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Montag

vi. vcovemver

des Friedens. Sie zu schirmen im Wettbewerb der ker, dazu halten wir untere Waffen scharr. Der So'n eines schwachen Volkes ist vom heimischen Stamme losgelöst, ein in den Wind gefallenes Blatt. Wer von unS hinauszieht, um Kultur und deutsche Arbeit in die W lt zu tragen, soll 'eines festen Rückbalts in der Heimat sicher sein. Darum 'chaffen wir unsere Flottte, für niemanden aber ist unsere Seewebr eine Herausforderung. Willig stehen wir in Reche und G ied mit allen Freunden des FriedenS, ohne zu vergessen, daß nicht wir allein den Gang der Weltgerichte bestimmen. Stark im friedlichen Rate der Völker, so wollen wir unser Land bleiben und gedeihen sehen, dazu helfe unS auch unser jüngstes Schiff, das Eure Majestät jetzt taufen wollen."

Sobald der Reichskanzler seine Rede beendet hatte, rief der Kaiser:Ich taufe Dich auf den Namen Deutschland", und zerschellte dann am Bug des Schiffes die Cbampa«ner- flasche. Reichskanzler Grat Bülow forderte die Periammelten auf, ein dreimaliges Hoch auf den Kaiser auszubringen, in welche- alle Anwesenden einnimntten, die Musik intonierte die Nationalhymne. Der Kaiier begab sich zur Beobachtung des Stappellaufes zu einem an der Ablaufstelle errichteten Pavillon. Beim Eintreten des Sch ffes in das Wasser brächte der Schiffsbaudirektor ein dreimaliges Hoch auf den Kaiser aus. Der Kaiser verabschiedete sich hierauf von den Herren der Werft und kehrte in dem VerkehrsbootHulda" an Bord deS Liniensch ffesKaiser Wilhelm H." zurück. Der Stappellauf vslief glatt.

Kiel, 19. Nov. Aus Anlaß des Stappellanfs des LinienschiffesDeutschland" fand heute abend beim Prinzen Heinrich von Preußen im Schlöffe Abendtalel statt, an welcher der Kaiser mit Gefolge teilnabm. Einladungen waren er- gangen an den Reichskanzler, Staatssekretär Admiral v. Tir- pitz, Staatssekretär v. Thielen, Admiral v. Köster, an die vier anwesenden Admirale, kommandierenden General v. Bock gab Polach, Oberprändenten v. Wilmow-ki u. a.

Der Aufstand in Südwcstasrika.

Berti«, 18. Rovbr. DieNordd. Allz. Ztg." melbtt: Nachdem aus Anlaß des Aufstandes der Herero bereits vor einiger Zeit die Einfuhrzölle auf eine Reihe von wichtigen Leber smilieln aufaehob-n werben sind, ist das Gouvernement nach der Ausbreitung des Aufstandes auf den Süden des Schutzgebiets mit Rücksicht auf die allgemeine wirt christliche Noiiage^ angewiesen worden, bis auf weiteres den gesamten Zolltarif außer Kraft zn fetten, mit Ausnahme der Einfu r- , zölle auf Branntwein, Waffen und Munilion (.siiffer Ils u. f. uud Ziffer^ X des Zolltarifs) sowie der Ausfu rzölle.

Gegen über dm Klugen über mangelhafte Bestel- kung v»n Feldpostsendungen an die Truppen in Süswestafrika veröffentlichen dieNordd. Allg. Atg." und derReichsavz." eine Mitteilung, die ihnen vonzuständiger Stelle", also wohl vom Reichepostamt, zugegangen ist, und beten ungefähres Inhalt wir nachstehend wiebergeben:Bei den militärischen Operationen in Südwenairika ist die Zu­führung der Postsendungen an die Truppen mit auüerorbent« l^?n Schwierigkeiten verknüpf!, mit unendlich viel größeren Schw'eriokeiten, als seinerzeit im Feldzuge in Ostasten. da eine Esienbahnverbindung bekanntlich nur zwischen Swakop- Minb und Windhuk bestebt, und die?Feldpo'ianstalten in Süd­westafrika für ihre Posttran?porte auf die Anlehnung an mili­tärische Beförberungen angewie e» sind, und zwar im weient- uchen nur mit Ochsenkarren. Je weiter die Truppen oor= bringen, und je weiter sie auseinander gezogen werden, desto langsamer und schwieriger gestaltet sich die Nach'ührung der Pv'twche». Wer sich die Sachlage vergegenwärtigt, wird es nicht verwunderlich fiodm, daß außer der drei bis vier Wochen dauernden Beförderungssrist von Deutschland nach Swakopmund noch derselbe und vielfach ein längerer Zeitraum erforderlich ist, um unter normalen Verhältnißen die Sendungen von Swakopmund bis zu dem Empfänger zu bringen.

Ganz erbebsiche Verzögerungen gegen die normale Beiörde- rsngsdauer treten aber durch Trvpp-ndetachierungen, Abkom- matidiermtg von Mannschaften sowie durch sonstige plötzliche malitärische Anordnungen ein. In erhöhtem Maße treten die geschilderten Umstände bei der Päckereibeförderung zutage. Jedenfalls ist die Postverwaltung im Benehmen mit der Schutziruppenverwaltung unausgesetzt bemüht, die infolge der bargelegten Umstände entstehenden Verzögerungen in der Ueber- ;unft in Rosten auf das Maß des Unvermeidlichen zu be- , Nach einem Kavstädter Bericht desDaily Telegraph" tagte der dortige ftfHoertretenbe deutsche Konsul in einer Unterredung, er habe über 1000 Bewerbungen zum Diensten der Schutztruppe aus allen Teilen Britisch-Tüdastikas erhalten, habe aber fast alle a b- weisen müssen.

Berlin, 20. Nov. (Amtlich.) Am Typhus gestorben: Sergeant Rudolf Kiesen, geb. 10. April 1875, früher FeldarUllerie-Regiment 8, am 30. Oktober in ®rootfontein; Gefreiter Wilhelm Seiler, geb. 6. Juli 1870, früher 7. bayerisches Jnianterie-Regiment, am 16. November in Windbuk; G-rreiter Wilhelm Bruns, geb. 16. Januar 1882, früher Füsilier-Regiment 37, am 24. Ctiober in Epukiro; Reiter «eorg Vogt, geb. 22. Januar 1884 früher Feldartillerie- Jtegtment 42, am 18. November in Otfimbinbe. An Herz. A«^ k^En: Reiter Wilhelm Eh m ke, geb. 13. August früher Kürafsier-Regiment 5, am 4. November in Ottmamangombe infolge Hitzschtages. An Darmblutung ge­storben: Rener August Woithe, geb. 17. Juni 1882, früher Jnkcmtme-Regiment 155, am 4. November bei OtjO namangembe. Gefallen: Gefreiter August S t e i n e n, oeö. 5. Jrnuar 1880, früher 5. bayerisches Infanterieregiments am 15. November bei Okatambaka. Vermißt: Reiter Bruno Bruckmaun, geb. am 2. Juni 1881, früher Xran* Bataillon 3, seit 22. Oktober bei Omitoterero beim !isieben der Viehwache.

Die Vorgänge in Ungarn.

Bn-spest, 20. Nov. Die der liberalen Parier snie- bomtben Mitglwder der Dürn alt b^tn heute eine sehr zahlreich beinäfe Versammln»« ab «n^ nahmen eine Revolution an, welche d>e Obstruktion, die febe parlamentarische Tätigkeit, ferner die ruhioe Arbeit der Büraer sowie die wirt'chaft'ichcn Fortschritte hemme, verurteilt und die staatsmännische Aktion deS Ministerpräsidenten zur Unterdrückung dieses Mißbranchs billigt. Die Bürger geben in besagter R^olution der Ueber­zeugung Ausdruck, daß der in dieser Richtung erfolgte erste Schritt des Mmisterprändenten, wenn derselbe auch die Haus­ordnung außer Acht lassen mußte, unabweislich war und aus zwingenden Staatsrücksichten geschehen mußte. Die Bürger- schaft gibt ihrem Vertrauen gegenüber der liberalen Partei und deren Führer, dem Grafen Stefan Tisza Ausdruck und der Ueberzeugung, daß er das begonnene schwere Werk, wobei ihn die Bürgerschaft mit patriotischer Begeisterung unterstützen werde, zu einem befriedigenden Abschlüsse bringen werde. Die Annahme erfolgte mit großer Begeisterung. Graf Tisza hielt hierauf eine Ansprache, in der er seine Freude ausdrücktc, daß die Bürgerschaft der Hauptstadt sein Vorgehen billige; er sehe, deß auch die Bürger des ganzen Landes ihm Beifall zollen, daß er mit der D-rletzung der Formen einen Ausweg zur ruhigen Arbeit suchte und fand. Von einem Staatsstreich körne keine Rede sein bei einer Aenderung der Geschäftsordnung, die von frak ionären Elementen dazu benützt würde, jedes ruhige Arbeiten für das Wohl des Landes zu hemmen. Die Ob* struktionsleute, die den König in die Frage hineinzerren wollten, begingen damit eine häßliche Jlloy lität gegenüber dem König und verletzten auf daS gründlichste die Souve- ränetät des Parlaments. (Stürmische Hochrufe auf den König unterbrachen den Redner.) Die libwale Partei, fuhr Tisza fort, habe ihre Pflicht getan. Vom Urteile des Landes wird es abhängen, ob diese Tai zu einer reineren, erfo'«reicheren Ankunft führen wird. Die Nation wird ihren Willen in olch gebieterischer Weise kundtun, daß sich vor ihm jedermann beugen müsse. Die Lösung großer Fragen steht vor unS und es ist äußerst wichtig, daß in diesem Augenblick eine aktions- fähige ungarische Naion baftebt und der, der für die Führung deS Landes verantwortlich ist, eine kräftige, aufwärtsstrkbende Nation hinter sich hat. (Stürmischer Beifall.) Der Minister­präsident kehrte von der Versammlung zu Fuß nach seinem Palais zurück. Dabei bereitete eine große Menge dem Ministerpräsidenten lebhafte Huldigungen, eine kleinere Gruppe aber, die sckon während der Veriammlung vor dem Gebäude lärmende Kundgebungen veranstaltet hatte, empfing den Ministerpräsidenten mit Abzugsrufen. Auch Schneebälle wurden gegen ihn geworfen. Die Polizei trieb die Ruhestörer mit der blanken Waffe auseinander. Vierzig Personen mürben verhaftet.

Budapest, 20. Novbr. Heute haben wieder vier Ab­geordnete, darunter Graf Julius Andrassy, den Aus­tritt aus der liberalen Partei angemeldet.

Budapest, 20. Novbr. Die vereinigte Oppo­sition beschloß heute nacht einstimmig, an den König eine im Abgeordnetenbause einzurrichende Adresse zu richten, in welcher wegen des gestrigen Verfassungsbruches die Entfernung des Ministerpräsidenten gefordert wird; ebenso wurde ein Manifest an die Nation beschlossen.

Denkmalsenthüllung.

Washington, 19. Nov. In Abständen von je zehn Minuten eskortierte Kavallerie den General v. Löwenfeld, den Botschafter Speck von Sternburg und den Präsidenten Rooie- velt nach der Esplanade vor der Kriegsschule. Zwei Batterien feuerten einen Salut von 15, 19 und 21 Schuß. Die Fest­versammlung jubelte, bis sich der Präsident rechts von der Statue Friedrichs des Großen niederließ. Nach dem Gebete des BisLoss Salterlee buldigte der sterewonienmeister, General­major Gilleipie, dem militärischen Genie Friedrichs des Großen und führte dann die Gemahlin des Balsckaft-rs zu der Seiden- schnur. 20 Militärirompeter bliesen Fanfare, als die zur Umhüllung bim-nden deutschen und amerikanischen Flaggen teilten, um unter den Klängen des von der Marinekapelle gespieltenHeil dir im Siegerkranz" an den Flaggenmasten emporzusteigen. General v. Löwenfeld hielt hierauf eine An­sprache, in welcher er sagte:

Der deutsche Kaiser ist von dem Wunsche beseelt, dem Volke der Vereinigten Staaten ein sichtbares Zeichen seiner dankbaren Erinnerung an die sympathische Aufnahme zu widmen, welche seinem Bruder, dem Prinzen Heinrich von Preußen, überall in Amerika zu teil geworden ist. Der würdigste Ausdruck erschien dem Kaiser das Standbild seines Ahnherrn Friedrichs des II. Ist dieser König doch der ge­wesen, welcher das Werden und Emporringen'der Vereinigten Stamm von Anbeginn an mit warmer Teilnahme begrünte und als erster Souverän nach dem Pari er Frieden im Jahre 1783 mit dem jungen Slaalenbunde einen Freundilkafts-'und Handelsvertrag schloß. Der Kaiser ist der Zuversicht, daß, so Gott will, das Denkmal ein dauerndes Wahrzeichen bleibt für den Fortbestand der freundschaftlichen Beziehungen, für die der große König den Grund gelegt hat. In dieser Stadt, gleich ausgezeichnet durch herrliche Schönheit wie durch die Fülle historischer Erinnerungen, führe ich hiermit den ehren­vollen Auftrag meines kaiserlichen jierrn aus und übergebe Ihnen, Herr Botschafter, daS Standbild Friedrichs des Großen.

"Set Botschafter Sped oon Sternburg hielt hierauf folgende Ansprache t

®err Präsident! Der herzliche, wahrhaft aufrichtige Wiäkammengruß, der dem Prinzen Heinrich von Preußen überall m den Vereinigten Staaten während seines Besuches im Februar 1902 zuteil wurde, hat einen tiefen, danernven St druck auf den deutschen Kaiser und das deut che Volk h-nterlaffen. Die Bürger der Vereinigten Staaten zeigten I ^'^fn Heinrich die wahre Art amerilanischer Gast- S »?^ ' "^ T " 'ri$ien' erhielt er einen Gruß, der 1 ^ nur von den Lippen kam, sondern der einen wahren,

Ivan Herzen kommenden Klang besaß. In den zahlreichen An­sprachen, m't denen der Prinz beehrt wurde, trat immer wieder der Name Friedrichs des Groß-n hervor. Es wurde betont, daß des Prinren Ab"e sich als ein treuer und aufrichtiger Frennd des Volkes genial habe, daS jetzt auf seinem Grund und Boden den Nachkommen begrüßte. Es wurde darauf hingewiesen, daß Friedrich der Große sich als Freund Amerikas erwies zu einer Zeit, als die junge Republick im Werden be­griffen war, vielen Stürmen und Gefahren trotzend. So war es dieser furchtlose Hobenzoller, der Vater Deutsch­lands, der den Grundstein legte, auf dem die Freundschaft beider Länder sicher ruhen konnte. Kaiser Wilhelm verfolgte mit lebhaftem Interesse die Reise seines Bruders in Amerika. Er war tief gerührt durch die Be­kundung unverhohlener Frenndfchaft und Zuneigung, die jede» Schritt des Prinzen kennzeichnete, der nach Deutschland zmück- kehrte als ein wahrer Dolmet'ch deS wahren amerikanischen Geistes. Um diesen Besuch, der unter so glücklichen Auspizien beendet war, in bleibender Erinnerung zu erhalten, berief Kaiser Wilhelm das Genie von Deutschlands berü'mtestem Bildhauer zur Schaffung eines Standbildes seines Ahnen. Dieses Standbild entsandte er über das Weltmeer als Freund» schaftsgabe für das amerikanische Volk. Wir sehen es jetzt vor uns auf dem Postament, von dem auS eS über die Männer wachen soll, die in dem prächtigen Gebäude, das sich bald auf diesem Boden erheben wird, in den Wissenschaften unterwiesen werden sollen, die das militärische Genie von Preußens Soldatenkönig zu so wunderbarer Vollkommenheit brächte. Möze der Geist dieses Helden die Männer, die die Stützen der zukünftigen Armee der Vereinigten Staaten bilde» sollen, mit Eigenschaften beseelen, die den eisernen Hohenzoller unter den Heerführern groß machten und die allein Heere mächtig und unbesiegbar machen! Herr Präsident! Auf Be­fehl des deutschen Kaisers babe ich die Ehre, Sie zu bitten, dieses Standbild entgegenmnehmen, als ein Zeichen der auf­richtigen Freundschaft Seiner Majestät und des deutschen Volkes für das amerikanische Volk.

Washington, 19. Nov. Die Ansprache deS Botschaf­ters Frhrn. Speck von Sternbwg erwidernd, dankte Präsident Rooicoelt für das Standbild in einer längeren Rede, in der er ausfübrte:Ich nehme die Gabe nicht nur als ein Denk­mal eines der größten Soldaten, fonbern ich nehme sie alS Denkmal eines großen Mannes entgegen, dessen Leben bem Dienste des großen Volkes gewidmet war, und dessen Taten die Ankunft des Tages bescheinigte, wo daS geeinte Deutschland ins Leben trat. Als Soldat gehört Friedrich der Große z« der sehr, sehr kleinen Gruppe, welche Alexander, Cäiar und Hannibal im Altertum, Napoleon und vielleicht Gustav Adolf in der Neuzeit umfaßt. Er gehörte dem altberühmten Hause der Hohenzollern an, das, nachdem es im Mittelalter eine kräftige und namhafte Rolle gespielt hatte, einige Männer ber- vorgebracht hatte, die wie ber große Kurfürst zu den berühm­testen Fürsten ihrer Zeit zählten, das königliche HauS Preußens gründeten und schließlich das mächtige deut'che Reich errichteten als eines der ersten unter den Weltmächten. Wir empfangen die Gabe aus den Händen des jetzigen Kaisers, der selbst ein Mann ist, der hervorragend beitrug zu dem Glänze seines großen Hauses und seines großen Volkes, ein Mann, der fein Leben der Wohlfahrt seines Volkes geweiht hat und der stets bereit ist, die Rechte seines Volkes zu verteidigen, und der auch nachdrücklich bargetan hat, daß er und sein Volk Friede und Freundschaft mit den anderen Völker« der Erde wollen. Die ganze Geschichte weist keinen anderen Heerführer auf, Hannibal allein ausgenommen, der so lanrt gegen eine so furchtbar« Ucbermacht ankämpfte; und während Hannibal schließlich unter­lag, errang Friedrich schließlich den Sieg. Die Erinnerung an den siebenjährigen Krieg wird fortdauern, so lange in den Menschen Liebe zum Heldentum lebt, und die Einzelheiten der Operationen werden studiert werben, so lange es einen Sol- baten gibt, der des NamenS Soldat würdig ist. Schwer ist zu erkennen, ob die Siege von Leuthen, von Prag, von Roß­bach, von Zorndorf mehr zu bewundern sind, oder die bitteren Kämpfe nach Kunersdorf, als der König, von der vereinten Macht Europas zu Boden geschlagen, sich wieder erhob und durch Geschicklichkeit und Hartnäckigkeit, Energie und Kühnheit, wie sie niemals vorher in einer Person vereinigt gesehen worden, schließlich aus der Niederlage sich zum Siege empor» ran9«^ ®on Friedrich des Großen Laufbahn lernen wir Strategie und Taktik, sowie Die Organisation des Erfolges. Immer werden die Bewunderer des menschlichen Heldentums die Ge­schichte seiner machtvollen Taten lesen; immer wird man feine persönliche Größe bewundern, seine unerschrockene Entschlossen» heil, den Weiib ick und die unwandelbare Taktik, womit er die vorgezeichnete Bahn verfolgte. Es ist hervorragend passend, daß das Standbild dieses eisernen Soldaten seinen Platz in Kieler Kriegsschule erhält, denn der Mann, in dem soldatisches Heldentum die höchste Vollendung erreichte, gehört nicht allein s-iner Nation an, sondern allen Nationen, die militärisch« Tugenden an den Tag zu legen und dämm zu würdigen wissen» Ä4 nehme dies Standbild aber auch als ein Sinnbild bet öanbe der Freundschaft und der Zuneigung an, die, wie ich vertraue, das deutsche und das amerikanische Vo'k immer enger verknüpfen werden. Awischen beiden Nationen besteht BlutsverwandtHaft. Wir Amerikaner sind gemischten Ur­sprungs. In unseren Adern rinnt Blut vieler Völker Europas. Seit dem Anfang unserer Geschichte spielen bie Männer deutscher Abstammung eine hervorragende Rolle in derselben. Unter den Führern des Reoo'.utionskrieges war General Mühlenberg ein Amerikaner deutscher Abstimmung. Unter den Ausländern, die uns zu Hilfe kamen, war einer ber hervorragendste« ber Deutsche Steuben. Ein anderer Mühlenberg war ber erste Sprecher des Repräsen antenhauses, und der Deutsche Herkomer war im Revolutionskriege der Sieger der Schlacht, welche der amerikanischen Sache das Mohawkial rettete. In unserer Volksgemeinichaft ist der Deutsche ein unschätzbares Element. Unter den heutigen Fest« teilnehmern, unter den anwesenden Offizieren deS Heere- und der flotte sind viele deutscher Abstammung ober in Deutschland geboren. Der Redner fuhr fort; »Der Aus unter bett