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Hanauer M Amelger
W-richMich 1,80 M?monatlich 60», für aus- ^ Stadt- und L-ndkrois H-nau 10» feie W
ALonnmtm mit dcm betreffenden Postaufschlag. V7 vWV<Wl gespaltene Petitzelle oder denn Raum, für SbSwLrtsLaWg*
Die einzelne Nummer kostet 10 » im ReklamenHeil die Zeile 25 », w -,.«»L^ « , Amtliches Organ fit Stadt- and Landkreis Kanan. * "5 *
Waisenhauses m Hanau. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- undFeiertage, mit belletristischer Beilage. ^krau..oSill. Redaktenr. G. Strecke. M Hauau.
Nr. 61
Fernsprechmschluß Nr. 605
Samstag den 12. März
FernspreKanschluß Nr. 605
1904
Amtliches.
Stadtkreis Oanau.
ßekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Arbeitsuchende in der Zeit vom 5.—1t. März 1904': 1 Aahrbirrsche, 8 Tagelöhner. Hanau den 12. März 1904. e
__________Städtisches Arbeitsamt. 4803
Konkursverfahren.
In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Juweliers Karl Nieolans in Hanau ist ein Termin zur Anhörung der Gläubigeroersammlung über Einstellung des Konkursverfahrens wegen Mangels einer den Kosten des Verfahrens entsprechenden Konkursmasse auf den 30. März 1904, vormittags 10 Uhr, anberaumt.
Hanau den 9. März 1904.
Königliches Amtsgericht 5. 4726
Hus Stadt und £and>
Hanan, 12. März.
Historische Gedenktage.
12. März 1562. Erneuerung der Exbeiniaung (Erbver- bruderung) Hessens mit Sachsen und Brandenburg.
13. März 1723 starb zu Cassel der Oberstleutnant de Ren- neville, welcher durch sein Buch Histoire de la Bastille den Grund zu dem allgemeinen Verrüfe dieses Schlosses legte, sodaß dasselbe einen bequemen Vorwand zum Anfänge der französischen Revolution abgab. Das Buch deS hessischen Oberstleutnants ist nichts weniger als authentisch oder historisch, aber es machte öffentliche Meinung.
13. März 1848 kam die zweite von Hanau nach Cassel geschickte Deputation wieder in Hanau an. — Der am 22. Februar vertagte kurhessische Landtag tritt wieder zusammen.
.* Hanauer Krieger-Verein. Am 24. Februar b. J. fand die Generalversammlung in der „Centralhalle" statt. Dieselbe wurde von dem stellvertretenden Vorsitzenden mit einem Kaiserhoch eröffnet und im Anschluß hieran erstattete derselbe den Jahresbericht. Diesem folgte der Bericht des
Feuilleton.
Konzert des Lchrcr-Söngcnhors.
Wiederholt verweisen wir auf das Konzert des Lehrersängerchores am nächsten Donnerstag, den 17. März. Wir kommen unserm Versprechen nach, noch einmal auf die Chöre die Aufmerksamkeit des Publikums zu lenken. Es sei bemerkt, daß sie sorgsam ausgesucht sind und dem Geschmack jedes Konzertbesuchers entsprechen werden.
v3n dem Podbertsky'schen Werk „Kaiser Karl in der Johannisnacht", wird dem Publikum ein kunstvoller, durch Innigkeit und Gefühlswärme, sowie durch Kraft und Feuer sich auszeichnender Chor mit voller Orchesierbegleitung zu hören Gelegenheit gegeben. Dasselbe gilt von dem „Frühlingsnetz" von Goldmarck. Auch diese prachtvolle Komposition wird mit Orchesterbegleitung aufgeführt. Viele werden sich noch der prächtigen Aufführung dieses Chores beim Frankfurter Gesangswettstreit erinnern I Daß der Lehrersängerchor den Volks- gesang pflegt, ist ja bekannt. Unter anderem singt er auch das ergreifende und tiefinnige Volkslied: .„Zu Straßburg auf der langen Brück", in der Bruno Hilpert'schen Aussetzung. Dieses Lied wurde unlängst seitens des Berliner Lehrergesangvereins vor unserem Kaiser gesungen und mit vielem Beifall von Sr. Majestät ausgenommen. Nicht unerwähnt soll gelassen werden, daß der Verein auch Schuberts „Nachthelle" nnt Tenorsolo, eine Komposition mit klassischem Geist und klassischer Form, zum Vortrag bringen wird. Zu einem Ka- vmettstück dürfte sich der Chor: „Das gestörte Ständchen", von Mozart, in dem Herr Waßmuth den prächtigen Baßsolo singen wird, gestalten.
In der Mitwirkung der Solisten ist in sofern eine kleine Aenderung eingetreten, als in Verhinderung deS Herrn Hensel, Herr Konzertsänger R. Fischer aus Frankfurt a. M. ein-
Die heutige Nummer
Kassierers. Hiernach betrug die Einnahme im Jahre 1903 5735.01 Mk., die Ausgabe 5573.04 Mk., sodaß das Vermögen 161.97 Mk. zugenommen hat. Die geringe Zunahme des Vermögens läßt sich darauf zurückführen, daß an Hinterbliebene an Sterbegeldern 982 Mk., an Unterstützungen 545 Mk., an sonstigen Begräbniskosten 444.57 Mk., in Summa 1971.57 Mk. gezahlt worden sind. Wenn die Kameraden die letzten Beträge in Betracht ziehen, so können alle mit der geringen Zunahme des Vermögens zufrieden sein, zumal der Verein seiner Verpflichtung, die Kameraden und Hinterbliebenen zu unterstützen, in jeder Weise gerecht geworden ist. Dem Kassierer wurde, nachdem die beiden Kaffen-Revisoren Bericht erstattet und nichts zu beanstanden gefunden hatten, Entlastung erteilt. Die Kameraden Fauerbach und Friedrich wurden als Vertrauensmänner wiedergewählt, ebenso Kainerad Schnitzer als Fahnenträger und Kamerad Dietrich als dessen Stellvertreter. Die aus dem Vorstände ausgeschiedenen Kameraden v. Buttlar, Koch, Neureutheru. Renner wurden wiedergewählt. Es folgte nun Aenderung des § 10 der Satzungen. Nach der bisherigen Fassung sicherte der Verein den Hinterbliebenen seiner Mitglieder ein Sterbegeld zu, gewährte ihnen also einen Rechtsanspruch und fiel unter das Privatversicherungsgesetz »om 12. Mai 1901. Den in diesem Gesetz gegebenen Bestimmungen hätte der Verein nicht genügen können, weshalb eine Aenderung dieses Paragraphen vorgenommen werden mußte. Nach der jetzigen Fassung wird den Hinterbliebenen, soweit die vorhandenen Mittel reichen, unter Ausschluß eines Rechtsanspruches eine Unterstützung in der seitherigen Höhe deS Sterbegeldes gewährt. Diese und noch weitere kleinere Aenderungen wurden einstimmig genehmigt. Bei dieser Gelegenheit wollen wir darauf.hirMM, -W. die Unterstützungen in Höhe von 30 bis 150 Mk. zur Bestreitung der Beerdigungskosten gewährt werden können, wenn die Wohlhabenderen zu Gunsten der weniger Bemittelten auf die Unterstützung verzichten, wie es seither schon der Fall war. Was der Verein seit seinem 30jährigen Bestehen inbezug auf Unterstützungen geleistet bat, beweisen die folgenden Zahlen:
Sterbegeld Begräbniskosten Unterstützungen Von 1873—1878: — Mk. 222.70 Mk. 743 Mk. „ 1879—1883: 420 „ 142.40 „ 510 „ „ 1884—1888: 510 „ 189.65 „ 297 „ „ 1889—1893: 950 „ 150.30 „ 420 „
„ 1894-1898: 1355 „ 265.75 „ 1373 „
„ 1899—1903: 2922 „ 1445.56 „ 2487 „
* Kunstittdustrie-Berein. Am nächsten Donnerstag den 17. März spricht als letzter Redner in diesem Winter der Schauspieler und Rezitator Emil W a l k o t t e aus Berlin. Es gelangen zum Vortrag „Die Weber" von Gerhart Hauptmann. Ueber die gleiche in Mühlheim gehaltene Rezi-
treten wird. Herr Fischer ist ein Schüler StockhausenS. Er hat in den größten Städten Deutschlands bereits mit großem Erfolg gesungen und dürfte auch in dem Konzert des Lehrer- sängerchsres selbst verwöhnte Ansprüche befriedigen. Herr Fischer wird die „Grals-Erzählung" aus Lohengrin von R. Wagner mit Orchesterbegleitung zum Vortrag bringen, außerdem durch Lieder von Schumann, Brahms und Wolf erfreuen. — Die Nachfrage nach Eintrittskarten ist sehr rege; es dürfte sich empfehlen, sich rechtzeitig in den Besitz von Eintrittskarten z i bringen.
Stadttheater in Hanan.
Hana«, 12. März.
Für diese Woche hatte der Spielplan unserer Bühne zwei Benefizabende aufzuweisen und zwar zum Vorteil der Damen Burchard und Werden, beide recht schätzenswerte Kräfte des dieswinterlichen Ensembles. Frl. Gertrude BurchardS Ehren- abend am Mittwoch gab Veranlassung zur Wiederaufnahme von Sudermanns Schauspiel „Heimat", das diesmal in durchweg neuer Besetzung in Szene ging. Von den Dramen des erfolgreichen Autors behauptet dieser noch immer seinen hervorragenden Platz, fesselnd in der Behandlung des aufgeworfenen Konfliktes als auch in der scharfen charakteristischen Prägung seines Personenbestandes. Bestimmend für die Wahl des hier sehr bekannten Sudermann'schen Stückes dürfte für Frl. Burchard wohl in erster Linie das Verlangen gewesen sein, sich dem Publikum an ihrem Vorteilsabend in einer hervorragenden darstellerischen Aufgabe zu zeigen, welche die Vorzüge ihres Gestaltungstalentes besonders stark hervortreten ließ. Und diese Absicht hat die Dame wohl erreicht, denn ihre Mazda war eine Leistung, der alle Anerkennung gespendet werden muß und die um so höher geniertet werden muß, als wir gerade in der Verkörperung dieser Partie eine lange Reihe von Jahren hindurch durch Frl. Brandow verwöhnt sind. Unter dem guten Eindruck ihrer Darstellungsweise wollen wir auch
umsatzt außer dem ltnterhaltuugsblatt 16 Seiten.
tation schreibt die „Rhein- und Ruhrztg." u. a. folgendes: „Kein Büchervortrag war es, sondern frisch aus dem be- wundernswerten Gedächtnis heraus ließ der Künstler das Drama vor uns erstehen und Szene auf Szene vor unserem geistigen Auge in ungeschminkter Naturtreue vorüberziehen. Der dies gehört hat, dem wird dieser Abend nie aus dem Gedächtnis entschwinden."
* Musikalischer Abend. Im hiesigen evangelischen Vereinshause findet morgen, beginnend 7Vr Uhr, ein musikalischer Abend statt, an welchem ihre gütige Mitwirkung zugesagt haben: Frau Busch, Frau S i e b e r t, Fräulein M. und H. Streich ert und Herr Will von hier. Herr Pfarrer Paschen aus Frankfurt a. M. wird eine Ansprache halten. Der Besuch der Veranstaltung kann umsomehr empfohlen werden, als einige schöne Stunden zu erwarten find und der Eintrittspreis sehr niedrig gestellt ist. Karten ä 40 Pfg., für Kinder 20 Pfg., find im evang. Vereinshause und bei den Mitgliedern des evang. Vereins zu haben. An der Kasse erhöht sich der Eintrittspreis für Erwachsene auf 50 Pfg., für Kinder auf 25 Pfg. Programms ä 10 Pfg. sind an der Kasse zu haben.
* Stadttheater» Wir weisen nochmals auf die morgen nachmittag bei halben Preisen in Szene gehende erfolgreiche Lustspiel-Novität: „Der blinde Passagier" hin. Es ist dieses die letzte Aufführung des überall mit so eminentem Beifall aufgenommenen Stückes und dürfte sicher ein volles Haus zu erwarten sein. — Sonntag abend geht, wie schon gemeldet, Schillers Tragödie „M arte S t n a r t" neu ein- studiert in Szene. Es erübrigt sich wohl, auf das bekannte herrliche Werk näher einzugehen. Es sei deshalb nur bemerkt, daß der Klassiker von Herrn Regisseur Fink aufs sorgfältigste inszeniert wurde und die Hauptrollen in den besten Händen liegen. Die „Maria" spielt Frl. Burchard, die „Elisabeth" Frl. Jirsack, „Leicester" : Hr. Merker, „Mortimer" : Hr. Becker, „Shrewsbury": Hr. Fink, „Burleigh" : Hr. Knauth, „Panlet": Hr. Römer, „Hanna": Fr. Wehn, „Margaretha": Frl. Jaida und „Melvil": Hr. Gehrmann. — Der Vorverkauf für beide Sonntagsvorstellungen findet heute Samstag von 4—5 Uhr an der Theaterkasse statt. — Benefiz Nauendorf. Ein ganz besonders interessanter Theaterabend wird am Mittwoch anläßlich des Benefizes für unsern beliebten jugendlichen Komiker und Bonvivant Herrn Hans Nauendorf bevorstehen. Strauß' entzückende Operette „Fledermaus" wird mit mehreren erstklassigen auswärtigen Gästen, worunter sich auch der erste Tenorbuffo des Frankfurter Opernhauses Herr H. Schramm befindet, einmalig zur Aufführung gelangen. Außerdem werden noch einige originelle Einlagen diese Vorstellung zu einer der amüsantesten in dieser Spielzeit gestalten, die das größte Interesse erwecken dürfte.
von kleinen Ausstellungen, die wir vielleicht machen könnten, absehen und hervorheben, daß Frl. Burchard ihrer Mazda alle die Eigenschaften gab, die diese Figur verlangt, besonders das stark ausgeprägte Selbstbewußtsein und die Skala der auf« und abwogenden Leidenschaften und seelischen Erregungen. Daß ihr natürliches sachgemäßes Spiel, das äußerlich durch vomehme Eleganz gut unterstützt wurde und dielebenswarmeAufführung lebhafte Anerkennung und reichen Beifall fand, braucht kaum besonders betont zu werden, ebenso daß Kranz- und Blumenspenden die gewohnten sichtbaren Zeichen eines Benefizabends nicht fehlten. Die weitere Besetzung der übrigen Rollen konnte nur zum Teil unseren Beifall finden. Für den Oberstleutnant Schwarze trat Herr Kanngießer vom Stadttheater in Frankfurt ein. Welche Absicht diesem Gastspiel zu Grunde lag, wissen wir nicht bestimmt, anzuerkennen sind die Fortschritte die Herr Kanngießer in seiner Kunst seit seiner hiesigen Wirksamkeit gemachthat. Herr N aue n do r f zeigte sich redlich bemüht, seinem Regierungsrat Keller die nötige Farbe zu geben und seine Darstellung hatte auch gute Momente, aber in der sicheren Ausgestaltung dieser Strebernatur fehlte doch zu viel, um die Besetzung rechtfertigen zu können; wir haben das Selens des Herrn Nauendorf in anders gearteten Aufgaben schätzen gelernt. Für den Selbstüberwinder, den klugen Pfarrer Heffterding trat Herr Merker mit Erfolg ein, der einfach und schlicht den Anforderungen des Charakters gerecht wurde und der eindringlichen Beredsamkeit der Rolle nach Kräften gerecht wurde. Fräul. Jirsack als Auguste, Fräul. U r b a n als Marie, Frau Wehn als Franziska, Herr Becker als Max, sowie die Träger der kleineren Rollen stellten zufrieden.
Auch Fräul. Verden hatte sich gestern zu ihrem Ehren- a&enb ein bekanntes Stück ausgesucht, das aber den Borzug hatte, seit einigen Jahren nicht au unserer Bühne aufgeführt zu sein. „Cornelius Voß", so lautet der Titel des lustigen Vierakters, dessen Erstaufführung zwar schon eine lange Reihe von Jahren zurückliegt, dessen gefälliger Inhalt aber