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Erstes Blatt

Hanauer U Anzeiger

«rzngSPreiSr

Dierielfährlich 1,80 Mk., monatllch 60 Pfg., für «tS- BÜrüge ALormenten mit dem betreffendm Postauffchlsz.

Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

General-Mzeiger

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckern des verein. ö.

WälsenhauseS in Hauau.

Amtliches Organ fit Ä= und MKrtis Hanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

EiurückuugLgeüühr

Für Stadt- und Landkreis Hanau lO Pfg. bU fünf' gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 1b Pfg., im Nektarneulheil die Zeile 25 Pfg»

für Auswärts to Pfg.

SßermttaotiL Redakteur: <S. Schrecken m Hemem.

Hr. 251

Fernsbrechanschluß Nr. 605»

Mittwoch den 26. Oktober

Fernsprechanschluß Nr. 605»

1904

Amtliches.

Stadt- und Landkreis Hanan.

VekanutmaÄuna.

Das fiskalische Grundstück, Paradeplatz 1, zu Hanan früher Dienstgebäude des Königlichen Landratsamts und der Königlichen Polizei-Direktion soll freihändig verkauft werden.

Das Grundstück hat einen Gesamtflächeninhalt von 14 ar 63 qm und besitzt eine Straßenfront von rund 26 m Länge am Paradeplatz und eine solche von rund 27 m an der Rosenstraße. Die Gebäude sind in baulich gutem Zustand. Das Grundstück ist durch seine Lage im verkehrsreichsten Teil der Stadt Hanan in unmittelbarer Nachbarschaft der Jn- fanteriekaserne zu Geschäftszwecken geeignet. Kauflustigen wird nähere Auskunft im Bureau der Königlichen Polizeidirektion erteilt.

Hanan den 22. Oktober 1904.

Der Königliche Landrat und Polizei-Direktor.

P 8562 v. Beckerath.

Candkrew Danau.

Bekanntmachungen des Königl. Landratsamtes.

Die Ortspolizeibehörden des Kreises mache ich auf die unter Ziffer 813 im Regierungs-Amtsblatt Nr. 41 veröffent­lichte Bekanntmachung, betreffend: Ausstellung rc. von Quittungskarlen für im Auslande lebende Inländer auf­merksam.

Hanau den 21. Oktober 1904.

Der Königliche Landrat.

J 979 v. Beckerath. _____

Gefundene und verlorene Gegenstände rc.

Gefunden: 1 blaue Tuch-Kinderkappe, 1 silberner Glas- Deckelrand von einer Damenuhr, 1 schwarzer seidener Pompadur, 1 braune wasserdichte Pferdedecke.

Verloren: 1 Brillant-Brosche, 1 grau und schwarze Damenjacke, 1 silberne Herren-Uhr ohne Glas.

Zugelaufen: 1 schwarzer Rehpinscher m. Geschl.

Entlaufen: 1 rehbrauner Jagdhund mit Halsband mit gelbem Schild m. Geschl.

Hanau den 26. Oktober 1904.

Hue Banau Stadt und £and,

Haumt den 26. Oktober.

Historische Gedenktage.

I6. Okibt«. 1375. Ausschreiben desUngelds" durch Land­graf Hermann, zu dessen Zahlung sich die Stadt Cassel und auf deren Veranlassung auch andere Städte, zumal des NiederfürstentumS, nicht verbunden erachteten, worauf dann mit dem 1. Januar 1376 ein steuerverweigernder hessischer Städtebund folgte.

26. Okibr. 1606. Beitrittserklärung des Landgrafen Moritz zu der proiellantischen Union.

»6. D?ibr. 1661 starb zu Hamburg der Haupipastor zu St. Jacob, Johann Balthasar Schuppius, 51 Jahre alt, aus Gießen gebürtig und 10 Jahre lang Professor zu Marburg, einer der geistig lebendigsten Hessen, welche das 17. Jahrhundert hervorgebracht hat. Seine launigen Schriften, welche weit über die meisten Produkte des 17. Jahrhunderts hinausragen und zum Teil denen des 16. Jahrhunderts gleich stehen, gewähren noch heute Reiz und ^nurbaliung.

s^dv. 18tt) starb zu Lissabon B. G. Wiederhold, j-mUUMincher Generalmajor, einer von den Hessen, welchen '^? Z^sUand zu eng wurde, weil dasselbe ihren Ehrgeiz ghc^ "nd welche deshalb eigenmächtig davon-

"^' ^EtbP. 1813 verließ Jerome Napoleon, König von genialen, ferne Residenz,unsere gute Stadt Cassel", sur immer.

^täöiifche Badeanstalt. Wiewohl der Besuch der ontmen Badeanstalt, der in den letzten Jahren fortwährend gUrungegangen ist, sich im Betriebsjahre 1903 wieder etwas Stoben hat (es beträgt die Mehrabgabe an Bädern in den ^Webenen Klassen zusammen 856), ist doch ein gegen das 101.92 Alk. erhöhter Belriebszuschuß von Mark aus der Stadtkasse erforderlich geworden, da die

notwendigen Reparatur-arbeiten erhöhte Aufwendungen verur­sachten. So mußten die verfaulten Holzfußböden im Gange und in den Kabinen 1. Klasse, sowie des Ruhezimmers des römisch-irischen Bades erneuert werden. Die Böden erhielten einen Belag mit Steinholz auf Schlackenbetonunterlagen. Gleichzeitig wurde die Steinholzmaffe bis zur Höhe der früheren Holzlambris hinaufgezogen, sodaß in den einzelnen Zellen ein vollständig undurchlässiger Topf entstanden ist. Im Donchebad und in dem Ruhezimmer war die Erneuerung des Anstriches nötig, ebenso wurde die hölzerne Verbindungs­tür zwischen beiden Räumen durch eine neue eiserne ersetzt. Die Abgabe an Wannenbädern in den einzelnen Klassen konnte trotz der vorzunehmenden Reparaturen uneingeschränkt aufrecht erhalten bleiben, nur das römisch-irische Bad und das Donchebad mußten in der Zeit vom 2. bis 30. Juli ge­schlossen werden. An -zu^chüssen aus der Stadtkasse waren erforderlich: 1903: 2905.25, 1902: 2803.33, 1901: 2902.62, 1900: 3279.72, 1895: 593.41 Mk.

* Volksbad. Die Einrichtung des Volksbads wurde im Betriebsjahre 1903 nicht geändert. Es lernten schwimmen 1903: 230, 1902: 246, 1901: 130, 1900: 248, 1895: 30. Davon schwammen sich frei 1903: 25, 1902: 46, 1901: 31, 1900: 52, 1895:. Die Ausgaben betrugen 1903: 1437.20, 1902: 1425.69, 1901: 1111.01, 1900: 1419.31, 1895: 1042.06 Mk.

* ReichsbankttebSttstelle. Am 14. November d. J. wird in Arnsberg (Westfalen) eine von der Reichsbank- stelle in Hamm abhängige Reichsbanknebenstelle mit Kassen- einrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden.

* Stadttheater. In Bezug auf den gestrigen Sprech- saal-Artikel teilt uns die .Direktion mit, daß eine dauernde Benachteiligung der einen Abonnements-Hälfte gegenüber der andern ganz ausgeschlossen ist. Auch in die geraden Nummern des Abonnements werden im Laufe der Spielzeit Wiederholungen vonRose Bernd",Johannisfener" und Jugend", sowie ein oder mehrere Gastspiele hervorragender Künstler ausgenommen.

* Stadttheatek. Es findet, wie schon mit geteilt, heute die Wiederholung des hübschen LustspielesR e e s e m a n n s R h e i n f a h r t" statt, und wollen wir nicht verfehlen noch­mals auf das humorvolle Stück hinzuweisen. Sardous SchauspielFedor a", das am Freitag mit der Großherzogl. Hofichauspielerin Frl. Frieda Eichelsheim als Gast neu einstudiert in Szene geht, wird in der bekannten und wirkungsvollen Übersetzung von Paul Lindau zur Darstellung gelangen. Das packende Werk bietet der bedeutenden gastieren­den Künstlerin in ganz hervorragendem Maße Gelegenheit, ihre Begabung und Mittel in bester Weise zur Geltung zu bringen, sodaß wieder ein hochinteressanter Theaterabend zu erwarten sein dürfte.

* Turnerisches Wie wir aus bestunterrichteter Quelle erfahren, beabsichtigt die T n rüge m einte, eine zweite Abteilung nur für Frauen zu errichten, sowie des Turnen schulpflichtiger Knaben u n b Mädchen in die Vereinstätigkeit aufzunehmen. t

* Der Mitteldeutsche Radfahrer-Verband hiel am vergangenen Sonntag in Fechenheim im Hotel zurPost" seine diesjährige Generalversammlung ab. Aus dem Geschäfts­bericht, den der 1. Vorsitzende des Verbandes, Herr Frauz Veltum-Fechenheim, erstattete, ging hervor, daß der Verband die Interessen des Radsports nach jeder Richtung hin gefördert und sich eine große Anzahl Anhänger erworben hat. Den Kassenbericht erstattete der 1. Kassierer, Herr Konrad Hart- leib-Sindlingen und ist aus demselben ersichtlich, daß auch die Kassenverbältnisse durchaus geregelte sind. Die Einnahmen betrugen 387.50 Mk., die Ausgaben 272.63 Mk., mithin ist ein Kassenbestand von 84.87 Mk. auf das neue Jahr vorzu- tragen. Anwesend waren außer sämtlichen Verbandsvereinen der Radfahrerverein Zeilsheim, RadsahrerklubAdler"-Kessel- stadt und RadfahrervereinEinigkeit"-Griesheim a. M. Letz­terer Verein hat seinen Beitritt zum Verband angemeldet, während die beiden anderen Vereine ihren Beitritt in Aussicht stellten. Die Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis : 1. Vor­sitzender : Franz Veltum, R.-D.Germania"-Fcchenhei-n; 2. Vorsitzender: Fritz Wingenfeld, R.-V. Griesheim a. M.; 1. Schriftführer: Aug. Fleckenstein, R.-V. Griesheim a. M.; 2. Schriftführer: Hch. Knack, R.-V.Germania"-Seckbach; 1. Kassierer: Konrad Hartleib, R.-V.Germania"-Sindlingen;

2. Kassierer: Emil Stierstädter, R.-V.Gerwania"-Sindlingen;

1. Fahrwart: Peter Herzing, R.-D.Germania"-Fechenbeim;

2. Fahrwart: Karl Schröder, R.-K. Langenselbold; Beisitzer: Werner, R.-V. Bischofsheim bei Mainz. Das Preisrichter­kollegium setzt sich aus folgenden Herren zusammen: Pet. Her- zing-Fechenheim, Obmann; Karl Schröder-Langenselbold, Stell­vertreter ; Fritz Wingenfeld - Griesheim, Preisrichter; Kar! Becker-Griesbeim, Stellvertreter: Werner-Bischofsheim. Preis­

richter; L. Hamel-Langenselbold, Preisrichter; C. Hartleib- Sindlingen, Preisrichter; Schneider-Sindlingen, Stellvertreter; Dilger-Seckbach, Preisrichter; Rusch-Seckbach, Stellvertreter. Die Sternfahrt findet im nächsten Frühjahr nach Griesheim statt. Die Ausarbeitung des nächstjährigen Programms wurde dem Vorstand übertragen, ebenso wurde der 1. Fahrwart be­auftragt, über das abgelaufene Geschäftsjahr einen ausführ­lichen Bericht auszuarbeiten und dem nächsten Verbandstage vorzulegen. Neuanmeldungen zum Verband sind zu richten an Herrn Franz Veltum-Fechenheim, oder an Herrn Aug. Fleckenstein-Griesheim a. M., Friedrichstr. 12. Bei genannten Herren sind auch die Verbandssatzungen und Wettfahrtbestim- mungen erhältlich. Nach 4stündiger Sitzung schloß der 1. Ver­bandsvorsitzende die Versammlung mit einem dreifachenAll Heil!" auf das fernere Blühn: und Gedeihen des Verbandes.

k. Vorttag. Mit dem Beginn des Winter-Semesters eröffnet der Kunstindustrie-Vercin alljährlich eine Reihe von Vorträgen, die den mannigfachsten Gebieten entnommen sind. Der erste diesjährige Vortrag fand gestern abend in der Aula der Zeichenakademie statt, als Redner war Herr Professor Dr. Rover- Mainz gewonnen. Das Thema lautete:Die Nibelungensage und ihre Heimat am Rhein". Die Gegenwart hat jene herrlichen poetischen Gebilde einet längst entschwun­denen Blüteperiode der deutschen Literatur wieder zu Ehren gebracht und das Interesse weiterer Kreise für diese schimmernden Perlen geweckt. Das Auditorium war darum auch sehr groß. Das Nibelungenlied vergleicht einer unserer bedentendsten Literaturhistoriker mit einem prächtigen Walde. Bei dem Ein­tritt in seinen weiten Dom zeigen sich dem Auge herrliche Genüsse, aber bei sinniger Beschauung wird der Blick immer noch in weitere Fernen gelockt. In die Nibelungensage, wie sie in dem Nibelungenliede dargestellt wird, tönen noch eine große Zahl von Tönen hinein, die nur kurz angeschlagen werden, aber in ihren voklen Akkorden nicht gehört werden. Diese Pfade, die hinaufführen bis zu dem Naturmpfhus^ der alten Arier, erhellte uns der gestrige Redner. Die Siegfried- sage, wie sie uns noch in den nordischen Ueberlieferungen er­halten ist, die Nibelungenhortsage, die Brunhilde in ihrer feurigen Bekränzung und das Hinüberspieleu in den burgundischen Sagenkreis und zuletzt der Uebergang in^das weite Uugarland wurde uns in seiner ursprünglichen Form und immer vergleichend mit dem Nibelungenliede gezeigt. Der rauschende Rheinstrom mit seinem Rheingolde ist vielfach der Ort der Handlung, seine Ufer sind die Zeugen jener wichtigen und herrlichsten Momente der Nibelungensage und in seinen Fluten wurde auch jener Dämon, der die Quelle unsäglicher Leiden wurde, der Nibelungenhort, wieder versenkt und ruht dort immerdar. Aus jenem Sagenkreise hat nicht nur Richard Wagner den Stoff zu seinen herrlichste» Opern genommen, ein Wilhelm Jordan eine wunderherrliche Dichtung geschaffen, sondern auch die Meister der bilbenben Künste haben zahlreiche Vorwürfe aus ihr geschöpft. Die Ausführungen des Redners wurden mit reichem Beifall belohnt.

* Aukballsport. (Meisterschafts - Wetlspiel 2. Klasse des Main-Ost-Gau-s, Hanauer Fußballklub Viktoria 1894 II. gegen Gießener Fußballkub 1900 I.) Am vergangenen Sonn­tag standen 'sich vorgenannte Mannschaften in dem Wettspiel um die Meisterschaft der 2. Klaffe auf dem hiesigen Exerzier­platz gegenüber. Hanau konnte schon nach 10 Minuten langem Ringen "die Führung an sich reißen. Durch diesen Erfolg angefeuert, drängten die Biktorianer jetzt ziemlich stark und sahen dieses anch bis Halbzeit mit 4 Toren belohnt. Nach der Pause wird das Spiel etwas offener. Gießen kann sich aus der Umarmung etwas freimachen und einige gefährliche Durchbrüche unternehmen, welche aber von keinem Erfolg ge­krönt sind. Auch Hanau kann keinen Erfolg mehr erringen. Mit dem Siege Hanau's von 4:0 Goal schloß dieses interessante, äußerst faire Spiel.

* Der Aitshilss Kettner-Verein Hanau a. M. feiert am Sonntag den 6. November b. I. sein 18. Stiftung?» fest, bestehend in Konzert, Gesang, komischen Vorträgen, Theater und darauffolgendem Ball im Saalbau, Mühlstraße 2. Um den Abend zu einem würdigen und genußreichen zu gestalte», hat der Vorstand weder Mühe noch Kosten gescheut. Das Programm ist ein sehr reichhaltiges; hervorzuheben ist u. a., daß das großartige Lustspiel,Eine vollkommene Frau", von sehr bewährten Kräften zur Aufführung gelangt,. für den ge­sanglichen Teil der GesangvereinTeutsnia"-Dörnighc!m, «n persönlicher Leitung seines bewährten Dirigöntcu ^%e Brodt aus Hanau gewonnen ist, der Jomiiche f # r t bewährten Händen des GesangshumonN^'^^ EMtracht"- ruht. Die Musik wird ausgeführt vom M-.,.k-ere.n Hanau. . . meratn Donnerstag den

27.^^ ""' Sr' "°' ""-' Saliswea 79 wohnend.