Erstes Blatt.
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Amtliches GrW für Mt- «ü §m-kms Kam.
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Dr. 277 FernsprechanschW Nr. 605« SaMslttÜ hM 2 6. November Fervsprechanschl«? Nr. «05. 1904
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Amtliches.
Landkreis Danau.
IMmtmachrr-loen des K8mql. SandratsüNieß.
Bei der am 23. b. MtS. erfolgten Ersatzwahl zum Kreistag wurde an Stelle des verstorbenen Bürgermeisters Baumert der Kaufmann und Schöffe Georg Drrill in Fechenheim für den Rest der Wahlperiode bis Ende 1906 als KreistagZ- «Hgeordneter des I. Wahlbezirks gewählt.
Hanau den 24. November 1904.
Der Königliche Landrat.
JSir.A4584 v. Beckerath.
Da die Dammschüttung des neugebauten Landwegs von Neuwiedermuß nach Altwiedermuß sich noch nicht genügend gesetzt hat, wird der genannte Landweg bis MM 1. April 1905 für Fuhrwerke von mehr als 30 Zentnern Ladegewicht gesperrt.
Hanau den 25. November 1904.
Der Königliche Landrat.
V 8299 v. Beckerath.
Stadtkreis ßanau,
Bekanntmachungen des OberMgermeißemmies, Bekanntmachung.
Arbeitsuchende in der Zeit vom 19. bis 25- November 1904:
1 Etuismacher, ( Spengler, 1 Bäcker.
1 Kisrenschreiner
1 Ban- «nv Möbelschvekner,
1 Maschinenschlosser und Dreher,
1 Bnreauviener,
1 Fahrbnrsche,
3 Hans barschen,
5 Tagelöhner.
Hanau den 26. November 1904.
Städtisches Arbeitsamt. 21987
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Bus Danau Stadt und Cand.
Hanau den 26. November.
Historische Gedenktage.
26. Rovbr. 1628 wurde der Superintendent Gregor Schön- feld zu Casfii, weiwer bei der Einführung der Verbeffe-
Feuilleton
Garcia Morwo.
(S^lUB.)
Moreno, kaum dem JünalinnSalter entwachsen, begann jetzt erst eigentlich die politische Laufbahn und doch zitterte der viel ältere Gegner vor ihm. Doch nicht gie ch sollte der Kampf entbrennen. Moreno wollte sich zu diesem Waffengang noch besser rüsten und begab sich nach Europa, wo er England, Frankreich und die deutschen Rheingegenden besuchte. Auf- werksam studierte er die politischen Zusiände dieser Länder, die noch unter den Nachwehen der Revo'ution von 48 zu heben schienen, und als er nach einem Jahre zmückceiste, nahm er die lleberzeuoung mit, daß ein Staat ohne Religion rettungslos dem Säbel eines Autokraten oder dem Dolche des Anar-
chssten verfallen ist. ,
Bald nach der Ankunft in der Heimat begann der Kampf mit Urbina, der sich in der Hauptstadt einridtete „wie ein Sultan in seinem Serail." Moreno griff zur Feder, von deren Schärfe er schon früher Proben gegeben hatte, und übergoß den D'Spoten mit beißender Satire. Ahnungsvoll schloß er ein Tedian mit den Worten: „Ich weiß, o ja, ich weiß, welches S»icki,l mich erwartet. Blutige Bilder vmwirbeln mich m '"einen ruhelosen Nächten. Ich sehe die Zukunstz die sich vor *ir öffnet .... Die Kugel eines Meuchelmörders wird wein Herz durchbohren. Aber, wenn mein Vaterland frei ?M, dann will ich freudig ins Grab sinken. Zunächst fedoch wllte ihn nur mehrmals das LoS der Verbannung treffen. Mannen konnte man ihn, aber seinen Geist nicht bannen, IJN« glühende Vaterlandsliebe nicht ersticken. Eine in dieser Bett verfaßte Schrift schließt mit den prophetischen Worten: ^ würde meinen Feinden alles verzeihen, das sie mir getan, "«nn sie Mm Wohl« meines Vaterlandes gewirkt halten, an-
rungSpunkte des Landgrafen Moritz eine der Hauptrollen gespielt hatte, übrigens ein wackerer, ernster und frommer Mann, in der Stiftskirche St. Martin zu Caflel begraben. Er hat seinen Namen erhalten durch ein Benefi- zium für Theologie Studierende.
36, Rovbr. 1642 starb der Superintendent Seltzer zu Siesten.
26. Rovbr. 1743. Einsetzung des Ober - Appeklations- gerichtes zn Gaffel in- feine Funktionen.
26, Rovbr. 1786 starb der Professor der Kameralwissen- schaften zu Marburg, Natbanael Gottfried Leske zu Marburg, nachdem er erst drei Tage zuvor, auf der Reise von Leipzig nach Marburg durch einen Sturz mit dem Wagen tödlich verletzt, in Marburg angenommen war, ohne seine Professor angetreten zu haben.
86. Rovbr. 1797 starb der Professor der Jurisprudenz, Johann Jakob Sorber zu Marburg, 83 Jahre alt. Durch seine Wissenschaft hat er sich weniger, als durch eine Staaroperation bekannt gemacht, welche er nicht etwa vollzog, sondern durch Jung(-Stilling), damals noch in Elberfeld, an sich vollziehen ließ, und welche den Ruf Junos als Staaroperateurs begründete.
27. Rovbr. 1628. Anordnung der täglichen Betstunde in Hessin-Eassel durch Landgraf Wilhelm V.
27. Rovbr. 1631. Schutzbrief des schwedischen Königs Gustav Adolf für die hefseu-darmstädtischen Lande.
* Kirchenchor der JohanueMrche. Marge« abend um 6,6 Uhr findet in der Johanneskirche ein liturgischer Gottesdienst statt, wobei der Kirchengesangverein und der Knabenchor Mitwirken werden. Die Hauvtprobe für den Kirchenchor wird heute abend um 8 Uhr in der Kirche abgehcllteu. Die Mitglieder sind zu derselben freundlichst eingeladen.
* Professor Dr. Sponsel (ein Hanau er) in Dresden ist als Nachfolger von Professor Lehrs zum Direktor des dortioen Köniol. Kupferstich - Kabinetts ernannt worden. Dir „Dresd. N. N." schreiben dazu: Mit dieser Ernennung haben sich Erwariunaen erfüllt, die man zu hegen wofl berechtigt war. Denn Prost ssor Dr. Sponfel, der bereits 17 Jahre als Diretigrial - A sisient an dem Kabinett tätig ist und als tüchtiger Kenner der unter Lehrs zu Weltruf gekommenen Sammlung gilt, erfreut sich auch als Kunsthistoriker eines ausgezeichneten Rufes und genießt auf verschiedenen Gebieten heimatlicher Geschichtsforschung das Renommee einer Autorität. Jedenfalls gibt die Berubma Svansels die sichere Gewähr, daß das Königl. Kupferstich-Kabinett auch fernerhin von einer wiss-Mchaftfichen Krosi von Nana und Ruf oeleitet »nb so als
statt täglich^ sein Unglück zu steigern. Ich würde ihnen ver- zeiben, hätten sie nicht die Betäubung eines aufs äußerste entkräfteten Volkes mißbraucht,' um sich wie gemeine Raubvögel an seinem Fleisch zu mästen . . . Sie haben geglaubt, die ewige Vorsehung würd, immer zulassen, daß dem Räubertum ein Kultus unb der Prostitution ein Altar geweiht werde. Aber sie täuschen sich. Der Stackel des Schmerzes wird daS To t aus feiner Be- täudimg reißen ... es wird sich ein Schrei des höchsten Zoriies jeher Srnn entringen, neues Leben wird den Leichnam durchströmen und im Gefühl seiner Würde wird er sich wieder auirtchren. Sie möge dann anbrechen die Stunde der Gerechtigkeit, und wir werden uns auf die Horde der Tyrannen stürzen.
Doch ehe diese Stunde anbrach, begab sich More»» zum zweiten Mal nach Europa, um sich in Paris mit allen Er- rui-genfchaslen der Neuzeit bekannt zu machen. Das waren nochmals Tage ernsten Studiums, die er in der Seinestadt verlebte. ^Jch studiere täglich 16 Stunden und wenn der Tag 48 Stunden hatte, würde ich 40 dem Studium widmen," so schrieb^ er einem Freunde. Dabei vergaß er es keineswegs, seine politische Ausbildung zu vollenden. An Anregung dazu fehlte es nicht. Vor allem konnte er mit eigenen Augen sehen, welch ungeheueren Einfluß eine gewaltige Persönlichkeit auf die Geschicke eines Volkes ausüben kann. Von 1848 bis 1852 Halle sich Frankreich wie in epileptischen Stampfest ab- gequält, to^oit der bloße K-danke an irgend einen H:rrn wurde mit Wutgeichrei zurückgestoßen. Da erschien ein Herr- f$er auf d«m Schauplatz und augenblicklich trat Ruhe'ein. Der H?rr leate dem unbändigen Volke die Zügel an, und ruhig legte sich das gezähmte Wild zu seinen Füssen. Moreno sah m't eigenen Augen, dass ein entschiedener Mann ein Volk retten kann, diesem selbst zum Trotz, und felsenfest wurde in ihm der Entschluß, auch sein Volk von den revolutionären Gewalten zu befreien. Was er seit Jahren eingelkitet hatte, wollte er zetzt zum Ziele führen. Doch sollte bei ihm nicht
Die heutige Nummer um saht außer dem Nuterhaltungsblatt 14 Seiten.
modern verwaltete Sammlung auf der Höhe bleiben »ird, di< rhm weit über Deutschlands Grenzen hinaus bat hohe Ansehen verschafft hat.
* VarolemuNk. Die Ulanenkapelle spielt morgen Sonntag zur Parolemusik folgende Stücke: 1) „Graf v. Srydlitz", Marsch; 2) „SLauspiel-Ouvertüre" von Hummel; 3) „Weih- nachtSklänge", Walzer von Weißenborn; 4) „Es war einmal^ Lied von Linke; 5) „Huiarenriit" von Spindler.
6 Konzert der Ulanenkapelle im Saalban „zum deutschen Haus". Auf das morgen Sonntag abend im Saalbau „zum deutschm Haus" stattfindende Streich- Konzert unserer Ulanenkapelle weisen wir hiermit nochmals empfehlend hin. Wie wir erfahren, hat Herr Musikd. Urbach ein entsprechend geschmackvolles Programm zusammengestellt, welches allen Verehrern einer guten Streichmusik — bei einer vorzüglichen Glas Kanzlerbräu — einige angenehme Stunden bereiten wirb.
* Zahlung leerstehender Wohnungen. Dom Magistrat wird gegenwärtig eine Zählung der im Gebiet des Stadtkreises leerstehenden Wohnungen vorgenommen. Dir Zahlung erstreckt sich hauptsächlich auf die Größe und den Mietpreis der Wohnungen, sowie auf den Zeittpunkt, seit welchem dieselben leerstehen.
* Stadttheater. „Hasemann's Töchter", das immer wieder gern gesehene VolkSstück L'Nrronge'S, wird morgen Nachmittag zu "h a l b e n Preisen nochmals gegeben. — Abends geht, wie bereits berichtet, Otto Ernsi'S Schulkomödie ^Flachsmann als Erzieher" in neuer Einstadierung in Szure und bedarf dieselbe keiner lobenden Erwähnung in Bezug auf Wirksamkeit und Beliebtheit, da sie hier sowohl, sie an allen anderen Sühnen sich als eines der zugkräftigsten Reperloirnücke bewährt hat. Es sei nur die gute Besetzung der Hauptrollen erwähnt, welche eine vorzügliche Darstellung des Werkes voraussehen läßt. Als „Flachsmann" wird Herni Oberregiffeur Z eitz Gelegenheit gegeben, sich in einer seiner G'anzrollen zu zeigen, wie auch Herr Fink als „Schulral Prell" eine ihm besonders zusagende Aufgabe findet. Herr Merk er und Frl. Helliot werden als „Flemming" und „Gisa" auftreten, sodass unter bewährter Regie eine gute Vorstellung zu erwarten sein w:tb. Der Vorserkauf findet für beide Varsiellungen heute Samstag nachminag von 4—5 Uhr an der Theaterkasi- im Vestibül statt.
* In der Brauerei Dörr treten morgen neben anderen Speziali'ät-N die beliebten Wiener Duettiüen Geschwister Huber auf. U. a. kommt das hübsche Singspiel „Vater und Sohn" oder „Die Keburtstags Ueberraschunq" zur Aufführung, worauf wir noch belovders aufmerksam machen wollen.
* DaS Hostnenkammhans ist Sonntags von 11 Uhr ab a-St7net.
auf die revolutionäre Tyrannei die kaiserliche folgen, wie e? in Frankreich geschah. Er kehrte zurück in die Heimat und der Kampf begann, eine lange Reihe glänzender Heldentaten/ die den kühnsten Ritteriaten des MiltelalterS nichts nachgeben.
Voller Hoffnung empfing ihn sein Vaterland. Quito wählte ihn zum Vorsitzenden deS Stadtrats und übertrug ihm bald das Rekiorat der Universität, die in den letzten Jahren ara hernniergkkommen war. Hatte doch Urbina ein Ge etz er* lassen, daS die Studenten ermächtigte, ohne die FakultätSkurse durchgemacht zu haben, die akademischen Grade zu erlangen. Die Folge davon war, baß die Studenten aus den nächsten besten Abhandlungen ein oberflächliches Wissen erwarben, mit Empfehlungen und Geld versehen zum Examen liefen, um firmer Hand mit dem Dokiortitel beehrt zu werden. Faulheit, Unwissenheit und Ruin der Studien und Verwilderung der Nation, daS war das Werk dieses Despoten, der Ecuador wie ein Land von Negern und Heloten regierte. Oifiziere, Richter und Priester wurden hingemordet. Einziehung der Güter, Ver- bannungS- und Todesurteile waren an der Tagesordnung. Kein Alter noch Geschlecht noch Rang wurde geschont. Vornehme Damen, selbst junge Mädchen wurden aus politischen Gründen ins Gefängnis geworfen ober ins Kloster gesteckt. Niemand wagte einen Widerspruch. Daß Moreno da nicht ruhig zusah, lässt sich denken. Er liess sich 1857 mit mehreren politischen Freunden in den Senat wählen, un vor den feilen Speichelleckern, mit denen sich die Machthaber seit 5 Jahren umgiben hatten, die Fahne der Opposition auizupflanzen. Zum nachdrücklichen Kampfe sammelte er die konseivatioen Elemente, die weitaus Lb-rwoaen, zu einer starken Partei, und I® Ende des Jahres 1858 war eS ihm S-lang-tt, die Regtmu^ &X ^~^s. MK ÄÄ «Ä SÄÄ.M SX Empörung !nd eine allgemeine Volkserhebung fegte in bett meisten Provinzen die verhaßte Regierung hinweg.