Zweites SW
vezagspretSr
vkMâhrlich 1,80 Mtt, monatlich 60 Pfg., für au»» ^â^AE Abonnenten mit dem betreffendes Postaufschlag.
Die einzeln« Stumm« kostet 10 Pfg.
Gerockt und verlegt in der Buchdruckerei des vereiv. ax
General-Anzelstcr
Amtliches Orgs» für Stadt- und Landkreis Kanaa.
Waisenhauses in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Brrautwortl. Rrdaktr«: G. L ch««S«, t» Hamm»
Nr. 211
ffermsprechanschlitfl Nr. 605*
Amtliche Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Mittelbuchen belegenen, im Grundbuche von da a) Band V Artikel 257 b) Band IX Artikel 464 c) Band VIII Artikel 441
zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes
|n a) auf den Namen des Schlossers Heinrich Giesel, Johann Kasimirs Sohn, daselbst,
zu b) auf den Namen von dessen Ehefrau Elisabeth, geb. Müller,
zu c) auf den Namen beider Eheleute eingetragenen Grundstücke: Artikel 257 r Reinertrag Bl. 18 Nr. 21-^ 54 ar 20 qm, Acker a. d. Schwaberg — 29.28M. „ 17 „ 44= 9 „ 82 „ „ die Kutschengärten— 7.95 „
„ 17 „ 45= 1 „ 13 „ Hofraum „ = —.— „ _ 4 „ 76 = 77 „25 w Acker auf d. Seiläckern-- 50.01 „
Artikel 464:
Dl. 10 Nr. 110 ^ 20 ar 15 qm, Wiese, die Breulwiese --16.59 M.
Artikel 441 r
Dl. 17 Nr. 46 .= 2ar 73 qm, a.Wachenbuchenerweg,HausNr.129 a) Wohnhaus mit Hofraum b) Stallgebäude (A) c) Scheuer (B)
d) Stallgebäude (Schweinestall) e) Schlosterwerkstätte
- Gebäudefteuernutzungswert 69 M. — am 20. Oktober 1905, nachmittags 2'/, Uhr, durch das unterzeichnete Gericht in der Gastwirtschaft von Maisch zu Mittelbuchen versteigert werden.
Hanau den 80. August 1905.
Königliches Amtsgericht 2. 17297
Ausstellung.
Am Sonntag den 10. September werden die im Meisterknrsus angefertigten Holzfârbe-, Bei)- und Polierproben in der gewerblichen Fortbildungsschule V u 8 g e ft e 111.
Die Ausstellung ist geöffnet von 11—4 Uhr; zur Besichtigung derselben ladet freundlichst ein.
Hanau den 7. Septerpber 1905.
Der Direktor.
Köpke. 17240
politische Rundschau.
Der Zentralvorstand des evangelischen Vereins der Gttstav-Adols-Stistung macht bekannt, daß oie diesjährige Hauptversammlung des Gesamtvereins in Bromberg nicht stattfinden kann.
Konservativer Delegiertentag. Nach einer Mitteilung der „Kreuzzeitung" ist in diesem Winter die Einberufung eines konservativen Delegiertentages zu erwarten. Die Verhandlungen sind nicht öffentlich; soweit die Verhandlungen nicht vertraulich sind, wird hernach ein stenographischer Bericht herausgegeben.
Die Unruhen in Deutsch-Ostasrika. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: In Anbetracht der vielfach verbreiteten unrichtigen Nachrichten über die Kompetenz-Angelegenheit usw. der für Öftafrita bestimmten Marinestreitkräfte sei nachstehend auf die hierauf bezügliche allerhöchste Kabinettsordre hingewiesen. Sie lautet: „Es find als überetatsmäßige Be- satzungsteile der Seestreitkräfte der ostafrikanischen Statton hinauszusenden ein Detachement Marineinfanterie von 150 Mann mit Chargen und vier Maschinengewehren mit doppelten Bedienungsmannschaften der Malrosendivisionen. Ihre Verteilung regelt der älteste Seeoffizier der ostafrikanischen Statton." Demnach hat weder eine Mobilmachung der Marinefeldkompanie stattgefunden, noch gilt die Kompanie als im Kriegszustand befindlich. Auch der Kreuzer „Bustard" befindet sich nicht im Kriegszustand, ebensowenig die anderen nach dem Aufstandsgebiet beorderten Schiffe. Infolge desten find auch Kriegsgebührnisse für die Beteiligten nicht zuständig, wie auch Portovergünstigungen her Feldpost nicht eingetreten sind.
Der Kreuzer Bustard ist jetzt einen vollen Monat an der Niederwerfung des Aufstandes in Deutsch-Ostafrika beteiligt. Was das kleine Schiff in dieser Zeit geleistet hat, verdient Beachtung und Anerkennung. Der Bussard unternahm nicht weniger als elf größere Kreuzfahrten zwischen Sadani und dem südlichsten Hafen des Schutzgebiets. Dabei bestebt die Besatzung infolge der starken Ausschiffungen
Freitag den 8. September
zum Teil aus Schwarzen. Nachdem auch der dritte Oberleutnant die Führung einer Landungsabteilung übernommen hat, sind vom Stabe außer dem leitenden Ingenieur nur der Kommandant Korvettenkapitän Back und der jüngste Wach- offizier an Bord. Der Bussard besuchte je dreimal Kilwa und Lindi, zweimal Mikindani. Wie notwendig eine stärkere Besatzung unserer Schutzgebiete ist, ergibt sich daraus, daß das bloße Erscheinen des Kreuzers vor Sadani genügte, um die beginnenden Unruhen der Bevölkerung im Useguha-Gebiet zu unterdrücken. DaS Auftauchen des Bustard machte nach der amtlichen Meldung einen günstigen Eindruck auf die Bewohner. Die Entblößung des südlichen Teils von Truppen hatte dort eine Ausbreitung des Aufstandes verursacht. Die Ereignisse in Ostafrika fordern gebieterisch die ständige Stationierung zweier Kreuzer, wie es bis 1900 Jahre hindurch als notwendig erachtet wurde. Mit einem fliegenden Geschwader ist die schnelle Unterdrückung eines Aufstandes nicht durchführbar. Der Bussard kreuzt seit zehn Tagen an der südlichsten Küste mit Lindi als Stützpunkt.
Die Auflösung der schwedisch-norwegischen Union. Die in Karlstad anwesenden schwedischen und norwegischen Delegierten zur Verhandlung über die Unions- auflösung hielten gestern eine Vormittags und eine Nachmittagssitzung ab. Der Verlauf der Verhandlungen wird fortdauernd geheimgehalten.
Geheimklauseln bei ^riedensvertrâgen. Bei Besprechung des Friedensvertrages von Portsmouth ist auch die Frage aufgeworfen worden, ob Rußland und Japan nicht auch noch geheime Abmachungen getroffen haben mögen. Der Pariser „Eclair" bringt hierzu folgende Aeußerung eines bedeutenden italienischen Diplomaten: „Geheimklauseln bei Friedensverträgen sind durchaus nicht ungewöhnlich. Wir Italiener können davon ein Lied singen. Wurde doch erst 1901 die Schlußrate der geheim vereinbarten Kriegsentschädigung von 100 Millionen Lire an den Negus Menelik bezahlt. Diese Transaktton vollzog sich in aller Sttlle. Jetzt darf man davon sprechen." — Danach hätte also Italien seinen unglücklichen abessinischen Feldzug vom Jahre 1896 nicht nur mit der schweren Niederlage seines Expedittonsheeres, sondern auch noch mit einer bedeutenden Kriegsentschädigung bezahlen müssen.
Nach dem Friedensschluß.
Ruhestörungen in Tokio.
Tokio, 6. Septbr. Bei den Ruhestörungen in der letzten Nacht wurden von der Volksmenge zwei größere Polizeistattonen und etwa 15 kleine Polizeikiosk e zerst ö rt.
Tokio, 6. Septbr. (Reuter.) Ein Volkshaufe brannte heute zehn christliche Kirchen und eine einerMisston«- gesellschaft gehörige Schule nieder. Acht Personen wurden verletzt.
Tokio, 6. Septbr. (Ausführlichere Meldung.) Der aufständische Pöbel brannte gestern, nachdem baS Gebäude des „Kokumin" gestürmt war, daS Dienstgebäude deS Ministers des Innern nieder, das zwischen dem Adels-Klub und dem Imperial-Hotel gegenüber dem Hibiyapark im Zentrum der aufständischen Bewegung steht. Bedrohliche Kundgebungen fanden während des ganzen TageS in der Nachbarschaft der Dienstwohnungen Katsuras und K o m u r a s statt, es gelang aber der Polizei, zu verhindern, daß den Bewohnern der Häuser oder diesen selbst Schaden zugefügt wurde. Abends war die Lage noch bedrohlich. Lärmende Volksmengen füllten die Straßen an, man befürchtete, daß während der Dunkelheit viel Schaden an Eigentum angerichtet werden würde. Die gesamten Reservemannschaften der Polizei sind zu besonderen Dienstleistungen herangezogen. Die gefährdeten Sellen werden stark bewacht, die Straßen in der Umgebung deS Bureaus des „Kokumin" gesperrt, zweihundert Schutzleute bilden einen Kordon um das Bureau.
Tokio, 7. Septbr. Die Volksmenge, welche gestern abend das Burean deS Regierungsblattes „Kokumin" angegriffen und beschädigt hatte, begab sich später nach der Amtswohnung des Ministers des Innern Joshikawa, über- wälttgte die das Gebäude bewachende Polizeimannschaft und brannte es nieder. Die Menge drohte, auch die Amtswohnungen der anderen Minister in Brand zu stecken, wurde jedoch von der Polizei gehindert, weiteren Schaden anzurichten.
Tokio, 5. Septbr., 7 Uhr abends. (W. B.) Soweit bekannt ist, sind bei den Angriffen auf das HauS des Ministers des Innern 1 Person getötet und 14 1 tödlich verwundet worden. Einer der Aufrührer sagte. man
^emf^te(b<ittfd)^ Nr. 605. 1905
habe das Haus niedergebrannt, um die Aufmerksamkeit deS Kaisers darauf zu lenken, daß daS Volk mit den Fried ensbeding ungen unzufrieden sei, man wünsche, daß er sich weigere, den Friedensvertrag zu ratifizieren.
Tokio, 5. Septbr., 9'/, Uhr abends. (W. D.) Die Stadt ist noch aufrührerisch. Der Pöbel griff elf abgesondert liegende Polizei st ationen an und zerstörte sie. Lärmende Scharen füllen die Hauptstraßen, der Straßenbahnverkehr ist eingestellt.
Tokio, 6. Septbr., 7 Uhr morgens. (W. B.) Nach Mitternacht wurde ein erneuter An griff auf daS Bureau des „Kokumin" gemacht. Die Polizei trieb die Meng- auseinander. Während der Nacht wurden Abteilungen bèr Nattonalarmee einberufen.
Tokio, 6. Septbr., 3 Uhr nachm. (W. B.) Sell gestern mittag find etwa 200 Personen verhaftet worden, von denen ein Teil heute vormittag wieder freigelassen wurde, da befürchtet wurde, daß Versuche zu ihrer Befreiung unternommen werden würden. Die auswärtigen Gesandtschaften sind durch Militär bewacht.
Tokio, 6. Septbr., 9 Uhr abends. (Reuter.) Durch kaiserliche Verordnung wird der Belagerungszustand in Tokio erklärt. Die Ruhestörungen haben wieder begonnen.
Vereins- n. Vergnügungsnachrichten
für Freitag den 8. September.
KouzerthanS „Germania" : Konzert der Gesellschaft „D'Möllthal«â. tunt» u. FechMub: Abends 6—7*^ Uhr: Turnen der Damen ab tril ung z 8'/,—10 Uhr: Fechten.
Turnverein: Abends von 7—9 Uhr» Turnen.
Turngesellschaft: Abends von 7—9 Uhr: Turnen der JugendabteiUolg.
Sv. Männer, u. JünglingSverein: UnterhaltungSabend (Sv. Verein ShauS.) Verein f. Homöopathie u. Naturheilkunde: VereinSabmd (Stadt Bremen.) Erster Hanauer Kellnerverein: BereinSahend in der „Harmonie". Hanauer Kellnerverein (gegr. 1880): VereinSabend bä Ulf antet. Erster Hanauer Kellnerbund 1905: VereinSabend im „Elephanten", Klub „Amicitia": VereinSabend im Gasthaus „jum Elephanten". Geiangverein „Melomanie": Singstunde in der „Karthau»", Sänger-Quartett: VereinSabmd in der Brauerei Orschler.
Klub „Schlaraffia": VereinSabend in der „Allemania".
Klub „FraternitaS: Klubabend in den „8 Schwan«". Katholischer Gesellenverein: VereinSabmd im „BraustübV, FrettagS-Gesellschaft EarlSberg: Restaurant „EarlSberg". Gesellschaft „Scharfes Eck": VereinSabmd..
MerkeS'scher Stmographen-Berein: FortbildnngSkursuS „zur Sonn«*. GabelSberger Stenographen • Verein im Gasthaus zu den „8 Rindern" : Abends von 9—10 Uhr: UebungSstunde: Redeschrift.
Bicpcle»Klub 1896: Klubabend im „Kaiser Friedrich".
Athletmklub „Germania": Riegmstemmm und Ring« da 4., st. und st Klasse („zum großen Kurfürst«").
Stemm- und Ring-Klub „Eiche": BbmdS 9 Ult: Stemmen, Ringen Steinstoßen (Restauration „zum Sandhof").
Gesellschaft „Lustige Brüder" : Klubabmd bei Heinrich Vowinkel.
Barometerstand
mittag« 12 Uhr am 7./9.
Sehr trocken Beständig
Schön 760——= veränderlich “HU Regen (Wind^^W viel Regen 740"^ Sturm
720-fÜ
Standesamt der Stadt Hanan.
Verzeichnis der in der Zett vom 31. August bis 7. September 1906 vorgekommenen
Aufgebote.
Am 81. August. Georg August Wilhelm Morauer» Monteur dahier mit Wilhelmifie Karoline Mau dahi«. 1. Septbr. Wilhelm Kaspar Louis Meyer, Taglöhner dahier, mit Wilhelmine Christine Weinb erger dahier, 4. Johann Willibad Theodor S ch r u t k e, Sekretär in Kcttto- witz, mit Selma Margareta Franziska Agnes Köppe ist Sommerfeld. 4. Wilhelm Heinrich Brede, Lehrer an der Fortbildungsschule dahier, mit Maria Luise Karoline Schmitt dahier. 6. Adolf Eisenbach. Goldarbetter dahier, mit