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Erstes Blatt.

Mauer U Anzeiger

ivezrrgSPrelSr

Vierteljährlich 1,80 M., monatlich 60 Pfg., für au», wattige ALonnmten mit dem betreffenden Postaufschlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Gedruckt und verlegt in der Buchdrucker« des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für ÄM- und Landkreis Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Eiurückuugsgebühr

Für Stadt- und Landkreis Hanau IVPfg. die fünf» gesxgltenePetitzeile oder deren Raum, für Auswärts 1b Pfg., im Reklamenchril die Zeile 25 Pfg^ für Auswärts 35 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: G. Schrecker m Hanau.

Nr. 245

FernsprechanMuß Nr. 605.

MMmoÄ den 19. Oktober

Fernsprechanschluß Nr. 605.

1904

Amtliches.

Stadtkreis Öanau.

Betasintmüchunssm des Oberbürgermeisteramtes.

Bekaetrrtmachmrg.

Am 27. Oktober d. J. wird, wie in den Vorjahren, zwecks Veranlagung der Einkommensteuer für das Steuerjahr 1905 eine allgemeine

Aufnahme des Personenstandes in hiesiger Stadt vorgenommen werden. Zu diesem Zwecke werden jedem Hausbesitzer oder dessen Stellvertreter schon mehrere Tage vorher die erforderlichen Hauslisten eingehändigt werden, um deren genaue und gewissenhafte Ausfüllung hinsichtlich sämtlicher in dem betreffenden Hause nebst Zu­behör wohnenden Personen nach dem Stande vom 27. Oktober d. I. ersucht wird. Personen, die an diesem Tage ihren Umzug beendet haben, gehören zu den Be­wohnern des neuen Hauses. Ich bitte, auf richtige und deutliche Schrift der Namen zu achten und bei allen Eintragungen besondere Sorgfalt auf die Angabe von Stand und Gewerbe zu verwenden, also überall die Art des Berufs namentlich auch, ob selbständig, Gehilfe, Lehr­ling u. s. w. ersichtlich zu machen. Auch ein etwaiger Beruf der Ehefrau und Kinder über 14 Jahre ist anzugeben, die EintragungSohn, Tochter, Nichte u. s. w." genügt in solchen Fällen nicht. Bei steuerpflichtigen Personen unter Vor­mundschaft^ auch bei Kindern mit Vermögen, ist die Angabe des gesetzlichen Vertreters erwünscht.

Unter Hinweis auf die auf den Hauslisten abgedruckten Bestimmungen bitte ich die Beteiligten sowohl im eigenen Ju- teresse, als auch zur Förderung der Sache dahin zu wirken, daß am Morgen des 28. Oktober die vollstän­digen Hanslisten in derjenigen Wohnung zur Abholung bereit liegen, in welcher sie bei der Ausgabe abgegeben wurden.

Hanau den 1*7. Oktober 1904.

Der Oberbürgermeister.

Dr. Gebeschus. 19569

Bekanntmachung.

Der Bodenraum über der Maschinenhalle in der Sandei­mühle, 140 qm groß, ist vom 1. Januar 1905 ab zu ver­mieten.

Hanau den 14. Oktober 1904.

Der Magistrat.

J. A.: Wagner. 19443

Bekanntmachung.

Die städtische Schuldeputation beabsichtigt, jungen schul­entlassenen Mädchen im Laufe des Winters Gelegenheit zur Erlernung des Wäsche-Bügelns zu geben/

Junge Mädchen, welche gewillt sind, an einem Bügel­kursus teilzunehmen, wollen sich bis zum 1. November bei Herrn Rektor U m b a ch (2. Bezirksschule am Johanneskirch- Platz) in der Zeit von 1012 Uhr vormittags anmelden.

Hanau den 18. Oktober 1904.

Der Stadtschulinspektor.

Lorenz. 19601

GemÄicht Fartdilktnigssthtilt.

Bekanntmachung.

Die Lehrherren der in die gewerbl. Fortbildungsschule neu entgetretenen Lehrlinge mache ich darauf aufmerksam, daß die

Arbeitgeber verpflichtet sind, ihre fortbildungsschul- K^t'gen Lehrlinge auch bei dem Städt. Meldeamt (Stadt- scluof!) mittelst her zu diesem Zwecke vorgeschriebenen Formulare anzumelden. Beim Austritt aus der Schule sind die Lehrlinge ebenda abzumelden. Diejenigen Lehrherren, welche ihre schul- pflichtigen -^rhnge bis letzt noch nicht angemeldet haben, er» A die Anmeldung bis spätestens Donners tag den 20. d. Mts. zu bewirken.

Hanau den 17. Oktober 1904.

Der Direktor.

Köpke. 19510 Gefundene und Halmuc Gegenstände n.

. Auf dem Marktplatz stehen geblieben: 1 Handkorb MU Inhalt; abzuholen bei der Armenverwaltung.

Hanau den 19. Oktober 1904.

Aus hanau Stadt und Cand.

Hanau den 19. Oktober.

Historische Gedenktage.

19» Oktbr. 1650 wurde geboren einer der vielen Alchymisten und Goldmacher, welche auch Hessen noch im 18. Jahr­hundert gehabt hat, und von denen wenigstens eins der ausgezeichneteren Exemplare in einer hessischen Chronik nicht fehlen darf: Nicolaus von Harthausen, ein Sohn des Vizekanzlers von Harthausen zu Cassel und Bruder des Superintendenten von Harthausen zu Allendorf, Re- gierungsrat zu Cassel, später aber in Allendorf bei seinem Bruder privatisierend und die Goldmacherkunst bis an sein Ende (12. Juni 1727) über dreißig Jahre lang eifrig betreibend.

19. Oktbr. 1800 starb zu Gießen der Regierungsrat Rena- tus Karl Freiherr von Senkenberg, bekannt als Gelehrter (z. B. als Fortsetzer der Häberlin'schen Reichsgeschichie), und berühmt durch das Vermächtnis seiner ausgezeichneten Bibliothek an die Universität Gießen, 49 Jahre alt. Er war ein Sohn des Reichshofrats Freiherrn von Senken­berg unb ein Neffe des Gründers des Senkenberg'schen Instituts zu Frankfurt a. M.

» Halbmast geflaggt haben am heutigen Tage der Beisetzung des Heimgegangenen Königs von Sachsen die Reichs« und Staatsdienstgebäude.

* NeichsbanknebensteAe. Am 4. Nov-mber d. J. wird in H a y n a u (Schlesien) eine von der Neichsbankneben- stelle in Liegnitz abhängige Reichsbanknebenstellemit Kassenein- richtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden.

* Der Sprechverkehr von Hanau ist auf Leitgen« Brunn, Villbach, Waldensberg (je 25 Pfg.) und St. Johann- Saarbrücken (1 Mk.) ausgedehnt worden.

* Königl. Vezirkskommando Hanau. Versetzt: Eltester, Major z. D. und Bezirksoffizier beim Landwehr- Bezirk Hanau, zum Landwehr-Bezirk Höchst (Meldeamt Hom­burg v. d. H.); zum Bezirksoffizier ernannt unter Stellung zur Disposition mit der gesetzlichen Pension Gold wann, Hauptmann und Komp.-Chef im 87. Jnf.-Regt., beim Land­wehrbezirk Hanau.

* Versetzt, v. Heydebrand u. der Lasa, Haupt- mann und Komp.-Chef in der Schutziruxpe für Südwestafrika, aus derselben ausgeschieden und im Jnf.-Regt. Hessen-Homburg Nr. 166 angestellt.

* Der Verkehr aus der Freigerichter Bahn war am Sonntag ein recht lebhafter. Von Somborn aus mußten in der Richtung nach Langenselbold zwei Extrazüge befördert werden, um den Personenverkehr zu bewältigen. Auch auf der Strecke Gelnhausen-Somborn war der Verkehr ein reger.

* Die hessischen Kornhäuser. In der letzten Vor- standssitzung der Landwirtschaftzkammer wurden u. a. auch die Erlasse des Herrn Oberpräsidenten, welche die Weiterverpach« tung der Kornhäuser Hofgeismar, Hoheneiche, Zierenberg und Cassel, sowie den Verkauf des Kornhauses Hanau an die Kornhausgenossenschaft Hanau betreffen, zur Kenntnis ge­nommen. Der Jahresbericht des Verbandes Raiffeisenscher Genossenschaften gibt näheren Aufschluß über die Neuverpach- tunaen der Kornhäuser. Da die Königl. Eisenbahndirettion erklärte, daß sie den Grund und Boden, auf dem die Gebäude errichtet sind, wegen eventueller Vergrößerung der betreffenden Bahnhofsanlagen nicht veräußern könne, blieb nur der Weg der Weiterverpachtung an die Genossenschaften, und zwar wurden Verträge mit der Kornhausgenossenschaft Hoheneiche auf 20 Jahre, Zierenberg auf 15 Jahre, Hofgeismar auf 10 Jahre fest ab­geschlossen, wohingegen der seitherige Vertrag mit der Korn« Hausgenossenschaft Cassel auf unbestimmte Zeit mit beider­seitiger einjähriger Kündigungsfrist verlängert wurde. Das Kornhaus Hanau ist der Kornhausgenossenschaft käuflich über­lassen worden. Ueber die Bedingungen der neuen Pachtver­träge mit Hoheneiche, Zierenberg und Hofgeismar ist zu er­wähnen, daß die Maschinen mit einer Abschreibung von 50 Proz. vom Gestehungswert in das Eigentum der Genossen­schaften übergegangen sind und der durchschnittliche Mietzins ungefäbr 4'/- Prozent vom Gestehungswert beträgt.

* Stadttheater. Auf das heute neu einstudiert in Szene gehende Werk Sudermauns:Io h a nu is f e u e r" sei normal8 besonders hingewiesen. Es ist unnötig, auf dieses prächtige Schauspiel des bekannten Dichters cinzügehen, da dasselbe auch hier, wie überall, das höchste Interesse des Pub­likums erweckt hat. Die Besetzung der Hauptrollen ist wie folgt:Vogelreuter" Herr Fink;VogelreuterS Frau" Frl. I i r s a k;Trübe" Frl. U r b a n ;Georg" Herr M e r k«r:Marikka" Frl. H c l l i o t;Werzkalnenc" Frau

Wehn;Haffke" Herr Schneider undPlötz" Herr Römer. Die Regie fährt Herr Oberregisseur Z e i tz.

* Sumfer-Konzert. Wir weisen an dieser Stelle nochmals darauf hin, daß dasSumser-Konzert" morgen Donnerstag abend präzis 7Ui Uhr beginnt.

** Rußland und Japan. (V o l k s v o r l e s u u g.) Bei dem schauerlichen Ringen der beiden Völker auf dem blut­getränkten Boden der Mandschurei, das jeden fühlenden Menschen mit Grauen und Entsetzen erfüllen muß, durfte der gestrige Vortrag des Herrn Dr. Hohenemser-Frankfurt ein besonderes Interesse beanspruchen, das sich denn auch in der dichten Besetzung des Stadttheaters funblat. Einleitend ver­glich Redner die Größenverhältnisse Japans und Deutschlands. Der Flächeninhalt Japans beträgt etwa */s von demjenigen Deutschlands, während seine Bevölkerungszahl annähernd die gleiche ist. Japan ist also nach unseren Begriffen übervölkert. Bei seiner vulkanischen Bobenbeschaffenheit werden vorwiegend seine langgestreckten Küsten in Zeiträumen von 1518 Jahren von zerstörenden Erdbeben heimgesucht, daneben zwingt der oft mit fürchterlicher Gewalt über jene Meere hereinbrechende Taifun die Bevölkerung zum Kampf mit der Natur. Die Religion der Japaner ist der Buddhismus und die Ahnen­verehrung. Die buddhistische Lehre verbietet das Töten der Tiere, deshalb ist der Japaner vorwiegend Vegetarianer. Der Hauptnahrungszweig sind Reis und Fische, daher beruht der Wohlstand des Landes hauptsächlich auf einer guten Reis- ernte. Japans Fischreichtum ist groß, allein in feinen Binnen­gewässern zählt man 600 Arten, ihre Fischereiflottille zählt etwa 250 000 Mann Besatzung, während diejenige Deutsch­lands nur aus 50000 Mann besteht. Nach näheren Dar­legungen über die geschichtliche Entwickelung, die über 2500 Jahre alte Dynastie Japans und seinen ungeheuren kulturellen Aufschwung in wenigen Jahrzehnten kam Redner auf die Ursachen des gegenwärtigen Krieges zu sprechen. Japans Bevölkerung vermehrt sich um rund 600 000 Seelen jährlich, es braucht neue Länder zur Aufnahme feiner überschüssigen Bevölkerung, und da ist es natürlich, das es sein Augenmerk auf das nahegelegene Korea und die Mandschurei mit ihrer schwachen Bevölkerung und ihren Schatteufürsten richtete. An einegelbe Gefahr" glaubt Redner nur in politischer Hinsicht, industrielle Nachteile werde sie nicht im Gefolge haben. Da­gegen werde sich nach einem endgültigen Siege Japans die mongolische Rasse, die fast die Hälfte der Bevölkerung der Erde ausmacht, zu einem Bündnis gegen alle andern Mächte zusammenschließen. Reicher Beifall lohnte den Redner für seinen interessanten Vortrag.

* Der nachbarliche Kater. Die Katze des Metall­schleifers I. zu Kesselstadt wußte sich dadurch ein leckeres Mahl zu bereiten, daß sie die jungen Hühnchen des Nachbars, Bäckermeisters I., verspeiste. Dem Bäckermeister wurde die Liebhaberei des nachbarlichen Katers zu kostspielig und als dieser eines Morgens wieder auf dem Hühnerstalle saß und ungeduldig auf das Erscheinen der Küchlein wartete, sandte ihm der Bäckermeister mit einem Gewehre eine Portion Schrot auf den Pelz. Obwohl dem lüsternen Kater durch diesen un­freundlichen Gruß begreiflicherweise aller Appetit auf junge Hühnchen verging und er schleunigst die Flucht ergriff, hatte er doch einige Löcher in den Pelz erhalten und obendrein die Sehkraft auf einem Auge eingebüßt. Diese Selbsthilfe hat dem Bäckermeister eine Anklage wegen Sachbeschädigung und wegen Schießens an bewohnten Orten eingetragen, denn der Besitzer hat Strafantrag gestellt, weniger wegen der Katze, sondern wegen des Schießens, durch das Personen gefährdet worden seien. Das Schöffengericht erkannte in seiner gestrigen Sitzung unter Berücksichtigung des räuberischen Verhaltens des Katers auf die geringste zulässige Geldstrafe von 3 Mk. gegen den Bäckermeister.

)( Der Verein ^Einigikeit^^ hält Sonntag den 23. Oktober 1904 in den Sälenzum Schwanen" in Kesselstadt seinen diesjährigen Herbstausflug ab. Der Verein hat für seine Gäste eine angenehme Unterhaltung vorgesehen, das Pro­gramm verzeichnet Musik- und Gesangsvorträge, Kouplets rc., selbstverständlich ist auch für ausgiebige Tauzgelegenheit gesorgt.

* Stiftungsfest. Am Sonntag den 23. Oktober feiert die GesellschaftHeilerer Bund" ihr 12. Stiftungsfest in den Sälenzur Harmonie". Wir hatten schon oft Gelegenheit ben Veranstaltungen desHeiteren Bundes" beizuwohnen und dabei gefunden, daß an Unterhaltung stets schönes geooten wurde, infolgedessen wir genannter Gesellschaft auch zum Stiftungsfeste ein recht volles HauS wünschen. .,,,..._

* Vermißt wird der schon etivas d-tagle _ ^

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Leid angetan haben könnte.