Einzelbild herunterladen
 

Erstes Blatt

Bezugspreis r

Liect-fjährtich 1,80 Mk., uionatlich 60 Pfg., für aus­wärtige Wonnewen mit dem betretender! Postaufschlag, Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Gentral-Anzeiger

EiurSckungsgtbühr

Für Siadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf« gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für AnswärtZ 15 Pfg., im Reklamentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckers! d<Z verein, ro

Amtliches Organ für AM- uO MKms Sm«.

Waisenhauses in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwort. Redakteur: G. Schrecker in Hanau.

% 14 6. MltredwtW Nr. 605. Samstag den 2 5. Mni Fernsstrechanschluß Nr. 605. 19 0 4

»amwiMOT^^^CTCwaas-^w!^^ ......iMIinri iMWia»UIHB«mw«M«MMiwMMM«WMi«MM»M»RnrafBmWTHBm

Amtliches.

Stadtkreis Ban au, Befauntmachnngen des OLerbürgermeisterallltes.

Bekanntmachnna.

ArbeiLfnchettSe in der Zeit vom 18. bis 24. Juni 1904:

3 Schlosser,

2 Schreiner, 7 Tagelöhner.

Hanau den 25. Juni 1904.

Städtisches Arbeitsamt. 11638

Arm Stadt und Cand.

Hanau, den 25. Juni.

Historische GedenktM.

25. Juni 1633 wurden bei Mackenzell hessische Reiter von 800 fuldaischrn Bauern überfallen; sie wollten die Reiter offenbar von Hünseld abschneiden. wurden aber so zu­sammengehauen, daß nur 300 übrig blieben. Viele der Flüchtigen suchten.sich durch Klettern auf die Bäume zu retten, wurden aber natürlich von den Reitern herunter­geschossen.

25. Jrmt 1632 starb der Professor der Theologie Jo'ua Stegmann zu Rinteln, ein berühmter Prediger, auch Dichter geistlicher Lieder, deren manche noch heute bekannt sind.

26. J««L 1SM. Teilungsp.rrLrag zwifch^Hszch^rAf Heü^ Nch s. lind seinen Söhnen beider Ehen (Heinrich und Otto von Adelheid von Braunschweig; Johannes von Mathilde von Eleve) vermöge dessen Otto Oberhessen, Johannes Niederhesfen bekam. Heinrich starb noch vor seinem Vater.

26. Juni H91 erschoß sich zu Darmstadt Johann Heinrich Merck, in. früheren Jahren Goethes vertrauter älterer Freund, der für den Mephisto in Faust Modell ge­sessen hat.

26. Juni 1826. Grundsteinlegung der Kattenburg in Gasse!, feil 1821 Ruine bis zur Errichtung des Justiz- palastes, der jetzt auf ihrer Stelle steht.

GeffenMche Sihrmg der StadtNerc-Ndneten-

VSrsKMMlUAß

vom 24. Juni 1904.

Anwesend die Herren: Canthal, Vorsteher; Aukamm, Bonn, Craß, Dr. Heraeus, HAdt, Hoch, Hock, Holm, Kehl, Ko- burger, Küstner, Pctelcr, Reis, Schroeter, Schwabe, Stübing, Treuich, Boltz, Dr. Wagner und Wohlfarth; vom Magistrat die Herren: Öberürgermeister Dr. Gebeschus und Stadibaurat Schmidt.

Vermächtnis für die Stadt.

Die verstorbene Witwe Kohlhepp hat der Stadt zwei Legate unter gewissen Bedingungen testamentarisch vermacht. Zunächst ein Legat von 500 Mk., aus dessen Zinsen 4 Gräber auf dem hiesigen Fried Hof in ihrem jetzigen Zustande so lange unterhalten werden müssen, bis eine Erneuerung des Fried- Hofes oder Umgrabung der jetzigen Gräber erfolgt. Alsdann fällt das Legat der Stadt zu. Die Zinsen von den 500 Mk. sind zwar hierzu nicht ausreichend, jedoch hat der Magistrat trotzdem beschlossen, das Vermächtnis anzunehmeu, weil hiervon auch die Erlangung des zweiten Legates von 8000 Mk. ab- hängt. Von diesem Kapital hat die jetzt noch in Cassel lebende Stieftochter der Verstorbenen den Zinsgenuß, nach deren Tode füllt das Kapital dcr Stadt zu. Die Stadw. - Versammlung erteilt zur Annahme des Vermächtnisses die Genehmigang. Zuziehung v o n'V e r t r-e t e r n aus d e r M e tz g e r' schuft zur S ch l a ch t h o f k o m m i s s i o n.

Referent Dr. Wagner berichtet über die wiederholten Eingaben der Metzgerinnung um Zuziehung von 2 Vertretern aus der Metzgerschaft ^ur Schlackthofkommiffion, welche Sitz und Stimme haben sollen, und zwar eines Rinds- und eines Schweinemetzgers. Nachdem die zu Anfang des Jahres ein­gebrachte Eingabe abgelehnt war, habe die Innung eine zweite an die.Körperschaften gerichtet und darin die Begründung der früheren Ablehnung als nicht stichhaltig bezeichnet. Es schie­nen ihm im wesentlichen AulorilätSgründe zu sein, welche die Ablehnung veranlaßt haben, und zwar hauptsächlich die Be­fürchtung, die Beamten könnten bei Gewährung des Gesuchs der Metzger leicht geneigt sein, die Vertreter der letzteren als Vorgesetzte anzusehen und die Ordnung und Disziplin im Schlachthof, die, wie anzuerkenuen ist, eine straffe sein muß,

Die heutige

gefährden. Vom Magistrat werde ferner geltend gemacht, es könnten bei Gewährung des jetzigen Gesuchs der Metzaer später mit demselben Recht die Kälbermetzger und evtl. Pferdeschlächter kommen und ebenfalls Sitz und Stimme in der Schlachthof- kommissisn beanspruchen. Die Finanzkommission habe mit allen gegen seine (des Ressrenten) Stimme die Gründe des Magistrats als stichhaltig anerkannt und Ablehnung des Ge­suchs beantragt. Er persönlich halte jedoch die Gründe des Magistrats nicht für stichhaltig, erachte es vielmehr als ein Gebot der Gerechtigkeit und Billigkeit, bei einem Institut, das einen so hohen Eiat hat, wozu die Interessenten die Kosten allein aufzubringen haben, die Beteiligten anch mitsprechen zu lassen. Er könne sich nicht denken, daß die Be­amten nicht das genügende Rückgrat haben sollten, Un­regelmäßigkeiten auch dann eutaegenzutrelen, wenn Metzger in der Schlachihofkommission sitzen. Eine Majorisierung könne man durch Ausnahme entchrechender Be­stimmungen leicht verhindern. Als Mitglied ersucht daher der Referent, das Gesuch der Metzger zu befürworten. Ober­bürgermeister Dr. Gebeschus erinnert daran, daß bereits zweimal in der Stadtv crordneten-Versammlung über die An­gelegenheit verhandelt wurde. Was das historische aubslange, so sei zu beachten, daß bis 1898 eine Schlachtholkommission überhaupt nicht bestanden hat. Auf seine Anregung sei da­mals erst die Kommission gebildet worden, um eine mög­lichst weitgehende Mitwirkung der Stadtverordneten bei der Verwaltung zu ermöglichen. Der Magistrat habe sich s. Zt. dem ersten Gesuch gegenüber ablehnend verhallen, der weiteren Anregung aus der Stadtverordneten-VersrmmWng gegenüber, Vertreter mit nur beratender Summe zuzulassen, ebenfalls, auf demfMrn.LlaMun.kl )We er^ heute noch, ^ und zwar hauptsächlich deshalb, weil bei den verschiedenen Interessen auch unter der Metzgerschaft selbst eine Befriedi­gung der "Gesamtheit derselben doch niemals zu erreichen wäre. Eine Majorisierung der Schtachlhoskommilsion befürchte er am wenigsten, das sei nicht der Gründ der Ab­lehnung, für sehr gefährlich erachte er dagegen die Art und Weise," wie sich die Mitglieder der Metzgerinnung die Be­ratungen vorsiellen. Auch die Anregung» daß die Vertreter erst in der Junungsversammlung sich über ihre Stellungnahme in der Kommission informieren sollten, sei ein Beweis, daß die Vertreier nur mit einem gebundenen Mandat kommen würden. Er befürchte im Gegenlatz zu dem Referenicn aller­dings, daß die Au-oritüt im Schlachthof not leiden werde. Aus den gleichen Gründen babe man früher die MitglEder der Stadiv.-Vers. von Lieferungen für die Stadt ausgeschlossen, weil man eben befürchtete, die Beamten konnten geneigt sein, derartige Lieferanten als Vorgesetzte anzusehen und Liefe­rungen' die nach Qualität oder Quantität den Vdriäwiilen nicht eutspreDn, nicht zurückweisen. Genau so liege der Fall hier und er könne nicht einsehen, warum man die Mitglieder der Metzgerschaft anders behandeln solle, wie die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung. Die Schlachibosbeauneu müssen absolut unabhängig bleiben. Sladcp. Schwabe erkennt an, daß die Gründe, die der Herr Oberbürgermeister vorge­bracht, nicht übersetzen werden dürften. Auf der andern Seile sehe er aber doch keinen Grund, warum man die Mitglieder eines Instituts, das so hohe Kosten au-bringt, nicht wenigstens als Berater mitwirken lassen solle. Stadib. Boltz er­innert daran, daß man s. Z. bei der ArAenkommission vor einer ähnlichen Frage gestanden habe. Man habe auch erst versuchsweise auf ein, Jahr Vertreter aus der Arbeiterschaft zugezogen und erst, nachdem man gute Erfahrungen gemacht, die Einrichtung dauernd getroffen. Denselben Versuch solle man hier machen. Oberbürgermeister Dr. Geb eich u 8 er­widert dem Stadtv. Schwabe, daß nicht die Metzgermeister diejenigen sind, die die Kosten anfbringen, sondern das Publi­kum, auf das sie abgewälzt werden. Im klebrigen wiederhole er, daß die Metzger in gewissen Fällen wie bisher so auch fernerhin gutachtlich gekört werden, aber nicht in allen Fällen, daran stoßen wir uns eben. Stadtv. H o ch möchte mit Befriedigung feststellen, daß der Herr Obetbütgenueister heute das zugebe, was er ihm s. Zt. bei Befürwortung der Fleisch- akzist so lebhaft besiritten, daß nämlich die Kosten auf die Konsumenlen abgewälzt werden. (Oberbürgermeister Dr. Gebe- schns ruft:Ist mir nie eingefallen, so lange ich hier bin, bekämpfe ich die Fleischakzise!") Stadtv. Hoch forifahrend: Dann befinde ich mich im Irrtum und nehme das zurück. Er halte es für selbst verständlich, daß der evtl. in der Schlachtyofkommissiou mitwirkende Metzger nicht alles auf seine Kappe nehme, sondern sich vorher mit seinen Kollegen ins Benehmen setze, von einem gebundenen Mandat könne man deshalb noch nicht reden. Redner bezeichnet für den Fall, daß der Antrag, die Metzger mit beratender Stimme zuzu- lassen, angenommen wird, die Differenz nur noch als eine, sehp geringe, >er Magistrat wolle sie dann nur in einzelnen, lttmmer umfaßt außer dem Ur?terhalimrgs

die Stadiv.-Vers. in allen Fällen zulassen. B: inseitigem Entgegenkommen, wenn wir von der Forderung dcr Stimm- berechtigung absehen, der Magistrat seinen völlig ablehnenden Standpunkt aufgiebt, müsse sich doch ein Einverständnis er­zielen lassen. Die Stadtverordneten müßten so oft nachgeben, er wolle daher den Magistrat bitten, auch einmal etwas nachgiebig zu sein. Oberbürgermeister Dr. Gebeschus wundert sich, daß Herr Hoch heute die Friedensschalmeien blase. Er hoffe aber auch ihn noch zu überzeugen, daß die Sache haarscharf so liegt, wie bei den Submissionen. Der Schlachihofbeamte hat in allererster Linie die Untersuchung des Schlachtviehs zn über­wachen, man solle bebenden, welche Gefahren entstehen können, wenn auch nur der Schein der Abhängigkeit sich einschleichen würde. Bei den fortwährenden Reibereien mit der Innung würden diese leicht in die Lage kommen, sich als Vorgesetzte aufzuspielen, die Konsequenzen könne man sich leicht anomalen. Er habe aus freien Stücken, von niemand b-eiuslußt, bisher dahin gewirkt, die Metzger in gewissen Fällen zu hören, dabei solle man es belassen. Er könne auch den letzten Flötentötten des Herrn Hoch gegenüber nur sagen:non possumus!" Nach einer kurzen Bemerkung Des Stadtv» Schwabe wird- ein Antrag Kehl auf Schluß der Debatte angenommen. Referent Dr. Wagner und Stadtv. Schwabe ziehen ihre Anträge zu Gunsten des Antrags Voltz zurück, der hierauf mit einer Stimme Majorität angenommen wird. Der Antrag der Finanzkommilsion, das Gesuch nicht zu befürworten, wurde zuvor abgelehnt.

Aufstellung von Laternen in der Frankfurter Landstraße.

Durch die neue Bebauung in der Franksurier Landstraße genügen die dort stehenden Laternen dem Bedürfnis nicht mehr. Es tollen daher drei neue Laternen cm^itt und zweF.versetzt werden. Die Kosten von 400 Mk. werden bewilligt.

Kleinere Vorlagen.

Ohne Debatte werden eine Reihe kleinerer Vorlagen, meist formeller Natur, erledigt. Die Entbindung verschiedener Haus­besitzer von der Verpflichtung der Verzinsung der Kabel- bezw. Gasleitung zu ihren Häusern wird gutgeheißen, nachdem eine genügende Verzinsung der betr. Anlagen nachgewiesen ist. Der Üebertragung verschiedener in 1903 nicht verwendeter Be­träge auf hie entsprechenden Etatstitel in 1904 wird zugestimmt.

* Prüfung der QuitLnugskarierr. Sicherem Ver­nehmen nach findet von Montag den 4. k. M. ab im hieugen Stadt- und Landkreise eine Prüfung der Quittungskarten statt, welche von den Bureaubeamte» der Landes-Berficherungsanstalt Hessen-Nassau in Cassel ausgesührt werden wird. Für Arbeii- geber, w lche mit der Verwendung der fälligen Beitragsmarken noch im Rückstand; find, empfiehl: es sich daher, zur^ Ver­meidung von Strafen und Weiterungen alsbald das Versäumte nachzuholen. Auch empfehlen wir, die Quittungskarten in der nächsten Zeit bereit zu halten, damit dieselben auch bei etwaiger Abwesenheit des Arbeitgebers oder Versicherten von den An­gehörigen und Beauftragten bem Kontrollbeamten alsbald vor­gelegt und dadurch öftere Störungen und Zeitverluste für beide Teile vermieden werden können. Zugleich ist von den ver- sicherungspflichtigen Privallehrern und Lehrerinnen jeder Art, deren Erwerbstätigkeit im Stundengeben für wechselnde Auf­traggeber besteht, sowie von anderen Versicherten, welche, ohne im dauernden Arbeits- oder Dienstverhältnis zu einem b:- stimmten Arbeitgeber zu stehen, an wechselnden^ Arbeitsstellen tätig sind, wie z. B. von Lohnkellnern, Lohndienern, Haus­schlächtern, Wäscherinnen, Schneiderinnen, Büglerinnen oder Plätterinnen und von allen sonstigen unständigen Arbeitern und Arbeiterinnen zu beachten, daß ihnen nach den neuen KoiUrollvor- schrifien v. Vorstände der Landes-Versichcrungsanftalt die Führung von Arbeitsnachweisen in Form von Jahresnotizbüchern aufgegeben werden kann,' wenn bei ihnen eine Unregelmäßigkeit in der Markenverwendung vorgefunden wird und sie über ihre Arbeits- verhältnisfe keine genügende Auskunft geben können.

*Die drei KorrihmtsKenofsenschaften Hofgeismar, Hoheneiche und Zierenberg haben in ihrer Generalversammlung einstimmig beschlossen, den durch ihren Vorstand mit dem Staate getätigten Vertrag trotz der gegen früher bedeunnd höheren Pacht anzunehmeu, gewiß der beste Beweis dafür, daß die Koruhaussache für gut befnnben worden ist.

= Mrtte!fchitllchr-r-SLe«ett. An den hiesigen Miitelschulcn sind mehrere Stellen für geprüfte Metlelfchul- lehrer zu besetzen. Meldungen sind bis zum 25. Juli an die Stadtichul-Deputation dahier einzureichen.

* Bmmrheiterverfammlmrg. In einer gestern abend einberufkneu, allerdings nur schwach besuchten Versamm­lung von Bauarbeitern wurde eine Resolution angenommen, in der die Innung um Einführung der zehnstündigen Arbeits- zcit ersucht werden soll.

latt 14 Seiten.