Gerte 6"
Mittwoch
Kriegsverwaltung hakte die Truopen in Ostasien zurück, son- dern die internationale Verabredung. Der internationale Charakter der dortigen Aufgaben macht die Getroffenen Maßnahmen erforderlich. Der Antrag Müller-Paasche streicht so oiel, daß er ganz undurchführbar ist. Abg. Payer (Deutsche Dp.) bringt mit Müller-Sagan und Hermes eine Resolution ein. die Zurückberufung der Besatzungs-Brigade auf dem Wege internationaler Vereinbarungen emittierten. Redner bekämpft den Arendtschen Vorschlag einer Kolonialarmee, Abg. Ledebour desgleichen. Redner fügt binzu, die Zurückziehung der Truppen werde die Berubigung der Provinz Tschili erleichtern, v. Nicht- hofen (konft) befürwortet die Vorlage angesichts der großen Handelsbedeutung CbinaS. Abg. Arendt (freit.) bemerkt, die Schaffung einer Kolonialarmee sei eine traurige Notwendigkeit, aber eine dringliche »frage. Müller - Fulda erwidert, die Kolonialarmee könnte doch nicht in Cbina tätig sein, das keine deutsche Kolonie sei. Staatssekretär v. Richtboien erklärt, er muffe die Ansicht von Müllrr-Fulda und Paver ausdrücklich alS grundsätzlichen Irrtum bezeichnen, als beabsichtige die Regierung, eigensinnig die deutsche Besetzung von Tich'ii in aeternum zu verlängern. Die Regierung fei vielmehr bestrebt, die ostasiatische Briaade baldmöglichst aufzulösen. Die Truppen seien bereits von 22 OOO auf 2500 Mann verringert worven. Auch die Heim Schaffung der in Kiauischou befindlichen 600 Mann Reiervelruppen sei in Vorbereitung. Gegenwärtig sei aber der denkbar ungünstigste Augenblick zu einer Schwächung unserer ostanatischen Streitkräfte oder einer Aenderung ihrer Organisation. Gegen Ledebours Aeußerung, wir hätten in Cbina lediglich Ruffennachahmung getrieben, bemerkt der Staatssekretär: Wir haben unS dort immer auf derselben Linie mit einer ganzen Reihe von Mächten gehalten, darunter außer Rußland auch Japan, dem gewiß nicht Ruffennach- abmung zu unterstellen ist. Daraus beginnt die Spezial- diskusston, an deren Schluß die Positionen 1, 2 und 3 der Besoldungen «nd andere persönliche und sachliche Ausgaben bewilligt werden. Weiterberatung morgen.
Dandel, Gewerbe und Verkehr« Konkurse.
Namen
Wohnort
Amtsgericht
Lij-GSt -S .57 es Lt ^ s c
Lw Moser, Maurermeister
Nö singen
Burgau
18L
9.3
E. Wilh. Schreuer,
Schicserdeckerm.
Jerisau
Elauchau
19.2
12.3
Jda Anna Naumanu,
Wäscberriinh.
Borsdorf
Grimma
18.2
12.3
Heinrich Schröder, Kolo- nialwarenhanolung
Oberhemn
Jserlohn
17.2
12.3
Withetm Mayer, Wirt z.
Rheinhaien
Mühlburg
Karlsruhe
19.2
22.3
Eg. Hadermacher, Pächter
Bruchbach
Müthausen E.
15.2
>0.3
Amatie Rösch, Wwe.
Norchausen
Nordhausen
18.2
9.4
«Lutz. R. Gönne«
(Gust. Gönnen)
Pirna
Pirua
18.2
12.3
Johann Ho an, Zimmer- m eitel
Hemdingeu
Rautzau
18.2
! 18.4
Richard Fuchr, Bäcker-
nuijier
Saatfeld
UI.SaalfeldS.
18.2
8.3
Heorg Geymever, Handln
Selb
S-Ib
19.2
22.3
Zivgrai u. Häußer
Weißkirchen
Seligenstabt
17.2
9.3
Paul Eonzylins, Kaufm.
Radziontau
Tarnowitz
18.2
23.3
Abraham LecktzadtHandcis- ]
Wörrstadt
19.2
30.3
pann
Wallnchemr
Zeh irr u. GnLn, Schuh-
6.4
»aienfabr.
Bockwa
Zwickau
18.2
' ■■■*‘—~~——nw—M—wmiin—:—n imrunnimum— mummim gmt *»fc «---^ —^ _qMMMB>)MmBWW|YT^-rfnT[|r.<»lffMrm»Tn«i»«a«>^MriT»i
Der Krieg zwischen Japan und Rußland.
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AM
Nihörig, Kaiser Don Korea.
24. Februar
Ehrung englischerOffi ziere in Tokio.
Die drei englischen Ossi- ziere, die die Kreuzer „Nishin" und „Kainaa" nach Japan gebracht haben, wurden, wie man aus Tokio depeschiert, am Dienstag vom Kaiser in Audienz empfangen; er verlieh ibnen die 4. Klasse der „aufgehenden Sonne" zugleich mit prächtigen Geschenken. Es ist dies eine ungewöhnliche Auszeichnung, da die vierte Klaffe dieses Ordens japanischen Affilieren erst nach zwölfjähriger Dienstzeit verliehen wird. Nach der Audienz statteten die Offiziere dem japanischen Marineminister Iamamoto einen Besuch ab. Die Offiziere werden Kobe und noch andere Städte besuchen, wo die Japaner ihnen zu Ehren Festlichkeiten veranstalten wollen.
Ein neues Gefecht vor Port Arthur.
Tokio, 23. Febr. Hier ist die Meldung von einetit neuen Gefecht vor Port Arthur eingegangen, das am Samstag, 20. Februar, statt»
gefunden herüber bekannt.
Japan
hat. sind
itnb
Einzelheiten jedoch nicht
die An-
spräche Murowiews.
Haag, 23. Febr. D» ß japanische Gesandte erbat von der Regierung in Tokio Instruktionen bezüglich eines eventuellen Protestes gegen d>e gestrige Ansprache Mura- wiews in dem Schiedsge-
richtshofe.
Dchiffsberichte.
iMitgeteilt ron Spra. Ad. Tre usch-Hanau.)
Der Hamburger Dampfer „Prinz Oskar" ist am 21. Februar wohlbehalten in New-Aork eingetroffen.
Hamburg, 22. Febr. Der Dampfer „Prinz August Wilhelm" von der Hamburg-Amerika-Linie ist gestern in Vera-Cruz eingetroffen.
eui dem Fuße bleiben. Diesen Train beschafft mau sich erst bei der Mobilmachung.
Denn gleichzeitig mit den Reservisten versammelt man die sich meldenden Nimbu, d. h. Kriegskulis. Es sind berufsmäßige Wagenzieher, Lastträger und Feldarbeiter, die durch den guten Lohn, den eigenen Patriotismus und die in Japan weitverbreitete Wanderlust angelockt werden. Man sucht die Kerngesunden und Kräftigsten aus und übergibt ihnen zu je dreien einen von den landesüblichen kleinen Lastwagen, die zu vielen Tausenden von der Krikgsverwaltung angeschafft werden. Die Gestelle dieser Wagen ruhe« fast im Gleichgewicht auf emer starken eisernen Achse, die durch den Mittelpunkt von zwei etwa vier Fuß hohen Rädern hindurchgeht. Der starke Rahmen ist durch v'ele Quer- und Längsstäbe gittcr- förmig eingeteilt und dadurch um so fester. Nach vorn laufen die äußeren Längsleisten in eine allmählich nach innen gebogene Schere fort, die an der Spitze von einer kleinen Querleiste zusammengehalten wird. In diese Schere tritt der eine Kuli, während die beiden andern mit Benutzung von runden Hölzern, die sie zwischen die Last und die Kante stecken, mit den Schultern nachschieben. Durch Uebung und Zuruf sorgen sie für gleichen Rhythmus der anstrengenden Vorwärtsbewegung. Man sucht zulammenpaffende Burschen aus und übt sie in der nötigen Ceforomtt der Kraftleistungen ein. Möglichst soll bei jedem Waoen ein gescheiterer Mann mitziehen, der gut lesen und schreiben kann uno eine natürliche Autorität über seine Genoff'» ausübt. Darauf, daß diese Leute ihr Bestes tun, um nicht zurückzubleiben, daß sie im Feindeslands bei Nacht schon für ihr Unterkommen sorgen und bei großen Steigungen sich aus der Bevö terung Hilfe requirieren, kann man sich verlaffen. Bei GUederverrenkungen reiften sie sich selbst zu helfen; bei kleineren Erkältungen greifen sie zu den Bolkshefimitteln, besonders zur Massage und zum Setzen von Moxa, d. i. Markkügelchen, die sie abbrennen. Sie wären ganz ideale Lastenbeförderer, wenn sie nicht zuweilen nach eine» Siege der Bevölkerung im feindlichen Lande über»
Das Kriegsschiff „Mandschur".
Shanghai, 23. Februar. (Reuter.) Die Ankunft zweier chinesischer Kreuzer vom Jangiseflusie. wird morgen hier erwartet. Die Kreuzer sollen die Frage lösen, die durch die Weigerung des russischen Kriegsschiffes „Mandschur" entstanden ist, der Aufforderung des Taotai zum Verlassen dhs neutralen Halms zu folgen.
Die Industrie und der Krieg.
Aachen, 23. Februar. Mehrere große Tuchfabriken erhielten laut Blättermeldung seitens Japans umfangreiche Aufträge auf sofortige Sieferung. Im rheinisch-westfälischen Industriegebiete kamm in den letzten Tagen große Abschlüsse für die russische Regierung zustande.
*
Brest, 23. Februar. Die Torpedobootzerstörer „Pisto- let" und „Iaveline" sind nach A>g!er abge wen, wo sie ge-
| meinsKMich mit den Torpedoboots
„fßronde" die Ankunft des Äreuier
m „Monsaust" und
Fronde" die Ankunft des Kreuzers „d'Assas" erwarten, der
sie nach dem äußersten Osten begleitet.
Haag, 23. Februar. (Reuter.) Der japanische Gesandte erbat von seiner Regierung in Tokio Instruktionen bezüglich eines eventuellen Protestes gegen die gestrige Ansprache Murawjews im Schiedsgerichtshof.
mütiger und schroffer entgegenträten als die Soldaten selbst. In Formosa, daS ja als japanisches Territorium okkupiert werden folke, machte sich diese schlechte Eigenschaft der „Herren Kulis" besonders unangenehm bemerkbar.
Der Sanitätsdienst war vor z-hn Jahren ebenfalls im besten Gange. Allerdings hatte er mit Verwundungen, außer bei Chinesen, nur wenig zu tun. Um so mehr aber mit Krankheiten. Es ist besonders die Dysenterie, die in her kriegiührendcn japanischen Armee zu fürchten ist; dagegen scheinen dir Japaner sehr wenig widerstandsfähig zu sein. Erst an zweiter Stelle kommt die parimäre Veri-barftKrank- s heit, die bei allen Reis eff.nden Völkern ihre Opfer fordert, j Bei der Marine hat man diese Bolkskrankheit so gut wie ganz s ausgerottet, es gab 1899 nur noch 6 FäÜe, die sämtlich ge- - heilt wurden. Bei der Armee lind aber die erreichten Re- s fultate noch nicht so rünftig. 1895 kam die Cholera hinzu. | Diesmal sind die Pocken zu iürcktm, die im Ammgebiete ; wüten. Natürlich werden alle Eingezogenen, auch die Kriegs^ kulis, geimpft. Daß die Japaner schon 1877 der Genfer Konvention beigetreten sind und eine über das ganze Land ; verbreitete Rote Kreuz-Gesell'chaft haben, die über reiche Mittel j verfügt und 1901 zwei ausgerüstete Schiffe für Südafrika anbieten konnte, sei hier nur erwähnt.
Eine Feldpost und eine Feld Gendarmerie gab es im letzten japanisch-chinesischen Kriege noch nicht. Vielleicht überrascht unS Japan jetzt mit tiefen neuen Institut onen. Aber auch i ohne diese Zutaten moderner Kriegführung erwies sich die j japanische Armee im letzten Kriege als eine einheitliche, fest« ; gefügte Organisation, als ein in allen seinen Gliedern ge- i sunder Körper — beseelt von dem alten Heldmgeistc und der ; kriegerischen Tüchtigkeit, die in allen japanischen Theaterstücken, l in allen populären Lesebüchern, bei allen Volksfesten als die \ besondere Tugend der Aitvorderen gepriesen wird und die dem • Oifizierskorps als der Kern ihres Standesbewußtseins in i Fleisch und Blut «öergegongen ist.
Barometerstan-
mittags 12 Uhr am 23./2. 24./2.
Sehr trocken ===
Beständig 770~
Schön
Veränderlich —
Regen (Wind)^O-M!
Viel Regen 740„^^
Sturm
Aldumblätter.
Eben wie ein großer Dichter weiß die Natur auch mit den wenigsten Mitteln die größten Effekte hervorzubringen. Da sind nur eine Sonne, Bäume, Blumen, Wasser und Liebe. Freilich, fehlt letztere im Herzen des Beichauers, so mag daS Ganze wohl einen schlechten Anblick gewähren, und die Sonne hat dann bloß so und so viel Meilen im Durchmesser, und die Bäume sind gut zum Cinheizen, und die Blumen werben nach den Staubfäden fla[ftfixiert, und das Wasser ist naß.
Heine.
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Von allen Tugenden die schwerste und seltenste ist hie Gerechtigkeit. Man findet zehn Großmütige gegen einen Gerechten. Grillparzer.