«zugS-rek»r
viertchährüch 1,80 M., monatlich 60 Pfg., für ct» WÜrÜ-e Abonnenten mit dem betreffenden Postauffchlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
-druckt uud verlegt in der Buchdruckerei bei vereis. «, Waifeahause- iu Hauau.
Amtliches Organ für Mt- und LanLKreis Ham».
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
LisrLcksszSgebühe
Für Stadt» uud LwLKri» Hauau 10 Wg. die fünf« ßtipültuie Petitzeile oder deren Raum, für Aus wärt-15 Pfg., in Keüameucheil die Zecke 26 PsG, für Auswärts 3b
Verantwort!. Rwakteurr 6. Schrecke? m Hasan.
Ar. 288 Fernsp eckan^luß Nr. 605»
Erdfern ben 9. Dezember
fFerns.rechavschluß Nr 605. 1904
Hub Danau Stadt und Cand.
Hanau den S. Dezember.
Historische Gedenktage.
H. Dezbr. 1562 starb der letzte Graf von Rittberg, Johann II., Lebensmann von Hessen. Ueber die Erbschaft und Lehensnachfolge erboben sich sehr verwickelte und 166 Jahr lang dauernde Streitigkeiten. Erben der Riitberg wurde diejenige Linie des Grafen Kaunitz, welche später in den Fürstenstand erhoben wurde und die deshalb den Namen Kaunitz-Rittberg annahm, auch zu den hessischen Vasallen zählte, aber gegen die Hälfte des vorigen Jahr- bunderl s aus gestorben ist.
9. Dezbr. 1640. Besitznahme der Aemter Rodenberg usw. von Seiten Reffen * Cassels nach dem Tode des letzten Grafen von Schaumburg.
9» Dezbr. 1785. Aufhebung des Loit» in Hessen - Casstl, eines der verderblichsten Institute, welche von Landgraf Friedrich IL gegründet worden waren, und welches deshalb von Landgraf Wilhelm IX. gleich nach seinem Regierungsantritt unterdrückt wurde. Ein Ueberbleibsel des Lotto erhielt stch übrigens bis zum Jahre 1840 in Ober- hessen in dem Namen der, zum Einsatz in das Lotto gebrauchten, doppelten Hessenalbus, welche Landgraf Friedrich prägen ließ: Mise (d. h. Einsatz).
♦ Kirchliches. Bei der Einweihung der neuen evange- Wen Kirche in Queuleu-Metz, welche in nächster Woche stat'-. Met, wird Herr Generalsuperintendent Dr. theol. Pfeiffer zu Cassel die Festpredigt halten. Da derjuve als Vorsitzender des Hessen Casselschen Hauptve>"'inZ' der Gustav Adolf-Stiftung auch Mitglied des Vorlandes des deutschen Zentralvereins ist, wird er letzteren bei genanntem Feste zu vertreten die Ehre haben.
* Stadttheater. Auf die heute stattffndende Aufführung von Sudermann's hervorragendem Werk: „DaS Glück im Winkel" machen wir besonders aufmerksam. Die Hauptrollen liegen in den Händen der Herren Zeitz, Merker, Rimer und Schneider, sowie der Damen Helliot, llrban, Wehn und di Ranucci. — Am Sonntag gelangt die wirkungsvolle lustige Poste: Ein Blitzmädel", von Carl Costa zur Aufführung. Das mit prächtigem Humor verfaßte Werk w-rd sickerttch allgemeinen Anklang finden.
* Jubiläum. Heute feiert Herr Wilh. Habedank sein 2bjähriges Dienstjub''Sum als Neichsbankbeamter.
* Immer gut deutsch! In Frankfurt sieht man z. Zi. einen statil chen Neubau an der Zeil sich erheben. Es wird w!eder ein Warenhaus. Und in Riesenlettern prangt an dem außen beinahe fertigen Bau die Aufschrift: „Grand Bazar.“ Hoffentlich findet dieses Beispiel Nacheiferung, sovaß man nächstens nur noch französische Firmenschilder in Frankfurt findet. Dann laufen aber hoffentlich auch nur noch Franzoftn in den Frankfurter Geschäften und die Frankfurter gehen nach Hanau zum Einkauf.
FC. Von der Ronneburg. Ende Juli b. Js. sah sich der Besitzer der Ronneburg, Fürst Friedrich Wilhelm zu Wenburg und Büdingen in Wäcktersbach veranlaßt, die Burg Ronneburg, ein Ziel vieler Wanderer und Archäologen, wegen Bau,älligkeit zu schließen. Eine Kommission aus staatlichen und standesherrlichen Beamten, darunter Professor Dr. Wolbe- Darmstadt als Denkmalspsteger, besichtigte darauf Mitte August auf Veranlassung des Fürsten daS interessante Denkmal aus längst vergangener Zeit, um Vorschläge über die zunächst vor» zunrbm-nden Renovationen an und in der Burg zu machen. ES wurde beschaffen und nunmehr genehmigt, im Frühjahr 1905 die foloenben dringlichsten Erhaltungsarbeiten im Vorhof her Burg zunächst auszu'ühren. Im runden Eckiurm, der renoviert wird, sollen zwei Zimmer hergerichtet, für das obere Zimmer eine besondere Treppe angelegt werden. Der ssge- nannte unterkellerte 42 Meter lange Stall, über dem sich einst die Troßwohnlingen befanden, soll mit einem .Schutzdach ver» sehen und zu einem Restaurationsravm mit Küche eingerichtet, der 84 Meter tiefe interessante Brunnen zur leichteren Wasser- deichaffung mit einem Doppeleimeraufzug mit Kubrelwelle ver- sthen werden. Der Weg zur inneren Burg wird eine Holz- daniäre erkalten und die Psörtnerwohnung wird restauriert. Zur Ausführung dieser Renovationen werden rund 7000 M. ausgewendet.
„, * Schutz der heimische»» B-g-lwelt. Unsern lieblichen Sängern in Feld und Wald wird ihr Da'ciN immer wehr erschwert. Einmal ist es das Verschwinden der natürlichen Nichtgelegenheiten, zum andern sind es aber auch die ^Uzelsänger, die durch Ausübung ihreS traurigen Gewerbes die Reihen gerade unserer nützlichsten Bogelarlen immer mehr l^ten. Der enorme Schaden, der dadurch der Natur in
zweierlei Hinsicht zugefügt wird, liegt auf der Hand, denn eS wird mit ihnen nicht nur der einzige wirksame Feind alles Ungeziefers ausgerotlet, sondern auch noch das letzte Stückchen Poesie, das der Naiur in der Umgebung der steinernen Häuftrmeere, genannt Großstädte, geblieben ist, vertilgt. Dafür breitet sich denn das Ungeziefer aller Art ungestört aus und wer an herrlichen Frühlings- und Sommerlager, in freier Natur nach des Tages Last und Mühen Erholung sucht und kahl gemessene Bäume findet und von lästigen Mücken- schwärwen, Stechstiegen und sonstigen Quälgeistern bald wieder fongeick-ucht wird, der mag daran denken, daß er all diefts nicht zuletzt dem arbeitsscheuen Gesinde! zu verdanken hat, welches einen müheloftn Erwerb barm sucht, die nützlichen Sänger draußen fortru'angen. Wer aber könnte sich die herrliche Gottesnatur im Frühling obne den schmetterndenGesang derkleinen lieblichen Ge'chöpft im buntschillernden Kleide denken, wer möchte ihr munteres Spiel brausten missen? Und doch wird der Zeitpunkt nicht mehr allzus-rn sein, wo auch der letzte Sänger draußen verschwindet, wenn ihr Schutz nicht energisch in die Hand genommen wird. Und w'll der Naturfreund nicht, baß in der Naiurkalles veröd-t und höchstens noch Spatzen und Raben ihn erinnern, daß auch einmal noch edlere Vertreter der Vorelwelt ihn ergötzten, dann möge jeder an seinem Teil dazu be-tragen, den vieiv-rfolgten Geschöpfen Schutz und Hilft gegen ihre Feinde angeseihen zu 'asstn. Das kann einmal durch Schaffung von Nit'qeftgenheiten geschehen, dann aber auch dadurch, daß die Bevölkerung die Bebörde in dem Bestreben unterstützt, b-m Unfug des Vogelfangs w'rkmm zu steuern. Erst neuerdings hat der Präsident des Kaiserlichen Gesundheitsamtes zu Berlin ein Gulacknen an d»n Staatssekretär des Innern in dem Sinne ergehen lassen, daß es wirksam erscheine, dem unbereditigim Fang der heimischen Vögel dadurch entgegenzutreten, daß die Poüzeiorqane, denen die Ueberwachung des Geländes obliegt, immer von neuem darauf Angewiesen werden, ihr besonderes Augenmerk diesen Ueber- gr-ffen arbeitsscheuer Menschen zuzuwenden, und daß die Bevölkerung von Zeit zu Zeit in geeigneter Weift aufgefordert wird, die Behörden nachdrücklichst in dieftm Bestreben zu unterstützen. Daraufhin ist jetzt wiederholt Weisung an die Polizei- organe des Landes ergangen, d'm unberechtigten Vogelfang ihre beionb-re Aulmerkiamkeit zuzuwenden.
* Jakob Damtzofers Kärntner Koschatlieder- Original-Quintett gibt nächsten Sonntag und Dienstag im Deutschen Haus Konzerte, die sicherlich wieder starken Zuspruch finden werden, da das Ensemble sich hier eines guten Renommees zu erfreuen hat. Ueb-r das Auftreten des Quintetts in Meran schreibt die dortige Zeitung: Jakob Damhofers K ärn tnerKosch all ieder-Original-Quintett gab an den vergangenen Abenden im Saale des Hoiel Ca^s Central wieder ihre ersten Konzerte hier, welche aus den feinsten Kreisen des Meraner Kurpublikums und der Meraner Bürgerschaft austergewöhnlich gut besucht waren. Jakob Dam- boter, weicher seit 1896 resp. 1897 ftu8 zweimal jährlich nach Mwan kommt und auch im Kursaal hier öfters konzertierte, twreat sich bei dem hiesigen kunstsinnigen Publikum großer Sympathie, denn ob Damhofer wie in den Jahren 1897 bis 1901 mit einem Quintett sich hören ober sehen ließ, ober ob er wie in letzter Zeit mit 7, 8 ober 10 Personen kommt, die Leistungen waren jedesmal nur gute. Ein gutes Zeugnis stellen der Damhofer'schen Gesellschaft auch die feinen Theater- engagements aus, welche sein Quintett seit 1900 absolviert hat. Im Deut chen Tkeater in München war DamboferS Quintett 1900 und 1901 engagiert und war dasselbe die Glanznummer jeder Voruellung, so daß sich Herr Damhofer auch Heuer wieder für November bis Januar 1905 größere Engagements mit seinem diesmal aus 10 Perftnen bestehenden Ensemble erfreuen darf. Die Gesellschaft setzt sich aus 6 Damen und 4 Herren (varui ter zw i Schuhplatilerpaare) zusammen. Sämtliche Mitglieder sind durchwegs gute Kräfte mit schönen, abgerundeten, reinen und kräftigen Stimmen und die gutge- I(bullen Chöre lassen treffliche Sctulung und Fleiß, sowie Begabung des Dirigenten Jakob Damhofer erkennen. Man kann mit Bestimwibeit sagen, daß selten ein GesangS^Ckor die Koichat-Kompostiionen ähnlich rein und hübsch zum Vortrag gebracht bat. Auch alle anderen Kompositionen, große wie Heine Chöre, werden künstlerisch vorgeiragen und die feschen Tiroler, Steirer mb oberbay wischen Joolgesänge, von 6 Jodlern gesungen und von den anderen Künstlern unterstützt, Hingen prächtig.
* Kein Einbruchsversuch. In der Nacht vom 7. zum 8. ds. meldete ein Wächter der Wach- und Schließgeseü» schaft, daß bei der Firma B e r n g e S in der Jahnstraße gegen 12'/« Uhr nachis ein Einbrucheversuch gemacht und die Vorplatziür deS Kontors erbrochen worden sei. Zwei Männer seien beim Erscheinen des Wächiers nach dem Garten zu geflüchtet und über den Zaun geklettert. Die angestellten Er«
Mittelungen haben nicht das geringste von einem Einbruchs versuch ergeben, weder waren Versuche wahrnehmbar, bb darauf schließen können, daß man die Vorplatziür erbreche? wollte, noch waren Futzipurcn in dem sehr weichen, frisch bet bauten Garten festzustellen. Es ist nach den Ermiltelunger an zuständiger Stelle ausgeschloffen, daß ein Einbruchsversuch vorliegt.
* Unvorsichtiger Radfahrer. Zu dem unter diese, Spltzmarke im Bericht über die Straskammersitzung vom Montag mitoeteilten RaH werden wir ersucht zu berichten, daß bet im Fabrradge^chäft von Herrn Carl Heß hier beschäfligti Mechaniker Wohlfahrt mit dem in jenem Bericht genannte? W. Nickt identi'ch ist.
* Verwechselung und ihre Folgen. In der Außenstadt zeigte sich gestern abend zu später Nachtstunde eint verdächtig ausfthende Gestalt an der Vorplatziür und berrschtt das dort stehende Dienstmädchen an, die Tür auizumachen, ei wolle herein, mit aller Macht an der Türe reißend. Das erschrockene Mädchen besam einen Ohnmachtsansall, glücklicher weise war der Hauswirt anwesend, dem beim Hinzukommen ebenfalls von dem ungebetenen Gast unter fortwährenden Verfugen, die Tür aufzubrechen, kategorisch zugeruftn wurde, auf- zumachen. Höchst verwundert über das sonderbare Begehren^ wurde ihm auf Befragen die Aufklärung, daß der Einlaßbe- gehrende, — Heinrich Friedrich aus Niederissigheim — glaubte, eine Wirtschaft vor sich zu baben. Durch sein in der jetzigen Zeit höchst unverantwortliches trunkenes Gebahrep hatte er die weiblichen Personen in Angst versetzt und Gefahren für ihre Gesundheit veranlaßt.
Sprechjaat.
Für die unter dieser Rubrik eingeiandten Notizen übenckmut die Redaktion dem ^ublikmn aeacnüber keinerlei Verantwortung.
Mehrere eifrige Theaterbesucher und langjährige Abonnenten erlauben sich biermit der verehrten Tbeater-Direkiion die Sitte zu unterbreiten, für daS vakante Fach der Salondamen, füt den Rest der Sp'elzeit noch eine ständige I. Kraft zu engagieren. Es wurde s. Zt. von der Direktion bekannt gegeben, daß für dieses Fach Frl. Eichelsheim aus D-rmstadt zu öfteren Gastspielen -ewonnen sei. Nahezu die Hälfte der Abonne- wents-Vorstellungen sind zu Ende und die geschätzte Künstlerin ist in dieser Zeit zweimal aufg-treten. Daß durch daS gänzliche fehlen einer festengagierten Künstlerin daS Repertsir mit der Zeit einseitig w’rb, liegt auf der Hand und bewegt sich der Kvielplan in sehr engen Grenzen. Für die gehabten Novitäten sind wir der Direklion sehr dankbar, doch vermiß! man ungern die feineren älteren Salonsiücke, wie man sie zur Zeit einer Brando« und eines Hille öfter zu sehen Gelegen heit hatte. Wir führen nur: „Der Wohltäter der Menschheit", „Der Probepseil", „Alexandra", „Ein Tropfen Gift", „Dora", „Maria und Magdalena", „Narziß" und verschieden« andere an, die gerne abwechselnd zwischen dem Schwank- und Lustspielgenre (einiger Schauspiele abgerechnet) gesehen würden. In der Hoffnung, daß die verehrliche Direktion den Wünschen vieler entgegenkommt, sehen wir mit Vergnügen den weiteren Herstellungen entgegen. A—Z.
Barometerstand
mittags 12 Uhr am 8./12.
Sehr trocken Beständig
Schön
Viel Regen
Sturm
9./12.
Veränderlich
Regen kWind?^-M
Telegraphischer Wellerbericht der deutsches Seematte.
Telegramm aus Hamburg vom - 9 Uhr 40 Minuten.
^LE"«°7^
DEland ist das Wetter ruhig, meist Wer, im West«