Erstes Statt
tSeza-SpreiS:
Liertrl^httich 1,80 M., monalUch 60 Pfg., jut aus» Wertig» atieniiottcn mit dem Lâefsendeu Postautzchtag, ®* ätyelnt Nummer kostet 10 Pfg.
Vedrackt nab verlegt in der Buchdruckerei des verein, n. WaiseuhauseS in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ fiir Stadt- und Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
EiurLckuugSgeSühr»
Die jüa/gefpäii« Peützeil« oder deren Naum 16 Pf^ an Neklamenteil die Zal« 3ö Pfg.
Berantwvrü. Redaktem t 8. Schrecker in Hanau.
Nr. 161 Frrnsprechanschluh Nr. 605.
Mittwoch den 12. Juli Frrnspr-chanfchlusr Nr. 605. 1905
Amtliches
Stadtkreis Fyanau.
Infolge Neu- bezw. Umpftaftermig wird die Stein- tytimerfttafte und zwar vom Wallweg bis zur Gärtner- straße und von der Altstraße bis jur Nömerstraße vom 13. h. Mts. ab auf die Dauer von 4 Wochen für den Fährverkehr gesperrt.
Hanau den 11. Juli 1905.
Königliche Polizei-Direktion.
I. V.: v. Schlieben, Reg.-Assessor.
Stadtkreis Fianau.
Steuererhebung.
Die Erhebung der Stenern und des Schulgeldes für die Monate Jutt/September er. beginnt m't dem 12. d. Mts.
Erhebetage:
Zettel Nr. 1-3000 vom 12. bis 21. Juli er., Zettel Nr. 8001-6000 vom 22. Juli bis 2.
August er.,
Zettel von Nr. 6001 ab vom 3. bis 14. August.
Im übrigen verweisen wir aus die aus dem Stenerzettel ausgedruckten Bestimmungen.
Hanau den 12. Juli 1905.
Stad tka^e.13437
Der Landwirt Friedrich Mohn L. von Langenselbold, Sohn des Konrad Mohn 6r, geb. 12. September 1854, ist durch Beschluß des unterzeichneten Gerichts vom 7. Juli 1805 wegen Trunksucht entmündigt. — E 1/05. Langenselbold den 7. Juli 1905.
Königliches Amtsgericht. 13480
MwirtsWWr Akisverck Hom.
Seitens des Landwirtschaftlichen Kreisvereins findet am Sonntag den 16. d. Mts. eine Besichtigung bäuerlicher Wirtschaften in Ravolzhausen, der Güter Bruderdiebacherhof und Baumwieserhof, sowie des Bullenstalles in Langenselbold statt. Anschließend hieran Versammlung des Vereins in der Wirtschaft von Schweinsberger daselbst, wo voraussichtlich ein Dortrag gehalten werden wird.
Treffpunkt der Teilnehmer aus Hanau pünktlich um 1 Uhr mittags bei der Wirffchaft „zum goldenen Löwen", Vorstadt 1, hierselbst. Für die übrigen Teilnehmer um 8 Uhr bei der Wirtschaft von Claus in Ravolzhausen.
Wegen der Bereitstellung von Fuhrwerken wollen die hiesigen Teilnehmer ihre Beteiligung an der Bereisung alsbald dem Schriftführer des Vereins, Herrn Domânen- Rentmeister Reinhardt hierselbst, mitteilen.
Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende Bekannt- machung des landwirtschaftlichen Kreisvereins in ihren Gemeinden wiederholt in ortsüblicher Weise bekannt machen.
Hanau den 5. Juli 1905.
Der Königliche Landrat. v. Beckerath.
Gefundene ob verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 Spargelstecher, 1 Schlüsselbund (5 Schl.). Auf dem hiesigen Wochenmarkt 4 Regenschirme; abzuholen auf dem Bureau der Armeuverwaltung.
Verloren: 1 goldene Damenuhr mit Anhänger.
Zugelaufen: 1 junger schwarzbrauner Hund (Rattenfänger) männl. Geschl.
Entlaufen: 1 schottischer Schäferhuird, schwarzweiß, männl. Geschl.
Hanau den 12. Juli 1905.
Hus Hanau Stadt und Hand.
Hanau, 12. Juli.
* Gin Denkmal für Hermann Wissmann. Der Aufruf zur Errichtung eines Wissmann-Denkmals in Laulerberg wird jetzt veröffentlicht. Den Ehrenvorsitz im Komitee bat Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg übernommen. Dem geschäftsführenden Ausschüsse gehören u. a. die Herren von Liebert und von Holleben an. Von Abgeordneten sitzen im Komitee die Herren Prinz Arenberg, Bassermann, Sattler und Träger. Auch der Kolon ialdireklor Stuebel gehört ihm an. Svenden werden entLeaenaenommen von nachstehenden
Banken: Deposttenkaffen der Deutschen Bank, Berlin; Depositenkassen der Direktton der Diskonto-Gesellschaft, Berlin; A. Schaaffhausenscher Bankverein, Berlin und Köln sowle von der Bürgermeisterei Lauterberg am Harz. — Vielleicht geht auch die eine oder andere Spende von Hanauer Kolonial- freunden ein.
* Für das Hochzeitsgeschenk, welches 453 mittlere und kleinere Städte Preußens dem Kronprinzenpaar überreichen ließen, sind an Beiträgen 22 808.36 Mk. eingegangen. Mit den Zinsen belaufen sich die Gesamteinnahmen auf 23188.36 Mk., denen eine Ausgabe von 22 986.76 Mark gegenübersteht. Der Restbetrag soll laut Vorschlag des Komitees dem Flottenverein überwiesen werden. Das Geschenk ist ein Service, dessen einzelne Stücke von Künstlerhand mit Ansichten von historisch wichtigen Baulichkeiten und schönen Punkten der beteiligten Stabte geschmückt sind. Es besteht aus hundert Desserttellern, vier Dessertschalen auf niedrigem Fuß und vier Fruchtschalen auf hohem Fuß, einer großen Jardinidre und zwei kleineren Jardinidren. Weiter wurde eine kunstvoll gearbeitete Adreffe mit Mappe überreicht. Die Adresse enthielt auf dem ersten Blatt die Widmung, auf dem zweiten Blatt die Namen der beteiligten Städte.
* Fernsprechverkehr. Der hiesige Sprechverkehr ist auf Lochem ausgedehnt worden.
Jg. Die Gerichtsferien beginnen am 15. Juli und enden am 15. September. Während dieser Zeit werden nur in Feriensachen Termine abgehalten und Entscheidungen gefällt. Feriensachen find: 1. Strafsachen, 2. Arrestsachen, 3. Meß- oder Marktsachen, 4. Streitigkeiten zwischen Vermietern und Mietern von Wohnungs- und anderen Räumen wegen Ueberlaffung, Benutzung und Räumung derselben, sowie wegen Zurückhaltung der von Mietern in die Mietsräume einge- brachte Sachen, 5. Wechselsachen, 6. Bausachen, wenn über Fortsetzung eines angefangenen Baues gestritten wird. Das Gericht kann auf Antrag auch andere Sachen, soweit sie besonderer Beschleunigung bedürfen, als Feriensachen bezeichnen. Auf das Mahnverfahren, das Zwangsvollstreckungsvcrfahren und das Konkursverfahren sind die Ferien ohne Einfluß.
* Klärung und Ableitung der Abwäsier. Baurat Lindley hat nunmehr das auf Ersuchen der Stadtverwaltung bearbeitete Projekt für die Klärung und Ableitung der Abwässer in den Main fertiggestellt. Das Projekt ist der Königl. Regierung zur Prüfung und event. Genehmigung unterbreitet worden. Somit steht zu erwarten, daß in absehbarer Zeit diese für unsere Stadt wichtige Angelegenheit zum Abschluß kommen wird.
* Spichererberg Turn- und Spielfest. Welche Bedeutung man dem Feste in den maßgebenden Kreisen der deutschen Turnerschaft beimißt, erhellt am besten aus den Schreiben, welche die Führer der Turnerschaft auf die Zusendung der „Denkschrift zum Spichererberg-Turn- und Spielfest" an den geschäftsführenden Ausschuß sandten. So schreibt Dr. Götz, Leipzig, der 78jährige, allverehrte Vorsitzende der deutschen Turnerschaft: „Solche Feste können, recht geleitet und einfach, sowie frei von sportlichen Auswüchsen gehalten, wohl erziehend und begeisternd auf unsere Jugend wirken; freilich gibt es auch hier (gemeint sind die „Berg"feste) leicht ein Zuviel, zumal wenn ein vaterländischer Hintergrund und eine geweihte Stätte fehlt. Beides haben Sie ja bei Ihrem Feste!" Der Geschäftsführer der deutschen Turnerschaft, Stadtschulrat Professor Dr. Rühl aus Stettin, antwortet: „Die Denkschrift zum Spichererberg-Fest, für deren Ueber- sendung ich bestens danke, habe ich mit großer Freude gelesen. Der Weg, den Sie einschlagen das Fest mit unserer deutschen Turnersache zu verbinden, ist der m. E. für die deutsche Volksentwicklung beste, und Ihr Unternehmen ist daher auf das freudigste zu begrüßen und verdient die wärmste Unterstützung. Möge es Ihnen gelingen, die deutsche Jugend Ihrer schönen und für die vaterländische Geschichte so bedeutungsvollen .Gegend für die Sache zu erwärmen und zu begeistern, und möge Ihr Fest eine dauernde und unentbehrliche Einrichtung der gesamten Bevölkerung werden zum Segen für den Einzelnen, für die Gemeinde und das deutsche Vaterland. Gut Heil!" Der auf dem Gebiete des Turnens als eine der hervorragendsten Autoritäten geltende Saniiätsrat Dr. Schmidi- Bonn schreibt: „Ihre mir freundl. übersandte Denkschrift über die Einrichtung des Spichererberg-Turn- und Spielfestcs habe ich mit großem Interesse gelesen. Den Gedanken, gerade an dieser geschichtlich bedeutsamen Stätte die Heranwachsende Jugend zu frischem Spiel nnd mannhafter >ur- nerischer Arbeit zusammenzuführen, kann jeder Vaterlandsfreund nur aufs wärmste begrüßen." Nachdem er erwähnt, daß er aus eigener Anschauung gelegentlich eines Kavaäeris- brigadeexerzierens die schöne anmutige Gegend, wo fi^ einem so manche weihevolle, vaterländische Erinnerungen aufdrängten, kennen gelernt habe, schließt er mit dem Wunsche: «So
wünsche ich Ihrem Vorhaben bestes Gelingen und die allseitig» Teilnahme, welche ihm gebührt." Nicht minder ermunternd wirkten auf diejenigen, die die großen Mühen uni Opfer an Zeit nicht scheuen, welche die Vorbereitungen einer derartig geplanten Festes erfordern, die Zuschriften, du aus den _ hiesigen einflußreichen Kreisen dem geschäftsführeu- den Ausschusse auf Zusendung der Denkschrift und auf du Bitte zum Eintritt in den Ehrenausschuß geworden sind. Fast alle Herren, an welche die Aufforderung erging, haben gern angenommen und ihren Beifall zu dem Vorhaben in reichem Maße gespendet und ihre Unterstützung zugesichertt Besonderen Dank weiß der geschäftsführende Ausschuß dem interesse- vollen Entgegenkommen der Militärbehörde für Ueberlaffung des Exerzierplatzes und anderweitige fördernde Unterstützung. So steht zu erwarten, daß am 6. August am Fuße des Spichererberges ein echtes und rechtes Volksfest zustande kommt. Gut Heil!
* Tierquälereien. Gestern hatte das Schöffengericht wiederum einige recht rohe Tierquälereien abzuurteilen. Der Fahrbursche Aug. S. wurde von zwei Ulanenmusikern zur Anzeige gebracht, weil sie mehrfach beobachtet hatten, wie der S. fortgesetzt mit der Peitsche auf das Pferd seines Fuhrwerks losschlug, trotzdem das Tier schon im Galopp bezw. schnellen Trabe ging. Mehrfach an ihn ergangene Zurufe und Verwarnungen hatten nichts geholfen. Der noch jugendliche, aber schon bestrafte Angeklagte wird mit 5 Tagen Haft bestraft. — Der Viehhändler S. von Crainfeld transportierte ein lahmes Kalb von einer Wirtschaft in der Vorstadt nach dem Viehmarkt. Den Transport bewerkstelligte er in der Weise, daß er mit einem Knüppel fortgesetzt auf das Tier einschlug und als dieses nichts half, wickelte er ihm den Schwanz zu einem Kneuel, hob es hinten in die Höhe und schob es auf den zwei Vorderbeinen vorwärts. Ferner soll noch eine weitere, hier nicht wieder- zugebende Quälerei an dem Tier begangen worden sein. Diese rohe Schinderei wird mit 4 Wochen Haft geahndet.
* Verhaftet wurde gestern der in Langendiebach woh' nende Goldarbeiter Kl-. - t, beschäftigt in einer Hanauer Bijouteriefabrik. Die Verhaftung steht angeblich auch mit der Golddiebstahls-Angelegenheit im Zusammenhänge.
* Jubiläum. Am Montag den 10. d. Mts. feierte der Goldarbeiter Herr W. Weins bei der Firma Gebr. Schatt sein 25jähriges Arbeitsjubiläum. Reich bedacht von feiten der Prinzipale, der Arbeiter, Arbeiterinnen und Lehrlinge sowie Bekannten konnte der Jubilar das schöne Fest im Kreise seiner Familie feiern.
* Neues Sommertheater — Franz Merker. Heute abend 8 Uhr findet der erste von Herrn Merker veranstaltete bunte Abend statt, der hoffentlich eine große Anziehungskraft ausüben wird. Die einzelnen Vorträge sind mit Sorgfalt ausgewählt, für jeden Geschmack wird etwas geboten. Bis 6 Uhr abends ist der Vorverkauf bei Herrn K o l l m a n n, Cigarrengeschäft, Hammerstraße.
R. Karnevalsgefellschaft. Am Sonntag den 23. Juli hält die Karnevalsgesellschaft in den Räumen des „Deutschen Hauses" als Sommerveranstaltung wieder die schon recht beliebt gewordene „Bauernkirmes" ab, die wieder recht lustig zu werden verspricht. Aus dem Programm können wir heute schon einiges verraten. Außer Preiskegeln für Damen und Herren, Glücksrad, Glücksorakel, Karussell, Kaspertheater, Kinderspielen, Bauernschenke wird eine Schaubude aufgestellt, in welcher die „größten Sehenswürdigkeiten der Neuzeit" ausgestellt werden. Außerdem ist es der rührigen Gesellschaft gelungen, den „berühmten Hungerkünstler Sokka" zu engagieren, der Samstag abends in einen Glaskasten eingeschlossen und über Sonntag zu sehen sein wird. Der renommierte Festwirt wird eine Bratwurströsterei nach Nürnberger Art einrichten.
* Was soll man bei der Hitze trinke«. In Nord, deutschland, wo die Enthaltsamkeitsbewegung in wenigen Jahren in überraschender Weise volkstümlich geworden ist, wird neuerdings von den Bauhandwerkern, Abstinenten und Nichtabstinenten in den sogenannten Baubuden auf ebenso einfache wie billige Weise ein außerordentlich schmackhafte- Getränk hergestellt, welches besonders in heißer Sommerzeit zur Stillung des Durstes höchstempfehlenswert ist. Du Herstellung desselben ist folgende: Man tut drei Eßlöffel gewöhnliche Hafergrütze, eine halbe, in Scheiben geschnitten» Zitrone, und einen Teelöffel Zucker in ein Gefäß, gießt einen Liter kaltes Wasser darauf, läßt die Mischung etwa- ziehen und gießt nach Bedarf in das Trinkgefäß. Der kühlende, vortrefflich schmeckende und dabei nahrhafte Trant eignet sich für Kranke und Gesunde in ausgezeichneter Weist,
♦ Mainwasierwärme gestern abend 20 Grad.