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Erstes Blatt.

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GÄruckt und verlegt in der Buchdruckern der verein, ev. WaisenhaujeS in Hanau.

General-Auzeiger

Amtliches Am für Mt- und FMms Hanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Beraniwortl. Redaktem: G. Schrecker^iu Hauau.

Nr. 267 Ferusprechanschluß Nr. 605» Montact den 14. November

Fernsprechanschlnß Nr. 605.

1904

Amtliches.

Zum Zwecke der Verbreiterung der Bahnhofsstraße zu K r o ß - A n h e i m, Landkreis Hanau, sollen die nachbezeichneten Grundstücke enteignet werden:

Gemarkung Grotz-Auheim.

Des Grundeigentümers

Ehefrau des Glasers Michael Kaufer, Bertha geb. Zeller.

Wohnort

Groß« Anheim

Bezeich­nung des Grund­stücks

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0

254

Wohn­haus m. Hof­raum und

130

0

255

Haus- garlen, iowie Siall mit Abort

1 56

Von dem Herrn Regierungs-Präsidenten zum Enteignungs­kommissar ernannt, habe ich zur kommissarischen Verhandlung mit den Beteiligten zwecks Feststellung der Entschädigungen für Re zu enteignenden Sjun^to,.^ 25 Abs. 1 des Enteiflnungsoesetzes vom 11. Juni 1874 Termin auf Diena» tag den 22. November d. Js., nachmittags 2 Uhr Zusammenkunft im Bürgermeisteramt zu Groß-Auheim anberauml.

Zu diesem Termiil werden alle Beteiligten gemäß § 25 Absatz 4 a. a. O. mit der Aufforderung geladen, ihre Rechte im Termin wahrzunebmen.

Diele Ladung erfolgt unter der Verwarnung, daß beim Ausbleiben der Geladenen ohne deren Zutun die Entschädi­gungen werden festgestellt werden und wegen Auszahlung oder Hinterlegung derselben verfügt werden wird.

In dem Termin ist jeder an den zu enteignenden Grund­stücken Berechtigte befugt zu erscheinen und sein Interesse an der Feststellung der Entschädigungen, sowie ihrer Auszahlung und Hinterlegung Wahrzunehmen.

Auch etwaige Anträge auf vollständige Uebernahme von teilweise in Anspruch genommenen Grundstücken sind von den

Feuilleton.

Stadtthcntcr in Hanau.

= Hanau, 14. Nov.

Nachdem vor vierzehn Tagen die Aufführung vonMein Leopold" sich immer noch als bewährtes Zugstück unserer Bühne bewies, schaltete man gestern, anstatt der um 8 Tage verschobenen Tell-Vorstellung, ab-rmals ein stets gern gesehenes Werk, nämlich L'Arronge'sHasemanns Töchter", Volksstück in 4 «kien, in den lausenden Spielplan ein. Sonniger ur- wüchsiger Humor verbunden mit lebenswahren, natürlichen Stimmungsmomenten sicherten dem Stücke bis zum heutigen Tage eine Beständigkeit, obschon die Premiere desselben volle dreißig Jahre zurückliegt. Einen besonderen Vorteil genießt noch das Werk dadurch^ daß es nicht, wie die neuesten Ber­liner Produkte dieser Art, sogenanntem Lokal-Witz ausgestaltet ist, dessen Wirksamkeit sich mit dem Laufe der Jahre abschwächt, und die ursprünglich berechneten Pointen zu Nichte werden läßt. So fand denn das Stück auch gestern vor vollständig ausverkauftm Hause, die denkbar günstigste Aufnahme. Herr G e h r m a n n alsAnton Hasemann" wußte diese Figur zur vollsten Zufriedenheit zu gestalten, indem er in den komischen Szenen als stets zu Hause gesessenerVergnügungs- reisender mit den Entgleisnnqskissen" sowie auch in dem Stimmungsdialog des 4. Ak.es treffend und wirksam Spiel und Nüanzterung zu einem abgerundeten Ganzen zu verbinden verstand. Eine erfolgreiche Partnerin. würbe ihm durch Fräul. Jirs ak alsAlbertine". Das sanguinisch angelegte Ehe­paarKnorr" fand in Fräul. Wehn und Herrn Nauen- dorf zwei Vertreter, die ihren Rollen in bestgelungenster Weise gerecht wurden und verursachte der drollige Meinungs- unterschied in derKindererziehung" durch die gelungene Wiedergabe stürmische Lachsalven. Der sich in seiner Liebe trogen fühlende FabrikantKörner" wurde von Herrn Werter vornehm mr Geltung gebracht, die Leistung des

Grundeigentümern in dem Termin anzubringen. Spätere An­träge dieser Art sind unzulässig.

Ueber den Besitztitel haben sich die Beteiligten in dem Termin auszuweisen.

Im Falle der Notwendigkeit einer örtlichen Besichtigung der zu enteignenden Flächen wird diese vom Terminlokale aus vorgenommen werben.

Cassel den 9. November 1904.

Der Enteignungskomwissar.

A. III. 9794 v. Eschwege, Regierungsral. 21283

Landkreis Danau.

Bekanntmachungen des Königl. Landratsamtes.

Am 1. Dezember d. Js. findet im Deutschen Reiche eine Viehzählung mittleren Umfanges statt. Es ist für jedes Gehöft von dessen Besitzer oder Verwalter eine Zählkarte auszustellen, wobei es gleichgültig ist, wer Eigentümer des Viehes ist oder ob in dem Gehöfte ein Viehstand überhaupt nicht vorhanden ist.

In den Viehzählungskarten ist ferner eine Zahlung der Schlachtungen vorgesehen, welche während der Zeit vom 1. Dezember 1903 bis zum 30. November 1904 stattgefunden haben, ohne daß gemäß den bestehenden Vorschriften eine Schlachtvieh- oder Fleischbeschau vorzunehmen war. Da im. Regierungsbezirk Cassel auch das ausschließlich im eigenen Haushalt der Besitzer der SchlaHttiere zur Verwendung kom­mende Fleisch der Beschau unterliegt, so sind die Fragen über die Schlachtungen nirgends auszufüllen.

Die zum Zählgeschäfte erforderlichen Formulare werden den Herrn Bürgermeistern und Guisvorstehern in den nächsten Tagen zugehen.

Die Ausführung der Viehzählung liegt in den Gemeinden dem Gemeindevorstand ob. lieber die Art und Weise, wie im einzelnen das Zählgeschäft zu bewirken ist, gibt die den Herren Bürgermeistern zugehendeAnweisung für die Behörden" (D) Auskunft.

Bis spätestens den 20. d. Mts. wollen die Herren Bürgermeister berichten, ob Zählkommisnonen gebildet find und ob das Zählungsgeschäst auch sonst gehörig vorbereitet und sicher gestellt ist.

Hauau den.12.. November 1904.

Der Königliche Landrat.

V 7932 I. A.: Conrad, Kreissekreiär.

Gefundene nnd verlorene Gegenstände rc.

Abhanden gekommen: 1 runder Mülleimer.

Hanau den 14. November 1904.

Herrn Schneider alsEduard Klein" in demSulzheimer Jargon" schloß sich in drastischster Weise an. Eine Darbietung, die von Empfinden und Herzlichkeit zeugte, bot uns in aner­kennenswerter Weise Fräul. H e l l i o t als Darstellerin der Rosa", die auch inbezug auf äußeres Auftreten unser unvor- enthaltenes Lob verdient. Die jüngste vonHasemanns Töchter",Franziska", mit welcher gleichsam ein Erziehungs- exempel statuiert werden sollte, lag bei Fräuk. Urban in den besten Händen. Denkartoffelstrickenden" Backfisch wußte die junge Künstlerin mit so viel Grazie und Anmut auf die Bühne zu stellen, daß ihr jeweiliges Auftreten besonders im letzten Akte mit wohltuender Freude begrüßt wurde. Von den kleineren Rollen sei noch beionders Herr Krug als Pan­toffelheldKlinkert" hervorgehoben, der diese Art Chargen in Spiel und Maske stets in ganz eigenartig origineller und äußerst wirksamer Weiie zu gestalten versteht. ' Dessen Ehefrau, die KlatschbaseKlinkert", durch Frau Wehn erzielte den nötigen Lacherfolg. Herr De r z b a ch (Baron v. Zinnow), Herr Römer (Dr. Sailer), Herr Müller (Fritz) sowie Fräul. K e p p l e r (Anna) trugen zum Gelingen des Stückes bestens best Die bewährte Regie des Herrn Geh rm ann sorgte dafür, daß das Stück im nötigen Tempo höchst wirksam zur Darstellnng gelangte.

Historische Gedenktage.

14. Novbr. 1461. Große Ueberschwemmnng durch die Werra, namentlich in Eschwege, wo das Wasser bis auf den Altar in der heil. Geistkirche (Siechenhaus - Kapelle) drang.

14. Novbr. 14*1 übertrug die Witwe Ludwig II. Mechtils uön Württemberg, . die Vormundschaft über ihre beiden Söhne an Heinrich II,

14» Novbr. 1016 starb Bernhard Praetorius, mit seinem reckten tarnen Schultheiß geheißen, Sladtbibliotkekar und ^Syndikus der freien Reichsstadt Nürnberg, gebürtig aus Iesberg, ganz armer Leute Kind, welcher sich durch Talent. '

Stadtkreis Öanau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteranlkes

Bekanntmachung.

Der von den städtischen Körperschaften durch Beschlüsse vom 4. und 20. v. Mts. genehmigte Fluchtlinienplan für die Durchführung der Großen Dechaneigasse über die Baugertstraße bis zum Bangert wird gemäß $ 7 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 vom 14. -. MtS. an 4 Wochen lang im Rat- Hause Zimmer Nr. 21 während der Geschäftsstunden zu jeder­manns Einsicht offen gelegt.

Einwendungen gegen den Plan können nur während der genannten Frist schriftlich oder mündlich an uns gerichtet werden.

Hanau den 11. November 1904.

Der Magistrat.

I. A.: Schmidt. 21291

Hub Danau Stadt und Cand.

Oanau den 14. November.

* Reichsbankuebeustelleu. Am 1- Dezember b. J. wird in Ochsenfurt (Main) eine von der Reichsbankstelle in Würzburg abhängige Reichsbanknebenstelle mit Kassen­einrichtung und beschränktem Giroverkehr und am 12. Dezember b. J. in Biberach (Württemberg) eine von der Reichsbank­stelle in Ulm abbänaige Reichsbanknebenstelle mit Kaffenein- richtung und beschranktem Giroverkehr eröffnet werden.

* Fernsprechverkehr. Der hiesige Sprechverkehr ist auf H a i g e r ausaedehnt worden.

* Stadttheater. Wochenspielplan. Dienstag (statt Mittwoch):Märtyrer"'Wann wir altern" undMilitärfromm"; Freitag Gastspiel Eichelsheim, Neu einstudiert:Die .bezähmte Widerspenstige", Lustspiel in 5 Akten von William Shakespeare; Sonntag: Neu einstudiert:Wilhelm Teil", Schauspiel von Fr. v. Schiller.

* Stadttheater. Des Buß- und Beiiags wegen findet die nächste Abonn-ments-Dorstellung morgen Dienstag statt und zwar geben die drei Einakter:Märtyrer," Wann wir altern" nndMi l it ärfrom m" nochmals in Szene. Nach der besonders guten Aufnahme, w'lche dieser literarisch wertvolle Abend bei seiner Erst Inszenierung fand, dürfte sich das Interesse für diese hübschen Werke noch bedeutend ge­steigert haben. Vielfachen Wünschen entgegenkommend, hat^ sich die Direktion entschloffen, versuchstveise bei kurzen Stücken einen späteren Anfang der Werktags-Vorstellungen einzuführen und beginnt die Aufführung morgen erst */s8 Uhr.

Fleiß und Beharrlichkeit, nachdem er der Eltern Hütte verlassen, zu einem angesehenen Geschäftsmann «ab Ge­lehrten heranbildete.

14. Novbr. 1640 starb Prinz Christian, Sohn des Land­grafen Moritz, 18 Jahre alt, zu Bückeburg,, infolge des berüchtigten Trinkgelages, welches der schwedische General Bauer am 28. Oktober gegeben hatte und welches ihm selbst den Tod brächte.

14. Novbv. 1726 wurde in Gießen eine große Räuber­bande, meist aus Zigeunern bestehend, die Bande der Hemperla genannt, hingerichtet. Fünf, unter ihnen der Anführer, Johannes la Fortune, gemeiniglich Hemperla genannt, nmrbeti gerädert, nenne gehängt, elf, unter welchen acht Weiber, enthauptet. Diese Bande hatte die ganze Wetterau sieben Jahre lang unsicher gemacht, ganze Dörfer (z. B. Hostnfeld bei Fulda) am bellen Tage Über­fällen, mit den Landreitern förmlich Treffen geliefert und eine Unzahl von Räubereien, auch viele Mordtaten be­gangen, z. B. den Pfarrer zu Dörsbach im Mssauischen, Heinsius, nebst dessen Frau, sowie den darmstädtischen Landleutnant Emmeraner auf der Glashütte bei Hirzen- hain erschossen. Im Januar und Februar 1725 gelang es endlich, diese Bande einzufangen. Die Exekution wurde an zwei Tagen, am 14. und 15. November, vollzogen. Hemperla selbst wurde am zweiten Tage hingerichtet; als an ihn die Reihe kam, rief er von der Richtstäite herab, eS möchten doch gute Christen etliche Seelenmessen für ihn lesen lassen, und davon, daß sie solches tun wollten, ein Zeichen mit Schwenkung des Hutes geben, welLes au; von mehreren Zuschauern geschah. Am r age "^ Exekution wurden den Weibern die Kinder »eggeii ' worüber sie in die äußerste Verzweiflung q ^ die eigentümliche D"Sung ans^ £ ® «bgeham- der Hinrichtung wieder kommen 1 ein werfen, nen Köpfen in ganz Gießen d-e rentier einwersen.