Erstes Blatt
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Waisenhauses in H-U-U. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- undFeiertage, mit belletristischer Beilage. ^-Etw-rtl. Redakteur: G. Schreck« M Hanau.
E 57.
Fernsprechanschluß Nr. 605
Dienstaa den 8. März
Fernsprechanschluß Nr. 605.
1904
Amtliches.
Bekanntmachung.
Zulassung von Fels Postpaketen an die Truppen in Deutsch-Süvweftafrika.
Vor: jetzt ab werden Privatpäckereien an die in Deutsch- Südwestafrika befindlichen Truppen und Besatzungen von Kriegschiffen zur Feldpostbeförderung zugelassen. Die Päckereien Men folgenden Bedingungen entsprechen:
1. Gewicht der einzelnen Sendungen nicht über 2Vs Kilogramm ;
2. Größe nicht erheblich über 35 Zentimeter in der Länge, 15 Zentimeter in der Breite und 10 Zentimeter in der Höhe;
3. Verpackung in Kistchen oder festen Kartons recht dauerhaft, mit äußerer Umhüllung in haltbarer Leinwand oder Wachsleinwand und mit fester Verschnürung;
4. die Aufschrift muß in der Weise hergestellt werden, daß auf die Sendung eine mit der vollständigen Adresse recht genau und deutlich ausgefüllte Postkarte haltbar aufgeheftet oder aufgeklebt wird; auf der Karte ist die Bezeichnung „Postkarte" in „Feldpostkarte" zu ändern; außerdem müssen der Absender und der Inhalt der Sendung genau angegeben werde«.
Der Beifügung von Postpaketadressen und Zoll-Jnhalts- wkiarungm hedars M nicht.
Das Porto beträgt für jedes Feldpostpaket ohne Unterschied »es Gewichts und des Bestimmungsorts 1 Mark. Die Sendungen müssen bei der Aufgabe frankiert werden. Zur Fran- kierung dienen Postfreimarken, die auf die Feldpostkarte zu kleben sind.
Eingeschriebene Pakete, Sendungen mit Wertangabe oder Postnachnahme sind unzulässig.
Ausgeschlossen von der Versendung mittels Feldposipakets sind unbedingt: FlüssigUiten, Sachen (Lebensmittel), die dem schnellen Verderben unterliegen, zerbrechliche und leicht entzündliche Sachen sowie die allgemein von der Postbesörderung ausgeschlossenen Gegenstände.
Die Beförderung der Feldpostpakete nach Südwestafrika erfolgt mit den von Hamburg dahin abgehenden deutschen Dampfern in der Regel dreimal monatlich.
Eine Gewähr für die richtige und pünktliche Ueberkunft der Privaipäckerei kann die Postverwaltung nicht übernehmen.
Berlin W 66 den 5. März 1904.
Der Staatssekretär des Reichs-Postamts.
K r a e t k e.
Feuilleton.
II!. Aboniiemcnts-Konzcrt des Oratoricilverciils.
— Hanau, 8. März.
In dem 3. Abonnements-Konzert, das am Sonntag abend im Saale der Turngemeinde stattfand, hatte sich der Oratorienverein in der Wiedergabe von Robert Schumann's: „Das Paradies und die Peri" wohl eine dankbare, aber keineswegs leichte Aufgabe gestellt.
Der pontische Text dieses Werkes ist der Thomas Moore- Icheu Dichtung „Lalla Rookh" entnommen und führt uns bekanntlich in die Sagenwelt des Zauberlandes Indien. Wir verweisen auf den bereits veröffentlichten Artikel in der Frei- tags-Nummer, woselbst in knapper Kürze der Inhalt angedeutet wurde.
„Das Paradies und die Peri" gehört zu Schumann's besten und hervorragendsten Komposilionen; sie ist eine der glänzendsten Schöpfungen der Romantik. Schumann hat eS verstanden, immer neue, glänzende Bilder zu erzeuger: und aus dem tiefen Schachte seines Inneren neue Schätze zu verarbeiten u d sie in klingende Formen zu bringen.
Aber auch die Formen der Instrumentalmusik brächte der Komponist zu glänzender Wirkung. Daß er auch daS Ora- tormm damit zn erneuen und zu beleben wußte, sehen wir in dem hervorragenden Werke: „Das Paradies und die Peri". _ Großem Interesse begegneten zunächst die Darbietungeu der Solisten, von denen Schumann eine ganze Reihe zum Worte kommen laßt. Die „Peri" sang Frau Emmy Küchler aus n' M° vül sichtlicher Hingabe, Liebe und Verständ- 'lts. Mit der leichten Beweglichkeit ihrer Stimme und der
Candkräe Danau.
Bekanntmachungen des Königl. Landratsamtes.
Betrifft Bekämpfung der Blutlaus.
Unter Bezugnahme auf meine Bekanntmachung vom 3. November 1902 — V 10722 — Nr. 23 der „Amtlichen Beilage" zum „Hanauer Anzeiger" — veranlasse ich die Herren Bürgermeister, die Baumbesitzer?c. durch ortsübliche Bekanntmachung auf die Vertilgung der Blutlaus nochmals hinzuweisen.
Hanau den 4. März 1904.
Der Königliche Landrat.
V 1643 v. Veckerath.
Bekanntmachung
Das auf den Namen der Frau Dr. Kretz zu Hanau lautende Sparkaffenbuch Nr. 5089 ist angeblich abhanden gekommen. Der etwaige Besitzer wird hiermit aufgefordert, seine vermeintlichen Ansprüche binnen drei Monaten bei dem unterzeichneten Vorstände geltend zu machen, widrigenfalls nach Ablauf der Frist das Sparkonto gelöscht und der Ver- liererin ein neues Einlagebuch ausgefertigt wird.
Hanau am 29. Februar 1904.
Namens des Vorstandes der Kreissparkaffe. Der Direktor.
J. V.: Schneider. 4452
Aus Stadt und Cand.
Hanau, 8. März.
Historische Gedenktage.
8. März 1545, Hessische Verordnung Wider das Teilen der Hufengüter.
* Benefiz Burchard. Das morgen Mittwoch zum Benefiz für Frl. Burchard in Szene gehende Schauspiel: „Heimat" von Hermann Sudermann ist nebrn „Ehre" und „Johcurmsfeuer" unbestritten das beste Werk des Dichters, welches noch von keiner nachfolgenden Arbeit übertroffen wurde. Durch seine fesselnde Handlung und den meisterhaften Ausbau zeichnet es sich hervorragend aus und wurde die „Heimar" eines der meistgegebenen Repertvirstücke, das stets den stärksten Beifall erzielt. — Auch hier hatte das Schauspiel immer vorzügliche Erfolge zu verzeichnen, so daß man die Wahl dieses Werkes als eine äußerst glückliche bezeichnen kann. Unsere Benefiziantin wird die „Magda" darstellen und dürfte sie
Wärme ihres Vertrags ist sie |o recht eine Peri, wie man sie sich für diese Partie denken muß. Unter den zahlreichen Gesängen, die Schumann der Peri in den Mund gelegt hat, glückte ihr wohl am besten der Gesang am Schlüsse des 2. Aktes: „Schlaf nun und ruhe in Träumen voll Dust, balsam- scher umweh dich die Lust rc.", mit dem anschließenden Schlußchor. Es gehört wohl dieler Gesang mit zu dem Schönsten, was Schumann geschrieben hat. Wenn die Stimme von Frau Küchler am Schlüsse etwas matter erklang, so lag dies wohl daran, daß sie von vorne herein mit zu großer Kraflentfallung sang.
Die Altpartie von Fräul. Agnes Leid Heck er-Berli» war eine abgerundete und gereifte Leistung. Die Künstlerin hat eine sorgfältig technische Schulung und gute Auffassung. Der schmelzreiche und weiche Klang des Organs und die vorzüglich ausgebildete Ausdrucksweise machte sich bei ihren Vor- träzen geltend, besonders aber in dem wunderschönen Allsolo: „Im Waldesorün am stillen See, da seufzt ein Jüngling in schwerem Weh!" Für die Dankbarkeit des beifallsfrohen Publikums hatte sie scheinbar wenig Verständnis. Den reichen Beifallsspenden, die ihr beim Weggehen, 10 Min. vor Schluß der Darstellung, gezollt wurden, verhielt sie sich kühl gegenüber. Mit der 2. Sopranpartie fand sich Fräul. Margarete S t o l z e n h a p n aus Frankfurt a. M. recht zufriedenstellend ab. Ihre Slimme klang rein und sauber, in der Höhe ausgiebig. Den schwierigen und anstrengenden Tenorpart hatte Herr Gustav W e ru er-Frankfurt a. M. übernommen. Wir hebe» hervor, daß der Vortragende ein ansprechendes Stimm- organ besitzt und über eine sorgsame Aus'prache verfügt. Für dje Partie des Tenors in dem Schumannschen Werke ist die Stimme nicht ausreichend, namentlich in tieferen Lagen. Trotzdem war Herr Werner sichtlich bemüht, der gestellten Aufgabe gerecht zu werden. Sehr gut gefiel Herr Heinrich Appun n. Der warme, ansprechende Ton seines Stimmorgans, die musikalische Zuverlässigkci! und die dem Vortrag innewohnende seelische Belebung sicherten ihm den besten Erfolg. Die übrigen kleineren Partiten waren durch Fräul. A. Zehner,
vermöge ihrer ganzen Erscheinung und Spielweise für diese Rolle wie geschaffen sein. Den „Oberstleutnant Schwortze" spielt, wie schon bemerkt, Herr E. Kanngießer vom Schauspielhaus in Frankfurt und dürfte sich dadurch das Interesse für dieser: Benefiz-Abend noch bedeutend erhöhen. Die übrigen wichtigeren Rollen liegen in Händen der Damen: Frl. Urban, Frl. Jirsack und Frau Wehn; sowie die Herren: Merker, Becker, Römer und Nauendorf, welcher das Stück aus's sorgfältigste inszeniert. Jedenfalls ist ein schöner künstlerischer Theater-Abend zu erwarten und wünschen wir der liebenswürdigen Benefiziantin eine recht zahlreiche Hörerschaft.
)( Dramat.-Iiter. Verein. Das Gerücht, die reservierten Plätze seien bereits vergriffen, ist nicht zutreffend, indem noch eine kleine Anzahl frei ist, die bei Herrn Louis Stoffen, Krämerstraße, gezeichnet werden können. Auch sämtliche anderen Plätze sind noch zu haben, wenn auch nach dem seitherigen Verkauf das Interesse an dieser Wohltätigkeitsvorstellung ein so lebhaftes ist, daß ein ausverkauftes Haus erwartet werden kann. Darum erscheint es geboten, sich Karten recht baldigst zu sichern. Obwohl die Bekanntschaft mit Schillers Don Carlos als bekannt vorausgesetzt werden kann, dürfte den Besuchern des „Bunten Abends" eine Requisition doch auzuraten sein und zwar im Interesse des besseren Verständnisses der in der Parodie so zahlreich versteckten Pointen.
* Militär - Streich - Konzert. In dem heute abend im Saalbau „zum deuischen Haus" stattfindende 3. Abonne- mentskonzert der Ulanenkapelle, unter Leitung des Kgl. Musikdirigenten Herrn Urbach, kommen u. a. beliebten Piecen zum Vertrage; Die Ouvertüren zu den Op. „Tannhäuser" von R. Wagner und „Mignon" von A. Thomas, große Fantasie a. d. Op. „Cavallerie Rusticana", Vorspiel zum 3. Akt der Op. „Kunihild" von Cistler, „Ungarische Rhapsodie" von Fr. v. Liszt, zwei reizende Sätze für Streichinstrumente u. s. w. Freunde einer guten Streichmusik machen wir noch« mals auf das Konzert aufmerksam. Nichtabonnenten haben Zutritt,
Feier. Am 1. März waren es 10 Jahre, seit die Firma J. Hermann, Hammerstraße, ihr Geschäft eröffnet hat, und eben so lange ist es her, daß die Verkäuferin Frl. Gretchen Brühl in demselben tätig ist. Aus diesem Anlaß wurde die Genannte sowohl vom Prinzipal wie von den Angestellten des Geschäfts mit Geld und nützlichen Geschenken bedacht und am Sonntag feierte das Personal den Tag noch durch eine Festlichkeit auf dem Fsrsthaus, die den besten Verlauf nahm und den Teilnehmern in angenehmer Erinnerung bleiben wird.
** Fahrten eines Schwindlers. Ein vielfach vorbestraftes Individuum, der jetzt 59 Jahre alte Schreiner Kämpfe von Ehrimsdorf bei Weimar, gab im Jahre 1897 in Geln-
E. Hufnagel, M. Zehner und E. Dintelmann sowie durch unseren heimischen Künstler, Herrn Fr. Waß« m u i h wirsam vertreten.
Die Chöre treten bei Schumann etwas zurück. Sie sind jedoch großartig angelegt und verschlungen, erfordern daher bei der Ausführung viel Sorgfalt, Arbeit und Mühe. Es ist darum sehr anzuerkennen, daß dieselben frisch, flott und in mächtiger Steigerung — es sei hier an den Schlußchor en innert — zum Vortrag kamen. Das Orchester tat vollauf seine Schuldigkeit; zuweilen wäre jedoch an manchen Stellen, namentlich in" der Begleitung der Soli, etwas mehr Dezenz zu wünschen gewesen.
Wir zollen schließlich dem Oratorienverein und seinem Leiter, Herrn Ferdinand Küchle r-Frankfurt a. M., der mt. Umsicht und Geschick Sänger, Chor und Orchester sicher ans Ziel führte, Anerkennung und Dank.
Telegraphischer Wetterbericht der deutschen Seewarte.
Telegramm aus Hamburg vom 8. März
9 Uhr 35 Minuten.
Ein Maximuni über 775 mm lagert über Nordrußland, ein Minimum unter 745 mm südlich von Irland. In Deutschland ist das Wetter wärmer, im Nsrdosten heiter, sonst trübe, der Süden hatte meist Niederschläge.
Prognose für den 9. März: Wärmeres Wetter mit Nieder- schlügen wahrscheinlich.