Erster Blatt
W-rteljShrlich 1,80 Mk/m°nallich 60 $fg„ für aus- Für Stadt- und Landkreis H-ncm 10 Wg. die fünf» wältige Abonnenten mit dem betreffenden Postmisschlag. W W'#' W V v'W ▼ gefpaltenxPeütM oder deren Raum, für Auswärts 1Z Psg., Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg. im Rcklamentheil die Zeile 25 Pfg^
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Rr. 60.
Ferns'rechanWuß Nr. 005.
Areitay den 11. März
FernsprechmWuß Nr. 605.
1904
Amtliches.
Stadtkreis Danau.
Oelanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Die Arbeiten zur Herstellung eines gemauerten Kanals 60/110 in der Freigerichtstraße sollen öffentlich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen liegen im Stadtbauamte, Marktplatz Nr. 14, Zimmer Nr, 19, während der Dienststunden zur Einsicht aus und können von dort bezogen werden.
Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zu dem auf Samstag den 19. März, vormittags 11 Uhr, festgesetzten Eröffnungstermin einzureichen.
Hanau den 10. März 1904.
Das Stadtbauamt.
Schmidt. 4694
Bekanntmachung.
Die Arbeiten zum Einbauen von 39 Stratzensink kästen in der Freigerichtstraße sollen öffentlich verdungen »erden.
Die Verdingungsunterlagen liegen im Stadtbauamte, Marktplatz Nr. 14, Zimmer 19, während der Dienststunden zur Einsicht aus und können von dort bezogen werden.
Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Ausschrift versehen bis zu dem auf Samstag den 19. März, vormittags 11 Uhr, festgesetzten Eröffnungstermin einzureichen. Hanau den 10. März 1904. ' .
Das Stadtbauamt.
Schmidt. 4695
Gefundene ob verlorene Gegenstände rc.
Gefunden: 5 Pfennig bar, 1 silberne Zylinderuhr mit Schlüsselaufzug.
Verloren: 1 rotbraunes Portemonnaie mit ca. 170 Mark (bestehend aus 1 Hundertmarkschein, 60—70 Mk. in Gold und etwas Kleingeld.)
Hanau den 11. März 1904.
Aus Stadt und £and,
Hanau, 11. März.
Historische Gedenktage.
11. März 1529. Stiftung des Stipendiums zu Marburg, welches Vorbild für die spätere und noch jetzt blühende theologische Anstalt in Tübingen (das Stift) wurde, und auch in Marburg lange Jahre mit Erfolg bestand, bis in der Franzosenzeit nach dem Abbrecheu des Stipendiatengebäudes das Zusammenleben, und endlich in der Zeit der großen Worte und kleinen Taten, am 11. Februar 1849, auch das Zusammenessen der Stipendiaten aufgehoben, also die Gemeinschaft der Studierenden, auf die es bei der Stiftung ankam und bei der Erhaltung derselben angekommen sein würde, völlig zerstört wurde.
11. März 1818 starb zu Darmstadt, 89 Jahre alt, die Prinzessin Marie Louise Albertine von Hessen-Darmstadt, Witwe des Prinzen Georg, geborene Prinzessin von Leiningen-Heidesheim, Mutter von 9 Kindern, von denen sie 24 Enkel, 56 Urenkel und 11 Ururenkel erlebte, mit Einschluß der Schwiegerkinder 122 Häupter, die sie Mutter nennen durften, in zwei kaiserlichen, vier königlichen, zwei großherzoglichen und vier fürstlichen Familien.
11. März 1848, Verkündigung des Kurfürsten, die im März 1848 gewöhnlichen Konzessionen enthaltend („die Märzerrungenschaften").
Orffentttche Sitzung der Stadtverordneten- uersammlung
vom 10. März 1904.
Anwesend die Herren: Küstner, Vorst.-Stellv.; Ankamm, Baader, Bonn, Craß, Eberhard, Förster, Glaser, Dr. Heraeus, Heydt, Hoch, Hock, Holm, Jost jr., Koburger, Kreuter, Ott, Petcier, Reis, Spatz, Schroeter, Schwabe, Steinheuer, Stübing, Keusch, Voltz. Dr. Wagner, Wohlsarth und Wolff.
;~om Magistrat: die Herren Oberbürgermeister Dr. Gcbe- ichus und Erster Beigeordneter Bode.
Mandatsniederlegung.
Vorsteher-Stellvertreter Küstner verliest ein Schreiben des ^'°dlv. Lucht, worin dieser mitteilt, daß er sich aus Gesund- Heusrucksichten gezwungen sehe, sein Stadtv.-Mandat nieder
zulegen. Herr Lucht war von 1893—1898 Mitglied des früheren Gemeinde-Ausschusses, von da au Mitglied der Stadt».- Versammlung.
EnteignungSrecht über das Hafengelände.
Stadtv. Spatz berichtet, der Magisirat habe beschlossen, das Enteignungsrecht für daS in den projektierten Hafen nebst seinen Nebenanlagen und in seine zukünftige Vergrößerung fallende Gelinde zu beantragen. Das Enteignungsverfahren werde schon deshalb notwendig werden, weil ein Teil der Besitzer ohne das Verfahren überhaupt nicht verkaufen dürfe; andere Anlieger hätten betr. ihrer zukünftigen Forderungen den Mund bereits so voll genommen, daß sich voraussehen lasse, man werde ohne Zwangsverfahren nicht auskommen. Der Vorlage wird ohne Debatte zugestimmt.
Die Kähler'sche Privatschule.
Es wird beantragt: „Ueberlafsung eines zwischen dem Fischerhüttenweg und der projektierten Uferstraße belegenen, etwa 1000 qm großen Eckgrundstücks für 3 Mk. pro qm an die Kähler'sche Privat-Mädchenschule". Stadtv. W o h l f a r t h berichtet, Fräul. Kähler sei aufgegeben worden, das jetzt von ihr bewohnte Gebäude entweder zu kaufen oder am 1. Oktober auszuziehen, wodurch das Fortbestehen der von ihr geleiteten Privat-Mädchenschule erheblich gefährdet werde. Einige Herren hätten sich nun dafür verwendet, daß die Schule, deren Fortbestehen aus finanziellen Gründen auch im Interesse der Stadt liege, erhalten bleibe. AuS dem zur Verlesung gebrachten Schreibe» dieser Herren geht > hervor, daß dieselben bereit sind, der Schulleiterin gegen eine angemessene Miete ein neues Schulgebäude, da das alte ungeeignet ist, zur Der- sügurig zu stelle^ wenn die. Stadt durch bMge Hergabe deS betr. Bauplatzes und Darleihung von Baukapital in Höhe der Hypothek zum Zinssatz von 3,6 °/o das gemeinnützige Bestreben unterstütze. Als Bauplatz sei ein der Stadt gehöriges Grundstück von rund 1000 qm am Fischerhüttenweg in Aussicht genommen. Die betr. Herren sind bereit, das Grundstück gegen eine dem Zweck entsprechende Vergütung in Eigentum zu übernehmen, gegen die Verpflichtung, Haus und Grundstück, wenn eS zu Schulzwecken nicht mehr benötigt werde, der Stadt gegen Ersatz der aufgewendeten Kosten zu überlassen. Die Baukommission empfiehlt das oben bezeichnete Grundstück zum Preise von 3 Mk. pro qm abzugeben und ein Baugelddarlehen in Höhe der ersten Hypothek zu dem Zinsfuß zu bewilligen, der die Selbstkosten der neuen Stadtanleihe (3,8 °/o) decke. Redner empfiehlt im Auftrag der Finanzkommission Zustimmung mit der Begründung, daß für den Fall des Eingehens der Privatschule die Stadt sogleich 113 Kinder unterbringen müsse, woraus sich das Interesse der Stadt an der Erhaltung der Schule ergebe. Der billige Preis von 3 Mk. ist deshalb angemessen, weil das Grundstück im Hoch- wassergcbiet gelegen ist und vor seiner Benutzung erhebliche Aufwendungen für Auffüllung rc. erfordert. Andere Grundstücke in dortiger Gegend sind mit 2.50 Mk. pro qm taxiert worden. Nachdem Redner auf Anfrage des Stadtv. Hoch noch nähere Auskunft über Lage, Größe rc. des dortigen Terraius gegeben, ent pinnt sich über die Vorlage eine sehr hitzige langwierige Debatte. — Stadtv. Kreuter erklärt zunächst, daß er der Vorlage durchaus ablehnend gegenüberstehe. Das mit der Taxation sei so eine eigene Sache; wenn man jemand wohl wolle, könne man einen Preis finden, der genügend erscheine, bei näherem Ziehen aber das Gegenteil von dem sei.' Die Stadt bemühe sich fortgesetzt, Grund zu erwerben, hier wolle man ihn ohne Not fortgeben. Man könne nicht wissen, wie die Stadt das Terrain selbst einmal brauchen werde. Er sei aber auch aus prinzipiellen Gründen Gegner der Vorlage. Die Stadt habe gar keine Veranlassung, sich hier so entgegen« kommend zu zeigen, wenn die Schule nicht aus sich selbst be- stehen könne, dann möge sie einfach eingehen. Er sei überhaupt ein Gegner derartiger Abzweigungen von Schulen, die nur geeignet sind, den Kastengeist zum Ausdruck zu bringen. — Stadtv. Voltz vertritt dieselben Grundsätze und fügt noch hinzu, der Bauplatz wäre zu dem angesetzten Preise geschenkt. Es sei das der schönste der der Stadt gehörigen Bauplätze, wenn den betreffenden Herren die Sache so lymphatisch erscheine, würden sie auch noch einen andern Platz finden können. — Berichterstatter Wohlfahrt betout demgegenüber, daß die in Frage kommenden Herren lediglich im Interesse der Stadt zu handeln glaubten, wenn sie sich für daS Fortbestehen der Schule verwendeten. — Stadtv. Wolff schließt sich den Ausführungen des Herrn Kreuter an. Die fragt Schule bedeute ein Konkurrenzunternehmen gegenüber den'städt. Schulen, das nur geeignet sei, den Kastengeist zu pflegen. Redner glaubt nicht, daß bei evtl. notwendig werdender Einverleibung der 113 Kinder in die höhere Töchterschule durch Schaffung von Parallelklassen und Anstellung neuer Lehrkräfte neue Lasten für die Stadt erwachsen werden. — Stadtv. Spatz
führt aus, diejenigen Herren, die sich ablehnend verhalten' sagen damit, sie wollen eine neue höhere Töchterschule und die damit verbundenen neuen Lasten, denn das ist die einfache Folge. Mit dem Wert des Platzes sei es nicht so schlimm, er wisse d-r Stadt einen Platz, der erheblich vorteilhafter für sie sei. — Stadtv. Hoch fragt, wie der Magistrat dazu komme, der Stadtv.-Versammlung eine Vorlage zu unterbreiten, die mit unwahren Behauptungen begründet sei. Es sei nicht wahr, daß es sich um wertloses Terrain handle, ihm sei mitgeteilt worden, 15 Mark pro qm wäre der Mindestpreis. Wir hätten gar keine Veranlassung, für einige wenige reiche Familien städtischen Boden zu verschenken. Redner ergeht sich in heftigen Ausfällen gegen den Magistrat und zitiert frühere Debatten über Schulgeldfragen, in denen behauptet wurde, wir könnten wegen der Kählerschule mit dem Schulgeld nicht hinaufgehen, da sonst die Kinder dorthin gingen. — Oberbürgermeister Dr. G e b e s ch n s erwidert, Herr Hoch baue seine Entrüstung auf untergeschobene Tatsachen. Es ist kein Wort davon gesagt worden, es handle sich um wertloses Terrain; es soll dann weiter absichtlich verschwiegen worden sein, daß Privatleuten gehörende Nachbargrundstücke um einen bedeutenden Preis verkauft worden sind, davon höre er heute daS erste Wort. Die Sache liege doch einfach so, daß das Ersuchen um Ueberlassung des fraglichen Bauplatzes deshalb an die Stadt g°richtet wurde, weil die übrigen zur Verfügung stehenden Bauplätze alle zu weit entfernt lagen. Die Sache ging an die Baukommission, welche eine begutachtende Stellung einzunehuren hat und die den Plan billigte. Der Magistrat habe sich zustimmend geäußert, weil auch die der Bau- kommission angehörenden Mitglieder der Stadtverordneten- Versammlung die Vorlage billigten. Der Zweck des Verhaltens des Magistrats war, die Stadt vor ganz erheblichen neuen Lasten zu bewahren. Es sollte niemand etwas in die Tasche geschoben werden, sonder» lediglich die Schonung der finanziellen Leistungen der Stadt war maßgebend. Von der ganzen großen Aktion des Herrn Hoch bleibe gar nichts übrig. — Stadtv. Wohlfarth: Des Pudels Kern ist doch der: Bewahren wir die Stadt vor einer großen Ausgabe, wenn wir das Grundstück zu einem mäßigen Preise an das Konsortium abgeben: Ist diese Frage zu bejahen, dann haben wir indirekt ein Geschäft gemacht. — Stadt». Schroeter macht hiernach darauf aufmerlsam, daß nach dem Ausweis von 1903 319 Schülerinnen die höhere Töchterschule besuchten, kämen durch das Eingehen der Kählerschule die 113 Schülerinnen derselben hinzu, dann werde die Schaffung von 6 Parallelklassen, also auch die Anstellung einer ganzen Reihe von Lehrkräften und eine neue Töchterschule notwendig. — Stadtv. Wolf erklärt, daß er nach dielen Darlegungen seine Ausführungen von vorhin allerdings bedeutend ein'chränken müsse. — Stadtv. Eberhard glaubt, das finanzielle Interesse der Stadt erheische es, das Fortbestehen der Kählerschule zu ermöglichen. Er schlage deshalb vor, eine Schätzung der Ortstaxaloren über das fragt Grundstück einzuholen und von Magistrat einen Ueberschlag über die Kosten bei Verlegung der jetzt dort befindlichen Stadtgärtnerei zu verlangen. Bis dies geschehen, solle man die Vorlage zurückstellen. — Oberbürgermeister Dr. Gebeschus findet, daß nachdem auch Herr Wolff seine Ansicht von vorhin revidiert, es sich allmählich herauS- stelle, daß der Magistrat mit seiner Stellungnahme recht hatte. Gegenüber einem Vorwurf des Stadtv. Hoch betont Redner, der Magistrat bemühe sich, so ehrlich wie möglich zu sein. — Stadtv. Hoch bringt einen Antrag ein, den Magistrat zu ersuchen, dieser möge in Zukunft seinen Vorlagen, welche bie Baukommission pa siert haben, eine kurze Begründung beigeben. Der Antrag wird zurückgestellt. — Stadtv. Dr. Wagner glaubt, die Teilung der fraglichen Klassen werde bei geringer Vermehrung der Schülerinnen der Töchterschule doch bald notwendig werden. Die Erbauung einer neuen Schule stehe als» in kurzer Zeit doch bevor und wir hätten dann beim Fortbestehen einer Privatschule nur zu befürchten, daß die Klaffen nicht genügend gefüllt seien. Das Eingehen der Schule könne uns also nur recht sein.
Bei der Abstimmung wird hierauf der Magistratsantrag mit 17 Stimmen (bei 29 Anwesenden) abgelehnt.
Haushaltspläne für R.-J. 1904.
Stadtv. Schwabe berichtet über denHaushaltsplandes Gaswerks, der, in Einnahme mit 648 000 Mk., in Ausgabe mit 510 000 Mk. abschließt. Der an die Stabs fasse abzugebende Überschuß belauft sich demnach auf 144 000 Mk. Dtadtv. Dr. Wagner bringt einige Wünsche vor, die darauf hinausgehen, bei zukünftigen Aufstellungen deS Etats mehr die wirtschaftliche Lage in Betracht zu ziehen und eine technische Revision vorzunehmen, um festzustellen, ob sich nicht eine größere Ausbeute an Gas erzielen lasse. — Stadtv. Craß ersucht dafür Sorge zu tragen, daß für auswärts