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Grneral-Anztiger
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kaum.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
ElvrLckuvgSgebShr
Für Stadt» und Land kreis Hanau 10 Wg. bU fünf« gejpaiteue Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts Lb Pfz., im Keklamrntdeü die Zecke 20 Ug, füt Auswärts 36 Ps^
Daantworll. Nedakteurr S. Schreck«, ia Ham«.
Nr. 279
FeruspreKansckloß Nr. 605»
Diepslai den 29. November
Ferusprechauschluß Nr. 605»
1904 •
Amtliches.
Stadtkreis Danau Betailutmachungen des OberbiirqermeifterlUtNes.
Ansprache an die Bevölkerung
über die
Vedeatang und die Aussührunq der Viehzählung
am 1. Dezember 1904.
Durch den Bundesraisbeschluß vom 22. v. M, ist die sechve allgemeine Viehzählung im Deutschen Reiche auf den 1. Dezember d. I. festgesetzt worden. Planmäßig sollte sie drei Jahre später statifinden; nachdem aber die fünfte Viehzählung, welche eigentlich erst 1905 fällig gewesen wäre, zur Beschaffung einer Reihe von unentbehrlichen Unterlagen für die Vorbereitung der neuen Handelsverträge auf das Jahr 1900 vorgerückt war, konnte man mit veralteten Angaben über den Bestand und die Zusammensetzung der Hauptvieh- gattunaen nicht sieben Jahre aus kommen. Die unausgesetzt wechselnde Menge und wachsende Bedeutung des Viehstandes, der einen namhaften Teil unseres Dolksvermögens bildet, für die Landwirtschaft, die Ernährung und Kleidung der Menschen, für die Verwaltung und verschiedene andere wichtige Zwecke erforderte vielmehr dringend eine Zwischenzählung. Verstärkt wurde die Notwendigkeit einer solchen noch dadurch, daß infolge deS Regenmangels während des verflossenen Sommers m manchen Gegenden des Reichsgebietes sich ein empfindlicher Futtermangel geltend machte, welcher dort nicht ohne Rückwirkung auf die Viehba tung bleiben wird, so dgß die Kenntnis der in ihr eingetretenen, stellenweise recht erheblichen Aenderungen zwecks einer für die Folgezeit ausreichenden Fleisch- versorgung nicht zu entbehren ist.
Die jetzige Erhebung ist wiederum eine zweifache. Sie besteht vor allem aus einer Viehzählung mittleren Umfanges, die sich auf Pferde, Rinder, Schale, Schweine sowie Ziegen nebst den wichtigsten Unterabteilungen der beiden ersteren Vieh- gattungen und der Schweine erstreckt. Für sie ist die Vorderseite der Zählkarte bestimmt, deren Rück «te einer Aufnahme derjenigen Schlachtungen eingeräumt ist, bei denen kein Tierarzt oder Fleifchbeschauer eine Schlachtvieh- und Fleischbeschau vorgenommen bat. Es sind das in der Regel die sogenannten HauSschlachiungen, welche nach dem Fleischbeschauzesetze vom 3. Juni 1900 von der Untersuchung befreit sind. Bei der bevorstehenden Viehzählung handelt es sich also einzig und allein um die Feststellung der während der letzten zwölf Monate vor der Zahlung vom 1. Dezember 1903 bis zum 30. November 1904 auf den einzelnen Gehöften geschlachteten Tiere.
Feuilleton.
Stabttjeater in Hanau.
= Hanau, 29. November.
Otto Ernst, der durch die Uraufführung iemes neuesten drei- attigen Schauspiels „Bonnermann" am letztvergangenen SamStag in Frankfurt a. M. und Wien gerade kein Lorbeer- reis in den Kranz seiner bedeutenderen Erfolge zu flechten vermochte, gesamte vorgestern abend durch die Neuinszenierung seiner Komödie „Flack^mann als Erzieber" an unserer Bühne wieder einmal zur verdienten Berück-icktigung. Dieses Tenvenzwerk hatte sich hier schon des öfteren besonders bewährt; das Geheimnis des so fest Wurzel gekaßien Bestandes desselben liegt darin, daß der Verfasser ('ein eigent» lieber Name ist Otto Ernst Schmidt) einen fetten ausgeprägten Beobachlungsfinn besttzt, der es ihm ermöglicht, bekannte Eva- rohere bis iv« kleinste zu studieren, sie uno-ziert auf die Dühne zu stellen und das Milieu peinlich naturgetreu zu wahren, da er selbst bei dem Hambura-r Lehrerkollegium auf eine 20jährige pflicktgetreue Tätigkeit zurückblicken kann. In päüaooqischer Hinsicht entwickelt der Auior ganz vorzügliche Maximen, wofür die R'den des Flemming ein vorzügliches Zeugnis ablegen, wie überbauet seine gesammelten Schritten hierüber auf eine aus der Erfahrung gefolgerten klaren Logik beut-n, die ibn gewissermaßen zu einer Kapa,'tät in bietet- Hmücht stempeln. Außer seinen Gedichten veranlaßte er noch ü> seinem Wirkungskreise die Gründung einer liicrarikchen Gesellschaft, und nachdem 1901 „FlachSmann als Erzieher" daS Repeitoir sämtlicher deuilchen Bühnen zu beherrschen begann, wonach man feinen älteren Komödien wie „Jugend von heute" °uch die nötige Beobachtung zollte, sicherte er sich unter den mo- «Men Schriftstellern einen Platz, der ihm zu aller Ehre ge= ^cht und ihn zu den günstigsten Hoffnungen noch weiterhin tatäuat — FlaLsmarm. bietet keifende Pedant und selbst«
deren Fleisch ausschließlich im eigenen Hausbalte des Besitzers Verwendung findet. Dagegen bleibt alles übrige geschlachtete Vieh, welches den gesetzlichen Vorschriften, Polizeiverordnungen oder örtlichen Gemeindebeschlüssen gemäß vor und nach der Schlachtung der amtlichen Untersuchung unterliegt, außer Betracht, weil es infolge einer neulich vom Bundesrate getroffenen Anordnung von den Fleischbeichauern bereits vierteljährlich nach- gewiesen wird. In allen solchen Fällen, namentlich in den Städten mit Schlachtbauszwang, d. h. wo fämßdieä Vieh im öffentlichen Schlachthaus« geschlachtet und untersucht werden muß, bleibt daher die Rückseite der Zählkarte unausgesüllt. Es ist nun von nicht zu unterschätz°nder Bedeutung, daß bei der gegenwärtig zum ersten Mole erfolgenden Ermittelung der Schlachtungen ohne Vornahme einer Schlachtvieh- und Fleischbeschau weder Auslassungen noch Doppelzählunoen Vorkommen, weil ihre Zahlen zusammen mit denen der Schlachtungen der einer Untersuchung unterstellten Tiere, unter Berücksichtigung des aus dem Auslande eingefaßten Fleisches, den Fleischverbrauch überhaupt eraeheu. Zuverlässige und richtige Angaben über dieses bisher völlig unbekannte Gebiet helfen mithin die nicht immer leichte Fleischverlorgung fördern und dienen zugleich zur Beleuchtung mancher wichtigen Fragen der öffentlichen Gesundheitspflege.
Im übrigen ist bei der bevorstehenden Erhebung noch sorgfältig daraus zu achten, daß, abweichend von dem Verfahren bei den Volkszählungen, die Viehzählung nicht nach Haushaltungen, sondern nach Gehöften ausgeiübri werden soff. Das als Zählcinheit geltende Geböst (Anwesen) kann auch nur aus einem Haust bestehen. Jedes Vorwerk und jedes außerhalb eines Gutsbosts bezw. der Vorwerke gelegene Jnstbaus (KnecktS- ddep Tagesöhnerbaus) und dergl. ist als ein besonderes Geböst zu betrachten. In die Zählkarte ist der gesamte auf dem Gehöfte (im Hause) vorhandene Viehstand und die Zahl aller in ihm wohnenden v'ehbesttzenden Haushaltungen (Hauswirtschaften) einzutragen. Gehöfte unb Haushaltungen, in welchen wäbenrd des letzten Fabres wohl Schlachtungen fiattfanben, aber zur Zeit der Zählung kein Vieh vorhanden ist, dürfen nicht als viebbentzende anqest^en werden und bleiben deshalb in der Spalte 4 der Kontrolliste sowie in den Spalten 4 und 5 der Ortsliste unberücksichtigt. Gehöfte oßte Vieh oder Schlachtungen erhalten gleichfalls eine Karte, welche dann auf der Vorderseite nur im Kopf ausrufüllen und auf der Rückseite zu unterzeichnen ist. Es ist darüber zu wachen, baß innerhalb der Städte zerstreut in Läufern oder auf Schiffen u. s. w. vorhandene vereinzelte Stück Vieh sowie Pferde in den Bergwerken nicht Übergängen werden.
Ebenso wie bei früheren wird auch bei der in wenigen Tagen bevorstehenden Viehzählung eine rege Beteiligung der Bevölkerung am Zäblatschäfte erwartet. Vor allem ist Selbst-
j süchtige Nörgler, wurde von Herrn Z e itz in qeluirener | Weise auf die Bühne gestellt. Einen liebenswürdigen Antipoden diesem gegenüber bot Herr Merker als „Fl'mminz", welcher in gewandtester Weise seiner Aufgabe gerecht wurde. In ganz hervorragender Art, gewürzt mit etwas verstecktem Humor, charakterifierte Herr Fink den Schulrat „Dr. Prell", der an dem Eriolg des Abends mit den Hauptantcil in Anspruch nehmen darf. Eine originelle Figur gestaltete Herr Schneider in dem „Kartenmenichen" Riemann. Von den kleineren Partiten des Stückes möchten wir «'och günstigst erwähnen Herrn Nauendorf als „Bröncke", dem sich die Herren O s c a r s en (Vogelfang), Römer (D"cks), Hoss- m a n n (Römer), G e b r m a n n (Negendank) U st e r (Brock- mann) bestens anichlosfeu. Den pomadischen Schablonen« meister Weidenbanm gab Herr Müller denn doch «was zu monoton, wodurch dieser interessante Charakter an Inkreise verlor. In ganz allerliebster Wxjse präsentierte sich Fräul. Helliot als „Gisa Holm". Die junge Künstlerin ent« «ick-lie so viel Frische und Anmut, bewegte sich auf der Büstne derart gewandt, daß wir ihrer Darstellung uneingeschrä"ttes Lob spenden müssen. Die arrogante selbstbewußte „Betly Sturhahn" lag bei Frau Wehn in besten Händen. Fräul. Iaido (Frau Dörmann), sowie Fräul. Jirsak(Frau Bie^enbahl) verstanden in Kleidung und Spiel den Aufgaben ennpcechenö treffend zu wirken. Die Inszenierung des frerrn Oberregisseur Zeitz sorgte dafür, daß die Vorstellung den früheren einwandfreien Aufführungen dieses Stückes an unserer Büone in keiner Weise nachstand, und bezeugte ein ansoer- kauftes Haus immer noch das lebhafte Interesse an dieser Komödie.
Frankfurter Theater.
Dptvnhaus. Dienstag den 29. November, abends 7 Uhr; „€ie Jüvin". Große Oper in 5 Allen von J. Fr. HatLvy. 5. Vorstellung im Dienstags - Abonnement, Tewöbnl. Breite. — Mittwoch den 30. November, abends
zähluna, nämlich die eigene Auslüllung der Zählkarten durch die Hausbesitzer, Eigentümer, Pächter und Verwalter, wünschenswert. Das Gelingen der Zählung hängt indes nicht wenig« davon ab, daß stch überall eine recht große Zahl freiwillig« Zähler melde, die bei Ausübung ihres Ehrenamtes die Eigenschaft von öffentlichen Beamten besitzen. Endlich ist noch in geeigneter Weise, namentlich durch Be'prechung in den Ke> meindeverlamm'ungen und in den Schulen sowie durch die amtlichen Blätter und die Tagespreise — welche letztere stch durch die Verbreitung einer solchen Belehrung in ihrem Leserkreis« ein großes Verdienst erwerben würde — zur möglichst allgemeinen K°nntn s zu bringen, daß die in den Zählkarten enthaltenen Einträge zu keinerlei Sleuerzw-ck-m benutzt werden dürfen. Die Angaben des einzelnen Viehbesitzers sind vielmehr in den aus jenen zusammenzustellenden Gesamtergebnissen, welche seitens der Gesetzgebung und V-rwaltuug behufs Lömng wirtschaftlicher Fragen und für wissenschaftliche Untersuchungen Verwendung finden, nickt weiter erkennbar.
Berlin, den 18. November 1904.
Königliches Statistisches Bureau
B l e n ck.
Wird veröffentlicht.
Hanau den 24. November 1904.
Der Magistrat.
Bode. 21926
Uus Danau Stadt und Cand,
Hanau den 29. November.
* Deutscher Abend am 3» Dezember. Wie bekannt. wird gelegentlich des Wohltät-gkeitsfesteS eine Tsmbola- verlostmg veranstaltet. Dieselbe findet auS äußeren Gründen erst am Dienstag den 6. Dezember nach dem Kinderfest statt, da sich bei früheren Gelegenheiten die Auslosung am Festabend selbst als störend für den Verlauf des Festes erwiesen hat. Mit dem Kinderfest selbst hat diese Verlosung nichts zu tun. Wir möchten an dieser Stelle ganz ausdrücklich daraus Hinweisen, damit bet der Auswahl der Spenben darauf Rücksicht genommen wird. Dem Vernehmen nach sind bereits schöne, zum Teil sogar wertvolle Geschenke von hiesigen Privaten unb Geschäftsinhabern gespendet worden. Sämtliche Gewinne werden wie in früheren Jahren auch diesmal am Festabend den 3. Dezember anfoesiellt.
* Sturz vom Rave. Gestern früh stürzte in bet Vorstadt ein Bäckerbursche so unglücklich vom Rade, daß et bewußtlos vom Platze getragen werden mußte. Der Bäckerbursche hat erhebliche Kopfverletzungen erlitte«, sein Rad lag in Trümmern am Boden.
halb 8 Uhr: Volks-Vorstellung bei ermäßigten Preisen: „Zar und Zimmermann". Komische Oper in 3 Akten von Albert Lortzing. Außer Abonnement.
Schauspielhaus. Dienstag den 29. November, abends 7 Uhr: Vorstellung bei kleinen Preisen: „WallensteinS Lager". Dramatisches Gedickt in einem Aulzuge von Schiller. Hierauf: „Die Piccolomini". Dramatisches Gedickt in 5 Auszügen von Schiller. Octaois: Herr HanNs Schreiner vom Stadttheater in Brünn, als Gast. Abonnement B. 6. Vorstellung. Kleine Preise, Mittwoch den 30. Novbr., abends 7 Uhr: „Bannermann". Im Ab. Gew. Pr. Donnerstag den 1. Dezember, abends 7 Uhr: AbonnementSvorstellung für einen ausgefallenen Mittwoch. Vorsi. b. kl. Pr.: „Minna von Barnhelm." Paul Werner: Hr. Hanns Schreiner vom Sladttheater in Brünn alS Gast. Im Ab. Freitag den 2. Dez., abends 7 Uhr: „Heima h". Schwartze: Herr Hanns Schreinw vom Stadttheater in Brünn a. E. Jm Ab. G'w. Pr. — Samstag den 3. Dez., abends 7 Uhr: „Die Logenbrüder". Im Ab. Gew. Pr. — Sonntag den 4. Dez., nachm. 3'/- Uhr: vorst. b. em Preisen: „Traumulus". Ruß. Ab. AbendS 7 Uhr: Neu ein studiert: „Der zündende Funke". Lustspiel in 1 Akt neu Pailleron. Hierauf: Neu einstudiert : „D" Veiter." Lust'piel in 3 Auszügen von Roderich Benedix. Jm Ab. Gew. Pr. — Montag den 5. Dezbr., abends
7 Ujr: „Bannermaun". I» Ab. Gew. Pr.
Historische Gedeokt-sc.
86. Novbr. 174» taltml^*“^®
grasen Ernst, 60 ZaS» an. r ^^ Linien.
89, Rovbr?l7SS. b"Ļichaffuug der Tortur in HeffiN-
Caflek.