Erstes Blatt
Hanauer W Ameiger
BezngSprekSr
Lierielsährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für auswärtige Abonneutm mit dem betreffenden Postauffchlag.
Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
Gtueml-Auzeiger
Eiurückungsgebühr
. Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Psgi die fünf« gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg.,
Gedruckt und verlegt in derBuchdruckerei des verein, ö, §8(ufen§ttufe3 m Hsmm.
, Amtliches OlW für Mt- nnh Mkreis Km«
im Reklamerühtil die Zeile 25 Pfg., für AuSwariS 35 Pfg.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. berantwortt. Redakteur: G. Schrecke- m Hauau.
Nr. 149
Fernsprechanschluß Nr. 605»
Mittwoch den 29. Juni
Fernsprechanschluß Nr. 605»
1904
Amtliches.
Stadt- und Landkreis Hanau.
Auf Antrag des Magistrats wird hiermit auf Grund der Polizei-Verordnung vom 30. November 1877 (Amtsblatt Seite 374), betreffend die Anzeigepflicht für ansteckende Krankheiten, die Anzeigepflicht der Aerzte und Haushaltungsvor- ständr auch auf typhusverdächtige Fälle für den Umfang des Stadt- und Landkreises Hanau ausgedehnt (A. II. 7840).
Cassel am 13. Juni 1904.
Der Regierungs-Präsident.
Trott zu Solz.
Wird veröffentlicht.
Hanau den 27. Juni 1904.
Der Königliche Landrat und Polizei-Direktor.
k 4868 v. Beckerath.
Stadtkreis Danau.
Der Magistrat hat die Einziehung des Teiles des Huseu pfadeS von der Jahnstraße bis zum Schnittpunkt mit der Parzelle 311/22 beantragt. An Stelle dieses Wegeteiles ist ein Zugangsweg von der Jahnstraße aus über die Parzelle 311/22 bis zum übrigen Teil des Haienpfades vorgesehen.
Gemäß $ 57 des Zuständigkeitsgesetzes vom 1. August ^b83 wird dieses Vorhaben hierdurch mit der Aufforderung bekannt gegeben, etwaige Einsprüche zur Vermeidung des Ausschlusses binnen vier Wochen, vom Tage dieser Bekanntmachung an, bei der unterzeichneten Wegepolizeibehörde an- zubringen.
Hanau den 27. Juni 1904.
Königliche Polizei-Direktion.
P 4858 v. Becker, ath.
Stadtkreis Danau. MmmtmlichMqen des OLerbirrgermeisteramtes.
Bekmmtmachrmg*
Wegen Verlegung der StudibiblioLhek aus dem Hause Banaenstraße 2 in das Haus Gärtnerstraße 67 bleibt die Bibliothek vom Montag den 4. Juli bis Drens- tag den 2. Arrgust geschlossen.
Hanau den 27. Juni 1904.
Der Magistrat.
Dr. Gebefchus. 11719
Feuilleton.
Technische Wauderunge»,
III. k. Hanau, 28. Juni.
Der hiesige Technikerverein, welcher außer der Pflege der Geselligkeit besonders die Weiterbildung seiner Mitglieder auf technischem Gebiet anstrebt und letzteres im Winter durch Abhaltung von Vorträgen, im Sommer durch gemeinsame Ausflüge zwecks Besichtigung industrieller Anlagen zu erreichen sucht, hat kürzlich die Ausführung seines Sommerprogramms in Angriff genommen. So wurde in voriger Woche der Gewerkschaft „Gustav" ein Besuch abgestattet, welche ausser rechten Mainseite gegenüber Seligenstadt aroße Anlagen zur Förderung von Braunkohlen und Verarbeitung derselben zu Briketts geschaffen hat. Es wurden die bisher vorgenommenen Baggerarbeiten, die angelegten Wafferschächte und ein zirka 120 Meter langer Stollen besichtigt, hierauf die Transport- vorrichtung zur Brikettfabrik und "in letzterer die Maschinen zum Zerkleinern, Trocknen und Pressen der Braunkohlen in Angenschein genommen, wobei die Herren Direktoren des Werkes in znvortümmendster Weise die Führung übernommen hatten. Da der Verein eingeladen wurde, den Besuch nach erfolgtet Inbetriebsetzung, welche in allernächster Zeil vor sich gehen nurb, zu wiederholen, so werden wir alsdann eingehender hierüber berichten.
Am Sonntag wurde nun im Anschluß an den technischm Klub Frankfurt der zweite Ausflug unternommen, welcher den Besuch der Formstecherei der Rinnet Rüttgers u. Cie. in Kesselstadt bezweckte. Herr Th. Rüttgers gab zunächst in einem erläuternden Vortrage einen kurzen Neberblick über die Entwickelung der Tapelenindustrie, wonach in früherer Zeit die Tapeten in^einzclnen Bogen, der Größe des betreffenden Musters entsprechend, gedruckt und diese Bogen dann einzeln
Bekanntmachung.
Die seither von Herrn Steuerkommissar Kluge bewohnte Wohnung vor dem Kanaltor 1, gleicher Erde, bestehend aus 4 Zimmern, Badezimmer, Küche, 2 Mansarden sowie sonstigem Zubehör ist alsbald zu vermieten. Angebote sind an den Magistrat zu richten.
Hanau den 29. Juni 1904.
Der Magistrat.
J. A.: Wagner. 11866
Städtische Sparkasse.
Durch Beschluß der städt. Körperschaften ist der Zinsfuß für Spareinlagen bei der städt. Sparkasse, für bestehende sowohl wie für neue, vom 1. Oktober d. Zs. ab auf BW/o festgesetzt worden.
Gleichzeitig wird bekannt gemacht, daß Hypothekengelder zu 4% jederzeit zur Verfügung stehen.
Hanau den 27. Juni 1904.
Der Vorstand. 11713
Städtisches Wasserwerk.
Diejeniaen, welche mit Zahlung des Waffergeldes und der Kanalbetriebsgebühr für Aprit/Juni d. I. noch im Rückstände sind, werden hierdurch aufgefordert, diese Rückstände biß zum 11. Juli bei unserer Kasse, Leipzigerstraße 17, während der Stunden, vormittags von 8—i2ffLeM und nachmittags von 3—5 Uhr, einzuzahlen, da vom 12. Juli ab, die zwangsweise Beitreibung der rückständigen Beträge erfolgen wird.
Hanau den 18. Juni 1904.
Die Wasserwerks-Direktion.
von Gäßler. 11807
Bekanntmachung.
Am 4. d. Mts. wurde hier die Leiche eines unbekannten Mannes aus dem Main gelandet.
Beschreibung: 35—38 Jahre, 1,73 Meter groß, braune Haare, desgl. Augenbrauen und Schnurrbart, hohe Stirn, volles Gesicht, sehr kräftige, breite Gestalt.
Bekleidung: Schwarzer Gehrock-Anzug, schwarze Binde, Stehkragen, blau und weiß gestreiftes■ Slärkehemd, braune Leder-Schnürschuhe, schwarze Strümpfe. Die ganze Bekleidung war die eines Mannes besserer Herkunft.
Gegenstände: GeHäftskarte aus dem Restaurant Tit- lis in Luzern, Taschentuch, gez. H., dünne, doppelreihlae U6r=
aneinander geklebt wurden. . Die zum Druck erforderlichen Formenplatten wurden in Holz gestochen oder geschnitten, wonach sich der Name Formstecherei erhalten bat, obgleich derselbe dem heutigm Vorgänge nicht mehr entspricht. Jetzt werden bekanntlich die Tapeten in Streifen von größerer Länge her- gestellt, auf welchen sich das Muster mehrmals wiederholt. Zum Drucken derselben werden, je nach der Anzahl der Farben, ein oder mehrere Walzen angefertigt, welche das jeder einzelnen Farbe entsprechende Muster tragen. Die Anfertigung dieser Walzen ist die Arbeit des heutigen Formsieckers. Als Rohmaterial zu diesen Walzen wird hartpffächlich amerikanische Platane verwendet; das Holz wird nach Empfang etwa drei Stunden in einer alkalischen Lauge gekocht und dann längere Zeit, je nach Beschaffenheit 3—5 Jahre, getrocknet. Die Holzwalze (man fertigt auch solche aus Papiermasse) wird genau rund abgedreht und zwar auf einen der Länge des Tapetenmusters entsprechenden Umfang. Nachdem nun das Muster für die betreffende Farbe auf die Walze übertragen ist, werden die Umrisse desselben aus dünnen, etwa 10 mm breiten Blechstreifen, welche an einer Seite zu einem sogenannten Fuß zugeschürst sind, genau von Hand nachgebozen, auf die Walze aufgesetzt und mit einem Hammer eingeschlagen, sodass sie etwa mit ihrer halben Breite hervorragen. Sollen größere Flächen mit der gleichen Farbe bedruckt werden, so werden die Stellen innerhalb der Umrisse sauber und dicht mit Filz ausgefüllt, bei kleineren Partien, wie bei einzelnen Strichen u. dgl. bildet nur das Messingblech den Druckstock. Die so fertig gestellten Walzen werden endlich auf einer Drehbank mit peinlickstcr Genauigkeit auf gleichen Umfang abgedreht, da ja z. B. Unterschiede von ^o mm im Umfange bei zu demsclbni Musier gehörigen Walzen nact). 100 Umdrehungen schon einen Fehler von 1 cm ergeben unb somit ein völlig unsauberes unb verschobenes Muster liefern würden. Es gelangten dann verschiedene Tapeten mit den zu ihrem Druck erforderlichen Walzen zur Vorführung und die Besucher nahmen hochbefriedigt über dir sehr interessanten Darbietungen^
kette, Portemonnaie mit 23 Pfg. und V* Frankstück, 1 Taschenmesser und 1 sogen. Kellnermeffer, 5 Schlüssel, 1 von Holz geschnitztes Taschen-Uhrgehäuse.
Es wird um Nachforschung nach den Personalien des Verstorbenen und um Nachricht zu III b 6972 ersucht.
Frankfurt a. M. den 27. Juni 1904.
Der Polizei-Präsident. ,
Lmilwirtschaftliiher Ammei» Hm«.
Die von der Landwirtschastskammer für den Regierungsbezirk Cassel veranstaltete Bezirkstierschau findet vom 15. bis 17. Juli d. J. in Fulva statt.
Seitens des landw. Kreisvdreius ist eine gemeinschaftliche Reise zum Besuche jener Ausstellung geplant und aus der Vereinskasse ein Betrag zur Versüguuz gestellt worden.
Die Herren Bürgermeister werden^ ersucht, in ihren Gemeinden gefälligst Umfrage zu halten und bis zum 12. Juli d. J. dem Schriftführer des Vereins, Herrn Domänen- Rentmeister Reinhardt bierselbst, die Namen derjenigen Mitglieder mitzuteilen, welche an der gemeinschaftlichen Reise nach Fulda am 16. Juli d. Js., ab Ostbahnhof hier 6.06 Uhr vormittags, teilnehmen wollen.
Hanau den 28. Juni 1904.
Der Vorsitzende.
v. D e ck e r a t h, Laudrat.
Mus Stadt und £and.
Hanau, den 29. Juni. ■
Historische Gedenktage.
29. Juni 1550 starb Hartmann Schutzbar genannt Milch- fing, zu Treis an der Lumbde, der erste dieser Familie, welcher sich der Reformation zuwandte, während die übrigen Glieder derselben damals noch, zum Teil sehr eifrig und heftig, der kätbolischen Kirche zugetan waren; sein eigener Sohn war FürstaSt von Fulda, ein anderer Domherr zu Mainz.
29. Juni 1684 brannte die Stadt Naeunburg bis auf ein einziges fOhrS Haus ab.
29. Juni 1779 starb der Professor Primarius der Theologie zu Marburg, Daniel Wyttenbach, ein Schweizer, .an den das Berufungsschreiben der theologischen Universität durch eine Verwechslung der Adresse gelangte, es war eigentlich ein anderer Wpttenbach gemeint gewesen.
29. Juni 1821. Neue Organisation der Landesverwaltung in Kurhessen, welche im wesentlichen bis zur Auflösung des Kurstaates bestanden hat.
von dem Werke Abschied, nachdem die Vereinsvorstände den Besitzern für ihre Bemühungen den sehr wohlverdienten Dank abgeftattet hatten. Als Fortsetzung dieses Ausfluges ist für später, falls sich dazu Gelegenheit bietet, der Besuch einer Tapetenfabrik in Aussicht genommen.
Albumblätter.
Still geh' Du Deinen stillen Pfad
Und achte nicht des Lohns der Erde; ,
Froh hoffend streue Deine Saat^
Daß sie dereinst gedeihen werde.
Brichst Du auch selbst die Früchte nicht
All Deiner Sorgen, Deiner Mühen:
Die Seligkeit erfüllter Pflicht
Wird Dir aus Kampf und Not erblühen/
A. Triebler. .
Dunkeln muy der Himmel rings im Ru«bc, Daß sein Sterneuglanz zu leuchten wage;. Stürmen muß das Meer im tiefsten Grunde, Daß aus Land es seine Perlen trage;
Klaffen muß des Berges off’ne Wunde, Daß sein Goldgehalt ersteh' zu Tage;
Dunkle Stunden müssen offenbaren, Was ein Herz des Großen birgt und Klaren.
Anast. Grün.
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Sehr oft ist der Fall gewesen, daß die nachkommende Zeit von der vorausgegangenen Rechenschaft begehrt hat über die Art, wie sie Talente höherer Art behandelt hat.
Grillparzer (an den österreichische« Kaiser).
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Der Liebe Opfer zwingt dem Herzen Großmut ab:
Wer kann veralten, was sich ihm aus Lieb' ergab? ^