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ßanauer M Anzeiger
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GÄruckt und verlegt in der Buchdruckerei dS verein. ev. Waisenhauses in Hanau.
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Erscheint täglich mit Ausnahurs der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Für Stadt- und Landkreis Hauru lOPsg. die fünf». gespaltenePetitzeile oder bereu Raum, für AuswarUrb Pfg., im Rellamencheil die Zelle 25. Pfg, für Auswärts 35 Pfg.
Verantwortl. Redakteur: G. Schreck er m Hauau.
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W. 22 3 FerusprechansMuß Nr. 605. Freitaa den 23. Sevtember Fernspretanschluß Nr. «05. .1904
Amtirches.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Niederrodenvach beteaenen, im Grundbuche von Nieder- rodenbach Band 2 Artikel 92 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Fabrikarbeiters JaZsb Peter Mook, Johannes Sohn, in Niederrodenbach eingetragenen Grundstücke:
G 344 = 2 ar 07 qm, Acker norm Hain,
L 19 = 5 ar 73 qm, Acker hinter der Pfarrhecke,
C 310 — 5 ar 97 qm, Acker am Reuterpfad,
J 430 = 2 ar 59 qm, Acker am Dornheckeuweg,
J 431 = 2 ar 58 qm, Acker am Dornheckenweg,
S 74 = 5 ar 25 qm, Acker am Erlenstrauch,
J 859/500 — 2 ar 84 qm, Haus Nr. 132, Hanauerstraße,
a) Wohnhaus mit Hosraum und
b) Schweinestall (A),
S 492 = 5 ar 73 qm, Acker in der Dornbach,
J 858/500 = 1 ar 67 qm, Hausgarten Hanauerstraße,
R 146 = 9 ar 78 qm, Acker, das neue Feld,
K 202 = 1 ar 24 qm, Acker im Butschlich,
E 588 = 1 ar 38 qm, Wiese am Bether,
J 199 = 76 qm, Acker vor dem Rieth,
S 791 = 8 ar 19 qm, Acker am Hinterthür,
G 855 = 1 ar 31 qm, Acker, die Maisgärten,
J 382 = 2 ar 55 qm, Acker am Hanauer Weg,
Gesamtgrundsteuerreinertrag 7 Mk. 41 Pfg., Gebäudesteuernutzungswert 60 Mk.
am 16. November 1904, nachmittags 2 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht in Niederrodenbach in der Schaaf'schen Gastwirtschaft versteigert werden.
Hanau den 15. September 1904.
Königliches Amtsgericht 2. 17598
ÄMirWftWr Wirtin Hn«.
Nächste Versammlung Samstag den 24. d. Mts., nachmittags 2^2 Uhr, im Gasthaus zum goldenen Löwen hier.
Tages-Drdnnng r
1. Geschäftliche Mitteilungen.
2. Meinungsaustausch über die Güterbereisung am 26. Juni b. Js.
3. Vertrag des Herrn Direktor Wagner aus Gelnhausen über „die Wanderungen und Wandelungen des Stick- ' stosfes in der Natur und die Nutzung und Beherrschung desselben in der landwirtschaftlichen Praxis."
4. Aufnahme neuer Mitglieder.
5. Sonstige Mitteilungen.
Der Vorstand.
Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende Bekannt- ^machung des landwirtschaftlichen KrAsvereins in ihren Ge- ; meinden wiederholt in ortsüblicher Weise bekannt machen. Hanau des 17. September 1904.
Der Königliche Landrat.
v. Beckeratb.
Hus Danau Stadt und ßand.
Kanau den 23. September.
Historische Gedenktage.
23. Septbr. 1580 starb der Professor der Theologie Nico- laus Roding zu Marburg, 61 Jahre alt, einer von denen, welche hin und herschwankien, ob sie sich an Luthers Zeugnis, oder an Melanchthons Theologie »der an die Gelehrsamkeit der Schweizer anschließen sollten.
23. Septbr. 1639. Eroberung und Plünderung von ijibenoorf durch die Kaiserlichen.
83. «septbr. 1693 starb der Professor der Jurisprudenz zu Marburg, Johann Tesmar aus Bremen, ein in diplomatischen Verhandlungen sehr erfahrener und angesehener Mann, auch einer der berühmteren Rechtslehrer seiner Zeit.
33* Fcpibr. 1785 starb der Superintendent Arstenius zu Allendorf.
OrffrEchs Sitzung der SLndtnerorLnete«- ner^ammlung
vom 22. September 1904.
Anwesend die Herren: Canthal, Vorsteher; Aukamm, Baa- der, Bonn, Craß, Eberhard, Förster, Hock, Holm, Jost jr.,
Koburger, Kreuter, Müller, Peteler, Reis, Schroeter, Schwabe, Spatz, Steinbeuer, Stübina, Treusch, Voltz. Dr. Wagner, Dr. Wenke, Wohlfarth und Wolff; vom Magistrat die Herren: Oberbürgermeister Dr. Gebeschus und Stadtbaurat Schmidt.
Nachruf.
Vor Eintritt in die Tagesordnung widmet Vorsteher Canthal dem jüngst verstsrbenen Ehrenbürger unserer Stadt, Herrn Wilhelm Heraeus sen., einen warmen Nachruf. Er glaube dein Empfinden aller zu entsprechen, wenn er des Mannes, dessen irdische Reste vergangene Woche der Gruft übergeben wurden, auch in diesem Hause nochmals gedenke. Den verstorbenen Ehrenbürger unserer Stadt hätten wir hoch einzuschätzen, er habe neben dem guten Willen auch über reiche Fähigkeiten, ihn in die Tat umzusetzen, verfügt. Weit über HauS und Hof habe er seine Sorge gespannt, stets war er bereit, seine Kräfte in den Dienst deS öffentlichen Lebens zu stellen. Die Natur hatte ihn mit reichen Fähigkeiten geschmückt, sein festes Wollen und sein unerschütterlicher Sinn haben ihn befähigt, auf allen Gebieten Hervorragendes zu leisten und so hat sich der Erfolg an alle seine Schritte geheftet. Sein humaner Sinn habe in veranlaßt, jahrelang die. Pflege des Armenwesens selbständig zu leiten, viele Jahre hindurch habe er jeden Freitag in diesem Hause zugebracht, um Not und Elend lindern zu helfen. Als er eingesehen, daß die öffentlichen Mittel hierzu nicht ausreichten, habe er seine hilfsbereite Hand geöffnet, Stiftungen ins Leben gerufen und weite Kreise im Dienste der Wohltätigkeit herangezogen, stets ermuntert und unterstützt von seiner trefflichen Gemahlin. So stehe sein Bild vor uns, als das eines echt deutschen Mannes von reichgesegnetem Wirken, zu dessen Gedenken er die Anwesenden bitte, sich von ihren Plätzen zu erheben.
Arbeiterwohnhaus Brückewftwaße.
Stadtv. Dr. Wagner berichtet über die Festsetzung der Mieten im neuerbauten Arbeiterwohnhause Brückenstraße 2/4. Im ganzen seien 12 Wohnungen eingerichtet und zwar so, daß sich tn der Front nach der Drückenstraße die 2-Zimmer-, in der Front nach dem Bangert die 3-Zimmerwohnungen befinden. Der Preis der Mieten bewege sich zwischen 16 und 28 Mark., das komme einer Verzinsung des Anlagekapitals von 4‘/* bis 4Va Proz. gleich. Der Finanzausschuß stimme der Vorlage zu, er (Redner) habe jedoch einiges auszusetzen. Die Wohnungen seien hier nicht so zweckmäßig eingerichtet wie in dem Hause in der Langstraße, sie seien nicht so hoch wie dort und zum Teil auch zu klein. Das größte Zimmer habe man als Küche verwendet, was dem verkehrten Gebrauch vieler Arbiter, die Küche als Wohn« und Aufenthaltsort zu benutzen, Vorschub geleistet sei. Der Preis der Miete sei auch nicht niedriger wie bei den Privatwohnungen. Redner gibt zu, daß bei der Höhe des Anlagekapitals ein niedrigerer Preis nicht gestellt werden konnte, wenn die Stadt nicht Geld zu- legen sollte. Man habe aber doch zu bedenken, daß mit den hohen Kapitalanlagen für diesis Hans, wie überhaupt für alle an Stelle von alten, ungesunden, das Straßenbild verunzierenden und verengenden Baracken errichteten neuen Häuser die Kosten für Assanierunz und Verschönerung der Stadt mit verknüpft seien, die hier den Mietern zur Last gelegt würden. Die städt. Körperschaften müßten sich einmal im Prinzip hierüber schlüssig machen, ob dies bei allen derartigen Neubauten so gehalten werden solle. Sollte dies der Fall sein, dann würde er (Redner) dafür ein treten, mit dem Kapital, das für Arbeiterwohnungm zur Verfügung stände, vor der Stadt zu bauen, wo man Grund und Boden billiger bekomme, demnach billiger bauen und die Wohnungen zu einem geringeren Preise geben könne. -^ Oberbürgermeister Dr. Gebe- schus erwidert, die Rede des Herrn Dr. Wagner komme etwas verspätet. Der Vorredner sage ganz richtig, daß bei Erwerb des Grund und Bodens der Quadratmeter die Stadt auf 50 Mk. zu stehen kam, weil eine alte Baracke abgerissen wurde und daß man demzufolge die Wohnungen nicht billiger geben könne, wenn die Stadt'nicht Geld zulegen solle. Das habe er aber damals den Körperschaften genau vorgerechnet, man hätte also damals schon sagen müssen, daß dies viel zu teuer sei. Die Mieten seien so festgesetzt, daß die Stadt gerade noch herauskomme. Auf die Frage der Assanierung und Verschönerung werde man heute wohl kaum eingehen können, er mache aber gleichwohl darauf aufmerksam, daß, wenn man lediglich alle Baracken niederreißen wolle, ohne aus ihnen einen neuen Wert zu schaffen, dies Dutzende von Millionen kosten würde und da habe die Stadt zuvor noch viel dringendere Ausgaben. Wer eben in der Stadt wohnen wolle, müsse auch mehr aufwenden. Daß wir übrigens nach dem Geschmack der Arbeiter gebaut hätten, beweise der Umstand, daß 34 Mietgesuche vorlagen. — Stadtv. Dr. Wagner erwidert, daß er bei der Beratung der Vorlage s. Z. am Erscheinen verhindert war, sonst hätte er seinen Standpunkt da- •
malt schon klar gelegt. Redner stellt übrigens keinen ^Antrag. — Die Magistratsvorlage wird ohne Widerspruch angenommen.
Revision der Gehaltsordnung der städt. Beamten.
Stadtv. Reg--Rat Dr. Wenke berichtet über die Vorlage. Er habe s. Zt. einen Antrag auf Revision der Gehaltsordnung der VI. unb VII. Gehaltsklasse der städt. Beamten gestellt, die Stadt.-Vers. habe aber unter Ablehnung seines Antrags einen Gegenantrag Schwabe angenommen, welcher lautet: Der Magistrat wird ersucht, die Gehaltsordnung der Gemeindebe- amten einer Revision zu unterziehen, besonders mit Rücksicht auf die VI. und VII. Gehaltsklasse, und diesbezügliche Vorlagen zu machen; weiter denjenigen Beschlüssen, welche Gehaltsaufbesserungen zur Folge haben, rückwirkende Kraft auf den 1. April 1904 zu verleihen. Der Magistrat berichtet nun: Diesem Beschlusse gemäß ist die Gehaltsordnung der Gemeinde- beamten einer Prüfung unterzogen; wir können jedoch eine grundlegende Abänderung derselben nicht beantragen,. da wir die bestehenden Gehälter durchweg als angemessen und den geforderten Dienstleistungen entsprechend bezeichnen müssen. Der Gehalt der Klasse VII ist durch die Beschlüsse der Körperschaften vom 3. Januar bczw. 9. März 1903 anderweit festgesetzt auf 1200 Mk. Anfangsgehalt mit 3 Steigerungen nach je 3 Jahren um 100 Mk. bis zum Höchstgehalt von 1500 Mk. Es erscheint angemessen, in diese Klasse die Schuldiener, deren Gehalt bisher nicht feststand, zu versetzen. Die Klasse VI halte bisher einen Anfangsgehalt von 1350 Mk. und stieg 6 mal in dreijährigen Perioden um 75 Mk. bis zum Höchstgehalt von 1800 Mk. Es muß anerkannt werden, daß die Steigerung eine zu geringe auch angesichts der Steigerung der Klasse VII ist. ES wird daher beantragt, den Anfangs- und Endgehalt beizubehalten, dagegen nach den ersten 3 Jahren eine Steigerung von 150 Mk. und dann dreimal nach je 3 Jahren eine Steigerung von 100 Mk. ein« treten zu lassen. Die jährliche Mehrausgabe beträgt 475 Mk. Die Vorlage wird angenommen.
Zuweisung der Lehrlinge derEdelmetall« i n d u st r i e u n d d e r graphischen G e w e r b e ^z u r gewerbl. Fortbildungsschule.
Die Magistratsbegründung dieser Vorlage lautet: Der Herr Minister für Handel und Gewerbe hat sich bereit erklärt, den StaatSzuschuß zur Unterhaltung der gewerblichen Fortbildungsschule vom 1. Oktober d. I. an um den Betrag von jährlich 6 000 Mk., also auf 18 000 Mk. zu erhöhen, wenn die Zuweisung der Lehrlinge der Edelmetallindustrie ic. zur gewerblichen Fortbildungsschule in der von den städtischen Körperschaften vorgeschlagenen Weise erfolgt und wenn ferner das Gehalt des Direktors Köpke um jährlich 1000 Mk. erhöht wird. Bei der Aufstellung des Haushaltsplanes der gewerblichen Fortbildungsschule für das Rechnungsjahr 1904 nach den ministeriellen Vorschriften ist eine Schülerzahl von 600 angenommen worden und zwar betrug der Durchschnitt für die bereits die Schule besuchenden Schüler 507, wozu 93 Lehrlinge der Edelmetallindustrie und der graphischen Gewerbe des I. Jahrgangs kommen würden. Die Mehrkosten für die Enveiterung der gewerblichen Fortbildungsschule wurden danach wie folgt berechnet: 13 Klassen Handwerker-Lehrlinge erhalten mehr wöchentlich 4 Stunden Deutsch und Rechnen, ergibt bei 41 Schulwochen 6 396.— Mk. Die Lehrlinge der Edelmetall- industrie und der graphischen Gewerbe erhalten in 3 Klassen je 4 Stunden Deutsch und Rechnen — 12 Stunden, in 4 Klassen je 6 Stunden Zeichnen — 24 Stunden, in 4 Klassen je 2 Stunden Modellieren — 8 Stunden, zusammen 44 Stunden = 5412.— Mk. Die Mehrausagabe für die Erweiterung der gewerblichen Fortbildungsschule betrug demnach für 1904 11808.— M. Nach Abzug des Schulgeldes berechnete sich der Staatszuschuß auf 17180.— M. Für 1905 war der Zugang des 2. Jahrganges der Lehrlinge aus der Edelmetall- Industrie und den graphischen Gewerben zur gewerblichen Fortbildungsschule mit weiteren 94 Schülern vorgesehen; die Kosten des Mrterrichts dieser Schüler sollten weiter erfordern: 3 Klassen Deutsch und Rechnen wöchentlich 4 Stunden — 12 Stdn., 4 Klaffen Zeichnen wöchentlich 6 Stunden — 24 Stdn., 4 Klassen Modellieren wöchentlich 2 Stunden — 8 Stdn. zusammen 44 Stdn., 44X41X3 — 5412.—M., sächliche Kosten für 94 Schüler je 2 M. — 188 M. zuf. 5600 M. abzüglich Schulgeld für 94 Schüler nach Abrechnung von rund 20 Proz. für Freischüler 450.— M. — 6150.— Als Zuschuß des StaateS hierzu wurden weitere mit 2575 M. erbeten. Bei der 'nz»ische» ers-tgt-n Bap» ng der Schüler der Zeichenakademie
hat sich nun herausgestellt, ^daß d,e be, b Sommer-