Erstes Bl-tt
-ibmckt und verlegt in dervuchdruckerei bei verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
EmrammgSgebühr I
Vie füufgespaltcui PetttzeUe oder deren -kam» 15 Pfg., im öteklamemai die Zeil« 2d Pfg.
vezngsprelSt
NerttjLhrlich 1,80 M„ monatlich 60 Pfg., für au* ^ârtigf Abonnenten mit dem betreffenben Postaufjchlag. Die eutjeln« Stummer tostet 10 Pfg.
Amtliches Orgs« fit Stadt- und Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
gkrantroortl Redakteur: G. Schrecker ix Herum.
Mk. 185 Fernsprechankchlich Nr. 605
Mittwoch den 9. Anglist
Fernfprechanfchlutz Nr. 605
1905
Amtliches
Bekanntmachung.
Uhls Grund der ordnungsmäßig festgestellten Fluchtlinienpläne mehrerer Straßen und Straßenteile in der Stadt Hanau 22. September 1896 3. Dezember 1894 .
VOm 81. Mai 1904 unb DOm 26. Juli " 1904 besondere der Freigerichtsstraße und des Fasaneriewegs, sollen zum Ausbau dieser Straßen von den nachbezeichneten Grundstücken in der Gemarkung Hanau die dabei angegebenen Flächen enteignet werden:
1
Des Grundeigentümers
Bezeichnung des Grundstücks
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Name
Wohnort
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1
1 Lotz, Johann, Daniel Erben
Hanau
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114
Acker
—
17 90
— 17 93
2
Dieselben
00
119
—
31 74
- 13 03
8
Dieselben
00
151/23
20 85
- 9
44
4
Dieselben
yy
16
—
24 Mi
— —
49
5
Dieselben
yy
35
Garten
—
36 75
- 1
60
6
Jäger, August Fer- .bmenb, Friedrichs Sohn
fr
yy
28
Acker
-—-
27 45
— —
81
Firma I. E. Jäger und I. M. Rumpf
yy
274/29
fr
—
17 04
—— —
32
8
Dieselbe
yy
275/29
—
8,89
57
9
Miller, Ignatz, Ehefrau, Emilie, geb. Jerusalem,
Nürnberg
79/30
Hofraum
—
3 91
— -
68
10
Schneekloth, Johs., Gärtner und Ehefrau, Elise geb. Lamy
Hanau
YY
107/31
fr
—
3 03
- -
26
11
Berghof, Friedrich, Militärbuchsenmacher und Ehe- frait Karoline, geb. Schmidt
*
YY
109/31
fr
3 07
43
12
Gehrt, Karl, Gefängnisinspektor und Frau Johanna geb. Rebr
fr
YY
32
fr
644
- 1
13
Schmidt, Ferdinand, Kaufmann und Frau geb. Schlina- loff
YY
112/36
fr
819
35
Von dem Herrn Regierungs-Präsidenten zum Enteignungskommissar ernannt, habe ich zur kommissarischen Verhandlung fnit den Beteiligten zwecks Feststellung der Entschädigungen für die zu enteignenden Grundflächen gemäß § 25 Absatz 1 des Enteignungsgesetzes vom 11. Juni 1874 Termin auf Mittwoch den 16. August d. I., vormittags 9 Uhr, im Rathause zu Hanau anberaumt.
Zu diesem Termin werden alle Beteiligten gemäß § 25 Absatz 4 a. a. O. mit der Aufforderung geladen, ihre Rechte km Termin wahrzunehmen.
Diese Ladung erfolgt unter der Verwarnung, daß beim Ausbleiben der Geladenen ohne ihr Zutun die Entschädigungen werden festgestellt werden, und wegen Auszahlung oder Hinterlegung der Entschädigungen verfügt werden wird.
In dem Termin ist jeder an den zu enteignenden Grundstücken Berechtigte befugt $u erscheinen und sein Interesse an oer Feststellung der Entschädigungen, sowie ihrer Auszahlung und Hinterlegung wahrzunehmen.
Auch etwaige Anträge auf vollständige Uebernahme von teilweise in Anspruch genommenen Grundstücke sind von den Beteiligten in dem Termin anzubringen. Spätere Anträge dieser Art sind unzulässig.
Ueber den Besitztitel haben sich die Beteiligten in bent Termin auszuweisen.
Sine Besichtigung der zu enteignenden Flächen wird, falls erforderlich, vom Terminlokale aus vorgenommen werden.
Cassel den 5. August 1905.
Tür den z. Zt. beurlaubten Enteignungskommissar
Regierungsrat Hoche:
1990 Dr. Trapp, Regierungsafsessor. 15268
Konkursverfahren
3n dem Konkursverfahren über das Vermögen des Schastemachers Bernhard Rost in Hanau ist Schluß- |trmm °us den 7. September 1905, vormittags
10 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgericht in Hanau, Marktplatz 18, Zimmer Nr. 5, bestimmt.
Hanau den 5. August 1905.
Der Gerichtsfchreiber 15291 Königlichen Amtsgerichts 5.
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 schwarzes Portemonnaie mit Inhalt, 1 schwarzer steifer Herrenhut, 1 Tragriemen mit Badetuch, 1 katholischer Katechismus mit bent Namen Amalie Spenkoch, 1 Peitsche.
Verloren: 1 Damenregenschirm, 1 Portemonnaie mü 1,97 Mk. Inhalt.
Hanau den 9. August 1905.
Hus Hanau Stadt und fand.
Hanau, 9. August.
Jg. Sternschnuppen gibt es vom 9. bis 13. August zu schauen, worauf wir alle Freunde eines himmlischen Feuerwerks und prächtigen Naturschauspiels aufmerksam machen. Es sind die sogenannten Perseiden oder Laurentiusstrome, die in diesen Tagen in ihrer Hauptmasse sichtbar werden. Man nennt sie auch die Tränen des hl. Laurentius, da auf den 10. August das Fest des hl. Laurentius fällt. Werden solche Sternschnuppenfälle in ihrer Sichtbarkeit nicht durch irgendwelche Umftänbe beeinträchtigt, so üben sie auf das Gemüt des Beobachters eine mächtige Wirkung aus, umsomehr, als altem Volksglauben gemäß die beim Anblick einer fallenden Sternschnuppe schnell ausgesprochene Wünsche unfehlbar in Erfüllung gehen sollen.
* Fernsprechverkehr. Der Sprechverkehr von G r o ß- krotzenburg und Wachenbuchen ist auf Alzenau (Unterfranken) ausgedehnt worden.
* Mitteilung der Handelskammer zu Hanau. Zum Sprechverkehr, sind inzwischen weiter zugelassen worden: Fulda mit Contern, Lüdenscheid, Magdeburg, Schönebeck (Elbe), Westerhüsen (Elbe), Hofheim (Untersranken und Obertürkheim; G e l n h a u s e n mit Magdeburg, Schönebeck (Elbe), Westerhüsen (Elbe), Ludwigshafen (Rhein) und Obertürkheim; Hanau mit Vielsalm, Goor, Scheveningen, Voorburg, Weesp, Ludwigsburg, Grönlo, Hurlen, Sittard, Kattwpk van Zee, Rörmond, Coburg, Tongres, Grünstadt, Landstuhl, Pirmasens, Hellevötslins, Blankenburg (Schwarza- tal), Friedrichsroda, Georgenthal (Herzogtum Gotha), Loben- stein (Reuß) und Sonneberg (Sachsen-Meiningen).
* Einquartierung. Nach der amtlichen Bekanntgabe des Kreisamts Friedberg werden in Vilbel vom 16. bis 28., August der Regimentsstab des Infanterie - Regiments Hessen-Homburg Nr. 166, der Stab des 1. Bataillons und 5 Kompanien in der Stärke von 24 Offizieren, 752 Mannschaften und 29 Pferden einquartiert.
* Die Kahne des 3. Bataillons. Gestern vor- mittag 11 Uhr wurde auf dem Paradeplatz dem für die Manöverzeit formierten 3. Bataillon des Infanterie-Regiments Hessen-Homburg Nr. 166 die Bataillonsfahne in einem feierlichen Akte übergeben. Das Bataillon hatte Ausstellung in einem Viereck genommen. Der Kommandeur des Regiments Herr Oberst T ü l f f richtete an das Bataillon eine kernige Ansprache, die mit dem Kaiserhoch schloß, worauf sich bet Akt der Fahnenübergabe vollzog.
* Rebhuhujagv. Für den Regierungsbezirk Cassel wird aus Grund des § 2 des Wildschongeseßes vom 14. Juli 1904 die Eröffnung der Jagd auf Rebhühner und Wachteln auf Donnerstag den 24. August b. J. festgesetzt.
* Dem Mißbrauch der Turnerèi zu Zwecken der sozialdemokratischen Parteipolitik tritt der „Geschäfts- und Jahresbericht" der Deutschen Turnerschaft mit Nachdruck entgegen; es wird dort gesagt: „Von allen Versuchen, das Turnen mit fremden Dingen zu verquicken, sind am ernstesten diejenigen zu nehmen, die unser deutsches Turnen zur Domäne der Sozialdemokratie und Vaterlandslosigkeit machen möchten, — die im Arbeiterturnerbund vereinten roten Gesellen, die von früh bis spät ihr Gift und ihre auf Unzufriedenheit, Neid und Haß gerichtete Verhetzung loslassen, um das arbeitende Volk uns abtrünnig zu machen. Fehlt ihnen auch bis jetzt jeder nennenswerte Erfolg, so gilt es doch, treu, furchtlos und wachsam zu sein. Vor allem gilt es, unser Turnen immer mehr mit jenem frischen, fröhlichen und treudeutscheu Geiste zu erfüllen, mit jenem Gefühl der Kraft und Leistungsfähigkeit der einzelnen, vor beiten die sozialistische Gleichmacherei und die Unterdrückung der persönlichen Freiheit, sich durch bessere Leistungen ein besseres Los zu schaffen, in Nichts versinkt."
* Der Hanauer Bezirksverein der ev. Gustav' Adolf-Stiftung gedenkt nächsten Sonntag den 13. b. M. von nachmittags 2 ^t Uhr ab sein Jahresfest in bet Kessel st ädter Kirche abzuhalten. Die vorgeschriebcm Generalversammlung des Vereins wird sich dem Fest- gottesdienste unmittelbar anschließen (s. heutiges Inserat.) Bekanntlich ist der Gustav-Adolf-Verein der an Mitgliedern zahlreichste Verein im evangelischen Deutschland und werben seine Bestrebungen in allen Gauen des Vaterlandes aufs eifrigste und nachdrücklichste unterstützt und gefördert. Auch der Hanauer Zweig des großen deutsch-evangelischen Zentral« Vereins hat nah und fern große und würdige Aufgaben zu leisten, denen er sich, eingedenk des apostolischen Losungswortes: „Tuet Gutes jedermann, allermeist des Glaubens Genossen" in Treue und mit gesegnetem Erfolge unterzieht. Alle Freunde des Vereins sowohl, wie aller evangelischen Bestrebungen sind zur gottesdienstlichen Feftfeier herzlichst eingeladen.
* Falsche Zweimarkstücke sind seit kurzer Zen wieder im Umlauf- Es handelt sich diesmal um zwei verschiedene Prägungen mit den Jahreszahlen 1873 und 1876. Die Münzzeichen A sind in beiden Fällen genau in derselben Ausführung nachgeahmt worden. Die Fälschungen sind so gut gelungen, daß sie nur außerordentlich schwer zu erkennen sind.
* Für das Rhönturnfest auf der Wasserkuppe, das am kommenden Sonntag stattfinden wird, haben sich bis jetzt 160 Wetturner gemeldet. Die Anmeldefrist wurde vorn Festausschuß bis zum 10. August verlängert. Die Kgl. Eisenbahndirektton hat für die Festteilnehmer von Fulda einen Sonderzug eingelegt, der früh morgens um 4 Uhr Fulda verläßt und abends 8 Uhr 45 Min. in Gersfeld zur Rückfahrt abgelassen wird. Dieser Sonderzug hält sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt auf allen Stationen.
* Das Schülerwettunren, welches nächsten Sonntag anläßlich des Sommerfestes der Turngemeinde im „Kaiserhof" stattfindet, wird der lieben Jugend ausreichend Gelegenheit geben, in den volkstümlichen Uebungsarten : Weitsprung, Hochsprung und Kugelstoßen, ihre turnerische Kraft und Gewand- heit zu erproben. Nachdem sich bereits gestern eine stattliche Zahl Teilnehmer gemeldet, werden weitere Anmeldungen morgen Donnerstag abends 6l/s Uhr auf dem Turnplätze der Turngemeinde entgegengenommen.
* Das diesjährige Sommerfest des hiesigen Post- und Telegraphen - Unterbeamten - Vereins wird am nächsten Sonntag im Garten des „Elefanten" gefeiert und stehen bei Konzert und Tanz, Kinderspielen, Tambola u. a. m. den geehrten Besuchern genußreiche Stunden in Aussicht. Bei eintretenber Dunkelheit findet eine feenhafte Beleuchtung des Gartens, sowie eine Kinderpolonaise statt, zu welcher eine Grattsverteilung der Lampions stattfindet. Sollte der Himmel den Postjüngern freundlich gesinnt sein, so wird es wohl dieser Anregung kaum bedürfen, um den herrlichen Garten bis auf den letzten Platz zu füllen.
* Stiftungsfest. Der Verein „Einigkeit" feiert Samstag den 12. August, abends 8'/, Uhr in den Räumen „zur großen Krone" sein 22. Stiftungsfest (Herrenabend). Der Verein, der sich in allen Kreisen der größten Beliebtheit erfreut, wird es sich nicht nehmen lassen, an seinem Ehrenabend alles aufzubieten, um seine Gäste auf das angenehmste zu unterhalten. Das schön zusammengestellte Programm wird u. a. enthalten Konzert (Vereinskapelle), Solo-Vorttäge, Couplets rc. Der Abend wird noch manches Neue bringen. Wir wünschen dem Verein besten Erfolg.
* Kurort Wilhelmsbad. Das heutige Militär« konzert der Kapelle des Infanterie-Regiments Hesien-Homburg findet in gewohnter Weife von 4—7 Uhr nachmittags statt, da die Kapelle am A b end dienstlich verhindert ist. Somit fällt auch die vorgesehene Aufführung der Schlachtenmusik aus.
* Journal der Goldschmiedekunst. 26. Jahrgang, Nr. 32. Festnummer zu dem Verbandstag des Verbandes Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede in München am 5.-8. August d. J. Verlag von Hermann Schlag, Nachf. Leipzig. Die uns vorliegende Extranummer der bekannten und vornehmen Fachzeitschrift ist inhaltlich äußerst reichhaltig und sowohl durch Buchschmuck und Illustrationen, als auch äußerlich in hervorragender Weise ausgestattet. Inhalt und Ausstattung bezieht sich fast ausschließlich auf München und ist durchgängig in Feststimmung gehalten, wobei Aesthettk und Unterhaltungsbedürfnis reichlich ihre Rechnung finden.
^ Statistik. Im Monat Juli 1905 wurden in Hanau lebendgeboren 67 Kinder, 34 Knaben und 33 Mädchen. — Gestorben sind mit Ausschluß von 4 Tot-