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Erstes Blatt.

Ammer U Anzeiger

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StreLckuszSgebühe

Für GeLd» und LmMtreit Hanau LoPfz. die fünf- gespaltene PLitpile eh« deren Raum, für Außwärt» lS Uq im Rifiamettbeü die Znle W Pfz^

sür au»8MXt8 86 Wg.

Veremüvsrji. RL»n«r» S. Schreck«, m Hanau,

'J[T 298 Fernsvrechan'chlnK Nr. 605.

Wissen * d?n 91, Dezimier

Fernsprechanschknß Nr 605 1 904

Amtliches.

Landkreis k^ansu.

Bekanntmachungen des Königl. Landratsamtes.

Nach Mitteilung des Königlichen L^ndratSamtes in Gekn- hansen ist in Somborn die Schafräude ausgebrochen. Die Eperrmaßregeln sind anoror net worden.

Hanau den 19. Dezember 1904.

Der Königliche Landrai.

JV Nr. 8924 I.A.: Conrad, KreiSfekretär.

Nach Mitteilung des Königlichen Polizei-PräsidiumS in grantfurt a. M. ist in EscherSheim die Schweine» rollaufseuche festge^elli worden.

Die Sperrmaßre ein wurden angeordnet,

Hanau den 20. Dezember 1904.

V 8942

Der Königliche Landrat.

J. A.: Conrad, KrelSsekretär.

An der evangelischen Volksschule zu Niederrsden- sach sind zwei Lehrerstellen zu Ostern k. Js. zu besetzen.

Das Grundgehalt der Stellen beträgt 1200 Mk der Einheitssatz der Alterszulagen 150 Mk. und die Mietsent- schädigung 150 Mk.

Bewerber wollen ihre Meldungsgesuche nebst Zeugnissen binnen 4 Wochen dem Königlichen Ortsichulinspektor, Herrn Pfarrer R u ß in Niederrodenbach, einreichen.

Hanau hen^ 13. Dezember 1904.

Namens des Königl. Sckulvorstandes.

V 8792 v. Beckerath, Landrat.

NuZ Banau Stadt und Cand»

Kanau den 21. Dezember.

Historische Gedenlkage.

21. Dezbe- 1308 starb der erste Landgraf von Hessen, Heinrich L. das Kind, 64 Jahre alt.

21. Drzbr. 1463« Vergebliche 1 Belagerung der Burg Fürsteneck, in welcher HanS von der Tann Amimarn war, durch die Grafen Wilhelm, Georg, Friedrich Otto und Hermann von Henn'berg in Verbindung mit den Rittern Baltbasar von Specktsbort, George und Banbold von Bibra und Barthold von Roßback. Es sollte Ver­geltung für das Niederbrennen von Kaltennordheim geübt werden, welches die v. Urff, v. Ho'zheim und v. Lieder­bach auf Antrieb Hansen von der Tann vollzogen hatten. Landgraf Ludwig von Hessen nahm sich damals der v. d. Tann kraitw an.

21. Dezbr. 1503. Große Feu-rsörunst in Obernkirchen.

21. Drzbr. 1761 kam d e 73jäbrige Prinzessin Friederike Henriette von Hesien-Philippsthal in Maestricht bei der Sprengung eines Pulverturms ums Leben.

21. Dezbr. 1767. Anfang der Abtragung der Festungs­werke von Cassel.

21. Dezbr. 1821. Großer Brand in Sontra.

21. Dejbr. 1837. Erklärung des damaligen Kurprinzen und Milregenien Friedrich Wilhelm an die kurbessischen Stände in Betreff der Streitigkeiten über die Rotenburger Quart.

* Schloß Philippsktthe. Seine Königliche Hoheit der Landgraf Alex ander Friedrich von Hessen trafen gestern auf Schloß PhilippSru'-e ein. In der Fasanerie fand eine Jagd auf Fahnen statt und am Donnerstag wird eine Fcld-^agd auf Has n abgehalten. Nach den Jagd.n findet ^ostafkl im Schlosse Pbillppsrub? stast, zu welcher zahl­reich? Einladungen ergangen sind. Während der Tost! spielen die Mililärkeyellen des Thüringischen Ulanen-Regiments Nr. 6 und des Infanterieregiments Hesi-n-Hambura Nr. lbb. Am Freitag oder Samstag begeben sich Seme Köm «i ch? Hoben »er Landgraf nach Dessau zum Besuch Höchstseiner Schwester der Frau Erbprinzessiu Leopold von Anhalt.

Wintersonnenwende. Morgeti Raben, nur Wintersanfang. Die Sonne tritt in das Zeichen des Stem- ^ocks und hat damit ihren weitesten Absiaud vom Aequator erreicht. Der kürzeste Tag ist da, der eine Länge von nur 7 Stunden und 34 M'N. ha«, während bte Wacht 16 ®iun^ und 26 Minuten währt. Gottlob, bau e8 so me t ist. lang- am aber sicher geht es nunmehr lieber bergauf tm ewigen Kreislauf der Reit, und in wenigen Wochen werden wir die Zunahme der Ta e schon merklich >vghrnebm?n k^mn. B,s i-tzt ist die Witterung eine ziemlich milde, für ba^ ^ teschäft in mancher Beziehung wohl mcht sehr vorici'baiie g^

wesen, und allem Anschein nach wird der nach astronomischer Berechnung morgen erst wirklich beginnende Winter trotz aller gegenteiligen Prophezeiungen auch' ferner sich von einer nicht zu troffen Seite zeigen. Mit Wint-rs Anfang treten nur übrigens auch in den Kreis der vom Aberglauben stark in Anspruch genommenen und deshalb geheimnisvollenZwölf Rächte" ein.

E. Aus dem siädt. Dsrwaltitnasbericht. Um unserem Leserkreis nur annähernd ein Bild des hiesigen Ge­meindeschulwesens zu geben, sei auf die Frequenz derselben Hingewiesen. Die st ä d t i s ch e n Schul-n werden z. Z. be­sucht von 5370 Schülern und Schülerinnen und von 145 Lehrern und Lehrerinnen unterrickiet. Rechnet man noch hier­zu 800 Schül.r im königl. Gymnasium und 100 Schülerinnen der Privat-TöLter^chule, so dürfte die Zahl von rund 6000 Schulkindern in hiesiger Stadt nicht au hoch gegriffen sein. Wer der Sache ferne steht, kann sich kaum einen Begriff machen, welche Unsumme von Arbeit der für die Größe der Stadt ganz enorme Apparat erfordert. Wäre Hanau doppelt so groß, so würden die Aulw'ndungm ganz sicher nicht mit diesen T.rqlZßeruneen Stritt hasten,

* Gewährung freier AahrL an beurlaubte Soldaten. Wegen der Fülle von Stoff, den die Parla­mente in der letzten Zeit zu bewältioen hotten, ist ein Gegen­stand in den Tagesblattern nicht so gewürdigt worden, wie er es verdient: der am 28. November im Preußischen Abge­ordnetenhaus? verhandelte Antrag der Abgeordneten Grasen von Strackwitz und Busch über die Gewährung freier Fahrt an beurlaub»- Soldaten. Dieser Antrag hatte bereits am 7. Juni d. J. dgs Preußische Abgeordneteuhai's beschädigt. Das Preußische Parlament Zollte einem vom Reichstage ange­nommenen Anträge des Abgeordneten. Dr. B-ümer, den Sol­daten, wenn ihnen Urlaub gegeben wird, möglicvst einmal im Jahre eine freie Fahrt in ihre Heimat zu gestatten, größeren Nachdruck verleihen. Das Preußische Ab ^eordnetenbans hat den Antrag des Grafen Strochwitz fast einstimmig ange­nommen. Die Redner vllw Parteien ohne Ausnahme sprachen im Smne des Antrages. Mit Recht wurde darauf Ringe« wiesen, daß auch der billige Satz von 1 Mg. für das Kilo­meter unerschwinglich ist für Angehörige, des, Heeres, die aus Gründen des Dienstes in eine Garnison weit von ihrer Hnmat eingestellt sind und nun den Wunsch haben, wenigstens ein- oder zweimal wöbrend ihrer Mili'ärzeit ihre Angehörigen aufzusuchen. Jetzt können viele Mannschaften wegen der zum Teil sehr großen Entfernungen ihren Urlaub nicht ausuützen, weil sie kein Geld haben, um die Fabrkosim aufzubringen. Mit großer Wärme trat u. a. der Ab-wordne«« I u n g b e n u- H an au sowohl am 7. Juni als auch am 28. No emberfür d-n Avirag ein. Ueber,rügend setzte er auseinander, daß der Königliche Dienst durch die Gewährung der freien Fahrt nur gewinnen werde, und daß auch die Eltern der Mannschaften die Opfer, die sie für das Heer bringen müssen, lieber tragen würden, wenn sie darauf rechnen können, ihre Söhne minde­stens einmal während der Dienst,eil bei sich zu leben. Wir können uns der von ihm ausgesprochenen Hoffnung nur an- schl-eH-n, daß der Beschluß des Abaeordneienhauses den ge­wünschten Erfolg habe. Die 2V» Millionen Mark, die b:e Durchführung dieses Beschlusses jährlich erfordert, fallen gegen­über dem reichen Segen, der daraus hervorgeht, kaum ins Gewicht.

Kunkiverei«. Einem Wunsche deS Kunstverein-Vor- standes entsprechend, empfehlen wir denjenigen Mitgliedern, welche das vom Verein gewidmete Kunstblatt (Kupferdruck, 95 X 75 cm) bis dahin noch nickt bei dem Hauswart der Kgl. Ztickenatadkmie abgeholt haben, dies nock vor dem Weih» n ach l S feste tun zu wollen. Es ist dies umcomtbr rdtfam, weil dann jedes Mitglied auS 10 verschiedenen Suj'tS sein Blatt selbst aus wählen kann, während bet der nach dem Feste erfolgenden Zustellung einzelnen Wünschen nicht mehr Rechnung getragen we^d°n kann.

* Stavttheater. Auf die heute nattsindende Auf- fübrung von SudermannS hervorragendem SchauspielDas Glück im Winkel" sei nochmals binmnreem

k. Weihnathtsbescherung. Während draußen auf der weiten Flur all-s Leben erstürben ist und kein Blümlein sich zur Sonne streckt, blühen inmitten der Christenheit zur Zeit der Weibnacyien die herrlichsten Blumen christlicher Nächstenliebe. Noch ehe die Weibnacktsglvcken ertönen, oft« anualien ©njeiperonen und Gem-inschyüen Weibnackis- begerungen. Zu den bedrutendsten dieser Art gehört die deS B a t e r l ä n d i s ck e n F r a u e n »e r e i n S. Sckon in den Wecken v»rher werden von den Damen des Vereins Gaben angefmigt. Gerade bie'e Tätigkeit, die als eine per'önliche Hingabe für die minder bemittelten Kinder unterer Stadt gelten muß, verleihen den Gaben noch einen besonderen idealen Wert. Der Ueberreichung der Gaben ging, wie gewohnt, eine keine

Feier voraus. Die obere Mädchenklasie der Bezlrkslckule 3 sang unter der Lesinng des Herrn Lehrers Simon die ewig schönen Weihnachtschöre in bester Weise. Herr Pfarrer We ssel hielt eine kurze An'prache. Dann nahmen die Kinder im Angesicht« des strahlenden WeibnacktSbaumes von den bar- gebotenen Geschenken Btsitz. Wie schon mitgeteilt, wurden mehr als 200 Kinder erfreut. Allen denen aber, die ihr Scherflein dazu beiirugen, die in selb^saler Weist ihre Kraft in den Dienst dieser edlen Sache stellten, gebühret herzlicher Dank.

k. W^nterfoft. DieHanauer Rudergesell« schüft 1879" wirb wie in den früheren Jabren so auch in diesem Winter an dem ersten Samstag deS Januar ein Winter­fest größeren Stiles arrangieren. Entgegen der bisher gern geübten Gepflogenheit, der Veranstaltung den Charakter eines Kostümfestes zu geben, wird der Verein mit Rücksicht auf daS in diesem Jahre ftattgefunbene Jubiläum einen Ball in vor- ceschriebener Balltoilette veranstalten. Die Ausarbeitung des Programms geschieht mit der g-ößten Sorgfalt. Längst be­währte Kräfte haben ibr Können in den Dienst des Vereins gestellt und so versprechen die zwischen den Tänzen eingelegten Darbieiunoen nickt nur frohes Genieße«, sondern werden auch höheren fünfflerikben Anforderungen Genüge leisten. Eine Einladnnqsiiste »irknliert.

L. Dom Reichsgevicht. (Ein Bürgermeister wegen Widerstandes verurteilt.) Vom Land­gericht Hanau war seiner Zeit der Bürgermeister Konrad Wies in Spielberg unter Freisprechung von der Anklage des Jagdvergehens wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe und wegen W'>^rstandes zu Gelängnis verurteilt worden. Sir seine Revision boö das Reichsgericht das U teil weg'» Wider­standes' aiif. Am 3. August bat ihn das Landgerickr abermals verurteilt und zwar zu 5 Tagen Gefängnis. Am 20. Juli v. J. begleitete der Angeklagte den Kreissekretär K. und nahm sein G wehr mit, in der Hoffnung, auf seinem Jagdgebiete zum Schusse zu kommen. Er kam aber schließlich auf das Jagdgebiet des Fürsten Asenburq - Wächtersbach. Der bet d"lem angeffeffte Prwatförster W. trat an ihn heran und fragte, wer ihm erlaubt habe, hier mit einem Gewehr zu geben. Als W. das Gew-br des Angeklagten anfaßte, hielt dieser es mit beiden Händen fest und sagte:Ich schmeiße!" (ich schlaae iu). Das Gericht hat W. als Beamten angesehen, da er forstpolizeiliche Funktionen aus zuüben habe. Auf die Revision des Angeklagten hob gestern das Retchsgericht das zweite Urteil ebenfalls auf, weil ein vom Angeklagten a?R'Hter Antrag, noch einen Zeugen zu vernehmen, nicht berücksichtigt worden ist. Die Sache wurde an das Landgericht zurückge- wiesen.

£tolt98nWt,twrin. Der neuoearünbcte Hans- befitzeroerein krünckt sich über Hanau und Keffelstadt.

* Nlairer Montaa tttt» Neberstunden. Wa* einer B'kannimackung des Großh. Bezirksamts Pforzhtim sollen dort künftig Ueberstiinden nur noch dann den Bijouterie-Fabri­kanten bewilligt werden, wenn in der betreffenden Woche Mon tags regelmäßig gearbeitet wurde. Wenn Montags gar nicht oder nicht volle 10 Stunden die Arbeiter beschäftigt wurden, soll daraus der Anlaß zur Vertagung von Ueberstunden für weib­liche $bMter entnommen werden. Wenn diese Vorschrift streng gchindyabt^b, kann es leicht passieren, daß ein Fabrikant küntiig vergeblich einmal um Bewilligung von Ueberjeitarbeit eintommt, obgleich nickt er die Schuld trägt, daß am vorher- gegaugenen Moniag nicht gearbeitet wurde.

X Grotz-Auheim,21.Dezbr. (Einwohnerzahl.) Nach der lebten Personenstandsaufnahme zählt unser Ort jetzt 5050 Einwohner.

0 Fechenheim, 20. Dezbr. (Volksvorlesungen.) Auch in unterer Gemeinde hat sich nun einVerein für Volks« Vorlesungen" gebildet. In einer Vorverssmmlvng hatte der Sefreiär des Vereins für Volksbildung, Herr Lehrer Volk aus Offenbach, einen sehr eingehenden Bortrag überGrund und Bedeutung der Dolksvorlelungen" gehalten und zur Gründung des gen. Vereins weitere Anreqnng gegeben. der gestern abend abgehobenen Versammlung, nun eine stattliche Anzahl hiesiger Vereine >hre korpora>> . Mitglied chast und außerdem 25 Einzelpersonen ff® a 1 glieder des Vereins. Von den beitreiende« Dereinen sin ^ politische und zwar der nan'onalliberalc Verem, Z ^ Wablyerein, der Christlick-lozial- Mr«. f-mner W^ torm 6«m 4 *"£ ,,««,$li. »»b tal»l««e Minnn- .

Statt ie ein Vertreter der gen. 5 polinschen Vereine ge­wählt, außerdem je ein Vertreter der Gesang, und Turnvereine und ein Vertreter der Gemeinde; endlich auch ein lvlchex der