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Erstes Blatt

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Sierteljährlich 1,80 Ml.. monatlich 60 Pfg., für aus­wärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschtag.

Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein. «. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für SteM« und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Dit sürrfgespalreut Petttzeile oder deren Raum IS M im ReÜamenteit die Zell« 35 M>

Verantwort!. Redakteur: Ä. Schrecker tu Hauau

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Nr. 235 Mernrpr«chans»l«tz Nr. 605. Freitag den 6. Oktober

Amtliches.

Landkreis Hanau.

NekmtmchiWN des Kömglichm SrniMamtä.

Die Königliche Verwaltung der Armeekonserven-Fabrik U Mainz kauft Hülsenfrüchte (gelbe Erbsen, weiße itund- und Langbohnen, sowie Linsen) neuer Ernte.

Angebote sind entweder direkt an die Fabrik oder an das >em Verkäufer zunächst gelegene Proviantamt zu richten, reffen Mitwirkung auf Wunsch der Verkäufers auch bei Ab- ertigung der Sendungen in Anspruch genommen werden ann. Den Angeboten sind Proben von mindestens x/s 1 'eizufügen. Zur Preisbemessung wird bemerkt, daß die Ab­uhrkosten vom Bahnhof Mainz bis zur Fabrik 8 Pfennig ür 100 kg betragen und vom Verkäufer zu tragen sind.

Die Octroigebühr trägt die Verwaltung, sie übernimmt ruch die Vermittelung der Abfertigung auf dem Bahnhof nerselbst, die Verauslagung der Fracht- und Abfuhrkosten and stellt aus Wunsch der Verkäufer leihweise Magazinsäcke tum Transport der Hülsenfrüchte zur Verfügung; die Kosten für Zusendung dieser Säcke hat Verkäufer zu tragen.

Hanau den 2. Oktober 1905.

Der Königliche Landrat.

M Nr. 2921 I. A.: v. Schlieben, Reg.-Assessor.

Stadtkreis Hanau.

Behufs Neudeckung wird die Grimmstraße von der Friedrich- bis zur Bebraerbahnhofstraße vom 9. bis 14» d. M. ür den öffentlichen Fährverkehr gesperrt.

Hanau den 5. Oktober 1905.

Königliche Polizei-Direktton.

P 8288 I. V.: v. Schlieben, Reg.-Assessor.

Gewerbliche fottbilliungöfdjuk. Bekanntmachung.

Am Anfang November beginnt ein Meiste r- k «t f« s.

Unterrichtsstoff: Gewerbl. Buchführung, Kalkulation und Wechsellehre, Korrespondenz, die Grundzüge der Gewerbe- zrsetzgebung und Volkswirtschaftslehre.

Dauer des Kursus ca. 45 Unterrichtsstunden. Unterrichts­zeit 2mal wöchentl. von 68 Uhr. Kursusleiter die Fach­lehrer Herr Döll und Freund. Unterrichtshonorar 6 Mk.

Zur Teilnahme an dem Kursus werden Meister, Gehülfen ynd Töchter von Handwerkern hierdurch eingeladen.

Da nur eine gewisse Zahl Teilnehmer zugelassen werden kann, erfolgt die Zulassung nach der Reihenfolge der An­meldungen, letztere sind an die Direktton der gewerbl. Fort­bildungsschule zu richten.

Der stellv. Direktor.

Krause. 19550

Handelsregister.

Anna Johann Noack in Hanau: Unter dieser Firma betreibt der Reitschulbesitzer Johann Noack in Hanau ein Handelsgeschäft als Einzelkaufmann. Dem Karl Friedrich Noack in Hanau ist Prokura erteilt.

Hanau den 3. Oktober 1905.

Königliches Amtsgericht 5. 19573 l Tim -- in ........

Hus Hanau Stadt und Eand.

Hanau, 6. Oktober.

* Personalien. End gültig angestellt: die bisher einstweilig angestellten Lehrer Edel, Hanau Stadt, an der I. Bez.-Schule daselbst, Hering zu Hanau an der I. Bezirksschule das., Gro ttke zu Langenselbold an der ev. Schule daselbst. Einstweilig angestellt: die Schulamtsbewerber Kropp aus Kilianstädten an der ev. Schule in Udenhain, Hinkel aus Windecken an der evang. Schule zu Rodenbach, Kr. Gersfeld. Versetzt: die Lehrer Zeh zu Enkheim an die ev. Schule zu Bergen, Ludolph zu Altenhaßlau an die städt. Volksschulen in Hanau, Gärt- n e r zu Waldensberg, Kr. Gelnhausen, än die ev. Schule in Dornigheim, Rüffer zu Dörnigheim an die ev. Schule in Enkheim. Entlassen: Lehrer Schade zu Bergen zwecks Übertritts in den Schuldienst des Reg.-Bez. Wies­baden, Lehrer Hollmann zu Hanau zwecks Uebertritts in den Schuldienst des Reg.-Bez. Arnsber»

* Wetterlaunen. Der diesjährige Herbst treibt eS toller wie der launischste April. Man setzt bei schönstem Sonnenschein im Zimmer den Hut auf, nimmt den Spazier- stock und vor der Haustüre peitscht einem der Sturm einen Regenschauer ins Gesicht. Also schnell wieder zurück und den Regenschirm geholt. Drunten herrscht plötzlich wieder strahlender Sonnenschein, aber an der nächsten Straßenecke schon jagen wieder finstere Regenwolken daher und es war doch richtig, sich mit dem Paraplui zu bewaffnen, denn prasselnd geht sogleich wieder ein intensiver Gußregen nieder. Dazwischen heult ein kalter Sturmwind und zur Abwechslung stellt sich ein Gewitter ein, wie z. B. gestern mittag, also eine Wettermetamorphose, die sichgewaschen" hat. Alle die schönen Pläne der Touristen und Naturfreunde von Wande­rungen in buntschillernder Herbstlandschafi werden zu Wasser und nur der Stubenhocker murmelt gleichgültig:mir ist's egal!" Die Hochgebirge sind schon stark verschneit und es wird nicht lange dauern, dann klopft auch bei uns der Winter an die Tür. Den Herbst aber hat uns der launische Wetter- gott gründlich verdorben.

* Stadttheater. Auf die Dreyer'sche Schauspiel- Novität:Die Siebzehnjährigen", welche heute erst­malig in Szene geht, sei nochmals ganz besonders hinge­wiesen. Die seit 1903 dem hiesigen Theater als äußerst beliebte Darstellerin angehörende Frl. Milla Jirsak ist leider in Darmstadt schwer erkrankt und wird in absehbarer Zeit nicht im Stande sein, ihren hiesigen künstlerischen Ver­pflichtungen im vollen Umfange nachzukommen.' Es ist des­halb Frl. Hedwig Müller aus Berlin für das Fach der ernsten Mütter neu engagiert worden. Nachdem die drei ersten Stücke der neuen Spielzeit mehr dem ernsteren Genre angehörten , wird am nächsten Sonntag Schönthan und Kadelburg's Schwank:Zwei glückliche Tage" eine gewiß gern gesehene Abwechselung bringen.

* Wegen Beleidigung durch die Presse wurde der Chefredakteur derKleinen Presse" Listowsky von dem Schöffengerichte in Bergen zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten verurteilt. Der Angeklagte hatte in dem von ihm geleiteten Blatte eine Reihe von Artikeln erscheinen lassen, worin er das Vorgehen des Direktors Dr. Hoffmann von der Anilinfabrik in Mainkur kritisierte. Direktor Dr. Hoff­mann hatte nämlich Hunde, die auf seinem Jagdbezirke wilderten, teils selbst niedergeschossen, teils niederschießen lassen. Auf diese Weise wurde auch der Hund des Ange­klagten getötet. Darauf erschienen die erwähnten Artikel, durch die sich Direktor Dr. Hoffmann beleidigt fühlte. Redak­teur Listowsky hat gegen das Urteil Berufung eingelegt.

* Kaufmanusgericht. (Sitzung vom 5. Oktober.) Die Verkäuferin M. klagt gegen den Fischhändler R. auf Zahlung einer Entschädigung von zusammen 98,30 Mk. wegen kündigungsloser Entlassung. DieKlägerin, welche vom 1. August 1905 gegen einen vereinbarten Lohn von 20 Mk. pro Monat nebst freier Station vom Beklagten engagiert war, verlangte am 20. September nachm. zur Schneiderin gehen zu dürfen, da sie zur Anprobe bestellt sei. Der Be­klagte verweigerte die Erlaubnis, da keine Zeit vorhanden sei. Die Klägerin wendete hierauf ein, sie müsse zur Schneiderin, da diese sonst nicht weiter arbeiten könne, und darauf soll ihr nach ihrer Behauptung der Beklagte erwidert haben:Dann scheren Sie sich ganz zum Teufel!" Dies habe sie als Entlastung aufgefaßt. Der Beklagte bestreitet die letztere Aeußerung und will keine Bemerkung gemacht haben, die auf eine Entlassung hinzielte. Er habe den Bruder der Klägerin behufs einer Rücksprache holen lassen, und dieser habe ihm erklärt, seine Schwester wolle nicht mehr bleiben, weil ihr das Esten und die Behandlung nicht gefalle. Der Bruder bestätigt die Unterredung, aus seinem Zeugnis geht auch weiter hervor, daß die Klägerin die Absicht hatte, möglichst bald aus dem Dienstverhälmis fortzukommen. Die Klägerin wird mit ihrer Klage kostenpflichtig abgewiesen, der Beklagte zieht seine Widerklage auf Entschädigung in einer Höhe eines ortsüblichen Wochenlohnes wegen kündigungslosen Verlassens der Stelle auf Anraten des Vorsitzenden zurück.

* Städtisches Wasserwerk. Der im Jahre 1904 erzielte Reingewinn beträgt 16290.51 Mk., gegen das Vor­jahr mehr 1 831.37 Mk. und gegen den Voranschlag mehr 1340.51 Mk. Der Reservefonds beträgt 50 000 Mk. Der Erweiterungsfonds beträgt 50 000 Mk. Die Einnahme an Waffergeld beträgt gegen das Vorjahr mehr 5 877.91 und gegen den Voranschlag mehr 1 324.12 Mk.

* Städtisches Elektrizitätswerk. Nach Deckung der Unkosten, Verzinsung und Amortisation hat sich im Rech­nungsjahre 1904 einUeberschuß von Mk. 10719,74 ergeben, der wiederum zu Abschreibungen Verwendung finden soll. Im verflossenen Jabre machte sich zum ersten Male der volle

Fernsprechanschlutz Nr. 605.

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1905

Jahresverbrauch des West- und Nordbahnhofes, sowie des Lokomotivschuppens fühlbar, der einen wesentlichen Einfluß auf die günstigere Ausnützung des Werkes ausgeübt hat. Die Gesamterzeugung elektr. Energie betrug 613 364 R. W. St, gegen das Vorjahr mehr 100 307 X. W. St 19,55 pCt. Der Verbrauch des West- und Nordbahnhofes sowie des Lokomotivschuppens betrug 58 173,50 K. W. St Der Ost­bahnhof weist infolge der täglichen Benutzung der neu auf­gestellten Motore eine Zunahme von 27 070,88 K. W. St. 15,85 pCt. auf. Der Verbrauch für Lichtzwecke in der Stadt hat eine Zunahme von 4824,86 K. W. St. 7,65 pCt. erfahren, während an Strom für Kraftzwecke 9814,38 K. W. St. 6,91 pCt. mehr gegen das Vorjahr abgegeben wurden. Der Selbstverbrauch ist infolge des verstärkten Betriebes zwar um 1005,80 K. W. St. gestiegen, er beträgt jedoch nur 1,38 pCt., gegenüber 1,46 pCt. im Vorjahre. Die direkte Netzspeisung betrug: 266 137 R. W. St. gegen 228 721 K. W. St. im Vorjahre, mehr 37 416 K. W. St. 16,35 pCt. Die Ladung der Akkumulatoren ermäßigte sich von: 44 569 K. W. St. auf nur 40 705 R. W. St. = 8,67 pCt. Infolge der nach dem Ostbahnhofe abzugebenden größeren Stromstärke und des damit bedingten größeren Spannungsverlustes in den Kabelleitungen wurde eine stärkere Inanspruchnahme der Zusatz-Dynamos notwendig, so daß dieselben 56 355 K. W. St. gegen 41 760 R. W. St 34,94 pCt. erforderten. In den Akkumulator wurden insgesamt 49 705 K. W. St geladen, während nur 31 128 R. W. St zur Entladung kamen, so daß 9577 K. W. St. = 23,52 pCt. gegen 24,57 pCt. im Vorjahre in Verlust gingen. Es entspricht dieses einem Wirkungsgrades des Akkumu­lators von 76,48 pCt. Nach dem Ostbahnhofe wurden ab­gegeben 231050 00 K. W. St. Hiervon gingen in der Zu­leitung verloren: 33 187,20 K. W. St *= 14,36 pCt. gegen 14,11 pCt. im Vorjahre. Der Verlust im Stadt­kabelnetz beträgt: 29 902,56 R. W. St = 7,82 pCt. gegen 21 554,47 R. W. St = 6,82 pCt. Der größte Tageskonsum war am 22. Dez. 1904 mit 2527 R. W. St, die geringste Tagesabgabe war am 19. Juni 1904 mit 396 K. W. St. Die durchschnittliche Tagesabgabe berechnete sich zu 1675,83 R. W. St, im Vorjahre zu 1405,63 R. W. St.

* Adreßbuch für den Landkreis Hanau. Soeben ist in geschmackvoller Ausstattung das von der Waisenhaus- Buchhandlung und -Buchdruckerei erstmalig für 1906 heraus- gegebene Adreßbuch für den Landkreis Hanau erschienen. Das Werk, das einem längst als dringend empfundenen Be­dürfnis weiter Kreise abhilft, enthält das Adressen- und Firmenverzeichnis sämtlicher Bewohner des Landkreises Hanau, also der Stadt Windecken, 32 Landorte, 8 ländlicher Guts­bezirke und 2 Forstgutsbezirke, sowie ein Verzeichnis der Be­hörden und Anstalten, welche im Kreise ihren Sitz haben. Dem Adressenverzeichnis eines jeden Ortes geht ein besonderer Abschnitt voraus, welcher die Einwohnerzahl, die Zahl der Wohnhäuser, Gemeindebehörden, das Gericht bezw. den Ge- richtssttz, Pfarrer, Schulen, Lehrer, Aerzte u. s. w., die Vereine und deren Vorsitzende noch gesondert aufführt. In seinem ersten Teil enthält das Buch in kurzen Umrissen eine übersichtlich gehaltene Geschichte des Kreises, die sicher von allen Freunden der Heimat gern gelesen werden wird, dann Auszüge aus die Allgemeinheit interessierenden Gesetzen, Verordnungen u. s. w. Das Adressen- material stammt aus amtlichen Quellen nach den neuesten Aufzeichnungen und wurde mit größter Gewiffenhaftigkeit und Sorgfalt bearbeitet, das Buch dürfte sonach für alle, welche infolge ihres Berufes in irgend einer Beziehung mit dem Landkreise stehen, insonderheit für die Geschäftswelt undBehörden, ein zuverlässiger Führer und Ratgeber sein. Der letzte Teil endlich enthält einen Jnseraten-Anhang mit Empfehlungen angesehener Ge schäfte der Stadt Hanau. Eine werte Zu­gabe bildet der Pharusplan der Stadt Hanau, welcher dem Werke beigebeftet ist.

K. Weltfremd. Daß es in unserer verkehrsreichen Zeit auch noch Leute gibt, deren geographische Kenntnisse nicht weit reichen und die wohl selten mit der Eisenbahn gefahren sind, beiveist folgendes Vorkommnis, das sich in der nordwestlichen Wetterau zutrug. Eine Bäuerin hatte in Gesellschaft mit anderen Frauen und Männern anläßlich der Eröffnung der neuen Bahnstrecke Stockheim Heldenbergen viel von derWelt" und den noch projektierten Bahnen ge­hört ; darauf brach sie in die Worte aus:Ach, woaS iS die Welt so gruß, etzt schwätze se aach noch vo Haane." (Hanau ist gemeint.)

* Die Hand abgehanen. Gestern wurde der 28 Jahre alte August Wild von Aufenau mit fast abgehauener Hand in das hiesige Landkrankenhaus eingeliefert. Der junge Mann kam in seinem Heimatsorte in Begleitung einer Frau