Erstes Blatt.
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Gencrai-Anzcigcr
Amtliches Grzm fit Stob tto MKreis ganan.
Waisenhauses in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Deraniivortl. Redakteur: G. Schrecker in Hanau.
Nr» 191 Fernsprechanschluß Nr. 605. Mittwock den 17. AlMUst
Ferusprechanschluß Nr. 6o5.
1904
Amtliches.
Durch Erlaß des Herrn Minister? für Handel und Gewerbe vom 12. b. Mts. Nr. III a 5929 ist die Vorschrift unter Ziffer III der Anweisung vom 15. April 1896 zur Ausführung der Bestimmungen des Bundesrats über den Betrieb von Bäckereien und Konditoreien — Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 4. März 1896 (Reichs-Gesetzblatt S. 55), Amtsblatt 1896 S. 117 und ff. — wonach die Ortspolizei' ' behörden eine Liste der revidierten Betriebe zu führen haben, mit Rückstchi auf die Vorschrift unter Ziffer 257 der Aus- sührungsanwcisung zur Gewerbeordnung vom 1. Mai 1904 aufgehoben worden. (A. II. 10361.)
Cassel am 28. Juli 1904.
Der Regierungspräsident.
J. V.: Mejer.
Candkms Danau.
BekanntmachMgen des Königl. Landratsamtcs.
Der Frankfurter landwirtschaftliche Verein veranstaltet am Samstag den 1. Oktober d. I. eine Preksbewer- bnna von inländischen von ihren Zuchten nach Frankfurt gebrachten Pferden.
Die Anmeldung der Pferde zur Preisbewerbung hat bis zum 24» September schriftlich und postfrei beim Sekretariat des Frankfurter landwirtschaftlichen Vereins, Ostendstr. 30 zu erfolgen. Muster zur Anmeldung sind daselbst erhältlich.
Die Bestimmungen für die Preisbewerbung können im Bureau des Unterzeichneten eingesehen werden.
Hanau den 16. August 1904.
Der Königliche Landrat.
V 5700 v. Beckerath.
Stadtkreis Danau.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Bekanntmachurtg.
Der von der Landwehr nach der Spessartstraße führende, örtlich zum Teil nicht mehr vorhandene Fustweg soll ein- gezogen werden.
Widersprüche sind binnen einer Woche bei uns geltend zu machen.
Hanau den 12. August 1904.
Der Magistrat.
J. A.: Magner. 14935
Bekanntmachung.
Die Ofen arbeiten zum Neubau des Arbeiter-Wohnhauses in der Brückenstraße sollen öffentlich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen sind im Stadtbauamt I, Zimmer Nr. 17, in den Stunden von 10—12^3 Uhr vormittags ein« Zusehen und von dort zum Preist von 0,40 Mk. zu beziehen.
Der Verdinaungstermin findet Dienstag den 23. August, vormittags 11 Uhr, im Beisein etwa erschienener Bieter im vorgenannten Zimmer statt, wohin die Angebote versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zu dem genannten Zeitpunkt einzureichen sind.
Hanau den 16. August 1904.
Das Stadtbauamt.
Schmidt. 14922
Zur Meercngenfrige.
In einer wortreichen Beschwerde über die Selbständigkeit unserer Orientpolitik behauptet die Londoner „St. James Ga. zette", Deutschland habe sich geweigert, einen englischen Einspruch gegen die Meerenoenfrage durch Rußland und die Pforte in Konstantinopel zu unterstützen. Der Vorwurf ist gegenstandslos, die deutsche Politik hat ihre Unterstützung nicht verweigern können; denn sie ist von der englischen nicht darum angegangen worden. Solange der Krieg in Ostasien dauert, hat weder die britische Regierung noch eine andere in der Meer- engenfrage irgendwelche Schritte bei Deutschland getan. Die englischen Staatsmänner dürfen ja, nach der Meinung vieler Londoner Blätter, sich mit uns überhaupt auf kein Zusammengehen einlassen. Ein großer Teil der englischen Presse würde von Entrüstung überfließen, wenn von London aus für einen englischen Einspruch in der Meerengensrage Hülfe in'Berlin nachgeiucht worden wäre. Und da will ein Blatt wie die
James-Gazette" es zu einem Verschulden Deutschlands gegen Großbritannien stempeln, daß wir eine nicht erbetene Unterstützung auch selbstverständlich nicht gewährt haben.
Die Bestimmungen der völkerrechtlichen Verträge über die Schließung oder Oeffnung der Meerengen sind nicht um besonderer deutscher Interessen willen getroffen worden. Eine etwa zu Gunsten Rußlands vorgekommene Verletzung dieser Bestimmungen in Konstantinopel zur Sprache zu bringen, wäre in erster Reihe England, in Weiter Frankreich und andere Mittelmeermächte berufen. Aber nicht ein einziger der näher beteiligten Staaten hat versucht, die Meerengensrage unter Berufung auf die geltenden Verträge grundsätzlich gegen Rußland aufzurollen. Alles was darüber in der Presse erzählt wurde, ist Fabelei. Am>.wenigsten kann Deutschland in einer Angelegenheit, die uns überhaupt nicht oder doch nur zu allerletzt berührt, diplomatische Geschäftigkeit entwickeln, bloß damit England Anlaß erhält, sich, wie früher öfters, am St. Petersburger Hof als befferer Freund einzuschmeicheln.
Hue Danau Stadt und £and.
Hanau den 17. August.
Historische Gedenktage.
17. August 1623 starb der Superintendent Heinrich Leuchter zu Darmstadt, gebürtig aus Melsungen, früherhin und bis zum Jahre 1607 Superintendent zu Marburg, von welcher Stelle er entlassen wurde, weil er sich den Ver- befferungspunkien des Landgrafen Moritz nicht fügen wollte. Er gehörte überhaupt zu den tapfersten Vorkämpfern für die alte klare Kirchenordnung. Das zeigt sich an seinem kernigen und wackeren Buche: Antiqua Hessoruin fides.
17. August 1626 wurde Prinz Philipp, ältester Sohn des Landgrafen Moritz zweiter Ehe in der unglücklichen Schlacht bei Sinter am Barenberge gegen Tilly gefangen und als Gefangener niedergestoßen.
17. Äügnst 1646. Eroberung von Kirchhain durch den hessen-darmstädtischen General Eberstein. ;
17. August 1762. Abzug der französischen Armee von Crumbach, wo dieselbe nach dem Treffen von Wilhelmtal ' (oder Grebenstein) am 24. Juni gestanden hatte, und Anfang der Blokade von Gaffel durch die Alliierten unter dem Prinzen Friedrich von Braunschwei^ welche bis zum 16. Oktober dauerte, worauf dann die Belagerung und am 1. November die Uebergabe von Cassel folgte.
17. August 1836 starb Landgraf Karl von Hrffen-Cassel, dritter Sohn des Landgrafen Friedrich If., zu Gottorp, fast 92 Jahre alt.
Spätsommer. Anzeichen des Herbstes beginnen sich bereits geltend zu machen. Die anhaltende Trockenheit während der beiden verflossenen Monate hat das ihrige dazu beigetragen. Weht erst der Wind über die kahlen Stoppelfelder, dann ist es mit dem schönsten Teil der Sommerherrlichkeit ja so wie so vorüber, in diesem Jahre nehmen Baum und Strauch und Blumen ein herbstliches Aussehen 31t sonderlich früher Zeit an. Welke Blätter beginnen zu fallen, vertrocknete Blumen neigen ihr Haupt. Das saftige frische Grün der Blätter und Gräser ist längst dahin. Derb' und narbig fühlen sich die dunkelgrünen Blätter an. Und wie lang überhaupt grün? die Blätter des wilden Weins beginnen schon gelblich und rötlich zu schillern und werden in wenig eil Wochen in voller Herbsttoilette erscheinen. Die zunehmende Länge der Nächte und die damit eintretende stärkere Abkühlung tut das ihrige, um auch den Kohl- und Rübenfeldern ein herbstliches Ausehen zu verleihen.
* Frage der Zugehörigkeit zur Handels und Handwerkskammer. Die Handelskammer Hanau schreibt in ihren neuesten „Mitteilungen": Als Ergebnis unserer Umfrage richteten wir an die Handwerkskammer Cassel unterm 26. April s. I. ein Schreiben," in welchem wir diejenigen, im Rechnungsjahre 1903/04 zu Handwerkskammerbeiträgen, zur Handelskammer beitragspflichtigen Firmen bezeichneten, bei denen wir in Zukunft von einer Heranziehung zu Handelskammerbeiträgen Abstand zu nehmen beabsichtigen. Wir er» suchten zugleich die Handwerkskammer, sich bereit zu erklären, andere von uns namhaft gemachte Firmen entweder als reine Handels- bezw. großindustrielle Betriebe ebenfalls von Hand- werkskamwerbeiträgen zu befreien oder in eine Teilung der Gewerbesteuerbeträge zur teilweise» Heranziehung zu jeder der beiden Interessenvertretungen einzuwilligen. Wir gingen bei Aufstellung der Vorschlagsliste von der Auffassung aus, daß firmen, bei denen der Umfang des Gewerbebetriebs so groß ist, daß er ohne kaufmännische Organisation rationell nicht betrieben werden kann, oder bei welchen die in der Reichsgerichtsentscheidung vom 30. Dezember 1902 für den Fabrikbetrieb festgelegten Kriterien ganz oder zum Teil zutreffen, der Handelskammer angehören, daß dagegen bei solchen Unternehmungen,
die zwar kaufmännischer Leitung bedürfen, aber auch handwerksmäßige Arbeiten in größerem Umfange ausführen, eine Teilung angezeigt ist. Dort, wo derartige Arbeiten zwar auch Vorkommen, das Wesentliche des Unternehmens aber die kaufmännische Initiative des Leiters und die industrielle Organisation des Betriebes ist, gegen die die handwerksmäßig ausgeführte Arbeit an Bedeutung erheblich zurücktritt, müssen wir an dem Charakter des Unternehmens als fabrikmäßigen Großbetrieb, der seine Interessenvertretung in der Handelskammer findet, sesthallcn. Dasselbe gilt von reinen Handelsgeschäften, auch wenn in geringfügigem Umfang eine handwerksmäßige Arbeit im Ge'chaft selbst besorgt wird, wie das zur Vornahme von Aenderungen und Reparaturen an den verkauften Artikeln unerläßlich ist. — Die Handwerkskammer hat darauf erwidert, daß sie unsern Vorschlag zwar im allgemeinen billige, daß sie aber die von uns als reine Handels- bezw. industrielle Großbetriebe bezeichneten Firmen ebenfalls als gemischte ansehe, bei denen eine Teilung des Gewerbesteuersatzes eintreten müsse. Wir haben daraufhin der Handwerkskammer vorgeschlagen, uns diejenigen Firmen namhaft zu machen, welche sie noch mit einem Teile für die Handwerkskammer in Anspruch nehmen wolle, unter jeweiliger Angabe der Höhe dieses Anspruchs. Die Handelskammer kann zwar von der angenommenen Richtschnur bezüglich der Zugehörigkeit der einzelnen Betriebe nicht abgehen, sie hält aber die Sache nicht für wichtig genug, um ihretwegen die in Frage stehenden Betriebe noch weiter unter einer recht empfindlichen und das Rechtsgefühl verletzenden Belastung leiden zu lassen. Dem Herrn Regierungspräsidenten ist auf seine Aufforderung hin Abschrift des Schreibens übersandi. Demselben wurde gleich- z-ilig über die Beürazspflicht von drei Hauamr. Firmen, die zu Handwerkskamm-rbeiträzen herangezogen und dagegen Einspruch erhoben hatten, das verlangte Gutachten erstattet.
' Sommerfest für die Waisenhauspfleglinge. Morgen Donnerstag wird den Pfleglingen des hiesigen verein, evang. Waisenhauses ein Somme^fest geboten werden. Dem Feste voraus geht eine Andacht im evang. Vereinshause (Nuß- allee), die um 8 Ubr morgens beginnt. Seinen weiteren Verlauf nimmt das Fest in den Anlagen und Räumen des Kurortes Wilhelmsbad. Alle diejenigen, die Interesse an der Waisenpflege haben, insbesondere auch die geehrten Waisen- pflegeriuneu, werden zur Teilnahme an den Veranstaltungen hierdurch freundlichst ringelnden.
* Kttttstnotiz. Wir wollen nicht verfehlen, an dieser Stelle darauf aufmerksam zu machen, daß in König's Buchhandlung einige Tage eine Kolleklion OK- und Pastell-Bilder sowie diverse Bleistift-Zeichnungen ausgestellt sind, die ihrem Verfertiger Herrn Konrad S ch ü ß l e r alle Ehre machen. Dieselben verdienen schon deshalb eine besondere Aufmerksamkeit, als sich wieder an diesen Produkten erkennen läßt, daß Hanau's Kuustjünger stets durch Fleiß und Streben bemüht bleiben, ihrer Vaterstadt in Bezug auf Kunst und Industrie nach außen hin ein bestes Renommee zu verleihen. Herr Konrad Schüßler ist zur Zeit in Frankfurt a. M. am Stadel'schen Kunstinstitut als SLüler des Professors Egersdörfer tätig. "
* Ausgestellt. Gegenwärtig ist der Wanderpreis der süddeutschen Fußballvereine (Meisterschaft I. Klaffe) in König's Buchhandlung ausgestellt. Derselbe wurde in der hiesigen Silberwarenfabrik von Ferdinand C. Henzler angefertigt. Diese Firma ist auch Verferligettn des von der Stadt Frankfurt a. M. gestifteten Lswn-Tennis-Turnier-Manderpreiscs.
* Sommertheater. Heute abend wird das Lustspiel „O diese Männer" zum Benefiz für Frau Adele Kraus gegeben, worauf wir hiermit nochmals Hinweisen wollen. Morgen abend wird der tolle Schwank „HanS Huckebein" zum letzten Mals bei ermäßigten Preisen gegeben! Der Besuch der Vorstellungen ist jedermann bestens zu empfehlen.
* Ausflug. Dem Vernehmen nach veranstaltet am Sonntag den 21. d. Mts. die Gesell. Verbindung „Melitia" einen Ausflug nach Groß-Auheim in das Gasihaus zum goldenen Stern. Da die Verbindung schon bei früheren Festen bewiesen hat, daß sie ihren Gästen Freude bereiten kann, so wäre auch jetzt zu wünschen, daß sie sich eines recht vollen Hauses zu erfreuen hätte. -
Zur Wespenplage. Die Wespen treten zurzeit in großen Mengen auf als Folgeerscheinung deS überaus trockenen und heißen Wetters der letzten Wochen. Man r sei bcSWo vorsichtig, da Wespenstiche ernstliche Erkrankungen herbeiführen können und untersuche insonderheit das Obst '
die in demselben befindlichen Wespen nicht gelangen imb durch Stich in Zunge und gefährliche Verletzungen heruorruüu könne, kostenloses und wirkungsvolles Mittel zur Wespen wird das Aufstellen von Cyaiiipag
vor 1 mit ii
1, welche