Erstes Blatt
Hanauer G An;elger
DezugSpreiSt
Biertelsährlich 1,80 M., monatlich 60 Pfg., für »ah- „artig. Ilbouuentm mit dem belressendm Postauischiag. Die einzelne Nummer lostet 10 Pfg,
General-Anzeiger
EiarückaagSgerühr
Schockt unb verlegt in der Buchdruckerei des verein, rv, Waisenhauses in Hanau,
, Mister Organ fit AM- und Landkreis Kanin
Zur StM- trab Sanbfrtig Hanau IVPfg. bl« smrf-. L«spalLemPe!itM ob« bereu Kaum, std Auswärts 15 W., im Rcklamrntheü die geile 25 Pfg-, für Auswärts 35 Psz.
„ _ . , _ . „ Derautworti. Redakteur: G. Schrecker in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der ®onn= und Feiertage, mit belletristischer BeUage.
sr 65.
Fenkstzrechanschluß Nr. 605
Dmner»taa ten 17. März
FernsprechaMluß Nr. 605
1904
Amtliches.
Bekanntmachung.
Die Zinsscheine Reihe M Nr. 1 bis 20 zu den Schuldverschreibungen der Preußischen konsolidierten 3*/r- vormals 4°vrozentigen Staatsanleihe von 1834 über die Zinsen für die Zeit vom 1. Januar 1904 bis 31. Dezember 1913 nebst den Erneuerungsscheinen für die folgende Reihe werden vom 1. Dezember 1903 ab von der Kontrolle der Staatspapiere in Berlin, SW. 68, Oranienstraße 92/94, werktäglich von 9 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags, mit Ausnahme der drei letzten Geschäftslage jedes Monats, ausgereicht werden.
Die Zinsscheine sind entweder bei der Kontrolle der S ta ats p ap ie re am Schalter in Empfang zu nehmen, oder durch die Regierungs-Hauptkassen, sowie in Frankfurt a. M. durch die Kreiskasse zu beziehen. Wer die Empfangnahme bei der Kontrolle selbst wünscht, bat ihr persönlich oder durch einen Beauftragten die zur Mhebnnq der neuen Reihe berechtigenden Erneuerungsscheine (Zinsscheinanweisungen) mit einem Ver- zeichnisse zu übergeben, zu welchem Formulare ebenda und in Hamburg bei dem Kaiserlichen Postanne Nr. 1 unentgeltlich zu haben sind. Genügt dem Einreicher eine numerierte Marke als Empfangsbescheinigung, so ist das Ver- zeichnis einfach, wünscht er eine ausdrückliche Bescheinigung, so ist es doppelt vorzulegen. Die Marke oder Empsangv- bescheinigung ist bei der Ausreichung der neuen Zinsscheine zurückzugeben.
Durch die Post sind die ErneuerungS- scheine an die Kontrolle der StaatSpapiere nicht einzusenden, da diese sich in bezug auf die Zinsscheinausreichung mit den Inhabern der Scheine nicht in Schriftwechsel einsamen kann.
Wer die Zinsscheine durch eine der oben genannten Provinzialkassm beziehen will, hat dieser Kaste die Erneuerungsscheine mit einem doppelten Verzeichnisse einzureichen. Das eine Verzeichnis wird, mit einer Empfangsbescheinigung versehen, sogleich zurückgegeben und ist bei Aushändigung der Zinsscheine wieder abzuliefern. Formulare zu diesem Verzeichnisse fittb bei den gedachten Provinzialkassm und den von den Königlichen Regierungen in den Amtsblättern zu bezeichnenden sonstigen Kassen unentgeltlich zu haben.
Der Einreichung der Schuldverschreibungen bedarf es zur Erlangung der neuen Zinsscheine nur dann, wenn die Er- Amemngsscheine abhanden gekommen sink; in diesem Falle sind die Schuldverschreibungen an die Kontrolle der Staatspapiere oder an eine der genannten Provinzialkassm mittels besonderer Eingabe einzureichm.
Berlin den 19. November 1903. I 2367
Hauptverwaltung ver Staatsschulden.
Die vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch mit dem Bemerken veröffentlicht, daß die in derselben bezeichneten Formulare von der hiesigen Regierungs-Hauptkasse und den Kreis'assen unseres Bezirks verabreicht werden.
Cafjel den 26. November 1903.
v Königliche Regierung.
V 9401 Trott zu Solz. K 2389
Stadt- und Landkreis Hanau
,, .^ Vertrauensmann der Sektion Vif der Berufsgenossen« »Hast der chemischen Industrie, zu welcher auch der Stadt- un <anbheU Hanau gehört, ist als Nachfolger für den ver- j°"^en Herrn I. Scheefers der Direktor der Gummiwaren- .aoruen Herr E. Brendle zu Gelnhausen bestellt worden. Hanau den 16. März 1904.
P Der Königliche Landrat und Polizeidirektsr.
Z. A.: Lehseldt, Reg.-Assessor.
Landkreis Danau. Bekanntmllchnnsteg ^s Königl. Landratsamtes. m ^ Herren Bürgermeister ersuche ich, die Hundesteuer »aauvagslistkn für 190d nebst den eingezogcnen «teuer» bis zum L April d. I. einzusenden.
Hanau den 16. März 1904.
||55 ^ Vorsitzende des Kreisausschusses.
v. Beckerath.
politische Rundschau.
Die Mittelmeerfahrt des Kaisers. Aus Dias, 16. März, wird gemeldet: Die Ausfahrt, welche der deutsche Kaiser heute vormittag mit dem König von Spanien machte, fand an Bord deS Kanonenbootes „Ba-co" statt, daS um 10 Uhr los fuhr. AlS das Schiff bei den Kriegsschiffen „Pelapo" und „Urania" vorbeifuhr, feuerten diese Salut. Während die Musikkapelle des „Pelayo" die deutsche Nationalhymne spielte, broch'm die spanischen M-tro^en fönte Hurrabrufe aus.
Der kommandiercnve General des I. Armeekorps Dr. Freiherr von der Goltz bat auf dem anläßlich des StifungstageS der Landwehr ßaltfindenden Festmahle der Reserve- und Landwehroisiziere deS Korps eine bemerkenswerte Ansprache gehalten, in der er au? führte: „Ein großer Krieg könne in naher Zukunft vielleicht groß: und inhaltsschwere Entscheidungen für unser Vatersand berkeisübren, und unerläßlich sei ein festes Zusammenhalten aller Kräfte der Nation, um selbst einen überlegenen Feind zu schlagen. Die Armee sei in letzter Zeit vielfach angegriffen worden. Man brauche diele Angriffe nicht tragisch zu nehmen. „Unsere Konstitution ist gesund. Weiden Sie für unsere Regimenter und schicken Sie uns tücktige junge £ ute her, damit wir in der Lage sind, unser Armeekorps auf die großen Aufgaben vorzubereiten, die ihm vielleicht Je sieben sind. Wir bedürfen aber auch der Unterstützung der Zivilbevölkerung bei unteren Bestrebungen."
Die ständige Zuckerkommission beendete nach mehreren «jungen in Brüssel ihre Beratungen und faßte den Beschluß, alljährlich zweimal und zwar in den Monaim März MJMGD Wen. Außerdtpr lärmen, r^ Bedürfnis außerordentliche Versammlungen anberaumt werden. In der nächsten Versammlung, die im Oktober stattfindet, wird die wichtige Frage der Zuckererz-ugnisie beraten werden, worüber bisher eine Einigung nickt zu erzielen war.
Dementi. Die „Kornspondenz Hoffmann" meldet aus München: Die in der fresse verbreiteten Gerüchte von einer bevorstehenden Abberufung des Generalmajors v. Endres von dem Posten deS bau ritten Miliiärbevollmächligten entbehren jeglicher Grundlage.
Der volkswirtschasttiche AuSschutz deS ungarischen Abgeordnetenhauses nahm den ®ef^entmnf belreff.nd Ei öffnung von Verhandlungen zur Regelung des Handelsvertragsverhältniffes mit Deutschland und Italien an.
Der Ausstand in Deutsch -SüdUiestafrika.
Berlin, 16. März. Die „Norddeutsche" melket: In Berlin werden demnächst folgende Verstärkungstransporte für die Schutztruppe in Südwestofrika zu^ammengestelli: Am 24. März der erste Transport, 400 Mann einschließlich Unteroffiziere ; am 29. März ein zweiter Transport, 250 Mann; am 6. April ein dritter Transport, 400 Mann. — Die Abfahrt erfolgt an den glichen Tagen abends nach Hamburg.
Leipzig, 15. März. Einer angesehenen Leipziger Familie ist von einem Angehörigen aus Windhuk, 12. Februar, ein Brief zugegangen, in dem es nach dem «Leipzig. Tgbl." W'_
„Sämtliche Ansiedler sind auf ihren firmen ermordet worden, und zwar meistenteils mit der Keule lotqefcfclagen, nachher ausgeschlachtet und stückwei e auf den Bäumen aufgeknüpft worden. Selbst im Gefecht gefallene Männer wurden nicht geschont und auf daS gräßlichste geschändet. Einer FarmerSfrau haben sie den Kopf abqe^nitten und denselben auf dem Dach ihre« Hauses festgemacht, indem sie ihr noch den Klemmer auf die Nase setzten. Kinder wurden im Beisein ihrer Mütter zwischen der Tür erdrückt, Frauen von den Hereros vergewaltigt, bis sie Leichen waren.
Der Brief gibt dann der in bobem Maße erregt-n Stimmung der Ansiedler gegen den Gouverneur Ausdruck. Wenn die deutsche Regierung jetzt nicht ganz und gar aufräumen und sämtliche Stämme entwaffne und ihnen Vieh und Land nähme, sowie dem Wunsche der Einwohner, eine Zivilverwal« tung zu schaffen, nicht nacbgäbr, werde kein MnMkr und Kaufmann dort bleiben. Es sei w berünnig, wenn Kaufleute und Farmer, die die Kolonie in die Höhe gebracht, nicht mit- zureden hätten, sondern von einem Gouverneur beherrscht würden, der noch vor einiger Zeit Berichte nach Deutschland gesandt habe, welche besagt«», taß da» Land ruhig sei, daß man überall mit Spazierstock oder Regenschirm spazieren gehen könne und daß eine Verminderung der Sckutztruppe angezeigt fei. (Die Erieouug über den überraschenden AuSbruch deS üuh'tanbrß, welche sich in diesen Anklagen gegen den Gouverneur Luft macht, wird wohl nach der Wieberroerfung deS Aufstandes einer ruhigeren Beurteilung Oberst LeuiweinS weichen, D. R.)
Hue Stadt und Cand.
Hanau, 17. März.
Historische Gedenktage.
17. März 1472 wurde Johann Graf von Henue- berg, ein bisher leichtsinniger Weltmann, zum Abte von Fulda gewählt, in welcher Würde eine gründliche und gänzliche Aenderung mit ihm vorging, sodaß er unter bie größten Zierden der Abtei gerechnet werden muß.
17. März 1848 wurde der bisherige Oberbürgermeister von Hanau, Eberhard, Mitunterzeichner der Adreffe vom 8. März, zum Minister des Innern ernannt, was er bis zum 23. Februar 1850 geblieben ist.
Beamtenpersonal-Nachrlchte«.
Ernannt: der Pfarrer extr. Clermont an Stelle des Pfarrers extr. Gonnermann zum Gehülfen des Pfarrers Bippart in Winfried, der Pfarrer Kappes zu Obersuhl, Kr. Rotenburg, zum Krciss«4ulinspekior über den Kreisschul- inspektionsbezukRolenburg II, der Rechtskandidat Lohrman« zum Referendar.
Beaufragt: der Pfarrer extr. Schäfer mit der Vertretung deS Pfarrers und Mitgliedes des Hauses der Abgeordneten Mepenschein in Al'enbaßlau.
Entlassen: der Gerichtsasseffor Dr. Reuber aus dem Justizdienste infolge seiner Zulassu"g zur Rechtsanwaltschast bei dem Amtsg-richt in Harburg,
Berlieheu: dem Negierungssekretär Heinrich Hartmann vom 1. Apni d. ;t ab die Renimeisterstelle bei der Königlichen Kreiskasse zu Hünfeld.
In den einstweiligen Ruhestand versetzt: der Landrat S tefsens im Kre.se Fulda.
* Konzert des Lehrer-Tängerchors heute abend 7 Uhr in »er „Centralballe".
* Durch Neuerrichtung der Betriebsinspektion Hanau haben die seitherigen Sireckeneinteilungen eine Verschiebung erfahren muffen. Vom 1. April ab sind die Bezirke we folgt einieteift: Belrübsinsoeklion Frankfurt I: Haupt- Personen- und Güierbahnbof Frankfurt a. Main, Strecken Frankfurt - GrieSheim - Hockst, Frankfurt-Rebstock-Höchst brs ernschl. Hochheim o. M., Frankiurt-Oberrsd, Frankfurt-Böcken- Heim, Franksurt-Goldstein (ausschl.), Sachünhauien Forstbaus, Frankfurl-Loulsa. Betriebsinipekiron Fcanlfurt II: Frankfurt- Homburg - Ufingen, Bockenheim - Friedberg, Friedberg - Hanau, Friedrichsdorf Friedberg. Beinebsinspektion Hanau: Oberrad- Gelnhrusen, Offenbach-Re nheim, Offenbach-Dietzenbach, Hanau- Aschaffenburg, Frankturt-O-t-Hanau.
* Durch rechtskräftig eu Beschluß des Kreis- ausschusses des Landkreises Hanau vom 19. d. M. ist auf Grund des $ 2 der Landgemeindeordnung für die Provinz Heffen-Naffau vom 4. August 1897 die Grundstücks- parzclle: Gemarkung Rüdigheim, Kartenblatt 8 Nr. 4, das Kloflerwäldchen, in Größe von 0,4527 ha, aus dem Guts- bezirke Rüdigheimerhof ausgeschieden und dem Gemeindebezirke Ravolzbausen zugeteilt worden.
* Kausm. Fortbilvungsschule. Die Entlaffung der abgehmden «chüler findet kommenden Sonntag vormirtags 11 Uhr im Saale des Sladtschloffes statt. Jeder Freund der Schule ist willkommen. — Die Offerierten beginnen Samstag den 26. März.
* Gesellenprüfung. Ende April findet die Gesellenprüfung für daS Barbier- und Friseurgewerbe statt, demgemäß sich alle Lehrlinge, welche Ostern d. I. auSgelernt haben, bei dem Borstykndkn des PiüfungS-AuSschuffeS, Friseur Karl Ganter, Nürnbergerstr. 32, melden wollen. Bei der Anmeldung sind einzuschickm ein kurzer, eigenhändig geschriebener Lebenslaus, das Lehrzeugnis und das Zeugnis der FonbUdungs- schule, falls er dieselbe besucht bat.
* Marktpreise. Im Monat Februar 1904 betrug in Hanau der Durchschnittspreis für 100 kg Weizen Mk. 16.26, Roggen Mk. 13.16, Gerste Mk. 15.29, Hafer Mk. 13.14, Erbsen (gelbe) zum Kochen Mk. 19.13, Speise- Bohnen (weiße) Mk. 22.75, Linsen Mk. 26.-, Eßkarroffeln Mk. 5.88, Richistroh Mk. 3.80, Krummstroh Mk. 3.30, Heu Mk. 6.30, Rindfleisch im Großhandel Mk. 123.-; Rindfleisch im Kleinhandel für 1 kg von der Keule Mk. 1.47, vom Bauche Mk. 1.25, Schweinefleisch Mk. 1.59, Kalbfleisch Mk. 1.35, Hammelfleisch Mk. 1.25, Speck (geräuchen) Mk. 1.98, Eßbutter Mk. 2.38, Eier 1 Schock = 60 Stück 4.46 Mk.
• Ladenpreise. Im Monat Februar 1904 betrug in Hanau der Durchschnittspreis für 1 kg Mehl zur Speise« bereitung Weizen 34 Pfg., Roggen 24 Pfg., Gersten-Graup« 44 Pfg., =®iüge 39 Pfg., Buchweizengrütze — Pfg., Hafer«