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Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf« gespaltkllePktttzeile oder deren Stimm, für Auswärts 15 Pfg»
im Neklammtheil dir Zeile 25 M^ für Auswärts 35 Pfg.
Deraunvortl. Redakteur: G. Schreck«« m Hanau.
Fernsprechanschluß Nr. 605*
DonnerZtaa den 2L Avril
Ferus-reckiansMuß Nr. 605
1904
Merzu
„Amtti^e »«laue" Nr. 6.
A^rttSches. Handelsregister.
Firma Hans Visstng in Hanau: Unter dieser Firma betreib! der Kaufmann Hans Bissing in Hanau, Leipzigerstraße Nr. 2, ein Handelsgeschäft als Einzel- faufmamt.
Hanau den 18. Avril 1904.
Königliches Amtsgericht 5. 7477
Handelsregister.
Firma Kilb & Thiele in Hanau: Unter dieser Firma ist mit dem Sitz zu Hanau eine offene Handelsgesellschaft errichtet worden, welche am 5. April 1904 begonnen hat. Gesellschafter sind:
1. Kaufmann Georg Kilb und
2. Kaufmann Robert Thiele, beide wohnhaft in Hanau.
Hanau den 19. April 1904.
Königliches Amtsgericht 5. 7476
Gefundene und verlorene Gegenstände rc.
^Gefunden: 1 weiße Kinder-Matrosenmütze mit der Bezeichnung „V cioria", 25 Arbeitsbücher (für männliche Ar» bener), 1 Seches Taschentuch (gez. K. K), 1 gelber Herren- Glacöhandschuh (rechter).
Verloren: 1 blau und weißgetup'ter Damen-Kravatten» Knoien - mit einer Brillantnadel, 1 silbernes Kettenarmband mit Anhänger.
Hanau den 21. April 1904.
Mus Stadt und £and.
Hanau, 21. April.
Seamtenpersonal-Nachricht en.
Ernannt: der Referendar Dr. Sattler zum Gerichts- affessor, der Rechtskandidat Robert Koh lrausch aus Hannover zum Referendar unter Ueberweisung an das Amtsgericht in Rinteln.
, Bestätigt: der zum Bürgermeister der Stadt Salmünster auf die Lauer von 12 Jahren gewählte Amtssekretär Schroer, der Oberleutnant der Landwehr v. Stieglitz zu Wiesbaden zum Bürgermeister der Stadt Soden, Kreis Schlüchtern, auf die Dauer von 12 Jahren.
Wiedcraufgenommen: der Rechtsanwalt Dr. Reuber als Gerichl-ass ssor in den Justizdienst.
Verliehen: dem Lehrer an der Königlichen Kunstgewerbe- und gewerblichen Zeichenichule zu Cassel Professor P l ü m er bei seinem Uebertritt in den Ruhestand der Roie Adlerorden 4. Klaffe, dem Rechnungsrat Koch in Cassel der Königliche Kronenorden 3. Klasse mit der Zahl 50, dem Landmesser Wo og e (bei der Spezialkommisston II in Marburg) eine etatsmäßige Vermessungsbeamtenstelle uno dem Hilfszeichner Lu ckhardt in Wiesbaden eine eia smäßige Zeichnerstelle, dem Königlichen Kreisbanin pektor, Baurat Loebell in Cassel der Charakier als Geheimer Baurat.
Pensioniert: der Kreisbauinspektor, Geh. Baurat Loebell in Cassel, der Generalkommiinousiekreiär, Rechnungsrat Koch in Cassel, der Ober-Postsekretär, Rechnung rat Bock in Gaffel unter Verleihung des Steten A^lcrordens 4. Klasse, die Ge- Bernhard in Gelnhausen und Langeheine a/F.
Historische Gedenktage.
21. April 742. Erste Kirchenversammlung in Deutschland, auf welcher Witla zum Bischof von Büraberg ernannt wurde.
21. April 1637. Wiederholte Reichsacht gegen Landgraf Wilhelm V. von Kaiser Ferdinand III. ausgesprochen.
* Versetzt. Dr. Lampe, Chemiker bei der Pulver- abnk zu Hanau, wurde mit dem 1. Mai d. J. zur Puloer- sabril Lpandau versetzt.
* Reichsbanknebensteste. Am 9. Mai d. J. wird Langendreer (Kreis Bochum) eine von der Reichsbank- steNs in Bochum abhängige Rcichsbanknebenstclle mit Kafien- «nnchiung und beschränktem Giroverkehr eröffnet und zugleich ^mächtig, werden, auch Wechsel auf Werne einzuriehen.
richiSvollzieher in Roienbucg
• Pfarrer Professor Dr. Scheer ^. In seinem 69. Lebensjahre verschied gestern nach schwerem Kranksein Herr Pfarrer Pros. Dr. Julius S ch e e r, Oberlehrer a. D. Weit über die Grenzen unseres Hanau hinaus wird die Kunde von dem Tode dieses trefflichen Mannes Teilnahme erwecken, denn neben der pflichtgemäßen treuen Ausübung seines Lehramtes stellte er seine Geisteskraft früh in den Dienst idealer Auf- goben, nahezu ein Bierteljahrbundert führte er das Vorstandsschiff des Hanauer Tierschutzvereins, der unter seiner Leitung sich zu einem hochgeachteten tonangebenden Glied des Verbandes Deutscher Tierschutzvereine entwickelte. Bis zu seinem leider zu früh erfolgten Ableben verfolgte er mit seltenem Idealismus, mit großer Energie das Ziel der Tierschutzvereine, den Gedanken vernünftigen Tierschutzes in die breiteren Waffen zu traen, ibn immer mehr und mehr zu vertiefen. Mit den vorzüglichsten Charakiereigenschaften ausgestattet, war der Verstorbene eine Persönlichkeit, die es verstand, sich einen weiten Freundeskreis zu erwerben, der dem Verblichenen imm-rdar ein ehrendes Andenken bewahren wird.
* Eine einztgartkqe Woblfahrtsetnrlchtung hofft man in unserer Provinz zum Gedächtnis deS Helden» fürften Philipp des Großmüligen ins Leben rufen und den ersten Grundstein dazu am 13. November d. I., dem 400« säbrigen Geburtstag Philipps, legen zu können. Zunächst soll, wie aus dem Aufruf im 2. Blatt hervorgeht, ein Asyl für arme unheilbare Kranke, denen die Familie und daS Krankenhaus u. s. w. keine dauernde Pflegrstick? zu bieten vermag, auf breiter Unterlage errichtet werden. DaSs'lbe soll neben den zweckmäßig einzuricktenden Unterkunftsräumen für die Kranken auch die erforderlichen Wirtichafis- und Garten- anlae« umfassen; es,U.deshalb von voruhfresir^marüßkres Kapital erforderlich, zu dessen Aufbringung jetzt umfassende Sammlungen in die Wege geleitet werden.
* Marktpreise. Im Monat März 1904 betrug in Hanau der Durchschnittspreis für 100 kg Weizen Mk. 17.50, Roggen Mk. 13.38, Gerste Mk. 15.38, Hafer Mk. 13.47, Erbsen (gelbe) zum Kochen Mk. 20.—, Speise- Bohnen (weiße) Mk. 24.50, Linsen Mk. 29.67, Eßkartoffeln Mk. 6.25, Ricktitroh Mk. 4.—, Krummstroh Mk. 3.46, Heu Mt. 6.39, Rindfleisch im Großhandel Mk. 123 —; Rindfleisch im Kleinhandel für 1 kg von der Keule Mk. 1.45, vorn Bauche Mk. 1.25, Schweinefleisch Mk. 1.50, Kalbfleisch Mk. 1.35, Hammelfleisch Mk. 1.33, Speck (geräuchert) Mk. 1.90, Eßbutter Mk. 2.39, Eier 1 Schock = 60 Stück 4.17 Mt.
* Ladenpreise. Im Monat März 1904 betrug in Hanau der Durchschnittspreis für 1 kg Mehl zur Speisebereitung Weizen 34 Pfg., Roggen 24 Pfg., Gersten-Graupe 44 Pfg., -Grütze 39 Pfg., Buchweizengrütze — Pfg., Hafergrütze 42 Pfg., Hirse 37 Pfg., Reis Java (mittlerer) 46 Pfg., Kaffee, Java-, mittlerer (roh) 2 Mk. 60 Pfg., gelber (in gebrannten Bohnen) 3 Mk. — Pfg., Speisesalz 19 Pfg., Schweineschmalz 1 Mk. 35 Pfa.
* Die nächste Hufschmiede-Prüfung findet hier am 18. Juni statt.
* Der evange!. Arbeiterverein-Hanau hielt am vergangenen Samstag in seinem Vereine lokale der „Brauerei Weismaniel" seine 'Hauptversammlung ab. Aus dem vom Schriftführer, Herrn Fischer, vorgelragenen Jahresberichte war erfreulicher Werfe eine ansehnliche Steigerung der Mit- gUederzahl zu ersehen. Der Ve»bands-Sterb'kafie gehören z. Z. 138 Personen an. Diese Kasse bezahlt beim Todesfalls eines M'tgliedes, bei einem wöchentlichen Beitrag von 5 Pfg, den Hinterbliebenen ein Sterbegeld von 100 Mk. aus. Seit Be- sieben dieser Kasse (1899) sind bis jetzt 1000 Mk. Sterbegelder an die Muglieder des eoangel. Arbeitervereins aus- bezahlt worden, was am besten die segensreiche Einridtung illustriert. Den sehr günflig lautenden Kafi-nbericht erstattete der Kaisterer Herr K o l b in auskährlicher Weise. Nach Entgegennahme des BerichtS der Rev soren wurde dem Kasfierer Entlastung erteilt. Auch die Leitung der Kohlenkafie ermattete einen Jahresbericht, aus welchem u. a. zu ersehen war, daß der jährt,che Umsatz derselben den ansehnlichen Betrag von rund 20 000 Mk. erreicht bat. Hierauf fand die Vorstandswahl statt. Der seiiheriqe 1. Vorsitzende, Herr Konrad HaaS, wmoe als solcher einstimmig wiedergewählt,die statutengemäß ausscheiden- den Vorstandsmitglieder Herren J. Fischer und H. Görke wurden wiedergewählt, neu gewählt wurden die Herren W. Kurz und Herold. Die Aemter des Fahnenträgers, jowir des Stellvertreters und d-r Beqleitmannschafien blieben fast unverändert, nur wurde für Herrn Schneider Herr Lamb als Fahnenjunker neu gewählt.
* Generalv-rsammlunq deS Kreditoren VereinS für Golv-, Silberwaren- «nd Uhren-Jndnstrie. Aus Pforzheim wird gesä rüden: H^r Dossier er» ftaitete den allgemeinen Jahresbericht, Hffm Drucklegung weqen der Menge der laufenden Geschäfte noch nicht möglich
gewesen. Der im Verein ausgesprochene genossenschaftliche Gedanke hat Fortsckritie gemacht, wenn auch die Mitgliederzahl von 614 auf 602 zurückgegangen ist. Doch ist das darauf zurückzusühren, daß nicht weniger als 10 Firmen allein hier im Laufe des Jahres eingegangen sind. Bon den Mitgliedern wohnen 349 in Pforzheim, 60 in Hanau, 48 in Gmünd und 145 an verschiedenen anderen Orten. Herr Handelskammerprästdent C. W. Meier, welcher im letzten Jahr sich bereitwillig und in aufopfernder Weise der Erledigung der Vereinsgeschäfte gewidmet, hat aus die angebotene Remuneration verzichtet, aber auch erklärt, daß er außer Stande sei, sich in diesem Jahr von neuem zur Verfügung zu stellen. Da die Keschäsie des Vereins nach Einzelfällen und Umfang sich ständig mehren, hat sich aber nötig erwiesen, daß ein Vorstandsmitglied sich täglich mehrere Stunden der Ver- einstätickeit widmet. Einstweilen soll ein Ersatz in der Art geschaffen werden, daß Herr Ph. Weöer, der Leiter der In- solvenzabteilung, VereinSprokura erhält und ihm eine Hilfskraft beigegeben wird. Redner schilderte eingehend, in wie verschiedenen Fällen die VereinSverwaltung oft in Anspruch genommen wird. Der Unterbietung an den Gold- und Fafionpreisen der Ketten- und der Ringbranche mit Erfolg zu steuern, wurden Konomi-onen zu bilden, leider vergeblich unternommen; da das Material oft versagte. Dagegm gelang es die Fabrikation von Doublekelten zu einer ab 31. Mai in Kraft tretenden Konvention zu vereinigen. Die Selbsthilfe dürfte sich auck hier bewähren. Die Versuche, in Ost- asten aeregelten Absatz zu erzielen, haben noch kein endgültiges Ergebnis gezeitigt, wenn auch schon einige Verkäufe erreicht wurden. Die Vereinbarung mit den beiden Trans- MiserAcheruvsSseseflichaftenjn. Mannheim und Frankfurt
M. hat sich als günstig erwiesen. Die Schadenfälle wurden kulant erledigt. Don Hanau kam eine An- "grmg, die Allskurfisabteilung der dortigen Gruppe Lichter zugänglich zu machen, doch wurde sie nicht zu einem Antrag verdichtet. Ueber die Tätigkeit der Auskunftei b»richtete H°rr Bankdirektor Kay'er, welcher konstatieren konnte, daß die Zahl d-r Anfragen im Jahre 1903 um 211 An- frasen auf 3922 gestiegen ist, von denen 2274 sich auf deutsche 316 auf österreichische, 1170 auf andere europäische und 162 auf eußereuroväiiche Firmen bezogen. Don Pforzheim liefen 2278, von Hanau 148, von Gmünd 328, aus d-r Uhrknbranche 549 und aus anderen Orten 619 Anfragen ein. Im ganzen haben 410 Mitgliedw die Auskunftei benützt, darunter 2 Prorzheimer Firmen mit 200 bezw. 194 Anfragen. Im Archiv befindet sich jetzt Auskunftsmaterial über 14 744 Firmen, welches sich seit 9 Jahren angesammelt hat. Die Auskunftsksmmilston, der kein aktiver Fabrikant mehr angehört, erledigte die Arbeit in 52 je wöchentlichen Sitzungen. Ueber die Jnsolvenzabteilung und ihre Tätigkeit berichtete Herr Ph. Weber. Danach waren bis Ende 1902 Konkurse im Betrage von 1514 716 Mark, Ende 1903 weitere im Betrage von 222 566 Mark erledigt, Liquidationen, Moratorien und Ausgleiche bis Ende 1903 im Belauf von 3 148 420 Mark (darunter im Berichtsjahr für 91 474 Mark). In Behandlung blieben Konkurs mit Forderungen von 229 424 Mk. und Liquidationen ulw. mit solchen von 1981753 Mark, sodaß in den 9 Jahren des Bestehens des Dereins Forderungen in der Höhe von 7 096 880 Mark notleidend geblieben sind. Aus- bezahlt wurden im Betriebsjahre an 1702 Beteiligte 483 607 Mark Quoten von Guthaben, im Jahre vorher an 2277 Beteiligte 383 134 Mark. Auch das Mahnverfahren wurde von den Mitgliedern vielfach in Anspruch genommen. Es konnten 113 Jnkasst mit 45 486 Mark eingezogen werden, 96 mit 54 846 Mark blieben in Behandlung. Den Kassen- bericht erstattete Herr A. Hilchmann; danach ist die finanzielle Lage des Dereins eine günstige und daS DereinS- vermögen, wie der Reservefonds gestiegen. Man konnte deshalb in Boranschlag von einer Erhöhung des Betrages trotz der gestiegenen Ausgaben für Saläre Abstaud nehmen. Huf einen Vorschlag des Herrn Fr. Behner wurde der Vereins- Vorstand noch ermächtigt, im Fall noch günstigerer Gestaltung her Kafieuverhältmfie, den Voranschlag in Bezug auf die persönliche» Ausgaben zu überschreiten. AlS Rechmmgsreoisoren wurden wiederum die Herren Emil Schmidt und Emil Zer» renner, Joh. Burkdardt und C. GUenmenger Beniner, Joh. Burkbardt und C. Eilenmenger wieder und die Herren Emil Zerrenner, H. Schmidt-Staub, W. Aßmns und Fritz Schofer neugewählt. Das Referat über die Notwendigkeit der Reform der ZahlungSweise hat Herr Bankier Rud. Brand schriftlich erstattet Nach einigen einleitenden Bemerkungen des Vorsitzenden, welcher die Schwierigkeit einer Regelung heroorhob und deshalb gleich betonte, daß es sich hier noch nicht um bindende Beschlüsse handeln könne, verlas Herr Bankdirektor Kayser den schriftlichen Bericht Brands, welcher die Gefährlichkeit der heutigen Regellosigkeit für Kredit-