Erstes Blatt.
nauer
Anzeiger
Bezugspreis:
Vierteljährlich 1,80 M., monatlich 60 Pigv l»r auswärtige Abonnenten mit dem betretenden Postaufschlag.
Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
Geruckt und verlegt in der Buchdruckern des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Grgm für AM- und Fanekreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Eiurückungsgebühr
Für Stadt- und Landkreis Hanau lUPsg. ou fünf' gespalteurPetitzeil« oder deren Raum, für Auswärts 12 Pfg.
im Reklameatheil die Zeile 26 Psg., für Auswärts 36 Psg.
Verautwortl. Nedakteur: <3. Schrecker in Hanau.
Zy, 194 FernsPrechansKIlkß Nr. 605.
»WM^M ^.i^^^iÄÄDLMWEMKSRWANM^M^^
Samstaa hen 20. An au st
Fernsprechanschluß Nr. 6o5.
1904
Amtliches.
Landkreis Ban au.
BekaiGmachMsim des Königl. Landratsamtes.
Die Herren Minister des Innern und der öffentlichen Arbeiten haben zur Bezeichnung der Kraftfahrzeuge im Regierungsbezirk Liegnitz die weiteren Erkennungsnummern K 2101 bis 2400 überwiesen.
Hanau den 18. August 1904.
Der Königliche Landrai.
V 5456 v. Beckerath^
Stadtkreis Hanau. , BelmmtmachunK des Oberbürgermeisieramtes.
Bekanntmachung.
Arbeitsuchende in der Zeit vom 13.—19. August 1904: t Schlosser,
1 Schuhmacher,
1 Knecht,
1 Packer,
2 Tagelöhner.
Hanau den 20. Auamt 1904.
■ Städtisches Arbeitsamt. 15145
Bus Ban au Stadt und Band
Hanau den 20, August.
Historische Gedenktage.
30, Artgttst 1593 wurde zu Cassel Friedrich von Saunt« bach von Heidenreich von Boineburg in fröhlicher Gesellschaft und in Folge eines Scherzes, der in Zank aus- artete, erstochen. Der Erstochene war der Bruder des Hofmeisters zu Marburg, Philipp Ludwig von Baumbach, welcher durch sein Verhältnis zu der Landgrästn Marie bekannt geworden ist, und gehörte einer Linie dieses Geschlechts an, welche im Jahre 1773 erloschen ist.
20, Attgltfi 1595 starb, fast 90 Jahre alt, der ehemalige Lehrer am Pädagogium zu Marburg, Philipp Pistorius aus Nidda, eigentlich Becker geheißen, ein Bruder des Superintendenten Pistorius zu Nidda, als Advokat am Hofgericht zu Marburg, der Letzte in Hess-n, welcher noch Luthers und MelanÄIbons Schüler gewesen war und bei der Einführung der Reformation in Hessen an seinem Teil mitgewirkt hatte.
20« Arkgutt 1*43 starb der Landkommentur der Ballei Hessen des deutschen Ordens zu Marburg, Damian Hugo Graf von SLönborn, Bischof zu Speier und zu Costnitz, auch seit 1715 Kardinal. Er war ein wohlwollender und milder Marin,? aber auf seine Kardinalswürde so stolz, daß er stets allein speiste, und nicht einmal seine Schwestern mit sich zu Tische sitzen ließ.
20« August 1768 starb Prinz Joseph von Hessen- Darm- stadt, Abt von Fulda und nachher Bischof von Augsburg, Sohn des Prinzen Philipp, der nebst seinen Brüdern zur katholischen Kirche übergegangen war.
20. August 1802 wurde zu PhilippZruh geboren Friedrich W i I b e i m , der letzte Kurfürst.
20. August 1815. Kapitulation der von den kurhessischen Truppen Myrten Citadelle von Sedan.
21. Anglist 1793 rühmliche Gefechte hessischer Jäger bei Jokum und Hondschoren in den Niederlanden gegen die Franzosen.
GesfenLitchs §Hmim der Stadtverordneten- wrfßmmhtng
vom 19. August 1904.
Anwesend die Herren: Küstner, Vorsteher - Stellvertreter; Ankamm, Baader, Eberhard, Förster, Dr.. Heraeus, Hepdt, Hoch, Hock, Jost jr., Kehl jr., Peteler, Reis, Schroeter, Steinbeuer, Stübing, Schwabe, Spatz, Voltz. Dr. Wagner, Dr. Wenke, Wohifarth und Woiff; vom Magistrat die Herren: Oberbürgermeister Dr. Gebeschus und Stadtbaurat Schmidt.
B i s m a r ck s ä u l e.
Vor Eintritt in die Beratung der Tagesordnung wird eine Einladung des Ausschusses für Errichtung einer Bismarcksäule in Hanau zur Kenntnis gebracht betreffs Teilnahme an der Feier der Grundsteinlegung zur Bismarckfäule am 4. September, nachmittags 4 Uhr.
Die heutige
' Die allgemeinen Bestimmungen für die Vergebung städtischer Arbeiten und
Lieferungen.
Nachdem in der Donnerstags-Sitzung die „Bedingungen für die Bewerbung um Arbeiten und Lieferungen" vorweg zur Beratung gekommen waren und in 8 3 noch der Erganzungs- passus „ausgeschlossen von der Vergebung sind Bewerber, welche die in Betracht kommenden Arbeiten ganz oder teilweise in Gefängnissen oder Strafanstalten berstellen lassen oder an Zwischenunteruebmcr weiter geben", Aufnahme gefunden hatte, wurde in der Freitags-Sitzung in die Beratung der „Allgemeinen Bestimmungen" eingetreten. Diese Bestimmungen umfassen 20 Paragraphen. Der von der Kommission ausge- arbeitete Entwurf wurde mit wenigen redaktionellen Aenderungen angenommen. — Bei § 10, welcher lautet, daß für die Ausführung der Arbeiten oder Lieferungen ausreichend bemessene Fristen unter Berücksichtigung der Lage des Marktes und der Arbeitsverhältnisse zu bewilligen seien, bemängelte Stadt». Hoch, daß bei der Vergebung der Schreinerarbeiten zum Theatcranbau eine zu kurze Lieferfrist angegeben' worden sei. Herr Oberbürgermeister Dr. GebeschuS erwiderte, daß nach Möglichkeit stets kurze Lieferfristen vermieden würden, die Ver- bältniffe aber manchmal dazu trieben, wenn, wie in belegtem Falle, zu späte Bewilligungen erfolgten.
P f l a st e r u n g. '
Beantragt wird die Bewilligung von 5000 Mk. für Pflasterung der Brückenstraße. Begründung des Magistrats: Mit dem Erwerb des ehemalig Rheinische» Anwesens Brücken- straße 2, 4, 6 wurde zugleich die Verbreiterung der Straße zwischen Hoipitalstraße und Bangert ins Auge gefaßt, zu welchem Zwecke später, von der.Ailtzgnauer Ber^chügungskasie ein Beitrag von 11 000 Mk. zur Verfügung gestellt wurde. Da das neue Gebäude am 1. Oktober dHJ?. bezogen werden soll, so ist der baldige Ausbau der genannten Siraßenstrecke
— zum Teil nur Umpflasterung — notwendig. Die Genehmigung wird erteilt.
N a ch b e w i l l i g u n g.
Es wurden gefordert 335 Mk. für die Herstellung von Grenzzaunen auf dem städtischen Grundstück Leimenstraße 22. Der Magistrat begründet den Antrag wie folgt: Nach Aussage der Vorbesitzerin deS städtischen Grundstücks Leimenstraße und der beiden Nachbarn sind die Grmrzäuns gemeinschaftlich unterhalten worden. Infolge der Schaffung des Durchganges, der den Kindern ungehinderten Zutritt zu den Nachbargärten verschafft, sind die an sich schon seLr baufälligen Zäune stark beschädigt worden und gewähren keinen Schutz mehr. Das Zweckmäßigste ist eine vollständige Erneuerung der Zäune, welche 330 und 340 Mk. kostet. Die beiden Nachbarn haben sich schriftlich bereit erklärt, ihre Zäune erneuern zu lasten, wenn ihnen die Hälfte der Kosten als städtischer Zuschuß gewährt wird; sie wollen dafür gleichzeitig die dauernde Unterhaltung der Zäune auf eigene Kosten übernehmen. Da die für die Schaffung deS Durchganges und sonstiger baulicher Ver- änderungen am Hause bewilligten Mittel aufgebraucht sind, so wird die Nachbewilliaung der erforderlichen Zuschüsse 165 + 170 = 335 Mark beantragt. Die Bewilligung erfolgt.
Beschaffung von Hartbasaltschrotten und Bereitstellung von 10000 Mk. hierfür. Berichterstatter Stadtv. Wohifarth befürwortet die Bewilligung der Forderung als Vorschuß für das Jahr 1905, damit die -Schratten, jetzt beschafft, bei Beginn der Notstandsarbeiten bereitstehen. Genehmigung erfolgt.
* Personalien. v. Siubnitz, Major im General- stabe der 21. Div., wurde in den Generalstab des 18. Armeekorps, Frhr. v. Ledebour (Arthur), Hauptmann im großen Generalüabe, in den Generalstab der 21. D-o. versetzt.
♦ Eine allgemeine Erhöhung der Lehrergehälter für die Lanoschullehrer des Regierungsbezirks Castel, oder auch nur der Landkreise, welche dem-Landkreis Castel noch nachstehen, ist sicherem Vernehmen nach, laut den „Nachrichten für Kurhessen", in der Kürze nichts zu erwarten. Doch steht die Königliche Regierung sehr wohlwollend den Bestrebungen gegenüber, die schreiendsten Mißslände allmählich zu beseitigen. In den Heineren Städten des Bezirks ist das Grnndaehalt meist auf 1200 Mk. festgesetzt worden. Die Königliche Regierung scheint zu wünschen, daß dies nachträglich in allen Schulverbänden gesihehe, die »icht schon über den Satz hinausgehen, und daß als Mindestsatz der «lters- zulagen 130 Mark allgemein angenommen werden. In die 1200 Mark Grundgehalt dürften natürlich nicht die Beträge mit einbegriffen sein, die als Vergütung für den Kirchendienst bestimmt worden sind, zumal da diese Vergütung überbau»: ummer umfasst außer dem Unterhaltunqs
nicht den billigsten Ansprüchen weder der betreffenden Lehrer noch auch der Kirche entspricht. Die kirchlichen Behörden werden sich mit der Frage der Vergütung für den Kirchendienst der Lehrer erneut und eingehend befassen müssen, damit die Schulstellen mit Kirchendienst in Zukunft nicht noch mehr gemieden werben, als eS bisher schon geschieht.
* Belohnungen für langjährige Irene Dienstzeit. Der Kreisausschluß hat aus den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln folgenden Dienstboten für laLgjährige treue Dienstzeit in ein und demselben landwirtschaftlichen Betriebe Belohnungen bewilligt: 1. Dienstknecht G-org Wilhelmi, seit 37 Jahren in Diensten der Familie Heinrich Baumann- Eichen 30 Mk., 2. der Haushälterin Anna Schäfer, seit 36 Jahren in Diensten des Gutspächters Hofmann in Nieder- dorselden 30 Mk., 3. der Dienstmagd Elisabeth W e tz c l, seit 15 Jahren in Diensten des Landwirts Kaspar Emmerick- Lanoendiebach 20 Mk., 4. der Dienstmagd Pelagia-Schöppner, seit 16 Fairen in Diensten des Landwirts Jobs. Eiesel IL' Wachenbuchen 20 Mk.
• Parolemustk im Schloßgarte». Die Kapelle des Jnf.°Regiments Hessen-Homburg Nr. 166 .spielt-morgen mittag im Schloßgarten folgende Stücke: 1) „Orientalischer Marsch" von O. Kockerl; 2) Ouvertüre z. Märchenspiel „Fes- dsra" von C. Glaßmann; 3) „Glückskind«", Walzer von W. Aletter; 4) „Kroßvalers Traum", Solo für Bariton, nen F. Ssbathil; 5) „Hochzeits-Pstpourri" von A. Reckling.
* Der Bsrschöuerungsvereku hat im Jagen 103 der großen Butan hinter der Pulverfabrik den nach Neuwirts- Haus abzweigenden Weg kurz vorher, wo er an den Drahtzaun stößt, im Jagen 93 und links um die Umzäunung führt, auf 1,50 Meter verbreitert. Dieser Weg führt an die Beruhn- Buche bis zur Schneite im Jagen 93/83, woselbst zwei Bänke errichtet fiiib mit Blick auf die Schlangenbucke, weiter um die BismarckEiche im Jagen 83 an der Schneise 74/83, woselbst eine Rosenbank errichtet ist. Ferner wurde oom Verschönerungs- oeretn von der Wolfgangsallee abzweigend im Jagen 89 ein neuer, 1,50 Meter breiter Weg zur Kaifer-Eiche, an der auch eine Bank ausgestellt wurde, geführt. Dieser Weg führt im Bogen wieder zur Wolfgangsallee zurück und ist an beiden Punkten durch Wegweiser bezeichnet; auch sind an sämtlichen angegebenen Bäumen orientierende Schilbchen angebracht.
* Gin eigenartiges Vergnügen steht unsern Kinderwelt für morgen Sonntag bevor. Onkel „Knesebeck", wie der Allerwelismann Herr Schellhase mit feinem Kunstnamen genannt wird, gibt im Eiabl. Kaiferhof eine feiner beliebten Vorstellungen. Wir lesen über eine solche im „Königshütter Tageblatt". Eine n^cht zu unterschätzende Kunst ist es auf alle Fälle, weit über Tausend Kinder und ebensoviel Erwachsene durch, mehrere Stunden so vortrefflich zu unterhalten und zu amüsieren, daß der Jubel kein Ende nehmen wollte. Pünkilich zu Beginn des Festes erschien die -Sonne auf dem Plane, um sich nicht nubr von dem griesgrämigen Regengoir vertreiben zu lassen. Unter den Klängen der.Stimmigen Gruben-Kapelle setzte sich der Festzug, voran Onkel Knesebeck im phantastischen Kostüm, in Bewegung. Die kleinen Teilnehmer waren sämtlich mit den Gratis-Mütze« behauptet, die Spitze des Zuges trug einen Blumenbaldachin. Mb nun jagte die eine Vcranstallunz die andere, Topsschlazen, Knotenkauen, Wettrennen bis sich wieder Regen einstellte, den in munteren Scharen in Gestalt eines Bonbonregens mit Heller Freude begrüßte. Damit auch die „Alte»" nicht leer ausginzen, verzapfte Herr Schellhase mehrere Rouglets, zeigte sich als der vorzügliche Direktor eines Zaubertheaters. Ein Luftballon wurde losgelasien und als die Dunkelheit herangebrochen war, bildete eine Fackel-Polonaise den Schluß deS originellen Festes, nachdem Onkel Knesebeck vorher auf den Kaiser und sein Haus ferner auf die Angehörigen der Kinder und letztere auf ihren maitre de plaisir ein dreifaches Hoch ausgebracht hatten. — Aus dem ganzen Verlauf des Festes geht zur Genüge hervor, daß es unter Umständen ein leichtes ist, unseren Kindern eine Freude zu bereiten, man muß es nur verstehen.
* Sommert fester. Das Lustspiel „O diese Männer", welches am Mittwoch beim Benefiz der Frau Kraus durch- schlaeenden Eriolg erzielte, wirb heute abend nochmals bei ermäßigten Preisen gegeben; Morgen nachmittag 4 Uhr bei kleinen Preisen „Der verwunschene Prinz" und abends zu-n a ersten Male das neue oberbayerische Volkrstick „Der Dorf- plarrer", welches in München ichon über 100 Aufführungen erlcbie und das neueste Repertoirsiück des Schlierseer Bauern- ttttierS ist. Dan Besuch dar Ssrstevnnzeii t^nen ^,r bestens empfehlen. _ „.,, . .
* Kurort Wilh-lmsbad. von 4 Uhr ab findet zu ^ZwZZZj Assen Konzert der Kabeüe des 3»r- - * Homburg Nr. 166 statt.
mit 14 Seiten.