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wartige Abonnenten mit dem betreffenden Postmffchlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
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Genergi-Nuzriger
ELruckt mw verlegt in der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
Milidlts AM h Stadt- M Landkreis Kam«.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feier tage, mit belletristischer Beilage.
Einrückungsgebühr
Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf« gespaltensPetitzelle oder deren Raum, für Auswärts ISHfg., M Neklawentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.
Derantwortl. Redakteur; ®. Schreckte in Hanau,
M 219
Ferusprechanschluß Nr. 605
Morltag den 19. Sevtember
FemspreLmfchlnß Nr. 605.
1904
Amtliches.
Stadtkreis Dauaw
MamltmMWM des Oberbürgermeisters BKksrmtmachWW.
Die Abprztz- imb Arrstrsichsrarbettörr an 2 Gebäuden Nordstraße 82 (sog. Sandelmühle) sollen öffentlich in einem Los verdungen werden. Die Verdingungsunterlagen sind im Stadtbauamt J, Zimmer Nr. 17, in den Sprechstunden einzusehen und von dort zu beziehen.
i Der Berdingungstermin findet Mittwoch den 91. d. Mts., vormittags 11 Uhr, im Beisein etwa erschienener Bewerber im vorgenannten Zimmer statt, wohin die Angebote versiegelt, mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zu dem genannten Zeitpunkt einzureichen sind.
Hanau den 15. September 1904.
Das Stadtbauamt.
Schmidt.
17091
Gesunkene und verlorene Gegenstände k.
Gefunden: Auf dem Wege nach Wilhelmsbad 1 Schlüssel; abzuhoken Linden straße 4 im Schuhgeschäft. Hanau den 19. September 1904.
' Bus ßanau Stadt und Cand,
HsrttM den 14. September.
Historische Gedenktage.
19* Srpthr. 1631 erlangte Hessen - Darmstadt die Appella- ssonsbefreiuno. bis auf 1000 Goldgulden.
19. Septbr. 3710 starb Johann Nikolaus Hert, Kanzler der Universuät Gießen, 61 Jahre alt, ein damals berühmter Lehrer des Staatsrechts.
19. Septbr. 1731 starb der Professor der Jurisprudenz zu Marburg, Cornelius van der Velde, 61 Jahre alt, gebürtig aus Hanau.
Jg. Mehr Licht. Unsere Hauswirte seien angesichts der setzt länger werdenden Abende an die ihnen obliegende Pflicht der Flur- und Treppenbeleuchtung erinnert. Das Gesetz schreibt eine solche ausreichende Beleuchtung bis zur Schließung der Häuser, jedenfalls aber bis 10 Uhr abends vor. Die Vernachlässigung dieser Pflicht kann, wenn sie Menschenleben in Gefahr bringt und Unglücksfälle herbeiführt, schwere Folgen für den Hausbesitzer nach sich ziehen und zwar außer hoher Geld- und Gefängnisstrafe auch noch Schadenersatz an den Betroffenen.
* JubMttMsfsier. Die Feier des 80jährigen Amtsjubiläums des Herrn Superintendenten S o p p, die nach dem ursprünglichen Plane heute durch einen Gottesdienst in der Marienkirche festlich begangen werden sollte, konnte mit Rücksicht auf die Gesundheit des verehrten Herrn Jubilars nur in aller Stille gehalten werden. Am vergangenen Samstag, am 17. d. Mts., am Jahrestage seiner Ordination, kam Herr General-Superintendent Pfeiffer von Cassel, um dem Herrn Jubilar persönlich seine Glückwünsche auszusprechen. Er überbrachte ihm den von Sr. Majestät dem Könige verliehenen Kronenorben 3. Klasse mit der Zahl 50 und ein Glückwunschschreiben des Königlichen Konsistoriums, in welchem die unermüdliche und erfolgreiche Amtstätigkeit als Pfarrer und Superintendent die vollste Anerkennung fand und besonders die verdienstvolle Gründung und langjährige Leitung des D i a k o n i s s e n h e i m s in reichstem Maße gewürdigt wurde. Nach einem herzlichen Dankgebet des Herrn General-Superintendenten überbrachlen die Herren Pfarrer Goebels und Wohlfahrt die Glückwünsche des P r c s b y t e r i u m 8 der Marienkirche mit dem herzlichsten Dank für alles, was der Herr Jubilar in seiner 40jährigen Amtstätigkeit in der Gemeinde gewirkt hatte. Als ein Zeichen der Verehrung und Dankbarkeit wurde ihm dabei die Summe von 1800 Mark in einer künstlerisch ausgestatteten Mappe, die zugleich die Namen der Spender enthielt, übergeben mit der Bitte, dieselbe zur Erinnerung an den Jubiläumstag für eine wohltätige Stiftung zu verwenden. Hierauf überreichte Herr Pfarrer S o p p aus Roßdorf, Mitglied des Diözesanvorstandes, im Namen der D i ö z e s an - G e i stl i ch e n die beiden Plockpreß'schen Aquarell-Gravuren in Goldrahmen „Herr bleibe Bei uns" und „Maria und Martha" mit dem herzlichen Wunsche, daß sich der Herr Jubilar noch recht lange an dem Anblick der beiden schönen Silber erfreuen möge. Tief ergriffen dankte der Herr- Jubilar für all die Zeichen der Liebe und Anerkennung, die ihm dargebracht wurden und bedauerte, daß er nicht alle, die
denn rasch holte es zu einem kräftigen Stoß gegen die Erkerscheibe aus, die klirrend ihre „Niederlage" quittierte. Das Schaf, ein Opfer einer viel belachten optischen Täuschung, lief „beschämt" zu seiner Herde zurück.
B. Ein hübsches Stückchen, für das unser Gewährsmann sich voll verbürgt und das die vielverulkte Vergeßlichkeit der Professoren in den Schatten stellt, passierte dieser Tage in unterem Nachbardörfchen Butterstadt einem „Ver- schönerungsrat" der Umgegend. Kommt dieser, gewohnheits- gemäß, vergangene Woche dorthin um die männlichen Ein- wobner von den rauhen Seiten des Gesichts zu befreien. Wer beschreibt aber sein Erstaunen, als er bei dem ersten Kunden bemerkt, daß er seine Rasiermesser zu Hause gelassen hatte, doch unser Freund wußte bald Rat. Schnell war ein von einem Schmied der alten Zunft (nebenbei bemerkt ein Meister in seinem Fach) kunstgerecht Hergestellies Messer zur Hand und nun konnte er seine Arbeit beginnen. Aber fragt mich nur nicht wie. Bis auf einige Tränen und schmerzhafte GesichtS- zuckungen ging das Geschäft leidlich von flatten, nur einem, der sich schon oft über die schlechtgeschliffeum Messer beschwerte, fiel dies heute besonders auf und er machte seinen Schmerzen mit den Worten Luft: „Ich hob der schon oft gesaat, schleif der doch da Messer emsk, aber immer vergewens, heut es wirrer emol net zum aushale." — Unser Meister soll sehr mißvergnügt den Heimweg angetreten und seine Vergeßlichkeit^ verwünscht haben. — Ein warnendes Beispiel für vergeßliche Geschäftsleute.
-£- Brairsreibesichtigung. Der Ortsverein Hanau des Verbandes deutscher Buchdrucker vereinigte gestern vormittag seine Mitglieder zu einer Bestätigung der Bierbrauerei- Anlage des Hosbrauhauses Hanau, vorm. G. Ph. Nicolay. Die Teilnehmer wurden am Eingang des Etablissements von den Herren Braumeister A b r i ch und Expedienten T r a x e l empfangen und durch sämtliche Räume geleitet, wobei die beiden Herren den Werdegang des Bieres nur das eingehendste er- kiärun. Die interessante Besichtigung nahm iVs Stunden in Anspruch. Nach Beendigung derselben wurden die Teilnehmer im Aufträge der Direktion zu einer kleinen Bierprobe einge- laden und noch auf eine weitere Stunde zusammengehalten. Diese Exkursion bot viel des Interessanten und Lehrreichen und sei auch an dieser Stelle der Direktion für das freundliche Entgegenkommen und die Bewirtung, sowie den beiden obeu- genannten Herren für die sehr sachliche Erklärung der herzlichste Dank der Teilnehmer ausgesprochen.
* Klub „Amiettia". Am 15. Oktober d. J. feiert der Klub „Amicitia" sein 7. Stiftungsfest in den Sälen der „Enmalhalle". Wir hatten schon öfters Gelegenheit, den Festen dieses Klubs beizuwohnen und dabei gefunden, daß an Unterhaltung stets Genügendes geboten wurde. Wie wir hören, wird schon tüchtig geprobt, damit der Abend gegenüber den früheren nicht zurückstcht, besonders ist wieder ein schönes Singspiel auf dem Programm verzeichnet, es soll sogar ein Mehrakter sein. Aber nicht nur allein das Erwähnte, vielmehr auch Couplets, Dmtte und sonstiges schreibt das Programm vor. Es ist jedoch unnötig, wenn wir jetzt schon alles verraten und behalten wir uns deshalb vor, später nochmals darauf zurückzukommen. Eine Liste befindet sich im Umlauf, auch sind Karten in der Papierhandlung von Herrn Ludwig Speitel, Allst. Markt, erhältlich.
seiner so freundlich gedachten, persönlich empfangen könne. Deshalb hatten auch viele Verehrer und Freunde ihre Glückwünsche schriftlich und telegraphisch übermittelt. Herr Konsistorial-Präfident von Altenbockum, die städtischen Behörden, der Vorstand des hessischen Diakonissenbauses, das Vorsteheramt des ver. ev. Waisenhauses, der Vorstand des Vaterländischen Frauenvereins u. a. hatten besondere Gratula- tionsschreiben zu der Feier übersandt. Auch im gestrigen Morgengottesdienst in der Marienkirche wurde des Herrn Jubilars und seiner reichgesequeten Wirksamkeit in hiesiger Stadt gedacht und demselben ein freundlicher Lebensabend nach all der Mühe und Arbeit seines langjährigen Tagewerks erbeten.
* Begräbnis. Eine zahlreiche Trauerversammlung hatte sich am Samstag nachmittag auf dem Friedhof eingefundeir, um dm irdischen Resten unseres verstorbenen Ehrenbürgers und früheren Vizebürgermeisters Wilhelm Heraeus sen. die letzte Ehre zu erweisen. Auf den Wunsch des Entschlafenen war die Leiche im Krematorium eingeätchert worden und am Samstag wurde daher nur noch seine Asche der geweihtsu Erde übergeben. Herr Pfarrer N e ß l e r hielt die Grabrede. Er feierte den Entschlafenen als tüchtigen Menschen und gab ein Bild von seinem gesegneten Leben und Wirken. Herr Oberbürgermeister Dr. Ge b esch u s widmete dem Verstorbenen am Grabe einen herzlichen Nachruf und gedachte mit warmen Worten seiner Verdienste um das Wohl der Stadt. Das Andenken an den teuren Entschlafenen werde uns immerdar ein Ansporn sein zu treuer und eifriger Pflichtcriüllung.
):( Die nächste BsAversammlung der Hand- WerkskKMM«« findet am 10. Oktober in Gaffel im kleinen Saale des Restaurants „Stadt Stockholm" statt. Die vorläufige Tagesordnung umfaßt folgende Punkte: 1.. Geschäftsbericht. 2.Neuwahl des Vorsitzenden der Handwerkskammer, da Herr Schlofferobcrmeistcr Römer krankheitshalber sein Amt aus Gesundheitsrücksichten nieder- gelegt hat. Ferner Neuwahl der Ausschüsse nach § 30 des Statuts a) des Ausschusses für das Lehrlinaswesen, b) des Berufungsausschussks, c) des RcchnungsausiÄusses. 3. Abnahme der Jahresrechnung für das Rechnungsjabr 1903. 4. Regelung der Ruhegehaltsverhältnisse des Syndikus. 5. Bewilligung der Mittel für einen zweiten Bureaugehilfen. 6. Antrag des Gewerbevereins in Marburg beir. die staatliche Alters- und Invalidenversicherung der silbstäudigen Handwerker. 7. Antrag desselben Vereins, beim Herrn Minister für Handel und Gewerbe dahin vorstellig zu werden, daß den gemischten Innungen und den Gewerbevereinen wie den anderen Innungen für die Handwerker, welche so zahlreich vertreten sind, daß sie selbständige Prüfungsausschüsse bilden können, das Gesellenprüfungsrecht verliehen werde. 8. Antrag des Handwerker- und Gewerbevereins in Hanau, beim Herrn Minister für Handel und Gewerbe dahin vorstellig zu werden, daß in Zukunft au den gewerblichen Fortbildungsschulen mehr selbständige Handwerksmeister als Fachlehrer angestellt werden und nicht wie seither fast ausschließlich Volksschullehrer. 9. Antrag des Verbandes der Lehrer der gewerblichen Fortbildungsschulen im Regierungsbezirk Cassel, daß solche Schüler, welche drei Jahre eine gewerbliche Fortbildungsschule mit Erfolg besucht haben, auf Grund ihres Schulzengnisses von der theoretischen Gesellenprüfung zu befreien sind. 10. Verschiedenes. Hier bei diesem Punkt der Tagesordnung soll die Verlegung des Geschäftslokals der Handwerkskammer erörtert werden.
* Landgestütsvirektor. Der Rittmeister a. D. von Auerswald, früher Eskadronchef im Kürassier-Regiment Herzog Friedrich Eugen von Württemberg (Westprenßi- schen) Nr. 5, ist zum Direktor des Landgestüls zu Dillenburg ernannt worden.
* Verliehen. Der Dienstmagd Kunigunde Simon ist von Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin in Anerkennung vierzigjähriger treuer Dienste im Hause der Frau Witwe Eduard Fues hierselbst das goldene ErinnerungSkreuz mit Diplom verliehen worden.
* Drr gestrige Sonntag, von herrlichstem Wetter begleitet, hatte Tausende unserer Einwohner in die Umgebung gelockt, die Straßen der Stadt waren am Nachmittag wie ausgestorben.
* Eine optische Täuschung. Zog da am Samstag abend blökend eine Herde Schafe ihres Weges, voran der Schäfer in gemessenen Schritten, nebenher der treue Begleiter, sein Hund. Freudig liefen die Kinder herbei und brachten den Symbolen der Geduld ihre Huldigung. ' Ein Kleinstadt-Fdyll, wie £§ schöner der Pmsil des Malers nicht hervorbringt. In der Fischerstraße angekommen, passierte dieser Zug die blitzblanken Schaufenster eines Fahrradbändlers, in dem sich die Herde gar lieblich wideripiegelte. Ein Schaf mochte wohl bei . einem Blick in die Scheiben sein Gegenüber erblickt haben,
* Sttstttttgsssst. Der Turnverein feiert Sonntag den 9. Oktober im Saale der „Centralhalle" sein 44. Stiftungsfest wiederum durch eine große Abendunierhaltuug mit darauffolgendem Tanz. Die Vorbereitungen hierzu sind im vollen Gange. An turnerischen Aufführungen sind zu erwähnen ein Kürturnen der geübteren Turner am Barren, sowie Gruppierungen ane inem Doppellrapez und Stellen von lebenden Silbern, Szenen aus dem Turnerleben. Ein hübsches Theaterstückchen „Der falsche Emil" wird die Anwesenden erfreuen, ebenso ist für die Couplets eine tüchtige Kraft gewonnen. Die Musikstücke werden von der hiesigen Infanterie-Kapelle ausgeführt, sodaß den Mitgliedern und deren Familien sowie Freunden des Vereins auch diesmal wieder ein gutes Amüsement bevor- st-h!-
* Beförderung von Gütern auf der Eisenbahn. Die Ursache der Verschleppung von Eisenbahnstück- gütern liegt vielfach darin, daß die Versender die ihnen nach § 58 der Eisenbahu-Verkehrs-Ordnung obliegende Se«. zcichnung des Guts unterlassen oder nicht genügend miSführen. Oft ist die Bezeichnung so allgemein gehalten, daß sie genügendes Unterscheidungsmerkmal bietet und begünstigt, oder aber sie stimmt mit den Angaben im brief nicht genau übereilt. Wichtig ist, ^ außer mit Zeichen und Nummer m !• ": H"^^ es im Namen der SestimmmigS^ Begleitpapieren
C^e einer ^rennmig eit®u{,=nber Nachforschungen sofort unter Umgehung besonderer zc-ira.«