Erstes Blatt.
Mnauer U Ar
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Waljerchaufes in Hanau. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Verautwartl. Redakteur: E. SchreU « r in Hanau.
Nr. 238
FernsprechmMuß Nr. 605.
Tienstaa den 11. Oktober
Femsprechauschlnß Nr. 605.
1904
Hierzrt
„Amtliche Beilage« Nr. 16
Amtliches.
Landkreis Oanau.
JelMmimaMW.m des Königl. Landratsamies.
Nach Mitteilung des Königl. Landratsamtes in Geln- Haulen ist in der Gemarkung Änterreichenbach die Rotlanssenche (Backsteinblattern) und in der Gemarkung Oberreichenbach der Rauschbrand festgestellt worden.
Hanau den 10. Oktober 1904.
Der Königliche Landrat.
V 7094 I. A.: Conrad, Kreissekreiär.
Nach Mitteilung des Königl. Landraisamtes zu Gelirhausen sind in der Gemarkung Leisenw a lddieBacksteinblattern festgeflellt worden und in der Gemarkung Waldensberg die Rotlausfeuche (Backsteinblattern) erloschen.
Der Königliche Landrat.
V 7011 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Mit Bericktersiaitung auf die Verfügung vom 30. März
1899, V 3243, betreffend Ausräumung wässerungsgräben, ist noch eine Anzahl Gutsvorsteher rückständig.
Es wird daher an die Erledigung Vgung mit 14tägiger Frist erinnert.
Hanau den 6. Oktober 1904.
der Flut- und Bürgermeister
Ent- und
der genanten
Ver-
Der Königliche Landrat.
V 7005 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Mit den Vorarbeiten zur Veranlagung der Einkommensteuer für das Steuerjahr 1905 ist zu beginnen.
Wie ich schon unterm 29. September d. Js. (St. 6421) in Nr. 228 des „Anzeigers" bekannt gegeben habe, hat die Königliche Regierung zu Cassel die zur namentlichen Feststellung der Steuerpflichtigen erforderliche
Ausnahme des Personenstandes für die Einkommensteuer-Veranlagung auf
Donnerstag den 27. Oktober d. Js. angeordnet.
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher veranlasse ich daher, die Personenstandsaufnahme auf Grund der vorjährigen bei der Gegenwart erhaltenen Personenverzeichnisse, derAn- und Abmeldungen, Zu- und Abgangslisien vorzunehmen.
Bei der Aufnahme muß mit Genauigkeit verfahren werden. Namentlich ist zu beachten, daß nur solche Personen einer Familie zugezählt werden, welche einerseits als Familienglieder (Kinder, Pflegekinder oder sonstige den Haushalt teilende Verwandte) anzusehen sind und die andererseits nicht nach Maßgabe des Artikels 6 der Anweisung ein selbständiges Einkommen haben, durch welches sie wirtschaftlich vom Haushal- tungsvorsiaude unabhängig sind. Personen, bei welchen die letztere Voraussetzung zutrifft, sind daher stets besonders auszuführen, ohne Rückstcht darauf, ob sie volljährig sind und ob sie im Hause des Familienhauptes wohnen und beköstigt werden oder nicht.
Die Spalten 4—11 a des Verzeichnisses müssen sorgfältig ausgefüllt werden. Bei jedem Namen ist in den Spalten 4 bis 7, gesondert nach den ans den Köpfinschriften ersichtlichen Merkmalen, die Zahl der Haushallungsangehörigen (Artikel 6) auszuführen, einschließlich derjenigen, welche behufs ihrer Ausbildung als Lehrlinge, Schüler, Studenten U. s. w. auswärts unterhalten werden.
In Spalte 6 ist die Anzahl derjenigen Angehörigen nach- zuweisen, welche am bevorstehenden 1. April daS 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben werden. Personen, die bis dahin das 14. Lebensjahr überschritten haben, sind in Spalte 4 bezw. 5 zu berücksichtigen, sofern nicht ihre besondere Aufführung im Verzeichnis bedingt ist.
Vor Ausfüllung der Spalte 9 ist insbesondere in jedem einzelnen Falle genau zu prüfen, ob die Zensilen nicht ein Einkommen von mehr als 900 Mark haben. Der Abzug für Kinder unter 14 Jahren darf bei Prüfung dieser Frage nicht in Betracht gezogen werden. Jnsasten von Avmeu- Häussru und ähnlichen öffentlichen Anstalten sind ohne namentliche Angabe summarisch aufzunehmen.
Zum Personenverzeichnis ist das mit der Gemeindesteuer- liste vereinigte Formular zu verwenden.
Die Bescheinigung auf dem Titelblatt des Personenverzeich- nisses bezw. der Gemeindesteuerliste ist auf den 27. Oktober MLUstelleu.
Es ist in Erfahrung gebracht worden, daß in verschiedenen Gemeinden des Kreises Personen, welche ein selbständiges Einkommen aus Gewerbebetrieb, aus Arbeit oder anderer Gewinn bringender Tätigkeit außerhalb der Wirtschaft oder des Gewerbes des Haushaltungsvorstandes haben, entgegen der Borschrift im Artikel 6 der zit. Anweisung, im besteuerten Haushalt der Eltern aufgeführt und daher nicht zur Steuer herangezogen worden sind.
Ich ersuche die Herren Bürgermeister, sich genau an die Bestimmungen im Artikel 6 zu halten und derartige Personen mit selbständigem Einkommen in der Gemeinde- bezw. Staatssteuerliste auch selbständig zu veranlagen selbst aus die Gefahr hin, daß etwa die Eltern, welche nur durch die Hinzuweisung eines Teiles des Verdienstes der Kinder staatssteuer- pflichtig geworden waren, wieder steuerfrei werden.
Hanau den 8. Oktober 1904.
Der Vorsitzende
der Einkommensteuer-Beraulagungs-Kommifsion
für den Landkreis Hanau.
St. 6652 I. V.: v. Schrieben, Reg.-Assessor.
Stadtkreis Banau. BetmnUimchmlM des Ob^rbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Ein Betrag von 10000 Mk. aus Stiftungsmitteln ist sofort als erste Hypothek zu 4’/o anszuleihen.
Hanau den 11. Oktober 1904.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus.
19031
Bekanntmachung.
Das Proviantamt setzt den freihändigen Ankauf von Roggen, Hafer, Wiesenheu und Roggenstroh diesjähriger Ernte zu den gangbaren Tagespreisen fort.
Es werden selbst die kleinsten Mengen, Roggen jedoch nur in Waggonladungen zu 10 oder 15 Tonnen, angenommen. Die Einlieferung der Naturalien kann ohne vorherige Anmeldung an jedem Wochentage von 8—12 Uhr vormittags und von 2—4 Uhr nachmittags erfolgen.
Hanau den 6. Oktober 1904.
Königliches Proviantamt. v 7046
Hus Danau Stadt und Cand»
Hanau den 11. Oktober.
Historische Gedenktage.
11. Oktbr. 1599. Kirchenvertrag zu Herborn zwischen Hanau - Münzenberg, Nassau, Wied, Witgenstein und Solms-Braunfels, nach welchem in diesen Landen eine gemeinsame Kirchenleiiung, durch sogenannte Kommuni- kationstage, eingerichtet werden sollte. Es war das ein anerkennenswerter Versuch, aus dem Territorial- Kirchen- wesen sich zu retten, aber es blieb das Unternehmen auch nur ein Versuch.
11* Oktbr. 1746, Teilnahme der Hessen an der 'Schlacht bei Rocour.
11. Oktbr. 1761 starb zu Marburg der Generalmajor und Feftungskommandant von Mardeseld, welcher 1668 an demselben Tage und in derselben Stunde (zu KöSke in Pommern) war geboren worden, nachdem er dem Hause Hessen-Cassel 62 Jahre gedient hatte.'
11. Oktbr. 1846 wurde die österreichische Linie der hessischen Familie Ries (zum Teil in Hessen als Nieß von Scheurenschloß in den Adelstand erhoben) in den österreichischen Freiherrnstand erhoben.
* Gtadttheat-r. „Großstadtluft", Blumenthal und Kadelburgs hübscher Schwank gelangt morgen Mittwoch neu einstudiert zur Aufführung. Das bekannte und beliebte Stück, hat stets die größten Erfolge erzielt und erübrigt es sich auf die Vorzüge desselben näher einzugehen; bei guter Rollen- besetzung und fleißiger Neuinszenierung wird auch diesmal der lebhafte Verfall nicht ausbleiben.
Gesangvereins „Snmser". Nachdem nun das endgültige Programm für das am Donnerstag den 20. d. M. stattfindende Konzert festgestellt ist, können wir uns heute etwas damit beschäftigen. Als erster Chor er- scheint die prächtige, stimmungsvolle Schubert'sche Komposition: „Nachtgesang rm Walde" mit Hörnerbegleitung, weiterhin folgen zwei kleinere Chöre: „Das alte Lied" von Gustav Wohl- gemuth, dem bekannten Leipziger Chormeister, und: „Am - Rheins von E. Humperdinck. Als Mittelpunkt der chsristi-
schen Leistungen dürfte die Aufführung des Hegar'schen Chors: „Kaiser Karl in der JohanniSnacht", gelten, eines äußerst schwierigen Opus von hohem musikalischen Wert mit kunstvollem Aufbau und packender Wirkung. Das Volkslied wird durch zwei seiner schönsten: „O wie Herbe ist das Scheiden" und „Wohin mit der Freud", vertreten sein; den Schluß bildet: „Hei, lust'ger Ritt durchs Waldgeheg" von W. Sturm. Frau B. Kernic wird die Arie der Frau Flut aus der Oper: „Die lustigen Weiber von Windsor" sowie einige hüb- sche Lieder zum Vortrag bringen, Herr Hugo S ch l e - M ü ll e r erfreut uns mit einer Anzahl ausgesuchter Cello-Kompositionen. Es steht also ein interessanter Konzertabend bevor unb wir wollen hoffen, daß das Hanauer musikliebende Publikum den Verein, der alles aufgebeten hat, den Abend zu einem recht genußreichen zu gestalten, durch zahlreiches Erscheinen unterstützen wird.
* Generalversammlung. Freitag den 7. Oktober hielt das Komitee zur Unterstützung der hiesigen Barmherzigen Schwestern im Gasthaus „zum goldenen Löwen" seine diesjährige Generalversammlung ab. Nachdem die Herren Sommer und Weismüller die Rechnung geprüft und richtig befunden hatten, wurde dem Kassierer Herrn Gottfried Reinhardt, mit dem Ausdruck des Dankes, Entlastung erteilt. Die Jahresrechnung wurde mit einer Einnahme von 1364,30 Mk. und einer Ausgabe von 1234,07 Mk., also einem Kassenbestand von 130,23 Mk. abgeschlossen. Nachdem der alte Vorstand einstimmig wiedergewählt war, sprach der Vorsitzende, Herr Linn, den Wohltätern den gebührenden Dank au8. — Die segensreiche Tätigkeit der barmherzigen Schwestern verdient auch diesmal wieder unsere Anerkennung. Es wurden vom 1. Oktober 1903 bis dahin 1904 129 Kranke gepflegt und zwar in 250 Tagespflegen, 506 Stundeupflegen und 703 Nachtwachen. Es sei deswegen der edle Zweck, den» das Komitee verfolgt, dem Wohllätigkeitssinn unserer Mitbürger von neuem warm empfohlen. Mögen neue Wohltäter die Lücken ausfüllen, welche durch Tod oder Wegzug in den Reihen der Mitglieder des Vereins entstanden sind! Die Schwestern werden sich dankbar erweisen und mit Eifer weiterwirken, zum Besten der Armen und Kranken, ohne Unterschied der Konfession.
* Sportliches. Man schreibt uns: Vergangenen Sonntag fand wiederum ein Fußballwettspiel in der Vorrunde um die süddeutsche Meisterschaft auf dem bekannten Sportplatz des 1. Hanauer Fußballklubs 93 an der „schönen Aussicht" statt. Es traten sich der 1. Hanauer Fußballklub 93 und Fußballklub „Viktoria". Hatte man sich auch die Zeit her an die Riesensiege der Schwarz-weißen (Hanauer Fußballklub 93) gewöhnt, so sah man doch mit einer gewissen Spannung dem Ausgange des Wettspiels entgegen, umsomehr, als sich „Viktoria" mit der allerdings sehr trügerischen Hoffnung trug, das Feld mit einem Siege zu verlassen. Das Spiel begann um 31/* U^r mit einem Anstoß der „Schwarz-weißen", die auch im ganzen Spiel eine gewisse Ueberlegenheit zeigten dank ihres schönen Zusammenspiels. Es führte dies auch bald zu einem Erfolg, indem der linke Außenstürmer ein Äoal für seine Farben trat. Doch war nun auch „Vitioria" nicht müßig und bald mußte auch der Hanauer Fußballklub 93 den Ball in seinem Heiligtum sehen. Doch mit des Geschickes Mächten ist kein ewiger Bund zu flechten. „Viktoria" wurde immer mehr eingeschlossen und durch einen prachtvollen Schuß des Halblinken Stürmers reißt 93 die Führung an sich. Trotz der nun sehr unfairen Spielweise der Viktorianer müssen sich dieselben beim Schlußpfiff mit 5:1 geschlagen geben. Man hatte öfters schon Gelegenheit, den Hanauer Fußballklub „Viktoria" spielen zu sehen, und es hat sich auch durch dies Wettspiel wohl bei allen vernünftig denkenden Zuschauern die Ueberzeugung Bahn gebrochen, daß der Fußballklub Viktoria es sich geradezu zum Privilegium gemacht hat, möglichst durch die rohe Entfaltung der Körperkräfte und weniger durch Geist und Ueberlegung im fairen Sinne den Sieg mit Gewalt an sich zu reißen. Es ist dies sehr traurig, wenn man bcdenkt, wie viel Zeit es gekostet hat, um das schöne Fußballspiel als gesunden, anregenden Sport in weiteren Kreisen einzuführen. Was durch die Vertreter des wirklich schönen, idealen Fußballspieles mühsam unter riesigen Opfern aufgebaut wird, reißt ein einziger Tag im Sinne der rohen Spielweise wieder nieder. Hoffen wir, daß „Viktoria" von nun an sich eines fairen Spieles befleißigen möge, auf daß der Fußballsport auch hier in unsrer Vaterstadt auf eine unerreichte Höhe gelange und daß in jedermanns Brust die Ueberzeugung Platz greife: das Fußballspiel ist ein gesunder anregender und vor allen Dinge eilt idealer Svort. " ' , f
V Statistisches. Im Monat Septbr E
in Hanau lebend geboren 99 Kinde!, 38 ^na ~ . Mädchen. — Gestorben sind, mit Ausschluß von I Totge bereiten, 37 Personen, 18 männlichen und 19 wetöh^en ®e- schlechts, darunter 12 Ortsfremde. Für die Stadt selbst biet«