Erstes Blatt
G-t M A.
BezogSprelS:
Wertels-hrlich 1,80 M., monatlich 60 Pfg., für au,- »ärttge Abonnenten mit dem bekessenden PostguWag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
S^xuckt und verlegt m der Buchdruckerei deS verein, ev, Waisenhauses in Hauau.
am
Einrückllugsgebühr
Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Psss. He fünf» zeMliene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg., im Reklamentheil die Zeile 25 Pfg„ für Auswärts 35 Pfz.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. ^-mlmorü. R-oakt-ur: G. Schreck er in Hanau.
Nr. 6?.
Fernsyrechanschluß Nr. 605V
Montaa d-r 14. März
Fernsvrechanschlnß Nr. 605
1904
Gefundene und verlorene Gegenstände rc.
Gefunden: 1 Traurinr ohne Zeichen, 1 Damen» Portemonnaie mit 81 Pfg. Inhalt, 1 silberne Herren- Zylinderubr.
Verloren: 1 Damenschirm, 1 neuer Herrenschirm, 1 braunes Damenportemonnaie mit 17 Mark, 1 d-sgl. schwarzes Mit 7,50 Mark, 1 Herrenportemonnaie mit 20 Mark.
Entflogen: 1 grüner Kanarienvogel.
Hanau den 14. März 1904.
Aus Stadt und Cand.
Hanau, 14. März.
Historische Gedenktage.
14» März 1561 wurde die Kellerei Naumburg von dem Abt von Limburg an die Grafen von Hanau verkauft.
£ Geschichtsverein. Seit der letzten Veröffentlichung (Dezember 1903) sind folgende Geschenke zu verzeichnen:
1903:
Dez. 18.: von Herrn Dr. med. Gottschalk für das Grimm - Museum 2 Autographien von Wilhelm Grimm, Stein,u, 9. bezw. 23. April 1796.
w 18.: von Herrn I. P. Thyriot, Mitglied des Vorstandes, desgleichen: Veröff ntl. des Herrn Professor Sieig in Frieden au, 2 ungedruckte Briefe von A. v. Arnim, Jakob und Wilhelm Grimm.
. s 1904:
Jan. 15.: von Herrn Willi Hengsberger: eine gußeiserne Ofenplatte mit bildlicher Darstellung biblischer Szene.
„ 22.: von Herrn G. M. Schmidt, Aligasse 21: Ein Drepeicker'scher Stadtplan, Wechselordnung der Alten Stadt Hanau, Plan der Schlacht bei Hanau von Felnng, Kurhelsilche Lande?veriassung, Bürgergarde- Ges-tz, Exerzieren und Mac övrieren des Bürgerbataillons 1831, Verzeichnis der Bürger, Reglement der Siadtwage, 1 Sckleifsäbel.
„ 23.: von Frau Jeannette Hebbel, Steinbeimer- straße 32: Meisterbrief von Isaak Horst 1836.
« 23.: von H-rrn Hermann Neuber: 2 Gesang- bücher 1836 und 1858.
§e5r. 2.: von Herrn Synaaogendiener Flemming:
1 Münze, gefunden beim Fundamentgraben der Spnaaogenheiznng.
u 12.: von Herrn Heinrich Blum:
das Pcolvkollbucb der Perrückenmacherzunft.
Feuilleton»
Liederaöend des Gesangvereins „Tonblttthe".
Der Gesangverein „Tonblüihe" tritt im Winterhalbjahr zweimal mit seinen Leistungen vor die große Oeffenilichkeit, an »em Slistungsfest und an dem gewöhnlich in den März fal- lendeu „Liederabend". Letzterer fand am Samstag abend in der „Centralhalle" statt und Halle eine große Anzahl Herren ^"gezogen, die den Darbietungen in gespannter Aufmerksamkeit tauschten.
Es ist ein Verdienst des Gesangvereins „Tonblüthe", «sende, wie den in Frage stehenden, zu veranstalten, an dem nne Anzahl vortrefflicher Chöre, gediegene Sologesänge und backende Jnstrumenialiätze zum Vortrag gelangen. Daß diese Veranstaltungen, die des humoristischen Teiles ganz entbehren, von bildendem Werte sind und eine veredelnde Wirkung haben, braucht nicht erst besonders gesagt zu werden.
Zunächst waren es, der Tendenz und dem Gebiet des Mannerchores entsprechend, einfache volkstümliche Gelänge, die das Programm autwies. Doch hatte sich der Verein in der Auswahl seiner Chöre auch eine schwere, zum Teil sehr schwere Aufgabe gestellt, besonders in dem Senffschen Chor: „Morgen- >ied im Walde". Dieser Chor bietet große technische Schwie- klgleiien, zu deren Ueberwindung Zeit, Mühe und Ausdauer erforderlich ist. Wir müssen offen gestehen, daß der Erfolg in keinem Verhältnis zu der aufgewandten Mühe steht. Der Gesangverein „Tonbüihe" bot den Chor an seinem Stiftungsfeste und brächte ihn, da er einmal eingeübt war, wiederholt 8’im Vortrag. Im anderen Falle hätten wir ihn gerne entbehrt. Trotz der zu überwindenden Schwierigkeiten brächte ihn 4?t Verein „Tonblüthe" unter der tüchtigen Leitung des Herrn
„ 13.: von Herrn Akademiedirektor Prof. M. Wiese:
3 Photographien, 1. Preis der Grimmdenkmal- Konkurrenz.
„ 13.: von Herrn W. Bückmann: 1 Pulverhorn aus der Mitte beg vorigen Jahrhunderts.
„ 13.: von Herrn A. Wörner, Schloffermeister: 1 verziertes Kastenschloß mit Messingdeckel aus dem 17. Jahrhundert.
y 13.: von Herrn Wilhelm Deines, Hainflr.: 1 alter Sctlepp'äbel unbekannter Herkunft.
,/ 15.: von Herrn Albert Deines, Ramssystraße: 2 Do'en, die eine von Horn, die andere von Elfenbein, beide mit Miniaturen, 1 Bild unter Glas und Rahmen, Photographie der 1870/71 gefallenen Offiziere des 82. Regiments, 1 Kalender 1834, 1 Karte von Hanau, gestochen von Müller, 1 Stammbuch 18. Jahrhundert, 1 Liederbuch 19. Jahrhundert.
„ 15.: von Herrn Wegeaufsther Bartb: 1 Denkmünze 1849/50, gestiftet von Friedrich Wilhelm IV.
„ 15.: von Herrn Pfarrer Neßler: 1 größere Anzahl von Münzen und 1 Kriegs-Denkmünze Jsenburg 1813/14.
„ 15.: von Herrn Professor Dr. med. Büngner: Skizze eines Schlußsteins der abgebrochenen Stadtgraben- brüöenmcur.
„ 25.: von Herrn Schlostermeister Schnarr: Meisterstück, Meisterbrief uns Wanderbuch seines Vaters.
März 4.: von Herrn Friedrich Albach, Steinheimerstr. 2:
m 4,: von Herrn Pierre Koaler, Tapezier, 1 würtiemb. Hungernot-Denkmünze 1817.
* Kahler-Schule. Wir verweisen auch an dieser Stelle auf das in heutiger Nummer enthaltene Inserat der höheren Privat-Mädchenschule von Frl. I. Kühler, betr. Entgegennahme von N euanm e I dungen.
* Die musikalisch-deklamatorische Abeudunter- Haltung der dösteren Mädchenschule findet nächsten D'enstag, abends 7'/, Uhr, in der „Centralhalle" statt. Karten sind in den beiden Hofbuchhandlungen ä 1 Mk. zu haben. Der Reinertrag ist für die Kinderkrippe bestimmt.
* Ausschuß für Volksvorlefuugen. Zu dem morgen abend 8 Uhr fiotifintenben Vertrag des Herrn Th. Gerold, Gesanglehrer, bei welchem die Damen Frl. Neuen- dorffer und Schwckensky den gesanglichen Teil freundlichst übernommen haben, sind noch Eintrittskarlen bei Herrn J. Hofmann, Rosenstraße 13, und an der Theaterkasse zu haben.
I H. Appunn annehmbar zu Gehör. Ebenso verfehlte die Haupt- manniche „Motette" und der prächtige Chor von Zerlett: „Das Grab im Buseuto" seine Wirkung nicht. Die übrigen Chöre: „Wenn die Abendschatten nahn", „Wie ich so lieb dich hab" von W. GeiS, „A sakrtiche Wandlung" von Zerlett, „Hüte dich" von Böhme, „D' Hamkehr" von Koschat und „Mägdlein hab acht" von Wohlgemmh fanden eine ivnschöne, gut ausgearbeitete Wiedergabe. Eine prächtige Leistung waren die „Lieder eines stummen Landsknechts" von Podbertsky, die bei den Zi Hörern besonders freundliche Aufnahme fanden. Dieselben wurden mit Orch-sterbegleiiung aufgeführt, wobei sich unsere Ulanenkapelle ganz besonders verdienstlich zeigte.
Der Abend wurde verschönt und gewann an Interesse durch die Mitwirkung der So isten: Herren Gustav W erne r aus Frankfurt a. M. (Tenor) und Herrn Karl Fr. A p p e l (Bariton). Der Kopf des Programms nannte freilich Herrn H. Appunn als Solisten; da er jedoch infolge einer Indiz- Portion nicht singen konnte, sprang Herr Appel ein. Das Programm erlitt in keiner Weise eine Veränderung, da Letzterer die vorgesehenen Lieder vortrug. In der Löwe'schen Ballade „Archibald Doiglas" traf der Vortragende den Balladenion ganz vortrefflich, namentlich gelang es ihm, den Inhalt dramatisch zu beleben. Um den Reichtum an Bildern und Szenen mit umso größerer Wahrheit und Energie zu zeichnen, hat Löwe der Klavierbegleitung eine erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt. Um diese machte sich Herr Allvater in ganz besonderer Weise verdient., Auch die übrigen Gesänge würben von ihm kunstgerecht begleitet.
Herr Appel sang noch zwei Lieder: „Glück" von O. Mayer und „Wohin" von Haine; auch hier zeugte der Vortrag von verständnisvollem Eindringen in den Geist der Komposttionen.
Als einen herzigen Liederianger lernten wir Herrn G. Werner kennen. Mit Wärme und tiefer Innigkeit, schöner Tongebung und guter Aussprache trug er seine gewählten Lieder vor. Namentlich gelang ihm in dem S4u- I
* „Oculi, da kommen sie". Am Samstag abend schoß Herr Rittmeister v. Eckartsberg in der Bula« die erste Schnepfe in diesem Jahre.
* fdamilienabend. Das Hanauer Sängerquariett hält am 2. Osterfeieriage, abends 7 Uhr, in den Sälen der Zentralballe einen Familienabend mit Tanz ab. Der Verein, welcher noch von seinem ersten Herrenabend in Erinnerung ist, wird am 2. Feiertage mit dreifacher Stärke an Sängern auftreten. Wie ja bekannt, steht der Verein unter der bewährten Leitung des Herrn Musiklehrers I. Brodt und ist bemüht, e'was Tüchtiges zn leisten. Das Proa^amm, welches uns vorliegt, ist sehr- reichhaltig, es zeigt dasselbe einige sehr gut gewählte Nummern von Männerchören: „Abschied vom Walde" von I. Brodt, „Schifferlied" von Silcher und „Treue Herzen", „Madel mit dem goldenen Latz" von Pauli; auch find Quartette als Einlage: „Nachtzauber" und „Wünsche", sowie Soli für Tenor und Bariton vorgesehen. Auch der humoristische Teil ist in anten Händen. Zum Schluß wird noch der Damenwelt Rechnung getragen und verspricht der Abend ein recht genußreicher ru werden.
* Etadttheatsr. (Wochenspielplan.) Mittwoch: Benefiz Nauendorf: „Die Fled er mau s", Operette von Joh. Strauß. — Freitag : „Goldfisch e". —Sonntag: Neu ein studiert: „Die Ebre", Schauspiel von Sudermann.
* Benefiz Nauendorf. Ein ganz besonders genußreicher Tbcaterabcnd steht, wie schon gemeldet, am Mittwoch bevor. Zum Benefiz für unseren jugendlichen Komiker und Bsnvivant Herrn Nauendorf wird die Strauß'sche herrliche Operette: „Die Fledermaus" mit mehreren hervorragenden Frankfurter Sän-ern in Szene gehen. Hermann Schramm, der bekannte und beliebte Tenorbuffo des Frankfurter Opernhauses, fingt den „Eisenstein". In Frl. Haust Sieger wird die „Rosalinde" eine reiz-nde Vertreterin finden, die sich mit ihrer wunderbar klangvollen Stimme sicher den Beifall aller gewinnen dürfte. Für den „Dr. Falke" wird Herr Alarich Werner mit seinen schönen Mitteln eintreten, ebenso Herr Carl Albert Mablau für den „Alfred" und von den hiesigen Kräften werden Frl. Serben als „Orlofsky" und Herr Becker als „Frank" ihre stimmliche Begabung in den Dienst der Sache fteH»n. Der beliebte Benefiziant hat sich den „Frosch" gewählt. welcher ihm reichlich Gelegenheit zur Entfaltung seiner Komik bietet. — Als Gesangseinlage ist zu erwähnen, daß Frl. Bella Siebert aus Frankfurt für ein Lied: „Jlbacio" von Arditi gewonnen wurde. Auch ein Bellet wird nicht fehlen, denn 8 hiesige junge Damen werden das von Herrn Tanzlehrer Sö'nlein einftubierte Menuett: „Frühlingserwachen" tanzen. Jedenfalls ist einer der amüsantesten Abende der Saison zu erwarten. Vorverkauf morgen Dienstag nachmittag van 4—5 Uhr.
■nmwaa^aaaacKFiwwBff*^^^ ■ hmii biiii■■■■»■— mann'lchen Liede „Wohlauf noch getrunken" der Teil: „Du grüben ihn Vögel bekannt überm Meer". Wir glauben, diese Stelle noch selten wärmer und gefühlsinnigkr gebirt zu haben als von Herrn Werner. Wir lernten die gesangliche Fähigkeit des Letzteren geleaenil ch des Oratorienv:rein8konzerles kennen vnd schätzen. Während die Tenorpartie in Schumanns „Paradies u. Per!" nicht ganz in den Rahmen seiner Stimme paß«, war Herr Werner am Samstag durch die Liedervoriräge so recht eigentlich auf seinem Platze. Sie begegneten lebhaftem Beifall. ?luch das VereinSmitglied, Herr Ferd. Liese, brächte das „Frühlingslied" von Becker stimmlich stön, im Vortrag ansprechend zur Gc-ltiing und erntete reichen Applaus.
Die Kapelle unseres Ulanenregi i enls unter Leitung des Herrn Musiksirigenten N r b a ch war an dem Abend mit Erfolg tätig. Ihre Vorträge, ganz vortrcflich gewählt, machten den besten Eindruck und wurden lebhaft applaudiert.
Alles in allem, der Liederabend der Tonblüte verlief in jeder Weise anregend, unierhaltend, ganz dem Wunsche des Herrn Vorsitzenden J. Bender enlsprechend, der in seiner Begrüßungsrede dem obigen Gedanken Ausdruck gab.
Möge der Verein, der nahezu 80 Sänger auf das Podium stellte, auch in Zukunft recht tätig sein; des Dankes und der Anerkennung, die ihm auch für den verflossenen Abend hier- n it gezollt sei, darf er sich versichert Hallen. Daß die gelungenen Aufführungen, namentlich die Chorsätze, ein wesentliches Verdienst des Herrn H. Appunn sind, soll hier noch besonders heroorgehoben werben.
Die städtische Bidliothek
Bangertstraße 2, erster Stock, ist Sonntags, Mitwochs und SamStags von 11 bis 1 Uhr zur kostenfreien Benutzung für das Publikuni geöffnet. — Gesamtkataloge sind zu 1.20 Mk., die neuesten Nachträge Nr. 15 und 16 zu je 20 Pfg. in der Bibliothek zu haben.