Einzelbild herunterladen
 

Erstes m

Einrückuugsgebühr r

Bezugspreis:

vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., H5r aus­wärtige Abonnenten mit dem betretenden Postausjchlaz, Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

-kotationSdruck und Verlag der Buchdruckerei deS verein, ev. WaijenhaujeS in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für 51adt- nuL Landkreis Kana«.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 15 PsO im RektameuteU die Zeile 35 Pfg,

verantwortl. Redakteur: G. Schrecker in Hanau.

9tL 292 Fernsprechanschlus; Nr. 605. lMumwiiiiM>liawjaHiMBi!niRmiiii»wrirmmriiiwtfiiiMMiMM^^

Mittwoch den 13. Dczciiiber

fyernsprechanschluf; Nr. 605.

1905

Hierzu

Amtliche Beilage Nr. 19."

Amtliches. Bekanntniachimg.

Pakete nach Orten des General-Gouvernements Warschau (Russisch-Polen) werden von den Postanstalten bis auf weiteres nicht zur Beförderung angenommen.

Berlin W. 66 den 12. Dezember 1905.

Der Staatssekretär des Reichs-Postamts.

K r a e t k e.

Stadtkreis Fjanau.

Sitzung der Stadtverordneten- Bersammlnng

am Donnerstag den 14, Dezember 1905, nachmittags 5 Uhr, im oberen Saale des Rathauses.-

Dagesordnnng: x

1. Baufluchtänderung an der Bruchköbelerlandstraße.

2. Festsetzung eines Gebührentarifs für die durch das städtische Vermessungsamt auszuführenden Vermessungs- arbciten für Private.

3. Erneuerung der Haftpflichtversicherung bei dem Allge­meinen Deutschen Versicherungsverein in Stuttgart.

4. Erneuerung der Feuerversicherung des Wasserwerks 1 lind Nachbewilligung der Kosten mit 493,70 Mk.

5. Verlegung der Gas- und Wasserleitung zum Neubau Aahnstraße 22.

6. Verlegung der Gasleitung in der Marien- und Karolinen­straße in Kesselstadt.

7. Notbeleuchtung im Stadttheater.

8. Vermietung des früher Scbiebelhut'schen Hauses.

9. Rechnung der Gaswerkskasse für 1904.

10. Desgl. der Sammel wasenmeisterei.

11. Desgl. der Begräbniskasse.

12. Desgl. der Asservate und Vorschüsse.

13. Desgl. der Stadtkasse Abt. 11 B für 1904.

14. Desgl. der Schlachthofkasse für 1904.

15. Materialienrechnung der Armenverwaltung für 1904.

16. Außerordentliche Revision der Sparkasse.

17. Unfall des Oekonomen Hoffmann am Wallweg.

19 j Verpachtung von Grundstücken in Groß-Auheim.

20. Bewilligung weiterer Mittel zur Beschaffung der Säug­lingsmilch.

Hieran anschließend geheime Sitzung.

Jim 4^2 Uhr findet Sihrrnsi des Rechnimps- prüfitNfts-Attsschusses statt, dazu die Nummern 9 10, 11, 12, 13, 14, 15.

Um 43,4 Uhr Sitzung des Wahlausschusses, dazu die Nr. 20.

Hanau den 8. Dezember 1905.

Der Stadtverordneten-Vorsteher.

Canth al. 24246

Jm Namen des Königs.

In der Strafsache gegen den Weißbinder Karl

Winter in Klein-Auheim, dort geboren am 21. November 1883, katholisch, wegen Beleidigung hat das Königliche

Schöffengericht in Hanau in der Sitzung vom 28. Novem­ber 1905, an welcher teilgenommen haben:

Amtsrichter I >,. Siebert als Vorsitzender, Kaufmann LudwiqEscher),.. 3 - Kaufmann Andreas G r ü n,j beiöe """ Oanau, als Schöffen,

Amtsanwalt Engler als Beamter der Staatsanwaltschaft, Assistent Dilling als Gerichtsschreiber, für Recht erkannt:

Der Angeklagte ist der öffentlichen Beleidigung des Eisen- bahn-Assistenten Glowicki in Hanau und der Widerstands­leistung schuldig und wird verurteilt zu vier Monaten Ge­fängnis und zu den Kosten des Ve' fahrens.

Der Königlichen Eisenbahn-Betriebsdirektion Frankfurt a.M., als die vorgesetzte Behörde des Beleidigten, wird die Befug­nis zugesprocken, den entscheidenden Teil des rechtskräftigen Urteils binnen vier Wochen nach dessen Zustellung auf Kosten

Die heutige Ulm

des Angeklagten einmal imHanauer Anzeiger" zu veröffent­lichen.

gez. Pp. Siebert. 24224 Ausgefertigt unter Bescheinigung der Rechtskraft.

Hanau den 7. Dezember 1905.

(L. S.) Rößing, Sekretär,

Gerichtsschreiber Königlichen Amtsgerichts Abt. 4/

NMteotfta des Amtsgerichts Lmgcilsclbsld.

Es ist eingetragen:

An Abt. unter Nr. 2: Ziegelei Ravolzhausen, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Ravolzhausen, Sitz in Ravolzhausen.

Gegenstand des Unternehmens ist Erwerb unb Weiter­betrieb der Ziegelei der zur Zeit im Konkurs befind­lichen Firma Müller und Will zu Ravolzhausen. Zur Erreichung dieses Zweckes ist die Gesellschaft auch be­fugt, gleichartige oder ähnliche Unternehmungen zu er­werben, sich an solchen zu beteiligen, oder deren Ver­tretung zu übernehmen.

Das Stammkapital beträgt 40,000 Mark.

Geschäftsführer ist Kaufmann August Stange zu Niederursel bei Frankfurt a. M.

Gesellschaft- mit beschränkter Haftung.

Der Gesellschaftsvertrag ist am 29. November 1905 abgeschlossen.

Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, so wird die Gesellschaft durch mindestens 2 Geschäftsführer oder durch einen Geschäftsführer und einen Prokuristen ver­treten.

Langenselbold den 8. Dezember 1905.

Königliches Amtsgericht. 24247

Gcfniidciic mid verlorene Gcncnstnndc re.

Gefunden: 1 Stoßkarren, 1 Taschenmesser mit Futteral, 1 Manschetten knöpf von Perlmutter, 1 Schlüsselbund (6 Stück): 1 Päckchen Haarnadeln, auf dem Friedhofe 1 Bund Schlüssel (6 Stück).

Verloren: 1 Portemonnaie mit 24 Mk., 1 Paket mit 2 Hemden, 1 Taschentuch und 1 Paar Strümpfe, 1 blaue Kinderkapuze von einem Kindermäntelchen (rot gefüttert), 1 schwarzer Tibet-Pelz, 1 Paket mit 6 Taschentüchern und mit einem Meter Weißzeug, HFüll- Federhalter.

Zugelaufen: 1 gelber Dachshund, w. Geschl.

Entlaufen: 1 schwarzer Spitz, m. Geschl.

Hanau den 13. Dezember 1905.

Hus Hanau Stadt und fand.

Hanait, 13. Dezember.

* Volksschnlnntcrhaltnngsgcsetz. Der Magistrat beschloß, eine Kommission zu wählen, die sich mit der Frage zu befassen haben wird, ob die Rechte, die in dem Volks- schulunterhalningsgesche enthalten sind, den Anforderungen entsprechen, die an die Gemeinden durch das Gesetz gestellt werden. Die Kommission hat dann später entsprechende Schritte vorzuschlagen. '

* Postalisches.. Um einen übermäßigen Andrang zu den Schattern des hiesigen Hauptpostamts und eine zeitweise Neberlastung der Beamten zu vermeiden, macht die hiesige Handelskammer die beteiligten ^eife darauf aufmerksam, daß es sich im Interesse einer rascheren Abfertigung emp­fiehlt, die Auflieferungen und Abholungen nicht auf die letzte halbe Stunde oder, w e beobachtet, auf die letzten 20 Mi­nuten vor 8 Uhr abends zu verschieben, sondern sie mehr auf den ganzen Abend zu verteilen. Dies ist gerade in letzter Zeit besonders notwendig, da die erhöhte Geschäfts­tätigkeit vor dem Weilmacbisfest an die Leistungsfähigkeit des Postamtes außerordentlich hohe Anforderungen stellt.

Die Wirren in Nnßland imS der Pofiver- kehr. Pakete nach Orten des General - Gouvernements Warschau (Russisch-Polen) sind bis auf weiteres wieder von der Annahme ausgeschlossen.

Hk. Aiishebimft des Ausstthrverbois für Mais. Die rumänische Regierung hat das Ausfuhrverbot für Mais aufgehoben.

* Proteftverfammlimgen. An Orb hielten der Zentrums-Wahlverein und .der Tabakinteressenten-Verein Protestversainmlungen gegen die geplante Mehrbelastung des Tabaks ab. Auch die Hanauer Handelskammer hat dem Vernehmen nach eine Eingabe gegen diese Vorlage an den Reichstag gerichtet. mer umfaßt außer dem Unterhaltungsbla

* Protest geaen die neue Brausten er. Ain Saale des Gasthauseszum Elephanten" fand gestern nach­mittag eine Versammlung des Vereins der Gastwirte und Restaurateure für den Stadt- und Landkreis Hanau statt, die sich mit der neuen Brausteuervorlage beschäftigte. Der Vorsitzende, Herr Schü ß ler, gab einige ziffernmäßige Dar­legungen über die Belastung des Dranereigewerbes durch die neue Steuer, die einen erheblichen Minderkonsum und viele Gastwirte an den Bettelstab bringen müsse. In einer ziem­lich erregten Debatte wurde diesem Gedanken ebenfalls Aus­druck verliehen und von unserem Reichstagsabgeordneten ver­langt, daß er gegen diese Belastung der breiten Massen des Volkes Front mache. Zum Schluß wurde eine Resolution mit folgendem Wortlaut angenommen:Die heutige Ver­sammlung erhebt entschieden Einspruch gegen die von der Rcgieruitg geplante Biersteuer, da durch dieselbe der gesamte Gastwirtestand auf das schwerste geschädigt werden muß. Sie erblickt darin eine ganz besonders schlimme Bedrohung des kleinen Gastwirts, der umsomehr eine Schonung seiner An- Kressen verlangen kann, als- ja alle bürgerlichen Parteien und die Regierung vorgeben, daß sie den Mittelstand schützen und nicht zu Grunde richten wollen. Aus diesem Grunde erwarten wir von dem Vertreter unseres Wahlkreises, Herrn Amtsrichter Dr. Lucas, daß er gegen die Regierungsvorlage stimmen werde." Dieser Beschluß soll unserem Reichstags­abgeordneten brieflich mitgeteilt werden. Ein aus der Mitte der Versammlung beantragter Zusatz, die Regierung möge für die Besteuerung des Reichs eine progressive Reichsein­kommensteuer einführen, gelangte nicht zur Annahme.

* Stadtttzeaier. Auf die heute stattfindende Auf­führung des beliebten SchwankesMadame Bonivard" sei nochmals ganz besonders hingewiesen.

* Wohltat? akeits - VorfteNuttg. Zum Besten der durch die russischen Katastrophen so schwer Heimgesuchten wird am Freitag eine Aufführung von GutzkowsUriel A c o st a" staNfinden. Herr Hofschauspieler Radius, welcher hier durch seine früheren Gastspiele aufs beste be­kannt ist, wird die Titelrolle spielen und dürfte dadurch der ohnehin schon einem guten Zwecke geweihte Abend auch noch ein bedeutendes künstlerisches Interesse erhalten. Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß der ganze Ertrag dieser Vorstellung dem Komitee überwiesen wird. Der Vorverkauf findet morgen Donnerstag von 45 Uhr an der Theater­kasse statt.

* Die Gesellige VerbindungHanovia" tritt seit ihrem Bestehen mit einem Familienabend, welchen sie am 14. Aanuar 1906 im Saale zurStadt Bremen" veranstaltet, das erstemal vor die Oeffentlichkeit, worauf wir jetzt schon aufmerksam machen wollen. Da die Verbindung erst vor kurzer Zeit ins Leben gerufen wurde, so wird sie umsomehr alles daran setzen, ihren Freunden und Bekannten diesen Abend so angenehm wie nur möglich zu gestalten. Die Vorbereitungen lassen das beste erhoffen, wir können daher den Besuch nur bestens empfehlen.

* Geflügelzucht. Die 3 Nummern, welche Herr Heinrich R o e d i g e r dahier bei der internationalen Aus­stellung in Antwerpen ausgestellt hatte, wurden sämtlich prämiiert und zwar schwarze glattb. Langshan mit dem 1. Preis, gelbe Orpington mit dem 2. Preis, Silberh.-Darking mit dem 1. Preis und dem Ehrenpreis. Gewiß ein erfreu­liches Zeichen für die Geflügelzucht am Platze.

Gerichtesaal

Sitzung des Schöffengerichts vom 12. Dezember.

Der Kellner H. benahm sich in der Herrnstraße so flegel­haft, daß ein Schutzmann einschreiten mußte. Diesen be­leidigte er durch eine landläufige Redensart. Die Beleidigung kostet den H. 30, die Uebertretung der straßenpolizeilichen Vorschrift 3 Mark Geldstrafe. Der Melker S. aus der Schweiz stahl einem Bauunternehmer in Großauheim ein Fahrrad. Urteil: 1 Monat Gefängnis. Ein Bettler erhält eine Haftstrafe. Der Knecht H. vom Kinzigheimer Hof soll einen Betrug dadurch begangen haben, daß èr in Bruch­köbel eine Zeche für Nachtquartier, Trinken u. s. w. machte und morgens ohne Zahlung verduftete. Er hatte am Tage der Kontrollversammlung von morgens bis abends gezecht und seinbares Geld ging alles drauf," sodaß er wahr­scheinlich erst am andern Morgen merkte, daß er vollständig blank" war. Das Gericht nimmt daher nicht an, daß er von vornherein die Absicht hatte, zu bemogeln und erkennt auf Freisprechung. Die Verkäuferin K. war hier bei einer Schuhwarenhändlerin beschäftigt und entwendete derselben in einem unbewachten Altgenblick aus einem Schrank 2 Mk. Da die Angeklagte nicht aus Not gehandelt, vor Gericht auch ziemlich dreist auftritt und keinerlei Reue zeigt, wird sie mit 2 Wochen Gefängnis bestraft. - Der Konditor S., der früher in einer Bäckerei in der Lamboy,

Leite».