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einer unzulässigen Ausbeutung der jugendlichen Arbeitskraft. In verschiedenen Berichten wird hervorgehoben, daß die Ge­richte in solchen Fällen jetzt schärfer vorgehen, wie bisher. Namentlich wird das im Bericht für ben Regierungsbezirk Köln betont, und der Bericht für den Bezirk Breslau weiß schon von einerheilsamen Wirkung" der strengeren Hand­habung der Schutzbestimmungen gu melden. Besonders zahl­reich waren die Verfehlungen gegen diese Bestimmungen auch im Berichtsjahre in den Ziegeleien und Bäckereien. Die $er= stoße gegen die Sonntagsruhe scheinen dagegen andau­ernd im Rückgänge zu sein. Verstöße gegen das Verbot des Trucksystems kommen noch immer vor.

Das Bestreben, die Arbeitszeit tunlichst zu ver­kürzen, trat nicht nur bei den Arbeitern im Berichtsjahre ziemlich scharf hervor, sondern fand auch in manchen Be­zirken bei den Arbeitgebern vermehrten Anklang. Die Be­mühungen der Arbeiter um die Verkürzung der Arbeitszeit führten teilweise zu Kämpfen mit den Arbeitgebern, aber der Bericht für den Bezirk Breslau sagt doch, daß die Zahl der Verteidiger einer Arbeitszeit von mehr als 10 Stunden in den Reihen der letzteren immer kleiner werde. Mehrfach, fo aus den Bezirken Potsdam, Liegnitz und Trier, wird berich­tet, daß sich eine freiwillige Herabsetzung der Arbeitszeit bei gleichbleibenden Löhnen seitens der Arbeitgeber gut bewährt habe. Aus dem Bezirk Aachen wird freilich das Gegenteil berichtet.

An Ausständen und Aussperrungen hat es im Berichtsjahre keineswegs gefehlt; ihre Zahl hat im Vergleich zum Vorjahre wesentlich zugenommen, und der Bericht für Berlin konstatiert denheftigen Charakter" der vorjährigen Lohnkämpfe. Soweit man aus den Berichten schließen kann, waren dieselben für die Arbeiter aber nur zu einem geringen Teile erfolgreich. Aus verschiedenen Bezirken wird über Zu­nahme der Ko ntr aktbrü che bei den Arbeitseinstellungen geklagt. Mehrfach wird auch auf die erhöhte Wirksamkeit der Arbeiterorganisationen und ihre Erfolge hin- gewiesen, während die Arbeiterausschüsse nach wie vor belanglos geblieben zu sein scheinen.

Die Zahl der B e t r i e b s u n f ä l l e hat fast in allen Bezirken zugenommen. Allerdings entfällt die Zunahme meistens auf die leichteren Unfälle und ist zum Teil auf die Ausdehnung der Unfallanzeigen auch aus die geringsten Ver­letzungen (Berichte aus den Bezirken Breslau, Oppeln und Düsseldorf) zurückzuführen. Manche Berichte klagen aber darüber, daß viele Arbeitgeber, namentlich in kleineren und mittleren Betrieben, der Unfallverhütung nicht die nötige Sorgfalt zuwenden. Auf der anderen Seite sind aber auch Beschwerden über Unachtsamkeit, Leichtsinn und bösen Willen bei den Arbeitern sehr häufig. Mehrere Berichte melden Fälle, in welchen Arbeiter die vorhandenen Schutzvorrich­tungen entfernten. Für hygienische Maßnahmen herrscht nach den Berichten der meisten Gewerberäte nach wie vor sowohl bei den Arbeitgebern wie den Arbeitern nur ein geringes Verständnis. Nur der Bericht für Magdeburg stellt einerhöhtes Interesse" der Arbeitgeber auf diesem Gebiete fest. Im allgemeinen haben zwar die Arbeitgeber ben An­ordnungen der Aufsichtsbeamten willig Folge geleistet, doch scheint polizeilicher oder gerichtlicher Zwang häufiger zur An­wendung gekommen zu fein als bisher. Der Bericht für den Bezirk Breslau meldete, daß die Arbeiter den hygienischen Anordnungen der Beamten zuweilen direkten Widerstand ent­gegengesetzt haben.

Aus dem Gebiete der W o h l f a h r t s e i n r i ch t u n g e n zu Gunsten der Arbeiter können auch die vorliegenden Be­richte manches Erfreuliche melden. Auch die Wohnung s- f ü r s o r g e hat in einer Reihe von Aufsichtsbezirken Fort­schritte gemacht, ebenso die Bestrebungen zur E i n- schränkung des Alkoholgenusses. Erwähnens­wert ist die Mitteilung des Berichts für den Bezirk Wies­baden, wonach die Abschaffung des sogenannten Haustrunks bei den Brauereien die Abnahme der Betriebsunfälle in den letzteren um ein Viertel zur Folge hatte.

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zu besonderer Höhe steigert. Eine Seefahrt von der Dauer- einer Woche, ein ebenso langer Aufenthalt im Gebirge können einem ausgeblichenen, blassen Stubenhocker das Aussehen eines Zigeuners geben, und wer jemals im Hochgebirge über Gletschereis und Firn gegangen ist, ohne das Gesicht durch Schleier oder Salben zu schützen, kann ein Lied davon singen, welche Verheerungen das vom Schnee und Eis reflektierte Sonnenlicht binnen eines einzigen Tages auf seiner Gesichtshaut anzurichten im stande ist.

Vollzieht sich die Bräunung gleichmäßig, so wird auch von den davon betroffenen Damen nicht allzuviel dagegen eingewendet. Wehe aber, wenn die Pigmentablagerung in zahlreichen kleinen, aber scharf umschriebenen Bezirken statt­findet, während die dazwischen liegenden Hautpartten hell bleiben. Dann sind eben die gefürchteten Sommersprossen da und es beginnt die sehnsüchtige Ausschau nach allem, was Abhilfe zu schaffen verspricht, Dabei trägt aber doch der Sommer nur zu einem kleinen Teil die Schuld, insofern er die Sommersprossen, die auch im Winter vorhanden, aber stark abgeblaßt waren, nur wieder stärker hervortreten läßt. Und das Mittel, das aus der Geheimküche der Kosmetik hervorgegangen ist und aus den oben angeführten Gründen auch bei unvorsichtiger Anwendung nicht im stande sein soll, Schaden anzuttchten, soll nun auf einmal die bräunlichen Tuppen beseitigen, die für die mit ihnen behaftete Person wegen ihrer körperlichen Anlage ebenso natürlich sind, wie für alle Menschen Drüsenabsonderung, Haarwuchs und andere allgemeine Körperfunktionen.

Wer an Sommersprossen leidet, darf deshalb von den verschiedenen fertigen, mit hochtönenden Worten ange- priesenen Mitteln nicht allzu viel erwarten. Besser kommt er jedenfalls weg, wenn er nach dem alten Erfahrungsgrund­satzPrineipiis obsta" handelt und nach Möglichkeit dem starken Hervortteten der Flecken vorbeugt. Hierzu gehört zunächst, daß man das Gesicht nicht ohne zwingenden Grund dem starken Sonnenlicht aussetzt, sondern durch Schirm, Schleier und breittandige Hüte schützt. Fast ebenso wichtig ist es aber, das Gesicht auch möglichst kühl zu halten und starken Blut­andrang nach dem Kopfe zu vermeiden. Uebermäßige Erhitzung befördert also ebenso die Entstehung von Sommersprossen

DormerZtag

Hus aller Mett.

Die Heldin von Kamerun ff. Frau Anna Margarete Hesse, geb. Leue, die einst vielgenannteHeldin von Kamerun", ist kürzlich in Werder a. d. Havel in der Behausung ihres Schwagers, des Pastors Dähne, einem schweren Lungenleiden erlegen. Anna Margarete Lene war im Jahre 1892 als Diakonisse nach Kamerun gegangen, wo am 1. Januar 1893 ein Regierungshospital eröffnet wurde. Mit größter Hingabe und Opferfreudigkeit widmete sich Schwester Margarete dem Kranlenpflegedienst. Da brach am 15. Dezember ein von 53 Dahomesoldaten und 43 Dahomeweibern angezettelter Aufstand gegen das kaiserliche Gouvernement aus. Der Um­stand, daß sich die schwarzen Empörer der großen Waffen- und Munitionsvorräte bemächtigt hatten, gab dem Kampf mit ihnen einen äußerst kritischen Verlauf. Nach fünf Tagen fortgesetzten Kampfes mit den Aufständischen erschien, von der Insel S. Thoms zurückkehrend, das KanonenbootHyäne" vor Kamerun und griff mit seiner Besatzung und Geschützen in das Gefecht ein. Dadurch wurde dem geringen Häuflein der tapferen Verteidiger die Wiedergewinnung der verlorenen Positionen und die Verdrängung der Empörer aus allen ihren Stellungen möglich. Während der gefahrvollen Kämpfe hatte sich Schwester Margarete Leue durch ihren Mut und ihre Pflichttreue die Bewunderung der gesamten Europäer erworben. Die Kugeln sausten um sie herum. Kurz entschlossen und ihres Amtes als Samariterin gedenkend, nahm sie zu ihrer eigenen Verteidigung den geladenen Revolver in die Hand und lief in den Kugelregen hinaus, um die Verwun­deten zu verbinden. In das Lazarett konnte sie nicht zurück; denn von dort her kamen die Kugeln. Sie aber waltete ruhig ihres Amtes als barmherzige Schwester. Ueber ihre Erlebnisse berichtete sie in einem Briefe:Als man mir sagte, ich solle das Haus (Regierungshospital) im stärksten Feuer verlassen, da befahl ich meine Seele Gott und lief, so schnell mich meine Füße tragen konnten. Auf dem Wege wurde auch auf mich gefeuert; in dem Moment, als ich einen Schuh verlor und mich danach bückte, sauste mir eine Kugel über den Kopf fort, der mit einem großen Hut eines schwarzen Lazarettgehilfen bedeckt war . . ." Später wurde sie in Schutz gebracht und hatte eine achtzelmstündige Be­lagerung mit durchzumachen, wo sie, ohne Lebensmittel und nur aus einer Flasche mit den anderen trinkend, den Auf­stand auszuhalten hatte. Bald darauf konnte sie sich mit ihren Leidensgefährten auf eines der deutschen Kriegsschiffe retten. In diesem schweren Kampfe hatte sie einen Ge­fangenen erobert, jedoch keinen schwarzen, sondern einen weißen, und zwar einen Mitkämpfer, den Wörmannschen Faktoristen Hesse, dem sie einige Zeit später die Hand zum ehelichen Bunde reichte. Mit ihrem Gatten hatte Margarete Leue Schulter an Schulter im Kugelregen gestanden und in ihm einen der tapfersten Verteidiger des Gouvernementshauses erkannt. Mit ihm kehrte sie in ihre Heimatstadt Potsdam zurück, während Herr Hesse schon im Juli desselben Jahres wieder nach Afrika reiste. Für ihre mutige Tat hat damals Schwester Margarete vom Kaiser und verschiedenen anderen deutschen Fürsten Orden und Ehrenzeichen erhalten. Nicht lange mehr sollte sich dieHeldin von Kamerun" des Lebens erfreuen; der langjährige Aufenthalt in Afrika hatte auf ihre Gesundheit einen sehr ungünstigen Einfluß ausgeübt, und bald mußte sie sich eines schweren Lungenleidens wegen in ein Sanatorium begeben. Aber noch schwerere Schicksals­schläge trafen die tapfere Frau: aus Astira kam die Kunde, daß ihr Gatte in Kamerun dem Malettafieber erlegen sei, und wenige Tage später verlor die schwergeprüfte Frau ihr vierjähriges Töchterchen durch den Tod. Mit ihrem jüngsten Kinde siedelte Frau Hesse später nach Werder a. H. über, wo sie bei ihrem Schwager, dem Pastor Dähne, Wohnung nahm. Jetzt ist sie ihrem schweren Leiden erlegen.

Großer Juwelendiebstahl. Einer Dame mürben während der Eisenbahnfahrt von Frankfurt a. M. nach Ham­burg Juwelen im Werte von 50000 Mk. gestohlen.

Förster und Wilderer. Bei Wetter an der Ruhr wurde der Förster Borgmann von wildernden Italienern über­fallen und einen steilen Abhang herabgestürzt. Er ist schwer verletzt.

Liebestragödie. Aus Düsseldorf war der Kaufmann Paul Deuß aus Gräfhard mit einem hübschen, jungen Mädchen entflohen, weil die Eltern des Mädchens die Heirat ver­weigerten. Das Paar kam nach der Schweiz, fuhr an den wie enge Einschnürung des Halses durch Kragen und sonstige enganliegende Kleidungsstücke. Man muß es aus demselben Grunde vermeiden, die Gesichtshaut allzu energisch mit sehr kaltem Wasser zu behandeln oder gar stark zu frottieren, weil dadurch die Blutzirkulatton unnötig vermehrt werden würde. Ja selbst einer Verlangsamung des Stoffwechsels, wie sie bei Personen mit sitzender Lebensweise, die obendrein wenig Speise und Trank zu sich zu nehmen gewohnt sind, fast immer an der Tagesordnung ist, muß durch eine laxierende Diät und andere milde wirkende Hilfsmittel nach­geholfen werden. Personen mit sehr empfindlicher Haut tun gut, wenn sie die Absonderung der Talg- und Schweißdrüsen mit Wattebäuschen und weichen Leinwandläppchen mehrmals täglich vom Gesicht entfernen. Anderen hilft es wieder etwas, wenn sie das Gesicht wiederholt auf einige Zeit mit dunklen Stoffen bedecken, die in kühles Wasser ge­taucht sind.

Läßt sich mit diesen Mitteln die Farbe der bereits ent­standenen Sommersprossen kaum je zerstören, so gelingt dies jedoch mit anderen ätzenden Substanzen, deren Wirkung zum Teil auch darauf beruht, daß die ganze Epidermis einschließ­lich der darunter liegenden, pigmenthaltigen Schicht abge­stoßen wird. Hierzu gehören zunächst verschiedene organische Säuren, wie Zitronen- und Salicylsäure, besonders aber die im Apothekerlatein als Acidum aceticum aromaticum bekannte parfümierte Essigsäure, die mit präzipittertem Schwefel zu einer Paste angerührt wird, mit der man das Gesicht be- streicht. An Wirksamkeit werden derarttge säurehaltige Mittel aber weit übertroffen von denjenigen, in denen sich Qaecksilbersalze befinden. Einige von ihnen, wie das Liquor Gorolandi oderHebras orientalisches Wasser" oder weiße Präzipitatsalbe erfüllen mit Sicherheit ihren Zweck, verhindern aber doch nicht auf alle Zeit die Wiederkehr der Sommer­sprossen. Wer sich ihrer, vor allem aber der Sublimat- lösungen durchaus bedienen will, sollte sich immer vor Augen halten, daß er sich durch unvorsichttgen Ge­brauch, bei dem die Schleimhäute und die Augen in Gefahr sind, mit dem Mittel in Berührung zu kommen, schwer schädigen kann und daß er solche Mittel, um sich vor unangenehmen, strafrechtlichen Konsequenzen zu schützen, auf

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Luganer See und stürzte sich Montag aus Verzweiflung mit einem Seil zusammengebunden in den See. Beide sind tot.

Eandwirtlcbaftlicbes.

Ein neues Mittel gegen die Maul- und Klauenseuche. Der bekannte Bakteriologe, Geheimer Medizinalrat Professor Dr. F. Löffler (Greifswald) hat, wie derNat.-Ztg." ans Budapest gemeldet wird, ein neues Verfahren zur Immunisierung der Rinder gegen die Maul- und Klauenseuche entdeckt.

Patent-Erteilungen.

Nr. 162 491. Befestigung von Turbinenschaufeln.

El ektrizitäts-Akt.-Ges. vorm. W. Lahmeyer & C o. in Frankfurt a. M., vom 13. April 1904 ab. Kl. 14c.

Nr. 162 747. Verfahren der elektrischen Ladung von der elektrostatischen Aufbereitung dienenden Scheidevor­richtungen. Friedrich Oskar Schnelle in Frankfurt a. M., Guiollettstraße 18, vom 29. Dezember 1903 ab. Kl. 1b.

Nr. 162 649. Verfahren zur Erzeugung von metallischem Bronzeglanz auf Papier. Leopold Cassella & Co., G. m. b. H. in Frankfurt a. M., vom 23. Juli 1904 ab. Kl. 55f.

Nr. 162 732. Schablone zum Einschlagen von Dübeln o. dgl. Hartmann & Braun, Ak t. - G es. in Frankfurt a. M. - Bockenheim, vom 27. November 1904 ab, Kl. 426.

Nr. 162 625. Verfahren zur Erzeugung von blauen, violetten und schwarzen Farbstoffen durch Oxydation auf der Faser. Farbwerke vorm. MeisterLucius ^ Brü­ning in Höchst a. M., vom 14. November 1903 ab. Kl. 8m.

Nr. 162 713. Entpich- und Pichapparat; Zus. z. Pat. 117 648. C. A. Neubecker in Offenbach a. M., vom 7. Januar 1905 ab. Kl. 6f.

Für Haushaltu.Küche ist die condens irfel Alpenmilch Nessle Z unentbehrlich,säuert nicht, stets gebrauchsfertig als j Sahne F.Kaffee&Tee,a!s Milch f. Kakao,Chocol.&Speisen./

Ein rosig zarter, reiner Teint: Die menschliche Gesichtshaut besteht bekanntlich aus kleinen Zellen, die in den unteren Schichten weich und durchsichtig sind, oben aber ab­blättern, nachdem sie zu Schuppen eingetrocknet sind. So­bald dieser Vorgang merklich wird, erscheint die Oberfläche hart, schwielig, verliert ihre Durchsichtigkeit, die Proporttonen der Fettabsonderung werden verschoben, es bilden sich Helle und dunkle Stellen, kurz, es ergeben sich jene Erscheinungen,, die man gemeinsam einen schlechten, unreinen, ungesunden Teint nennt. Tritt gar eine Verstopfung der Talgdrüsen, hinzu, so führt die Reizung, die dadurch bedingt ist, zurBll- dung von Pusteln, Knötchen, Finnen, Mitessern, in besonders schweren Fällen sogar zu Balggeschwülsten. Diesem Uebel wirkt allein eine Behandlung entgegen, die neben der Hin-i zufügung des notwendigen Fettes von ganz neutraler Be­schaffenheit eine Substanz an die erkrankten oder vernach­lässigten Gewebeteile heranbringt und die Entzündung auf­hebt. Mit der von der Firma Bergmann & Comp. in Rade­beul - Dresden hergestellten Steckenpferd-Lilienmilch-Seife, i Schutzmarke: Steckenpferd) sind beide Aufgaben erfüllt. Die, Seife ist von völlig neutraler Beschaffenheit, und der Zusatz von Borax, den sie enthält, wirkt als mildestes Alkali ben Entzündungssymptomen aufs wirksamste entgegen. Zugleich bewirkt aber der Borax eine schnelle und beinahe unmeröicf)e Abstoßung der unreinen und durch Sommersprossen oder andere Schattierungen des Pigments beeinflußten Oberhaut und erweist sich somit bei einer dauernden Anwendung als unbedingt zuverlässiges Mittel zur Erhaltung eines rosigen, zarten und reinen Teints. Die Steckenpferd-Lilienmilch-Seife ist in den meisten Apotheken, Drogerien und Parfümerien, das Stück 50 Pfg. zu haben.

jeden Fall so aufbewahren muß, daß kein Unbefugter zU ihnen gelangen kann.

Das Volk weiß natürlich wie immer so auch hier viel besser als Aerzte und Chemiker, was gegen Sommersprossen frommt. Maientau und Maienregen, das Wasser des ge- fchmolzenen Märzenschnees, der Milchsaft der Wolfsmilch und Wasser, in der Karsteitagnacht aus dem Bach gefchöpft, sollen Wunderdinge tun. Hiermit gelangen wir schon zu jenen Mitteln, wie sie Mephistopheles im zweiten Teil des Faust", der sommersprossigen Blondinedem leuchtend Schätzchen, im Mai gelupft wie eure Panterkätzchen" an­empfiehlt, indem er folgendes Rezept gibt:

Nehmt Froschlaich, Krötenzungen, cohobiert Im vollsten Mondlicht sorglichst desttlliett.

Und, wenn er abnimmt, reinlich aufgestrichen

Der Frühling kommt, die Tupfen sind entwichen.

Jenseits dieser ^Anweisung kommen wir jedoch einerseits , zu Mitteln, deren bloße Namen schon so anstößig sind, daß ' sie hier nicht wiedergegeben werden können, andererseits aber in das Gebiet der Dichtkunst. Von allen deutschen Dichtem ist es Rückert am besten gelungen, die Sommersprossen in Versen zu verherrlichen. Daß Dichter dabei aber kleine Bos­heiten nicht unterlassen können, beweist Rückert selber, wenn er folgendes der Angedichleten wünscht:

Sproßte doch für jeden Kuß, Den dir raubt ein Geckchen, Gleich der Sünde auf dem Fuß Dir ein Sommerfleckchen!

Weil die Mädchen eitel sind

Und die Flecken hassen,

Würdest du, mein schönes Kind

Fein das Missen lassen!

Albumblätter.

Das Geschehene hat auf die Gemüter der Meisten eine unwiderstehliche Gewalt, und was unmöglich schien, nimmt sogleich, als es geschehen ist, neben dem Gemeinen seinen Platz ein. Goethe.