Erstes Blâ
Hanauer U Anzeiger
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Vierteljährlich 1,80 M„ monatlich 60 M^, für >r«A- OiKUP Abovnemeu mü dem betreffmben PoßsuffchiSK« Du emMre Rmmv« !vM 10 Wz.
Gâckt Mw Verlegt in der Buchdrucker« bei S«â M. vmjeuhauieS ta Harum.
General-Anzeiger
Amiliihts GtW für Stadt- and Fandkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
WurLckuszAgoLLHr
Für Stabt» mb äanhftetä Hanau 10 Pfg, di» fLaft TrjPüitWr PâzeN« «da deren Kaum, für ÄuSwLrlâ 15 Pig.
« «ettameulheil die Z-è 2L Wg, W vuowâa» 36 Wg,
VKÄvtBsrrt. Küskteurr G. Schrecker m Hassu.
I^T. 4. Fentf-reckMickluß Nr. 605*
Donnerstag den 5. Mannar
Fervsprets'ausckluß Nr. 605»
1905
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AmtUchss.
Candkreis Ranau. dtMnNnmbnnaen des Kvmnl. LandraiSamle«
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises mache ich darauf aufmerksam, daß die Jnval'den-Qusiiunqs- karten für das laufende Jabr während der nächsten 14 Tage zur Abholung hier bereit He en,
Hanau den 1. Januar 1905.
Der Königliche Zandrat.
J16 J. A.: Conrad, KreissekreLâr.
In der Gemarkurn Langendiebach ist der Schweine- rStlauf (Backsteinblattern) fesigestell! worden.
Hanau den 3. Januar 1905.
Der Königliche Landrat.
V 46 I. A.: Conrad, Kreis Sekretär.
Xue Ranau Stadt und Cand.
^anau den 5. Januar.
• ^tiidfWdlit Runderlaß. Bei einigen der mit der Au-sübrunr d-s Gesetzes, betreff mb die Unterstützung von Familien der zu Friedensübungen ein* berufe nen Mannschaften, vom 10. Mai 1892 be- trauten Behörden Hnb Zweifel darüber entstanden, ob den in Staatsbetrieben beschäftigten Arbeitern, die einen Teil ihres ^obnes ans Grund des § 616 B. G. B. für die Dauer einer 14'ägigen militärischen Uebung w'it»rb°ziehen, auch die gemost § 1 des Gesetzes vom 10. Mai 1892 zu zahlende Familienunlerstützung zu gewähren ist. Zur Beseitigung dieser Zwe'fel haben die Minister der Finanzen und des Innern in einem Runderlasse an die Provinzialbehörden folgendes au?qes«brt: Nach 8 1 Abs. 2 des Gesetzes vom 10. Mai 1892 findet daS Gesetz nur dann keine Anwenduna, wenn der Uebunis- pflichtige zu densentgen Reicks-, ^laats- oder Kommunaibe- amten g-bö^t, w-ichem znkolqe § 66 des Reicksmiliiärgesetzks vom 2. Mai 1874 in der Zeit der Einberufung rum Militärdienste ihr persönliches Diensteinkommen gewahrt ist. Da aber die in Staatsbetrieben angest-Men Arbeiter, die lediglich in einem privatrechtlichm Verhältnis zum Staate stehen, ihren Vobn während einer militärischen Uebung nickt auf Grund des ’ 66 des ReichsmilitärgesetzeS, sondern ans Grund des § 616 B. G. B. wnterbeziehen, 'o kann auf sie die Bestimmung des $ 1 Abs. 2 des Gesetzes vom 10. Mai 1892 keine Anwendung $nben. Die Familien dieser Arbeiter haben daher Anspruch auf Unterstützung nach dem Gesetze vom 10. Mai 1892, auch wenn den Arbeitern ein Teil ihres Lohnes für die Zeit einer militärischen Uebung weitergezahlt wird.
Feuilleton.
Die Märchen der Brüder Grimm.
Nach einem Aufsatz „De Sprookjes van Grimm" von L. Knappert in der Zeitschrift „De Tijdsn'evel" 1896. aus dem Holländischen übersetzt von Heinrich Henfoh«.
(1. Fortsetzung.)
Die Märchen der Brüder Grimm find echt. Es ist nichts von ihnen selbst hinein gelegt. So wie wir sie lesen, lebten sie in der mündlichen Ueberlieferung im Anhang dieses Jahrhunderts. Da ist nichts darin gemacht, alleS ist nach und nach entstanden, von Geschlecht zu Geschlecht überliefert und I nacherzählt. Daher all die Cha^'k^rzüge in dem Mârcken, die auch bei der Sammlung von Moeder de Gans*) so treffend sind.
Es ist nicht gebunden an Zeit ober Ort und nennt diele nie. Darin unterscheidet es sich von Sagen und Legenden. „Sagen", sagt Jakob Grimm selbst, „find gebunden an einen Ort, ein Ereignis, einen durch die Geschichte verbürgen Namen. Dgs Märchen fliezt und kann frei aus der Fülle der Poesie schöpfen." Die Sage spricht von Karl dem Großen, von Friedrich Barbarossa, vom Mäuseturm, von der Hunnen schlacht, vom Drachenikls, vom Frauchen von Statoren.*®) Beim Märchen gibt es niemals eine genauere Zeiibesumkuun^ als: „Es lebten einst" oder „einst auf einen Tag". U tb ebenso unbestimmt endigen sie: „Und danach haben sie zu- ammen noch lange und glücklich gelebt" oder „niemand hat ^als mehr etwas von ihnen gehört" oder „wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch". Und der Schanolatz der gand'ung wird nicht uâ' er angegeben als durch: „Es war
*) Ein hollündiichw Schriststeller. , .
* ) Slavoren, einst große Stadt, Sitz der friesischen Könige., kvate^ bammtsdl. feist in Ort wo 8W tAnwoboer»
* Bom Landgrafen von Kessen brockte in Dresden die dortige Kammermusikvereinigung der H-rren Petri, Warwas, Sp'tzner, Wille als Neuheit ein Quartett in Omoll (op. 6) zu erfolgreicher Anffübruna. Das Werk gab 'H. wie wir dem „DreSd. Journal" entnehmen, in allen Teilen aT8 die Schöpfung eines schönen Talents zu erkennen, das sibtlick in guter Schule heranreiste. Inhaltlich sprachen besonders die beiden letzten Sätze an, ein klalfiick anaewehtes Andante und der in seiner knappen geschloff-nen Faffung und der glücklichen ausdrnck'vollen Gegensätzlichkeit der Themen überzeuaend wirkende Fina satz, der etwas von der gesunden Romantik des zuvoraespielten Streitqnartetts in G-moll (op. 14) von Rob. Volkmann an sich hatte, an dessen Schlußsatz er Lnklnni. Im Publikum schien man allerdinas etwas anderer Memuna zu sein und bereitete dem zweiten Satz, einem etwas nenromantisck mit originellen Klangeffekten Stimmung erstrebenden sordinierten Sckerzando, eine so warme Aufnahme, hast seine Wiederholung eine wohlberechtigte war. Auch der erste Satz übrigens stand mehr auf dem Boden der neuerm Romantik, d'e fich innerhalb des reinen Qaarteitstils nicht ganz behaglich fühlt und nach orchestralen Wirkungen ans- sckaut. Jndkss'n, wie dem fei, das Werk lobte seinen Meiner, und mit sichtlich vollster Hingabe waren die Interpreten an seine W'-derm'be g-aongen.
♦ Poffpersonatten. Ernannt zu Postsekretären: die Over-Postasfistemen Dehnbardt in Hünfeld und Frensch- kowski in Hanau, zum Ober -TelegraphenasfistetUen: Tele- grapbenasfistent Bodenröder in Hanau; verletzt: die Post- aiflftenten Eno emann von Fechenheim und Knierim von Hanau nach Cafiel.
* Stadtiheatsr. Das reizende Lustiviel: „Liebes- Manöver" von Cori Kraatz und Frhrn« von Schlickt, ivelch°8 auch bier eine so besonders freundliche Aufnahme und stärksten Beifall fand, wird morgen nockmals in Szene gehen, Daè präckliae Werk, das einige wirklich heitere angenehme Slnnden verbürgt, dürfte auch setzt wieder reine F..unde finden. — Von dem bekannten Romanschriftsteller Paul Oskar Höcker, der sich durch seine lileransche Tätigkeit einen ehrenvollen Namen erworben hat, wird am Sann tag ba8 Sckampiel: „Die Wayyenstänse" zum er^-n Male zur Aufführung gelangen. Die belonderen Vorzüge dieses Stückes liegen in einer" fesselnden Handlung, hervorragender Ma- rakteristik u«d in einer treffende' Misteuzeicknuna, foba§ die Novität an best meisten Bühnen zur Darstellung angenommen wurde und an vielen bereits o e erogen Erfolge errunaen hat. Der eigenartig gewählte Titel bezieht sich auf die Familie deS im Mittelpunkt der Handlung stehenden Dr. Wappen- han§. Das literarisch wertvolle Werk dürste einen der intern essantesten Sckantpielabende dics-r Saison bieten.
einmal ein Mann, der lebte in einem alten Eckloß." Das Märchen bringt uns nach der Hütte der Armen, dem Palast des Eömgs, der Herberge am Wege, der Mühle am rauschenden Backe, nach der Werkstäfte des Scknk nachts, nat der Schmiede, wo das Feuer in der nächilichm Dunkelheit durchschimmert. Aber vor allem wandelt das Märchen gerne im Waldè. „In einem großen Wald,'' so beginnt es sedesmal, da steht der bohle Baumstamm, worin die zwei Kinder sich verstecken, wenn sie auf der Flucht find vor der bö?en Stiefmutter, im Walde finden sie das Häuschen von Pfefferkuchen, tief ihm Wald wo'int die böse ZMberhexe und dahin ziehen nach dem Raubzuge die wüsten Räuber sich zurück; hier be- g-gnet Rotkäppchen dem Wolf, hier verirren sich Säusler und Schneider, die auf Abenteuer ausgehen; „und es war so still wie in einer Kirche" (Nr. 107); hier irren die Erd- Männchen zwischen den S'äwmen und wohnen die Tiere, die „in dik'-r Zeit noch sprechen konnten". Und wo sollte auch das Mürckeu lieber wandeln, denn hier, wo seine kleinen Fâßch n so sanft über das Moos geben, wo weder geschäftiges Drängen noch Lärm es in seinem unerschöpflichen Phantasieren stört, wo die Rube es unbelänigt träumen läßt und durch keinen Rauch und Ruß fein we,neS Gewand besudelt wird. Laßt es frei wand ln in der Dämmerung und nach dem Sonnenlicht blicken, das zwischen den Blättern Gold auf fein blondes Haupt streut Hinter den Bäumen hervor gudm Zwerge und Kobolde es an; ein Fuchs kommt nahe heran und leckt ihm das Händchen; eine Waldtaube wiegt sich auf seiner Sckulter» Frei ist die Wahl der ^ertönen. Weder von Familie noch Landesart ist immer die Sprache. Der Hirte des Dorfes läßt das Auge über die grasende Herde gehen. Der Bauer treibt die Pflugschar durch den fetten Bo- ben. Der arme Holzhacker zftht mit feinen Kindern zum Holzsammeln aus. Der hungrige Bettler, zitternd von Kälte, fitzt am Wege. Nun einmal hören wir von dem Kohlen- Lreuner mit schwarzem Gesicht, aber einem H rzen von Gold; dann von dem Jäger mit dem Hirschfänger an der Seite im
* Ein großes Streichkonzert veranstaltet nächsteti Sortniag im Saale zum Deutschen Hause die Ulanenkapell; unter Leftung des Kgl. Mufikdirigenten Herrn Urback. Der Saal wird noch die einziaartige Dekoration der Ersten Hanauer Karnevalgesells^aft auiweiftn, womit auch äußerlich ein An ziehung punkt gegeben sein wird.
* Symphonie Konzerte. Wohl mit ungeteilte: Freude wurde von allen Musikfreunden unserer Stadt die Nackricht von der Veranstaltung von drei Symphonie Konzerten durch die Kapelle des Jnfant.-Regts. Hessen' Homburg Nr. 166 ausgenommen. Jedes Lobes überflüssig find die hervorragenden Leistungen der unter Herrn Kapell meister Schmidt siebenden Kapelltz und weder Mühe noch Kosten find gescheut worden, um die Konzerte an künstlernck vollen- det-n zu gestalten und schon zu dem am 12. Januar im Siadttheater stattfindenden ersten Konzerte ist der in hiesiger; Konzert- und Sângerkreiftn allgemein beliebte Herr A d s l: Mülle r-Frankiurt a. M. zur Mitwirkung gewonnen wor den und weitere Künstler von gutem Ruf werden in den fol genben Konzerten mitwirken. Um die Erhaltung sowie bi spätere Fortsetzung der so schönen Konzerte zu ermöglichen, 6? darf es aber der Unterstützung durch zahlreichen Besuch der selben, und Pflicht, nicht nur der Kunstfreunde, sondern auch besonders der Vereine ist es, hier ihre Teilnahme zu beweisen, trägt doch gerade die Kap°lle der 166er durch ihre Mitwirkung bot ben Dertäiebenartigfien Festlichkeiten zur Hebung des musikalischen Lebens in unserer Vaterstadt wesentlick bei. Wir glauben nickt, umsonst an den Pat-'Stismus aller mufikliebenden Hanauer sppelliert zu haben und hoffen, daß die großen Mühen und schweren nnanzieükn Opftr, welche Herr Kapellmeister Schmidt und seine Mufikerlckar diesen Konzerten bringen durch steift volle .Muser belohnt w-rden.
* ULisLungssâ des Lokonotwführer'Verentâ.
Wie wir hören, veranstaltet cor-enannter D-rein am 14. Januar, abends 8 Uhr, in den Sälen der Centralballe sein 21. Stiftungsfest. Das Festkomitee ist in vollster Tätigkeir, um den Besuchern einen schönen Abend zu sichern, der auch nach dem uns vorliegenden Programm zu erwarten steht. Wir wünschen nun den Männern vom eisernen Roß, die ihren schweren verantwortungsvollen Dienst bei allen Witte- ntngSverbä'tnissen treu und gewissenhaft erfüllen, ein recht volles Haus mit -inem herzlicken „Glück zu
* Entkernt hat sich seit Montag der Bisoutier R., Mii- inhaber einer kürzlich in Konkurs geratenen Firma.
* Erkrseen. Seit vorgestern wurde der in der Stein- straße wohnende 57fâ5rige Taglöhner Jos. Eckert, gebürtig aus Streilberg, vermißt. Jetzt stellt sich heraus, daß er bet Wilhelmsbad auf einem Kehrichthauierr, woselbst er nach Lumpen 2c. forschte, erfroren ist.
grünen Rock. Des Abends dürfen wir mitfahren, mit dem Fuhrmann, der die Peitfcke knallen läßt, über bei. feinten Köpfen der geduldig ziehenden Pferde, unbbanadj /L^n wir ab bei dem geschwätzigen Wirt in der abgelegene- ^g _;rge, wo der grüne Tannenzweig aussteckt. In lane .. caSenden fitzt dir Bäuerin am Rad und spinnt w felb^qrwonneneu Flachs ; in der Erntezeit binden , auf dem Felde die Halmen zu Garben. Da £ L . • ehender Spie'- maun, mit der Fiedel unter .Qst. Jr Hand ginn Munde lebend; der wi8Mt„* emporiäaut nach dm Wâ bie 1^^"° »»" M',n! ^ ^ind- drehen; der mnskelkräftige 99 in19trett H°"^^ nieberfaufen läßt auf %a->, v^^Jlprtl 191 fo ^ ^ Funken sprühen. Der bmr . G den Schlâgeti auf den Ambos zeigt den ' ^ " ^ 5 5 15 11 der Schmiede dieses Wieland. ' bernbe Doppel - Wundh
lind zw's'ken ihnen a^n Branchen lieafn^e^n^e uu^ Königinnen fich bewegen m^or in Caffel, vom 29* s^ulteru und die Kronen auf dem 5 30a. *r Rang noch ängstliche Furcht znrö ffermühle, die in'slqe felbnt Untertanen umzugehen. Auch Zv einer Hand benutzt un^d^ kommen aus der Höhle i.malkalden, vom 4. Nooember-n auf, mit ipitz"m Bart, mit b3fe»O5. Hand Das Märchen wird vorielhalter, best-Send aus einem-auber. eöttinnen und Feen und 'M welchem die umgebörtelft tritt, daß sich der Grashalm « Haken versehen sind. Fa. Lin luf. tigern Gewand, mit Schlt» M., vom 6. Mai 1904 a »§ bei Monden cheine tanzen sie Plätzen im Walde, so daß der alterahmen mit durch Zacken feAoose die Kreise des Dlingeltan? einen ununterbrochenen SHerstal machen sie das Alte fun- r M er z in Frankfurt a. M.,
Doch Namen gibt de- M. 18 204. Kl. 30b. ch-u dann Vor- und Sein am kluge Este, die schöne Katrü ^n, ■■_ „-. der Gäntesung-, der eiserne 'Rvk
fâppäen. Daumerlms. -osen-