiß, daß nach dem einstimmigen Urteile der Menscken, in Vergleickung mit ihm, dem Späher durch Wand> ritzen und Echlâffellöcher, der Horcher an Türen, der Laurer in Gesellschaften noch ein ehrliches Gewerbe treckt, und daß sich das zweite zum ersten verhält, wie Taschendieberei zu nächt­lichem Einbruch U"d Straßenraub.

* Marnunq vor denwilden" Auskunsts^ Nttd Inkasfo-Vnreans. Es vergeht kein Monat, ja kaum eire Wocke. wo nicht irgend ein neues Auskunfts« oder Jnkaffo'Unternehmen seine Sorten öffnet. Freilich ist auch die Zahl dieser ^Zn^iiute" nicht klein, welche nach kurzem Dasein zu Grabe getragen werden, zahlreiche Geschäfts eute, die sich durch Prospekte, in denen der Mund etwas voll ge­nommen wird, und durch die Redegewandtheit der Acquisi­teure einsangen ließen, alS Leidiragende hinterlassend. Den Kunden wird von denAuskunfteien", die meist einen hoch- trabenden lateinischen Namen in der Firma haben, alles mög­liche versprechen, wovon später nicht der zehnte Teil gehalten wird. Es ist unbegreiflich, wie angesichts der schon so oft 5