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2^. Februar
Dienstag
Schiffsberichte.
«Mitiieteilt fon Aocu Ad. Tre usch-Hanau.t
Der Hamburger Damnfer „Patricia" ist am 20. Februar wohlbehalten in New-Bork eingetrofien.
Hamburg, 20. Febr. Der Dampfer „Karthaw" von ' der Hamburg - Amerika - Linie ist vorgestern in Oporto einge- lroffen.
Drahtnachrichten.
Der rilfsW-iiVliiiWe Krie«.
Köln, 22. Februar. Die „Köln. 8tg." melde« üus Petersburg vom 22. Februar: Nach Meldung aus Port Arthur vom 21. Februar morgens waren schwache Schüsse vom Meer her vernehmbar. Wahrscheinlich versuchten japanische Torpedoboote sich dem Hafen zu nähern. — Die Erklärung Japans, es betrachte Kohlen und Lebensmittel durchaus als Kriegskonirebande, wird als Willkür bezeichnet. Das Blatt des Statthalters fordert, daß die Engländer russischen Schiffen gestatten, sich in Singapore und Hongkong mit Kohlen zur Fahrt bis nach Port Aribur zu versorgen, das heißt auf 12 Tage, und den japanischen Schiffen für die Fahrt bis Fore moso, das heißt für zwei Tage. — Die Hauolpostverwaltung traf Sorge, um einer Wiederholung von Feldpostdienstunord- nungen, wie sie im russisch-türkischen Kriege vorgekommen sind, vorzubeugen. Zum Zweck der Durchführung solcher Maßnahmen ist als besonderer Bevollmächtigter Stenkowitsch zur aktiven Armee abgesandt worden, der zwanzig Jahre in Turkestan tätig war.
Suez, 22. Febr. (Reuter.) Heute trafen das russische Transportschiff „Orel", pHr Dschibuti kommend, und das Transportschiff „Smolensk" vom Süden kommend, hier ein. Beide Schiffe liefen in den Kanal ein.
Hanoi, 22. Febr. (Havas.) An Stelle deS Kreuzers „Pascal", der mit den Ueberlebenden vom russischen Kriegsschiff „Warjak" nach Jndochina unterwegs ist, wurde der in Jndochina stationierte Aviso „Kersaint" nach Tschemulpo gesandt.
Tisntsin, 22. Febr. (Reuter.) Bisher ist die ange- köndigte Entsendung kaiserlich chinesischer Truppen von hier nach der Grenze nicht erfolgt. Als wahrscheinlicher Grund wird angesehen, daß Rußland sich weigere, Gewähr dafür zu leisten, daß die Gegend am Liaufluß, falls es dort zu Feindseligkeiten komme, als neutral angesehen werde.
Tokio, 22. Februar. Die Mannschaften und Paffagiere des in der Meerenge von Tsugaru durch die Russen zum Sinken gebrachten japanischen Dampfers „Rakanouramaru" sind, ausgenommen zwei Mann, von den russischen Kriegsschiffen vor dem Ertrinken gerettet und ausgenommen worden. Sie traten heute mit einem deutschen Dampfer von Wladiwostok kommend in Nagasaki ein.
London, 22. Febr. (Unterhaus.) Unterstaats- sekretär Percy erklärt heute nochmals aufs nachdrücklichste das Gerücht für falsch, daß die Japaner Weihaiwei als Operationsbasis benutzt hätten. Der englische Admiral auf der chinesischen Station berichtete der Regierung, daß die japanischen Kriegsschiffe bei ihrer Fahrt nach Port Arthur in Weibaiwei nicht einmal gesichtet worden seien und seit August 1903, wo zwei japanische Fahrzeuge einen Höflichkeitsbesuch von kurzer Dauer in Weihaiwei abstatteten, keine japanischen Kriegsschiffe mehr den Platz aufgesucht hätten.
Paris, 22. Febr. Der russische Botschafter, Baron Nelidow dankte im Namen der russischen Regierung dem Präsidenten der französischen Gesellschaft vom Roten Kreuz für das Anerbieten, sofort eine Ambulanz nach der Mandschurei zu entsenden, fügte jedoch hinzu, daß die Kriegsoperationen zu Lande erst in einigen Wochen beginnen würden, sodaß erst dann die Hilfsmaßnahmen praktisch organisiert werden könnten.
Rom, 22. Febr. (Kammer.) Santini bringt eine Interpellation ein, welches Vorgehen die Regierung bei dem russisch-japanischen Kampfe eingeschlagen habe oder einzuschlagen beabsichtige im höheren Interesse des Friedens und zum Schutze der italienischen Untertanen und des italienischen Handels, sowie zur Verteidigung des berechtigten Einflusses Italiens auf die internationale Politik. Der Minister des Aeußeren erklärte darauf, er könne nur auf die Neutralitätserklärung Italiens verweisen und legte entschieden Verwahrung gegen die Aeußerungen Santinis ein, die nicht im Einklang ständen mit den zwischen Italien und Rußland herrschenden Beziehungen, die die freundschaftlichsten seien und die Italien unverändert erhalten wolle. (Beifall.)
London, 23. Februar. „Daily Telegraph" meldet aus Nagasaki vom 22. Februar: Die Japaner nahmen vor Port Arthur unter Benutzung russischer Signale 4 russische Torpedojäger weg.
Nitttschwang, 22. Februar. (Reuter.) Statthalter A l e x e j e w und der G e n e r a l st a b haben ihr Standquartier in C h a r b i n aufgeschlagen.
Washington, 22. Februar. (Reuter.) In Regierungs- kreisen herrscht Unruhe angesichts der Möglichkeit, daß eS wegen den Anschauungen, welche die kriegführenden Mächte über Kontrebande haben, zu Friktion kommen könnte. Zur Zeit befinden sich große Mengen amerikanischer Lebensmitiel auf See, die nach den russischen und japanischen Häfen bestimmt sind. Während der letzte« Jahre hatten die Vereinigten Staaten stets daran festgehalten, daß Lebensrnittel nur dann Kontrebande sind, wenn es sich klar Nachweisen lasse, daß sie für eine der kriegführenden Parteien bestimmt sind.
Bayerische Kammer
München, 22. Februar. Bei der fortgesetzten Beratung der Wahlreformvorlage erklärt Bbz. Wagner, die ganze liberale Partei stimme den Ansführun^en Dr. Hammerschmidts vom 19. d. Mts. zu. Die Partei fürite weder die relative Mehrheit noch eine Zentrumsmehrheit, noch die Staatsregierung. Redner bekämpft sodann in längerer Rede die Sozial- demokraten, welche früher jedes Kompromiß verspottet, sich aber dann mit der allerreaktionärsten Partei verbunden hätten. Die Sozialdemokraten hätten keine positive Arbeit geleistet, wohl aber bafür gesorgt, -daß das Zentrum im bayerischen Landtage die Mehrheit erhalte. Die Liberalen dagegen hätten an allen großen sozialpolitischen und wirtschaftlichen Gesetzen mitgewirkt. Der vorliegende Entwurf sichere dem Zentrum unbedingt 83 von den vorgesehenen 163 Stimmen, erfülle aber auch sonst nicht alle freiheitlichen Hoffnungen. Trotzdem gaben die s-ozialdemokraien jetzt ihre früheren Forderungen auf und sicherten dem Zentrum eine dauernde Mehrheit. — Erhärt (Soz.) polemisiert in etwa iVnftünbiger Rede gegen die Liberalen, welche in allen deutschen Bundesstaaten die schlechtesten Wahlsysteme verteidigt hätten. Das Volk werde die Liberalen verfluchen, weil sie ihm ein freiheitlicheres Wahlrecht vorenthielten. — Hierauf erklärte der Ministerpräsident Freiherr von Podewils: Niemand wird alles bei uns gut und gesund finde»; aber so schlimm, wie man es darstefit, ist es auch nicht. Man mißt dem Miniflerium Poderyils die Schuld an allem bei. Bei uns hat der Vorsitzende im Ministerrate keine größere Verantwortlichkeit als seine Kollegen, er kann in die übrigen Ressorts nicht übergreifen. Jetzt wird mir vorgeworfen, daß ich bei einem Besuche, welchen mir einige Zentrumsabgeordnete gemacht haben, vor ihnen vollständig kapituliert und völlig vergessen hätte, daß Bayern ein monarchistischer Staat ist. Ich habe tatsächlich eine Unterredung mit jenen Zentrumsabgeordneten gehabt, aber an demselben Tage habe ich auch den Abo. Cassel- mann um eine Besprechung gebeten; das ist am Vorabend einer so wichtigen Beratung doch ganz natürlich. Der Minister betont ferner, daß die Regierungserklärung keine Drohung enthalte. Die Regierung tut nur ihre Pflicht, und geht dabei objektiv und gerecht vor. Von einer Bedrohung oder Beleidigung einer Partei durch unsere Erklärung kann keine Rede sein. Die Regierung ist sich bewußt, auch bezüglich des Zeitpunktes, zu welchem die Erklärung abgegeben wurde, das Richtige getroffen zu haben. — Abg. Nipler (sreis. Der.) legt dar, daß seine Partei das Geietz ablehne, da die ländliche Bevölkerung gegenüber den Städten nicht hinreichende Berücksichtigung fände. Den Vorteil von dem Gesetz hätten hauptsächlich die Sozialdemokraten. Die Regierung beuge sich jetzt immer mehr vor dem Zentrum. In protestantischen Kreisen sei eine wachsende Erbitterung wahrzunehmen. Morgen Weiterberatung.
Der venezolanische Schiedsspruch.
Haag, 22. Febr. (Reuter-Meldung.) Das Schiedsgericht zur Entscheidung der venezolanischen Frage bat einstimmig entschieden, daß den drei Blockademächten Deutschland, England und Italien das Vorzugsrecht auf 30 Prozent der Zölle von Guayra und Puerto Cabello zustehe. Jede Partei wird die Kosten, die ihr aus dem Verfahren entstanden sind, tragen und mit den anderen Parteien zu gleichen Teilen die Kosten des Schiedsgerichts übernehmen. Die Vereinigten Staaten sind beauftragt, den Schiedsspruch binnen drei Monaten zu vollziehen.
Haag, 22. Februar. Nach Verlesung des Urteilsspruches in der venezolanischen Angelgenheit hielt Murawiew eine Rede, in welcher er ausführte, der Gerichtshof habe das Urteil nach sorgfältiger Prüfung in voller Unparteilichkeit gefällt. Die Arbeiten des Schiedsgerichts, die im Frieden begonnen seien seien unter Kriegslärm zu Ende geführt worden. Man sei gelungen, den Krieg als rechtmäßiges Verteidigungsmittel für Ehre und Freiheit zu akzeptieren, die gerechte Vorsehung, die die Schlachten lenke, werde einen Unterschied machen zwischen dem Rechte und der unbegründeten Anmaßung. Nach Beendigung eines Krieges zwischen einem europäischen und einem asiatischen Volke werde von neuem das Glück leuchten. Der Haager Schiedsgerichtshof werde daS Bollwerk der Gerechtigkeit, Wahrheit und Vernunft und die Hoffnung der Zukunft bleiben.
Beftechuugsaffaire.
Wien 23. Februar, Die Verhaftung des Landwehr- majors Wieuckowsky in Stanislau erfolgte wegen Aus- hebungsbetrügereien, um der ganzen Bestechungsaffaire auf die Spur zu kommen, wurden auch in Lemberg Przemysl und Raudautz, Landwehroffiziere verhaftet.
Aus Spanien.
Madrid, 22. Febr. Im Senat gab der Minister des Aeußern bezüglich der Forderung außerordent icher Kredite für Heer und Flotte die gleiche Erklärung ab, wie der Ministerpräsident in der Depurtiertenkammer.
Madrid, 22. Febr. Nach Schluß der Kammersitzung wurde den republikanischen Deputierten von mehreren republikanischen Vereinen Huldigungen dargebracht. Die Polizei forderte die Teilnehmer an den Kundgebungen auf, auseinander zu gehen. Diese widersetzten sich, die Polizei nahm darauf einige Verhaftungen vor. Mehrere Personen wurden dabei verletzt.
Verhaftet- Tiroler Jäger.
Mailand, 23. Februar. Bei Simone am Gardasee wurden zwei ziviliragende Offiziere der Tiroler Jäger bei Holographischer Aufnahme der Grenzbefestigungen verhaftet und inS Gefängnis nach Salo abgeführt.
Lawinensturz.
Domo Dossola (Provinz Nooara), 23. Febr. Durch Lawinensturz würben 4 Arbeiter, ein Italien« und 3 Schweizer, verschüttet.
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Washington, 22. Febr. Der zum Konsul von Dalnu ernannte Morgan reist am 26. Februar von San Franzisko ab und bleibt biS Eingang neuer Anweisungen in Shanghai.
^ue aller Welt.
Hoskapeümeistcr des Kaisers von Japan ist, was jetzt interessieren dürfte, ein Deutscher. Es ist ein Sohn des Gerichtskanstillen E ck c r t aus Neurode in Schlesien. Bevor er nach Japan ging, war er Hoboin bei der Kieler Matrofinkapelle.
Mit der Einführung des Schwimmunterrichts in einigen Klaffen der Volksschulen hat man in Elberfeld so gute Ergebnisse erzielt, daß man ihn jetzt in allen Schulen der Stadt einführen will.
Japan ist Trumpf. Die Engländerinnen zeigen sich als treue Freundinnen Iwans. sie ahmen die japanische Haarmode nach, tragen japanffche Fächer ec. Mancher dürren Miß mag das nach ganz gut stehen, sonst würde die neue Mode schwerlich mitgemachl werden.
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