Erstes Blatt.
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LSaileohauieS in Hau au.
General-Anzeiger
Amtlichtr Organ str ÄiK- und LaMreis Kam«.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Beranitvoril. Redaktsir: 6. Schreckte iu Hanau.
^x, 274 FernfpreKanMuß Nr. 605»
Mittwoch den 23. November
Fernshrechanschluß Nr. 605, 1904
Amtliches.
Landkreis Danau.
Alonntmachunoen des Königl. Landratsamtes.
Die Herren Minister des Innern und der öffentlichen Arbeiten haben zur Kennzeichnung der Kraftfahrzeuge im Re- gierunqsbez'rk Bromberg die weiteren Nummern J 201 bis 400 überwie^en.
Hanau den 21. November 1904.
Der Königliche Landrat.
V 7888 I.A.: Conrad, Kreissekretär.
Gefundene nnd verlorene Gegenstände rc.
Auf dem Wochenmarkt 1 Handkorb mit Aepfeln stehen geblieben; Abzubolen bei der Armenverwallung.
Hanau den 23. November 1904.
Mus Danau Stadt und Cand,
Hanau den 23. November.
*^ie Welhuackts-Pakeipost für unsere Truppen in Südwestafrika ist von erheblichem Umfang gewesen. Während sonst mit jedem deutschen Dampfer nach dem Schutzgebiet einige Hundert Feldpostpakeie abzugeben pflegen, beförderte der Dampfer „Eduard Woermann" 3563 Pakete, zu deren Verpackung 211 Säcke no wendig warm. Dieses Schiff verließ am 12. d. Mts. Hambura. Am 14. d. Mts. be-' förderte der Dampfer „Theodor Wille" 742 Nachzügler in 73 Säcken. Auch die 92 Feldps'ipakele, welche „Adelheid" am 15. ds. mit sich nahm, sind wohl, noch als Weihnachtspakete anzurechnen. Der gesamte Feldpostverkehr zu Weihnachten betrug also 4367 Stück in 292 Säcken. Es ist allerdings die Frage, ob diese Sendungen sämtlich noch rechtzeitig die Empfänger erreichen werden. Soweit die Truppen in der Nähe der Küste oder der Eisenbahn ihren Standpunkt haben, ist dies ohne weiteres möglich. Die Beförderung von Postsendungen nach abgelegenen Posten ist aber in Afrika mit großen Schwierigkeiten mrknüpst. Die Ochsengespanne, die meist allein in Frage kommen, werden Lauste für die Zwecke der Kriegführung, die Beförderung von Munition und Proviant, in Anspruch genommen. Auch geht es Hl I an, einzelne Postbeamte ohne Bede^ung durch das im A fstand befindliche Gebiet zu schicken. .Unter diesen Schwierigkeiten haben natürlich Pakete besonders zu leiden.
8 Kommunallandtag. Der Landes-Ausschuß beschloß, zu beantragen, daß der Kommunallandtag auf Montag den
20. Februar 1905, nachmittags 5 Uhr, nach Cafsel einbe- rufen werde.
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Kleines Feuilleton.
Kunst und Leben.
* Auktion der Kunst - Sammlungen Schlotz Miltenberg a. M. Am Donnerstag den 1. Dezember und folgende Tage gelangen unter Leitung des Kunsthändlers und gerichilich vereideten Sachverständigen Hugo Helbing in München die Kunstsammlungen des alten Sch'offeS Miltenberg a. M. zur Aukiion. Der in 2 Teilen erschienene Katalog der Sammlungen führt in der ersten Abteilung Antiquitäten, Kunst gegen stände, Möbel und Oelgemälde, vorwiegend alter Meister auf. Von diesen seien nur einige hier erwähnt, so ®ioo. B. Tiepolo, dessen „Nilfabrt der Kleopatra", welche seinerzeit in Würzburg auf der Tiepolo - Ausstellung als ein aus der reifsten Heit stammendes geistvolles, echt venezianisches Meisterwerk erklärt wurde, einen Glanzpunkt der Sammlung bildet. Der in Köln um 1^00 tätige Meister der hl. Sippe ist mit zwei religiösen Darstellungen, der überaus seltene West- fale Hermann Tom Ring mit einer interessanten Madonna, jocopa da Pome mit fünf charakteristischen Gemälden, Jean 2teberechts mit zwei prächtigen Landschaften vertreten. Von besonderem Interesse dürfte auch das vorzüglich ausgelübrte Porträt eines Kardinals auS der italienischen Schule um 1600 £in. Ferner sei hier noch auf die Namen Adriaenssen, Bemmel, Pkrghem, Ltfids Cranach, Lioens, Mengs, Pasgiialino, Patinir, llonav. Peeiers, Giulio Romano, Job. M. Roos, Rola di ^ivoli, Chr. G. Schütz und Gasp. Verbrnggen Hingewiesen. ®!e zweite Abteilung umfaßt die graphischen Arbeiten, die Abzeichnungen und die Bitl othek. Der hierfür separat er- ich'knene, 2200 Nummern umfassende Katalog beginnt mit einer ff'chhalijgen Sammlung von Kupferstichen und Radierungen, ’n welcher hauptsächlich die französischen und englischen Meister
1 8. Jahrhunderts vertreten sind. Diesen schließen sich all
* Stadttheater. Auf die h-uie stailfindende letzte Aufführung von Halbes „Jugend" fei nochmals hingewiesen. Als nächste bedeaiende Novität gelangt Rohmanns Schauspiel: „Sie alte Geschichte" zur Darstellung.
* Dolksvorstellung. Als Dolksvorstellung wurde gestern abend eine Wiederholung von Gutzkow's historischem Lustspiel „Zopf und Schwert" vor fast ausverkauftem Hause geg-ben. Die am Hofe Friedrich Wilhelms I., des zweiten Preußenkönigs, spielende Komödie behandelt die um die Verlobung der Prinzessin Wilhelmine sich entspinnenden Ränke und endigt, nachdem die Heiratspläne des KönigS mit den Holen von England und Oesterreich gescheitert sind, mit 'der Verlobung Wilbelminens mit dem Erbprinzen von Bayreuth. Jm Vordergründe der Dichtung steht die Gestalt Friedrich Wilhelm's I., des im direkten Gegensatz zu seinem Vater in spartanischer Einfachheit lebenden Königs, der durch seine äußerst sparsame Verwaltung den Grund zu der späteren Macht und Größe Preußens gelegt hat, der dem Jniereffe und Gedeihen seines Staates alles unterordnet. Die Darstellung war unter der Regie des Herrn Zeitz eine sehr lobenswerte und fand reitfli^en Bestall.
* Typographische Gesellschaft. Wic schon in vielen Städten Deutschlands, so haben auch hier in Hanau die Buch- druckgehisten eine Typographische Gesellschaft unter dem Namen „Typographische Gesellschaft Hanau" mit dem Sitz in der „Stadt Bremen" gegründet, welche es sich zur Aufgabe macht, ihre Mitglieder in ihrem Berufe weiter anszubilden. Mitglied kann jeder Angehörige des Graphischen ©.iMbeS werden, auch werden Interessenten aufgenommen. Der technische Leiter ist Herr Faktor Heim e. Hoffen wir, daß der Gesellschaft, wie auch in anderen Städten reges Interesse seitens der Bevölkerung entgegengebracht wird. und diese sich an den von der Typographischen Gesellschaft veranstalseien Druckfachenaus- stellungen recht zahlreich beteiligt.
• Fufjballsport. Das für vergangenen Sonntag festgesetzte Verbandswettspiel 2. Klasse: „Hanauer Fußballklub Viktoria 1894" II gegen „Darmstädter Akad. Sportklub" II fand unter Beteiligung einer großen Zuschauermenge auf dem hiesigen Exerzierplätze statt und mußten sich die an Körperkraft weit überlegenen Akademiker vor den famos spielenden Viktoriarern mit 6:0 Goal beugen. — Am nächsten Sonntag begibt sich die „Viktoria", nach Darmstadt, um sich im vorletzten Verbands^piel 2. Klasse dem Darmstädter Fußballklub „Olympia" II gegenüber zu stellen.
SK. In das Hanauer Untersuchungsgefänauis wurde der Briefträger Hartenieller aus Sterbfritz (KreiS Schlächtern) eingeliefert. Die Verhaftung erfolale auf Antrag der Hanauer Staatsanwaltschaft wegen Meineids, den Harten- feller in einem Ermitteln na-'verfahren aeschworen laben soll.
zwei weitere Abteilungen seltene und wertvolle Porträts und Ansichten an. Einer größeren Anzahl meist früherer Lithographien folgen dann die Handzeichnungen und Aquarelle vorwiegend alter Meister, unter welchen Namen wie Berghem, Boucher, Carracci, Caravug'io, Correagio, Lucas Cranach, A. Dürer, Salo. Rosa, Rafael, Rubens, Jan Smart u. a. vertreten sind. Von ganz hervorragendem Jntereffe bürsten die nun folgenden Manu'kripte und Pergamentmalereien sein. Erwähnt seien vor allem eine Handschrift des Hugo von Trunberg'schen Rennens um 1400 und ein eigenbändig nieder- geschrübenes, umfangreiches Liederbuch des berühmten Nürnberger M istersingerS Hans Foltz (um 1470). Ein prachtvoll ausgeführtes, bandkoloriert.s Wappenbuch vom Ende des 15. Jahrhunderts, sowie zahlreiche herrliche Minialüren und Initialen vervollständigen diese Abteilung. Den Schluß des Kataloges bildet die Bibliothek, welche außer zahlreichen interessanten Inkunabeln eine größere Sammlung von Schriften Luthers und seiner Zeitgenoffen enthält.
Ktterarftches.
„Müttcheier Bolksschriften". Heft 1: Landstreicher;
Die Elmbauernleut'. Zwei Erzählungen von Anton Schott. München 1904. Münchener VolkSschriftenver- lag. 64 Seiten. Preis 15 Pfg.
Unter dem Titel „Münchener Dolkzichristen" gibt der Münchener „Volksschriftenverlag" eine Sammlung von Volks- erzäblungen heraus, die dem Volke eine sittlich einwandfreie, dabei sehr billige und trotzdem gut und gefällig ausgestatlete Unterhaltungklekiüre bieten sollen. JedeS Heft ist in 'sich abgeschlossen und einzeln zu dem Pr.ste von 15 Pfg. käuflich. Htf> 1 der Sammlung enthält zwei Novellen des Böbmer» walddichters Anton Schoit: „Landstreicher" und „Die Elm- bauernltui' , die gew ß jeder Leser befriedigt auS der Hand legen wird Es sind keine „Probleme", die der Verfaffer „löst": der Verfasser zeigt uns bloß einen Ausschnitt aus dem
• Zum Raubmord in Heldenbergen. Wieviel die Gegend an Pfarrer Th ö be s verloren hat, zeigt noch eine Tatsache. Er war im Begriff, eine Baugenoffenschaft zu gründen, um den Minderbemittelten Gelegenheit zum Bauen zu geben. Er selber wollte sich mit seinen reichen Privatmitteln daran beteiligen. — Die Staatsanwaltschaft Gießen erließ einen Steckbrief gegen den Dreschmaschinen-Arbeiter August Ziegle^ aus Walldorf, Kreis Meiningen, geboren den 9. Juli 1872 oder 1877, wegen Verdacht der Ermordung des Pfarrers Thöbes in Heldenbergen. Ziegler kam von Heldenbergen nach Kaichen und i' wahrscheinlich wilder nach Frankfurt zurück- gekehri. Er ist offenbar der Unbekannte, der am Morgen nach der Tat auf dem Wege von Heldenbergen nach Kaichen an der Erbstädter Brücke beobachtet wurde und dort 2 Arbeitet ..wischen 6 und 7 Uhr «»gesprochen hat. — Wie nach Heldenbergen gemeldet wird, ist in Glashütten i. T. die Verhaftung vorgenommen worden, von der bereits die Rede war. Der unter dem Verdacht des Mordes bezw. der Mittäterschaft Fest' genommene wurde in das Königsteiner Gerichtsgefängnis gebracht.
* Zum Mord au der Telephonistiu Haas. Wie aus Aschaffenburg gemeldet wird, hat der Schreinergeselle Stickel, der in Stockheim verhaftet wurde, am Tage des Mordes als zugereister Hsndwerksbnrsche bei einem Schreiner- meister in Aschaffenburg gearbeitet. Am nächsten Tage war er verschwunden. Wie schon mitgeieilt, soll er zunächst der Mitwifferichakt verdächtig sein.
* Golddiebstahls- und Hehlerei-Affäi'e. Dem Ver- nebmen nach hat der als Hehler in der Dübstahlsaffäre des Goldarbeiters W. verhastete selb^ändige Goldarbeiter D. ein Geständnis abgelegt. Um nach der Goldwegnahme das er« forderliche Gewicht der bearbeiteten Goldsachen herauSzube- kommen, ist der Goldarbeiter W. in ganz raffinierter Weise vorgegangen.
* Verfahren der Zollabfertigung von Retour- waren der Edemetallindustrie. Auf die Eingabe der Hanauer Handelskammer wegen Vereinfachung des Abfer« tigungsverfahrens für obige Waren auf dem hiesigen Königlichen Haupisteueramt ist eine Antwort seitens des Herrn Provinzialsteuerdirektors eingegangen. Die Klagen der hiesigen Interessenten — He betraten insbesondere die Arbeitslos und die Weitläusigkeiten bd Aufstellung der verschiedenen Buch- auszüge über den Bezug und die Versendung von Waren, die der Retourwarenempfänger als Händler aus dem Jnlande bezogen hat, sowie die Forderung einer eidesstattlichen Her-
Leben und Gedankengang ganz einfacher Leute, wie sie wirklich sind. Aber die Charakiere sind mit solcher Lebenswahrheit und Anschaulichkeit gezeichnet, daß man sieht: der Mann kennt das Volk und weiß, was das Volk gerne liest.
. Historische Gedenktage.
83. Novbr. 1385 wurde Schloß Fiegenberg an die von Kolmaisch und von Uslar zu Lehen gegeben.
23. Novbr. 1603 starb AgneS, Landgräfin von Heffen- Caffel, geborene Gräfin von Laubach, erste Gemahlin des Landgrafen Montz, 24 Jahre alt, zu Laubach. Von ihren 4 Kindern erreichte keius das vierzigste Jahr, und eben so wenig einer ihrer Enkel.
23. Novbr. 1769. Errichtung der Zivil-Witwen- und datier,fasse zu Hanau.
Frankfurter Theater.
Opernhaus. Donnerstag den 24. Nov., abends J/s7 Uhr:
„Tristan und Isolde."
Richard Wagner. 4. Abonnement. <
Handlung in 3 Aufzügen von
Geschlossen.
ner. 4. Vorstellung im Donnerstag- Große Preise. — Freitag den 25. Nov.
Schauspielhaus. Donnerstag den 24. Nov., abends 7 Uhr. Vorstellung bei ermäßigten Preisen: „“ Tell." Schauspiel in 5 Asten von Schiller.^ At Abonn. — Freitag den 25. Nov., abends 7 „Maskerade."
Was ist Pedanterie: « « M^z "daneben ein wwerstreben und nicht zu für da» Neu- großer Gewinn entschlüpft, iexr ^oa, v , .
keinen Entbustasmus, nur Krittele, für dK H«g. taube Beschönigungen, ohne allen -trieb, «uf^dm ^r^zu