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Anzeiger
General-Anzeiger
MötiK tob «liegt in der Buchdrucks« H ?m, «.
Amllichts Organ fit Stadt- and Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Donnerstaa den 12, Raimar
StrafWeiWW Nr. 605. • 1905
Amtliches.
Bekanntmachung.
Die nadibenannten Personen, welche auf die Dauer von 3 Iakrm zu Schiedsmännern und Stellvertretern gewählt bezw. wiederqewâhlt und bestätigt sind sind am 29. Dezember v. IS. durch den AmtSgerichtSrat Goeßmann in Gemäßheit des § 5 der Schiedsmanns-Ordnung vom 29. März 1879 verpflichtet bezw. auf den von denselben früher geleisteten Eid verwiesen worden.
L. SchiedSmânner:
1. Privatier Ludwig Bracker
für den Schiedsmannsbezirk Neustadt, Ostseite, & Fabrikant Anton Kalb
für den Schiedsmannsbezirk Neustadt, Westseite»
b. Stellvertreter:
b Kaufmann Heinrich Jost fr.
für den Schiedsmannsbezirk Neustadt, Ostseite, 2. Fabrikant Konrad Bilfinger
für den Schiedsmannsbezirk Neustadt, Westseite, A. Kaufmann Wilhelm Hengsberaer
für den Sch ieds mannsbezirk Altstadt, Ostseite.
Hanau den 7. Januar 1905.
Der Magistrat.
yebeichuS. 827
2anWrÜWIIiittr Äreisvertin Hma.
Nächste Versammlung Samstag den 14. d. Mts., nachmittags 2^« Uhr, im Gasthaus zum goldenen Löwen hier.
Taaes-Ord««ng r
i. Geschäftliche Mitteilungen.
2. Vortrag des Herrn OekonomieraT Gerland über „Dlebverfickerungen."
3. Aufnahme neuer Mitglieder.
4. Betrifft die hiesige Kornhausgenossenschaft.
ö. Sonstige Mitteilungen.
Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende Bekannt- machunq des landwirlichastlichen Kreisvereins in den Ge- meinben wiederholt in ortsüblicher Weise bekannt machen.
Hanau den 6. Januar 1905.
Der Königliche Landrat.
v. Beckerath.
Hue Dan au Stadt und Cand.
Hana« den 12. Januar.
Beamtenpersonal-Rachri chie«.
Ernannt: die Referendare Hartung und Homburg za Gerichtsaffcfforen, der Rechtskandidat Küthe zum Referendar.
Beauftragt: die Pfarrer extr. Clermont mit Versetzung des Hilfsp^arrdienstes in Zennern mit Anweisung seines Wohnsttzes daselbst. K r» m m e s als Gehilfe des Pfarrers Zimmermann in Fritz'ar mit Versetzung deS Piarrdienüeß in RothhelmShausen und W. Schäfer mit Versetzung des Pfarrgehilfendienstes in Altenhaßlau, Klaffe Gelnhausen, der Pfarrer Koch in Frankenau mit Verletzung der Metropoli- ianatsoe'ckä'te der lutherischen Klaffe Frank nberg.
Bestellt: der außerordentliche Pfarrer TrusHeim zum $ilfé fairer an der lutherischen Gemeinde in Rinteln.
Versetzt: die Gerichtsvollzieher Becker in Spingenberg an das Amtsgericht in Frankfurt a. M. und Ullrich in Bieber an das Amtsgericht in Spangenberg, die Straßen- meister George von Neukirchen, Kreis Ziegenhain, nach Zwesten. Kreis Fritzlar, Repp von Rosenthal nach Neukirchen, KreiS Ziegenhain, Nix von Flieden nach Orb, Rivoir von Bieber nach Hess. Olvendorf, Rudloff von Heff. Oldendorf nach Rasdorf und Bosold von Rasdorf nach Flieden.
Entlasten: der Rechtsanwalt und Notar, Justizrat Dr. Schmidt in Marburg auf seinen Antrag aus dem Amte sitz Notar, der Gerichtsaffessor Scheye aus dem Justizdienste infolge Zulaffung zur Rechtsanwaltschaft bei dem Landgericht in Breslau, der Referendar Höhmann auf seinen Antrag aus dem Justizdienste.
Verliehen: dem LandeSbauinspektor Xylander zu Hersfeld der Charakter alS Baurat, dem Hegemeister Schulze in ForsthauS Cornberg bei dem Uebertritt in den Ruhestand der Königliche Kronenorden 4. Klaffe, dem Straßenmeister Schneeweiß in Orb das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens und dem Kastenmeister. Landwirt Alter zu Lobenhausen, im Kreise Melsungen, das Allgemeine Ehrenzeichen.
^enfwttiert: der Polizeisekretär Schulze in Caffel auf seinen Antrag vom 1. April 1905 ab. der Landesbouptkaffen- buckbalter Paulus in Caffel und die Straßenmeister Born in Treysa und Schneeweiß in Orb.
• Erledigte Pfarrstelle. Infolge Versetzung ibres seitherige Inhabers ist die reformierte Pfarrstelle zu Carls- Hafen erledigt. Bewerbungen sind an das Königl. Konfisto- rium in Caffel einzureicken.
• Bahnsteig Unterführung auf Bahnhof Hanau—Ost. Der dem Landtage zugegangene Etat der Eisen- bahnverwaltung steht u. a. auch den Betrag von 75 000 Mk. vor für Herstellung einer Bahnsteig-Unterführung auf Bahnhof Hanau - Ost.
• Für Erweiterung des Lokomotivschuppens auf Bahnhof Hanau- Ost sind in den Etat der Eisenbahn- Verwaltung 36 000 Mk. eingestellt.
• Tollwut. In R gierungsb'vrk sind zur Zeit folgende Onfchasten verieucht: Stodikr-is Easse! : Caff l (rlad«). Landkreis C ssel:H?rting^bau'm, Wa^lrsbaulen (Verdacht). Kreis Frankenberg: Lenge'mübl- Frankenberg ,(Stabt), Haubern. Kreis Frch ar: Besse, Dissen, Holzhauser, GeiSmar. Kreis Melsunaen: Mörsbausen.
* Stadttheater. Morgen gelangt das Studenten- schaukpiel „Frei ist der BurfL^ letztmals zur Dar- stkllunz. — Wie uns mitgeteilt wirb, hat Frl. Iirsa?, das beliebte Mitql ed unserer Bühne, von der Generaldir-ktion des Großh. Hsktheaters in Darmstadt den ehrenvoll-n Antrag erhalten, ihre dort engacierte Schwester, Frau Sâerhardt. die augenblick!ich erkrankt ist. in einigen hervorragenden Rollen zu vertreten.
* Sinfonie-Kontert. Auf das heute a^end im Stadt- th-ater stattfindende 1, Sinfonie-Konzert machen wir nochmals aufmerksam mit dem Bemerken, daß dèr Anfang präzis 71/» Uhr ist und dgß wäbrend der Vorträge, um jede Störung zu vermeiden, die Eingänge geschloffen gehalten werden. Der Btlleloerkauf findet auster heute vormittag auch noch nachmittags von 4"5 Uhr und abends von 7 Uhr an der Theaterkaffe statt.
* Huvdes Berbafiurrg. Nach dem „Echo der Gegenwart" in Aachen ist Hudde eart in d-r Nacht zum 10. Jan. in einem Gastbause des nördlichen Stadtteils, wo er mit zwei „Kunden" logierte, verhaftet worden. Hudde war nach genanntem Bla'^e in Aachen häufig zu Gast und hat fi* dort in den Weibnschtstae'en vergnügt unihergetrieben, Hudde geriet bei seiner VerbaftnnA stchtlic' in Aufregung, als ihm einer der Beamten mit der Lampe i^ Geficht leuchtete, das die im Steckbrief erwähnten Somm'^yroff n nicht leugnen konnte. Z.iternd reichte er den Beamten dann seine Invalidenkarte, die wie auch die Anmeldung auf den Namen „Hüttemann" ans Schalke lautete. Eine Untersuchung feiner Tisch'n förderte einen mit fünf 7 M'llimeter-Paronen geladenen feinen Revolver zu Tage. Hudde setzte sich nicht zur Wehr, sondern zog stch auf die ihm gewordene Aufforderung der Polizei ebne Widerrede an und gang barn mit zur Wache. H er wurde ihm feine Aufregung zum Verderben; denn, wie wir hören, unterschrieb er den die Ablieferung seiner Hatzielig- keiten betreffenden Schein hastig mit — „Oskar Hudde". Damit war erwiesen, was die Radierung auf der Jnvalidenkarte schon vermuten ließ: daß nâml'ch Hüttemann mit Hudde identisch war. Auf eine Anfrage bei der Kgl. Polizetdirekiion Aachen wurde unS milgeteilt, daß Hudde dem unwillkürlichen Selbstverrat ein freiw lliges Geständnis bat folgen lassen. Die beiden Begleiter HuddeS haben ihren gefährlichen Kumpanen offenbar nicht erkannt, sonst würden sie ihn zweifellos der Polizei in die Hände ge p e!t haben, um die ausgesetzte hohe Belohnung zu erhalten. Es waren der Konditor Wilh. Sander aus Hannover und der Kutlâer Wilh. Schulte, zuletzt in M.-Gladbach, genannt der „Psstkartenkönia". Auè den Aeußerungen, die der Mörder seinen Begleitern hin und wieder machte, hat er sowohl in Aachen wie in Köln Verkehr mit Dirnen gehabt und in der letztgenannten Stabt eine hohe Geldsumme einer Dirne zum Aufbewabren übergeben. Ein in feinem Besitz gefundenes Bnchelien wollte Hudde scharf machen laffen, da ihm dann kein Ops»rstock und keine Tür mehr widerstehen würde. Schorr jetzt steht fest, daß Hudde noch sehr viel auf dem Kerbholz hat und wegen Beteiligung an bem in der Nacht zum 12. November 1904 in Helden- bergen ausgeübten Raubmord gesucht wurde, tzwki Kriminalbeamten und zwei uniformierte Schutzleute begaben sich mit Bild und Signalement des Hudde zur Herberge, revidierten den Hütlermann und nahmen ihn mit, da Bild und Signalement im allgemeinen auf ihn paßten und er eine gefälschte Jnvalidenkarte besaß. Bis gestern vormittag
leugnete der Mitgenommene und benahm stch unbotmäßig und unverschämt, als er aber sah, daß er damit nicht durchkam, gab er endlich zu, Hudde zu sein. Er kat sich auch bereits zu verschiedenen Einbrüchen als Täter bekannt. Die Beteiligung an dem Raubmord zu Heldenberaen bestreitet er noch und ist manaels d-r Unterlagen auch eine sachgemäße Vernehmung nicht möglich. Hudde kommt zweifellos auch für die in der letzten Zeit in der Dürener Gegend versuchten und ausgeführten Einbrüche in Pfarrhäusern in Frage. In feinem Besitze wurde neben dem scharfgeladener Rvolver noch ein vom Gebrauch krumme gebogenes Stemmeisen gefunden. — Zunächst ist Hudde dem Amtsg-r'ât in Aachen wegen eines in der bortioen Gegend verübten Diebstahls vorgrfübrt worden. Die Gießener Staats- anwolt'ckaft ist bemüht, den Verbrecher möglichst so ort nach Gießen zu bekommen, um alsbald Klarheit in die Heldenberger Mordsacke zu bringen. In Aachen bat stb Hudde, wie der „Gießener Anz." von der dortigen Staatsanwaltschaft erfährt, feit einiger Zeit öfter oufqebollen; dies war der Behörde wohl bekannt, und den infolqedeffen angefieGten Nachforschungen, nicht etwa einem AnM, ist wohl die Ftzstnahme zu bansen. Auch in Köln trieb sich der ^lü#tWna, naefbem er in Gemeinschaft mit dem Schloff-r Otto Walter am 11, Ott. v. I. den Einbruchsdiebstatzl im katholischen Piarrhauke zn Heppen- Kei» a. b. B. begangen hatte, Kerum; beide Verbrecher haben do^t, in Kölu, in wenigen Tagen 3000 Mark verjubelt. Dann verübten sie in der Nacht vom 26. auf 27. Oktober im katholischen Plarrkans zu H-rdorf den bekannten Einbruchs- dirdsiahl, woioch es am 29. Okt. gelang, den Walter za soff'n, welcher bekanntlich inzwischen in Neuwied wegen eines D'kbstablS schon abg'urteilt worden ist. Hudde bat stch alsdann in ve rmiedenen Geamden von Westfalen (er ist in Schalke geboren) 'erumgetrieben, war, wie schon durch die Zeitungen bekannt wurde, am 14. Dezember in St. Goax und Bingerbrück nnb bat eS in ««erNackt vom 14. auf den 15. Dezember firtig g»b'acht, m '. einem unbekannten Genossen von neuem in ein katholisches Pfarrhaus, nâmlick zu Norath (Hunsrück) einzubr-cken, .«obei ilnen über 200 Mmk in die Hände fi len. Nach dieier neuen Tat hat Hudde, wie feststeht, am 16. ober 17. Dez. sich in Aach'N einer bayr. Säuger- gesellschaft zugeiellt, von wo er, in irn-nd einer Verbindung mit dieser Sângerg-sell'cknf«, wahrscheinlich auch München einmal beiuckte. Jedenfalls wird man diese Spur weiter ver- iolqen. Den 2. Weitznacktsfeiertag verbrachte er nach sicherm Bestellungen wieder in Aacken. Die Bekörde schwebte also bezüglich des Aufenthaltes des Flüchtigen keintsw-as in völliger Ungewißbeit. D»e erwähnte Säng-rgelrll'ckaft hält stch zurzesi in Bonn auf, wo auch Hudde, wie man annimmt, mehrmals weilte, z. B. f+en Cn^e Nooemb-r. Schon seit 8 bis 14 D gen holte die Gießener Stoa«sanwal«fchafi durch Mtteilungen sickeren Anhalt. Ob nach feiner Festnahme nun alle seine Vergehungen durch das Giessener Gericht abgeurteilt werden, können, ist heute noch nicht zu saoen. Hocherfr^ulich ist, daß mit der Verhaftung des gkf.shrlichen Gestll'N endlich die un» o-w'ss?n Meldungen vom Auflaucken des Verbrechers ver^ stammen müssen und die Unruhe und Furcht der Bevölkerung nun bk eitigt ist. — Hudde scheint gegen End- November auch in H a n a u gewesen zu fein, was aus dem Umstand her- vorgeht, daß er an einen Gastwirt Fischer in Bornheim von Hanau aus eine größere Geldsendung zur Aufbewahrung sck ckte. Zuvor hatte Hudde bei dem Gastwirt sich unter falschem N men vorgesiellt und vergeblich um die Aufbewahrung von 600 Mk. gebeten. Trotzdrm erhielt der Gastwirt nachher von dem Fremden von hier aus die Sendung. — Der Raubmord wurde in der Nicht vom 11. zum 12. November begangen, 14 Tage nachher konnte man aber erst aus den äußerst dürftigen Spuren diejcnige des Hudde herauèfinden und die Verfolgung aufre^men.
n, SLatiftkscheS. Im Monat Dezember 1904 würben in Hanau lebend geboren 72 Kinder, 37 Knaben und 35 Mädchen. — Gestorben sind, mit Ausschluß von 3 Totgeborenen, 54 Personen, 26 männlichen und 28 weiblichen Geschlechts, darunter 14 Ortsfremde. Für die Stadl selbst blei' ben 40 und es kommen auf 1000 Einwohner und auf?
Jahr berechnet 15,4 5
Todesfälle,
Gestorben sind:
7 Kinder
im Mter
von
0—1
Jahr
6
*
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1—5
Jahre»
1
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