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Zweites Blatt.

Bezugspreis:

Vierteljährlich 1,80 M., monatlich 60 Pfg., für aur» wärtige Abonnenten mit dem betreffenden Pvstaufschlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

EinrSckaugsgebühr r

GSruckt und verlegt in der Buchdruckerei des ver ein, ev. WaiseuhaufÄ in Hanau.

Amtliches Organ für Stadt- Md Za«ddms Hsils«.

Die fünfgefpaltenr Petitzeile oder deren Rcrsm 15 Pfg-,. im Reklameuteil die Zeile 35 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: G. Schrecker in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Ssnn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nk. 130 Fernsprechanschlutz Sir. 605.

Mviliag den 5. Juni

Fernsprechanschlutz Nr. 605.

1905

Amtliches.

Bekanntmachung.

Adressierung der Feldpoftsendnngen ttadj Deutsch- Tüdweftasrika.

Nach beit Wahrnehnlungen der beteiligten Postallstalten werden die Postsendungen an die mobilen Truppen in Deutsch- Südwestafrika vielfach mit unrichtiger oder ungenauer Auf­schrift versehen. Dies hat zur Folge, daß die Feldpostsen- dungen häufig mit erheblicher Verzögerung in die Hände der Empfänger gelangen, weil wegen der mangelhaften Aufschriften die Empfänger beim Postamt in Windhuk erst durch das zeit­raubende Nachschlagen in den Listen der Schutztruppen-An- gehörigen ermittelt werden müssen. Solche Verzögerungen machen sich bei der ohnehin langen Beförderungszeit besonders fühlbar.

Das Publikum wird daher erneut darauf aufmerksam ge­macht, daß bei den Feldpostsendungen auf eine unaufgehaltene Beförderung nur dann gerechnet werden taun, wenn die Sendungen mit genauer und richtiger Aufschrift, wozu die Angabe des Truppenteils und der Kompanie, Batterie usw. gehört, versehen werden. Die alleinige AngabeSchutz­truppe Südwestafrika" genügt keinesfalls.

Berlin W. 66 den 31. Mai 1905.

Der Staatssekretär des Reichs-Postamts.

Kr a e tk e.

Eandkrtis Fyanau.

BekmtMchuM des Königliche« Sanöratsamti.

Die diesjährige Körung und Revision der Zucht­bullen im Landkreise Hanau findet an nachverzeichneten Terminen und Orten statt.

Im I. Bezirk (H a n a u).

Körungs-Kommissionsmitglieder: Domänenpächter Kimme? Rüdigheimerhof, Bürgermeister Köppe l-Mittelbuchen und Kreistierarzt C o l l m a n n.

in Rüdigheim, Oberissigheim, Niederissigheim, Bruchköbel, Mittelbuchen, Wachenbuchen, Kesselstadt, Großauheim, Großkrotzenburg.

Im II» Bezirk (Berge n).

Am 6. Juni, vormittags 7 Uhr, n $ ff

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hiesigen Landkreise einer Revision unterzogen werden sollen und finb dieselben deshalb zu Hause zil galten.

Die Herreil Bürgermeister wollen die Bullenhalter hier­von in Kenntnis setzen und anweifen, die Kommission zu der angegebenen Zeit zu erwarten.

Hanau den 25. Mai 1905.

Der Königliche Land rat.

V 3487 I. A.: Co n r a d, Kreissekretär.

Stadtkreis Ranau.

Die ZuseudUM der Steuerzettel für das laufende Rechimngsjahr wird in den nächsten Dagen erfolgen.

Steuerpsiichtige^ weichen inioige Wohnungs- wetbfels u. dgl. der Steuerzettel bis zum 10» Juni er. nickt zugeht, werden in ihrem eigenen Jnteeeffe ersucki, dies unter genauer Angabe ihrer Adresse alsbald nach dem 10» Juni er. der Steuerkasie mittrrLeilen.

Der Richtempfang des Steuerzettels begründet kein Reckt zur Muaussckiebung der Steuer­zahlung, hält auch Vie koftenpsiichtige Zwaugs- beitreibung nicht aus.

Die Beträge an Steuern und Schulgeld für Avril/Junr 1905 sind alsbald nach Empfang der Steuerzettel zu entrichte«.

Der Zahlungstermin für alle Steuerpflichtigen läuft mit dem 25. Juni er. ab und wird hieran anschließend mit der Zwangsbeitreibung be­gonnen.

Die Steuerkasie befindet sich Markt 16, Zimmer Nr. 3, zu ebener Erde.

Sanau den 27. Mai 1905»

Stadthauptkaffe.___________10539

Handelsregister.

Firma J. B. Pelissier in Hanau: Das Geschäft ist auf den Taschenuhrengehäusemacher Peter Paul Bauer in Kleinauheim übergegangen, welcher es unter der unveränderten Firma als Einzelkaufmann fortführt.

Der Uebergang der in dem Betriebe des Ge­schäfts begründeten Forderungen ist bei dem Er­werbe des Geschäfts durch den Peter Paul Dauer ausgeschlossen.

Hanau den 2. Juni 1905.

Königliches Amtsgericht 5 10944

Körungs-Kommissionsmitglieder: Oekonom Wilhelm Karl- Fechenheim, Landwirt Wilhelm R e u h l 7r - Bischofsheim,

Kreistierarzt Collmann.

Juni, vormittags 7 Uhr, in Fechenheim, .

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Bergen,

Gronau,

Niederdorfelden, Dörnigheim, Bischofsheinl.

Jm III. Bezirk (Langenselbold).

Körungs-Kommissionsmitglieder: Landwirt Friedrich Wilh. Fuchs- Langenselbold, Bürgermeister Clauß- Ravolzhausen und Kreistierarzt C o l l m a n u.

Am 14. Juni. vormittags 7 Uhr, in Langendiebach,

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Ravolzhausen, Hüttengesäß,

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Rückingen.

Im IV» Bezirk (Windecken)

KörungS-Kommissionsmitglieder: Bürgermeister Laubach- Eichen, Bürgermeister S t r o h-Marköbel und Kreistierarzt Collmann.

Am 17. Juni, vormittags 8 Uhr,

in Erbstadt,

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Eichen,

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Ostheim,

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Rtarköbel,

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Butterstadt,

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Roßdorf,

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Windecken,

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Kilianstädten,

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Oberdorfelden.

Bemerkt wirb noch, daß diesmal auch die Zuchteber un

Politische Rundschau.

Schneiderftreik. Die Arbeit im Schneidergewerbe ruht jetzt in 59 deutschen Städten. In Berlin gibt es 6000 bis 7000 Herrenmaßschneider. Die Zahl der Streikenden wird jedoch erst nach der Streikkontrolle feftgestellt werden können. Dem Berliner Arbeitgeberverbande gehören 153 Firmen au.

Anläßlich der Errettung des Königs Alfonso und des Präsidenten Loubet fand gestern in der spanischen Kapelle in Paris ein feierlicher Gottesdienst statt, bem der König und hervorragende Mitglieder der spanischen und der spanisch-amerikanischen Kolonie beiwohnten. Nach bem Gottes­dienst besuchte der König das Louvremusemn. Die Meuge begrüßte den König allenthalben mit lauten Zurufen.

Der König von Spanien überwies dem Seine­präsekten in Paris 25000 Francs für die Armen.

Die Lage in Norwegen. Christi ania, 4. Juni. Morgenbladet schreibt heute:Die Zeit nähert sich, wo die Vorgänge im norwegischen Staatsrat, die sich im Stock­holmer Schloß am 27. Mai ereignet haben, ihre politischen Konsequenzen nach sich ziehen. Da bestimmt angenommen werden muß, daß beide Parteien an ihrem Standpunkte fest- halten, so erscheint es nicht mehr als zwei Alternativen zu geben. Das Land muß regiert werden; da aber der König keine Regierung finden und auch die jetzige Regierung nicht zwingen kann zu bleiben, so steht man vor der Wahl: ein König ohne Regierung, oder eine Regierung ohne König. Das erste ist nach unserer Verfassung von der Erörterung ausgeschlossen. Dagegen sollen nadj dem Paragraphen 13 der Verfassung der eine Staatsminister und minbeftenS fünf von den übrigen Staatsratsmitgliedern im Slawen des Königs die Regierung führen; man hat also da einen ganzen admini­strativen Apparat, der wo^L eingeübt und bereits in voller Wirksamkeit ist. Da der König nicht ohne Ministerium re- gicren kann und der König ferner erklärt hat, daß er kein

Ministerium finden könne, wirb es die pflichtmäßige Aufgabe der Nationalversammlung sein, wieder normale Verhältnisse zustande zu bringen. Der abminiftrative Apparat kann nicht stillstehen."

Die Vorgänge in Rußland. Der Gehilfe des Ministers des Innern und Polizeichef Rydzsewskh wurde zum Senator ernannt. DeinRegierungsboten" zufolge sind im Polizeidepartement Reformen zu erwarten. Die Blätter­meldung aber, daß diese Revision des Departements infolge angeblich vorgekommener Mißbräuche angeordnet worden fei, ist unbegründet. Der Generalgouverneur von Kiew erließ eine Bekanntmachung, nach welcher Ausschreitungen unb Ge­walttätigkeiten gegen Privatpersonen und deren (Eigentum, sowie Widerstand gegen Polizei und Militär fortan stand­rechtlich bestraft werden. Die gleiche Androhung erließ der Gouverneur von Kalisch für den Widerstand gegen die Polizei und die Militärmacht. In der großen Palast- kirche sn Zarskoje Selo fand in Gegenwart des Kaiserpaares und der höchsten Herrschaften eine Seelenmesse für die ge­fallenen Krieger statt.

Die Balkanwirreu. In der Nähe von Gumendje im Bezirk Saloniki tarn es am 30. Mai zu einem Zu­sammenstoß zwischen einer griechisch-mazedonischen Truppen­abteilung und einer bulgarischen Bande. Von der letzteren wurden 7 Mann getötet. Nach dem (Eintreffen türkischer Truppen zog sich die griechisch-mazedonische Truppenabteilrmg zurück unb stieß auf eine andere türkische Abteilung, mit der sie sich in ein Gefecht verwickelte. Der Führer der ersteren/ Codras, und der Unterführer Zogras wurden getötet.

Aus Venezuela. In bet Botschaft an den Kongreß erklärt Präsident Castro, daß gute Beziehungen nnt den auswärtigen Mächten in dem Maße beständen, wie die Vertreter dieser Mächte es wünschten. Die Republik stände deshalb mit allen Mächten auf relativ hemlichem Fuße und hätte ihren Forderungen soweit nachgegeben, wie es das Rechtsgefühl und die Ehre der Nation erlaubten. Die Zah­lungen an die Mächte, die an der Blokade von 1903 be­teiligt waren, erfolgten pflichtgemäß; auch die anderen an der Blokade nicht beteiligten Mächte würden nach den Blokade-Müchten befriedigt werden. Präsident Castro spricht seine Befriedigung darüber aus, daß Abkommen mit ver­schiedenen Nationen unterzeichnet wurden zur Regelung dev, gegen Venezuela erhobenen Ansprüche. Diese Maßnahmen seien außerordentlich wichtig für den Kredit Venezuelas und für die Förderung ruhiger 'Beziehungen zu den Mächten, da aus ihnen zu ersehen sei, daß Venezuela die Bestimmungen der Protokolle strikte aussühre. Allerdings beständen leichte Schwierigkeiten mit den Vereinigten Staaten, deren Gründe lügen aber außerhalb des Willens Venezuelas. Der Regie­rung treffe hierfür keine Verantwortung. Die Erörterung der die Bermudaz-Orinokko-Gesellschaften betreffenden Fragen habe die Tatsachen klargestellt. Diese Angelegenheit fei' durch Protokolle entschieden. Trotzdem forderte Bowen ein neues Schiedsgericht. Venezuela könne dieser Forderung aber nicht beitreten, da dadurch die Suveränität der Republik in Mitleidenschaft gezogen werden würde. Präsident Castro spricht schließlich die Hoffnung aus, daß die diplomatischen Beziehungen zwischen Venezuela und Columbien bald wieder­bergestellt werden würden.

Die Vermählungsfeier des Kronprinzen.

Berlin, 3. Alai.

Die Einzugsstraße prangt im herrlichsten Schmuck. Grünes Larrb und rote Rosen bilden den Grundcharakter der Deko­ration. Die Palais Kaiser Wilhelms des Großen und Kaiser- Friedrichs HI. zeigen nach langen Jahren zum ersten Male wieder prächtigen Schmuck. Das Publikum stillt in vielen Tausenden die Feststraße. Die Tribünen, Fenster und Dächer sind dicht besetzt. 30000 Mitglieder gewerblicher Verbände, Vereine,Korporationen, Kriegerverbände,Feuerwehren, Schützen­gilden, Sportvereine u. f. w. bildeten Spalier. In der Nähe des Schlosses Bellevue standen 6000 Knaben und Mädchen. Die Kühne an der Schloßbrücke trugen reichen Flaggenschmuck. Bald nach 4 Uhr zogen 100 Ehrenjungfrauen in weißen Ge-i wändern mit Rosen im Haar und Rosengirlanden an Stüben zum Pariser Platz und stellten sich vor der Tribüne auf, wo diè Stadtoertreter Aufstellung genommen hatten. Um 4l/*Ulir ritt der Kronprinz an der Spitze der 2. Kompagnie des 1. Garde-Regiments vom Schlosse Bellevue her durch die' Feststraße zum Königlichen Schlosse. Um 5 Uhr nachmittags setzte sich der Zug vom Schloß Bellevue aus in Bewegung, eröffnet von Postillonen, dieWir winden Dir den Jungfern- kcanz" bliesen. Dahinter folgten Gardekürassiere, dann 146 Berliner Schlächtermeister, Gardedragoner. Nun erschien, mit einer halben Eskadron Gardedukorps davor, der prachtvolle achtspännige Staatswagen mit der Braut und zu i^rer Rechten die Kaiserin, auf dem Rücksitz die Oberhof- meifterin Freifrau v. Tiele-Winckler. Der ganze Zug bewegte sich inl Schrill. Sieben dem Staatswagen ritt ©berftaU» meister Graf Wedel, auf dem Wagentritt standen Pagen.r